mini|270x270px|Luftbildaufnahme aus südlicher Richtung
Harm (fränkisch: HoamE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 27. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: hǫɘm.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Schwanstetten im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Harm liegt in der Gemarkung Leerstetten.
Lage Das Dorf Harm ist größtenteils von Waldgebieten umgeben. Der Hirtengraben durchfließt den Ort und vereinigt sich westlich mit dem Entenbach, der nach circa einem Kilometer in einem Düker den Main-Donau-Kanal unterquert und nach weiteren 500 Metern in die Rednitz mündet. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße RH 2 (1 km nördlich) bzw. nach Schwand zur Kreisstraße RH 1 (1,5 km südöstlich). Ein Wirtschaftsweg führt nach Mittelhembach (1,3 km südlich).
Geschichte Harm wurde vermutlich im 11. Jahrhundert als Rodungssiedlung gegründet. Urkundlich erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahre 1345 als „Hoernbeu“. Der Ortsname bedeutet Beim Sumpf.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 27. Die ursprünglichen fünf Höfe gehörten 1504 alle zu Nürnberg. Im Jahre 1530 erfolgte ein Teilverkauf an die Markgrafen von Ansbach. 1623 bestand der Ort aus sieben Anwesen, die allerdings 1632 im Dreißigjährigen Krieg der Brandschatzung anheimfielen. Österreichische Exulanten siedelten sich um 1660 im Ort an und bauten ihn wieder auf.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Harm aus 7 Anwesen und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Schwand aus. Grundherren waren das Richteramt Schwand (3 Dreiviertelhöfe) und der Nürnberger Eigenherr von Löffelholz (2 Dreiviertelhöfe, 2 Halbhöfe).F. Eigler: Schwabach, S. 395.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 503.
Von 1797 bis 1808 unterstand Harm dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Harm dem Steuerdistrikt Leerstetten und der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Leerstetten zugeordnet.F. Eigler: Schwabach, S. 476f. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern, wurde Harm am 1. Mai 1978 nach Schwanstetten eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Jahr 1783 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2013Einwohner 40 53 58 59 61 57 49 54 70 59 43 45 122HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 8 10 15 9 9 9 10 11 15 Quelle Tabellarische Chronik von Harm in Museum Schwanstetten
Religion Harm ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannes der Täufer (Schwand bei Nürnberg) gepfarrt. Die Katholiken sind nach Heilig Kreuz (Plöckendorf) gepfarrt.
Heute In Harm wird ein kleiner Reiterhof mit zwei Gestüten, Kutscherei und eigenem Café, ein Hühnerhof zur Eiererzeugung, eine Schreinerei, ein Gasthof sowie weitere vielfältige Land- und Forstwirtschaft betrieben. Erwähnenswert ist der Fischereiverein, der um Harm herum in einem Dutzend künstlich angelegter Weiher auf einer Gesamtfläche von über 2,7 Hektar intensive Forellen- und Karpfenzucht betreibt.
Die Gegend ist aufgrund ihrer relativ abgeschiedenen landschaftlichen Lage inmitten von Wäldern und vielfältigen Gewässern bei gleichzeitiger Nähe zum Ballungsraum Nürnberg naherholerisch reizvoll.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Schwanstetten) Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ersterwähnung 1345