Nußdorf ob der Traisen ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk St. Pölten in Niederösterreich.
Geografie Nußdorf ob der Traisen liegt im Mostviertel zwischen St. Pölten und Krems, westlich der Traisen. Vom Tal der Traisen in 200 Meter Seehöhe steigt das Land nach Westen zu bewaldeten Höhen an. Die höchsten Erhebungen sind der Forerberg im Südwesten mit 432 Meter und der Hollenburger Wald im Norden (440 m).
Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 15,50 Quadratkilometer, davon sind 42 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 29 Prozent bewaldet.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Franzhausen () Fräuleinmühle () Neusiedl () Nußdorf ob der Traisen () Reichersdorf () Ried () Theyern ()
Die Gemeinde besteht aus sechs Katastralgemeinden: Franzhausen, Neusiedl, Nußdorf an der Traisen, Reichersdorf, Ried und Theyern. Fräuleinmühle ist Teil der Katastralgemeinde Franzhausen.
Nachbargemeinden
Geschichte In Franzhausen befindet sich ein großes urnenfelderzeitliches Gräberfeld, das mit über 400 Gräbern zu den größten seiner Art zählt. Die Gräber reichen zeitlich von der älteren Urnenfelderzeit bis in die ältere Hallstattzeit. In der Mitte des Gräberfeldes befand sich ein zentraler Einäscherungsplatz. Da das Gräberfeld nicht beraubt worden war, ist der Bestand an geborgenen Fundstücken sehr reichhaltig. Es fanden sich u. a. eine reich verzierte Bronzetasse, eine Bronzeschale, zahlreiche Fleischmesser, in den Männergräbern meist ein Rasiermesser, Drahtfibeln, Anhänger und Ringe.Otto Helmut Urban: Der lange Weg zur Geschichte. Die Urgeschichte Österreichs. Ueberreuter, Wien 2003, S. 207. ISBN 3-8000-3969-9
In der KG Reichersdorf wurden späthallstatt- und frühlatènezeitliche Gräber entdeckt, die eine kontinuierliche Benutzung nachweisen. Im Grab 20 war als Grabbeigabe eine Ton-Urne mit figuraler Verzierung gefunden worden – drei große Vögel, eine Jagdszene sowie ein Musiker mit Lyra (?) und vier Tänzerinnen. Die Urne befindet sich in Verwahrung des Bundesdenkmalamtes in Wien.Susanne Sievers, Otto Helmut Urban, Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K; L-Z. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 1569.
Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. 1083 wird der Ort erstmals mit dem Namen „Nuzdorf“ in einer Urkunde des Stiftes Göttweig erwähnt. Im Mittelalter war Nußdorf Sitz einer Herrschaft, die 1848 aufgelöst wurde. 1850 entstanden die drei Gemeinden Franzhausen, Nußdorf und Reichersdorf. 1866 vereinigten sich die Gemeinden Franzhausen und Reichersdorf aus freiwillig mit Nußdorf. St. Georgen kam 1895 von Nußdorf zur Gemeinde Traismauer. Theyern wurde 1955 auf Ansuchen der Bevölkerung von Inzersdorf nach Nußdorf umgemeindet. 1977 wurde die Gemeinde zum Markt erhoben.
Einwohnerentwicklung Seit 1981 sind sowohl die Geburtenbilanz als auch die Wanderungsbilanz positiv, wobei die Zuwanderung überwiegt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Nußdorf ob der Traisen mini|Urzeitmuseum Nußdorf ob der Traisen
Katholische Pfarrkirche Nußdorf ob der Traisen hl. Johannes der Täufer Urzeitmuseum Nußdorf ob der Traisen: Im Museum werden u. a. Funde aus der Bronzezeit ausgestellt. Das Museum beschäftigt sich mit den verschiedenen Epochen der Urzeit, von der Steinzeit bis zur Eisenzeit im Traisental.
Wirtschaft und Infrastruktur Nußdorf ist ein traditioneller Weinbauort mit dem Fund des ältesten österreichischen Rebkerns (4000 Jahre). Nicht landwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 62, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 107. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 694. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 46,44 Prozent.
Öffentliche Einrichtungen In Nußdorf befindet sich ein Kindergarten und eine Volksschule.
Verkehr Eisenbahn: Durch den Südosten der Gemeinde verläuft die Tullnerfelder Bahn mit Schnellbahnverbindungen nach St. Pölten und Wien. Straße: Die Anschlussstelle Traismauer Süd der Kremser Schnellstraße S33 befindet sich im Gemeindegebiet.
Vereine Freiwillige Feuerwehr Nußdorf ob der Traisen Freiwillige Feuerwehr Reichersdorf Freiwillige Feuerwehr Theyern Freizeit-Sport-Verein Nußdorf Verein Kulturgenuss (Museumsverein) Kirchenchor Nussdorf Landjugend Reichersdorf-Nussdorf Verein Unser Dorfgschäft
Politik mini|Gemeindeamt
Gemeinderat Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen: 1990: 13 ÖVP und 6 SPÖ. 1995: 11 ÖVP, 5 SPÖ, 2 2010 und 1 FPÖ. 2000: 11 ÖVP, 6 SPÖ, 1 FPÖ und 1 2010. 2005: 10 SPÖ und 9 ÖVP. 2010: 12 SPÖ und 7 ÖVP. 2015: 10 SPÖ und 9 ÖVP. 2020: 10 SPÖ und 9 ÖVP. 2025: 12 ÖVP und 7 SPÖ.
Bürgermeister
2005–2025 Heinz Konrath (SPÖ) seit 2025 Patric Pipp (ÖVP)
Wappen rechts|150px Der Gemeinde wurde 1975 folgendes Wappen verliehen: In einem gespaltenen Schild unter einem roten Schildeshaupt, vorne in Rot zwei silberne Balken, hinten in Blau über zwei goldenen Wellenbalken eine goldene Nuß.
Gemeindepartnerschaften
seit 1993 Sármellék (Ungarn) seit 1975 Matrei in Osttirol
Persönlichkeiten Emmerich Zederbauer (1877–1950), Botaniker
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Niederösterreich Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa Kategorie:Gräberfeld in Österreich Kategorie:Ersterwähnung 1083 Kategorie:Weinbaugemeinde in Niederösterreich