Michelbach ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk St. Pölten in Niederösterreich.

Geografie Michelbach liegt im Bergland des Mostviertels südöstlich von St. Pölten in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 24,95 Quadratkilometer, davon sind 48 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche und 47 Prozent bewaldet.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Finsteregg () Gstetten () Kleindurlas () Kropfsdorf () Mayerhöfen () Michelbach Dorf () Michelbach Markt () Untergoin ()

Die Gemeinde besteht aus drei Katastralgemeinden: Mayerhöfen, Michelbach Dorf und Michelbach Markt.

Nachbargemeinden Drei der sieben Nachbargemeinden liegen im Bezirk Lilienfeld (LF).

Geschichte mini|Hochwasser von 1921 Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. 1124 wurde der Ort erstmals als Michilpach erwähnt. In einer Urkunde des Bischofs Reginmar von Passau wird Michelbach aus der Pfarre Pyhra bei St. Pölten herausgelöst und zur eigenständigen Pfarre erhoben. 1510 kam Michelbach in den Besitz der Herren von Greiß, unter denen der Ort reformiert wird. Die katholische Pfarre wurde nicht mehr besetzt und wieder von Pyhra aus mitbetreut. Während der Ersten Wiener Türkenbelagerung wurde ein Großteil des Ortes verwüstet, nur sieben von 59 Höfen blieben verschont. 1541 wurde Michelbach von der Pest heimgesucht. Weitere Epidemien waren in den Jahren 1574 und 1583. Die vielen Opfer, die die Krankheit forderte, fehlten in der Landwirtschaft und brachten viele Grundbesitzer und Bauern in große Not.

Im Zuge der Zweiten Türkenbelagerung stoßen die osmanischen Streifscharen am 14. Juli 1683 bis Kasten und Michelbach vor, 274 Menschen aus Michelbach verloren dabei ihr Leben, 48 Häuser wurden zerstört. Die Pfarrkirche wurde dem Erdboden gleichgemacht. Die Überlebenden bauten ab 1708 eine neue Kirche. Ab 1710 siedelten sich neue Leute in der entvölkerten Wienerwaldregion an und begannen, die Dörfer neu aufzubauen. 1787 wurden den einzelnen Häusern Konskriptionsnummern zugeteilt. Die Napoleonischen Kriege überstand Michelbach, wie durch ein Wunder, unversehrt. 1921 richtete ein Hochwasser in Michelbach große Schäden an. 72 Soldaten aus Michelbach kehrten 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr in die Heimat zurück.

Im Zuge der Aufteilung der Gemeinde Kasten bei Böheimkirchen in die ursprünglichen Gemeinden Kasten bei Böheimkirchen und Stössing mit Beginn des Jahres 1988 wurde die ursprünglich zu Stössing gehörige Katastralgemeinde Mayerhöfen an Michelbach abgetreten.

Einwohnerentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Michelbach mini|Kornelkirschenbaum Sigrid Dirndl

Katholische Pfarrkirche Michelbach hl. Michael Bauern- und Handwerksmuseum: Auf dem Bauernhof werden alte land- und hauswirtschaftliche Geräte und Maschinen ausgestellt. Köhlerei: An der Straße zwischen Michelbach und Stollberg liegt die Köhlerei Hochecker, gegründet 1960, derzeit betrieben von der 2. und 3. Generation der Gründerfamilie. Sie ist eine der letzten des „schwarzen Gewerbes“, das man früher sehr zahlreich im Wienerwald vorgefunden hat. Hier wird Hartholz aus dem Wienerwald zu Holzkohle verarbeitet.„Menschen im Blickpunkt History“ : Die Köhler und Köhlerinnen in Michelbach orf.at, 3. März 2022, abgerufen am 3. März 2022. Sigrid-Dirndl: Derzeit größter bekannter Kornelkirschenbaum. Elsbeerreich: Der Verein zur Erhaltung, Pflege und Vermarktung der Elsbeere mit Sitz in Michelbach bezeichnet das Gebiet der Gemeinden Brand-Laaben, Kasten bei Böheimkirchen, Stössing, Michelbach, Pyhra, Sankt Veit an der Gölsen, Rohrbach an der Gölsen, Hainfeld, Ramsau und Neustift-Innermanzing als „Elsbeerreich“. Am 16. August 2009 wurde die Region auf einer feierlichen Veranstaltung in Schloss Grafenegg als Genuss Region Wiesenwienerwald Elsbeere in die Initiative Genuss Region Österreich des Lebensministeriums und der Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH. aufgenommen. Sternwarte: Auf einer Erhebung nahe Michelbach-Dorf wurde im Jahr 1998 vom Amateurastronomenverein Antares die Sternwarte Michelbach errichtet. Die vom Bundesland Niederösterreich geförderte Volkssternwarte liegt auf einer Höhe von und veranstaltet wöchentliche Sternführungen. Das größte Kuppelgebäude hat einen Durchmesser von 4,5 Meter. Daneben befinden sich weitere Kuppelbauten und das Hauptgebäude mit Vortragssaal und Sonnenteleskop. ()Sternwarten in Österreich, abgerufen am 17. Dezember 2011.Homepage der Sternwarte des Vereines Antares

Wirtschaft und Infrastruktur Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2011 39, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 2011 62.Auflistung der Statistik Austria bezüglich der Betriebe Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 386. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 43,21 Prozent.

Öffentliche Einrichtungen In Michelbach befindet sich eine Volksschule.

Windkraft Am 13. Juli 1995 ging die dritte Windkraftanlage Österreichs in Michelbach in Betrieb. Sie wurde unter Beteiligung von 96 Privatpersonen errichtet. Die Leistung dieser Anlage beträgt 225 kW. Dieses Bürgerbeteiligungsprojekt war der Grundstein für die heutige W.E.B. Windenergie AG. mini|Gemeindeamt

Politik Bürgermeister der Marktgemeinde ist Gerhard Berger, Amtsleiter ist Markus Kainzbauer.

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen: 1990: ÖVP 12, FPÖ 2, SPÖ 1. 1995: ÖVP 13, FPÖ 2. 2000: ÖVP 11, SPÖ 2, FPÖ 2. 2005: ÖVP 9, BÜMI (Bürgerliste Michelbach) 5, SPÖ 1. 2010: ÖVP 10, BÜMI (Bürgerliste Michelbach) 3, SPÖ 1, FPÖ 1. 2015: ÖVP 12, NEOS 2, SPÖ 1. 2020: ÖVP 12, NEOS 2, SPÖ 1. 2025: ÖVP 10, FPÖ 3, NEOS 1, SPÖ 1.

Persönlichkeiten Franz Grandl (* 1954), Politiker Karl Vonwald (1933–2008), Politiker

Literatur Karl Vonwald: Bei uns dahoam. Michelbacher Heimatbuch. Michelbach 2001

Weblinks

Marktgemeinde Michelbach Homepage der Gemeinde

Einzelnachweise

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