Pyhra ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk St. Pölten in Niederösterreich.
Geografie Pyhra liegt im Hügelland des Mostviertels in Niederösterreich südöstlich von St. Pölten. Das Gemeindegebiet wird von der Perschling durchflossen. Höchste Erhebung ist der Amerlingkogel (628 Meter).
Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 66,77 Quadratkilometer, davon sind 53 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche und 40 Prozent bewaldet, u. a. vom Kyrnberger Wald.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst 37 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Die Gemeinde besteht aus 28 Katastralgemeinden Adeldorf, Atzling, Auern, Blindorf, Brunn, Ebersreith, Egelsee, Fahra, Getzersdorf, Heuberg, Hinterholz, Hummelberg bei Pyhra, Loitzenberg, Nützling, Obergrub, Obertiefenbach, Perersdorf, Probstwald, Pyhra, Reichenhag, Reichgrüben, Schauching, Schnabling, Wald, Weinzettl, Wieden bei Pyhra, Zell und Zuleithen. Probstwald ist unbewohnt.
Nachbargemeinden
Geschichte Im Altertum war das Gebiet Teil der römischen Provinz Noricum.
Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1058 als Heinrich IV. der Witwe des Markgrafen Adalbert, Frowila, zwanzig Huben in Pirchehe (Pyhra) übergab. Der Name stammt vom mittelhochdeutschen Wort pirche für „Birken“.
Die Gründung der Kirche erfolgte 1083 durch Bischof Altmann von Passau, der auch das Stift Göttweig gründete, das die Grundherrschaft über Pyhra besaß. Zur Zeit des ersten Türkeneinfalls (1529) wurden Pfarrhof, die Kirche und der ganze Ort zerstört. Die zwischenzeitlich protestantische Gemeinde gelangte wieder unter die Herrschaft des Abts von Göttweig. Zur Zeit des zweiten Türkeneinfalls (1683) ist von 130 abgebrannten Häusern, 34 niedergemachten Hausleuten, 100 „hinweggefangenen“ Hausleuten, 245 Kindern, 109 Dienstboten (ebenfalls in die Gefangenschaft geschleppt) die Rede. Die Kirchenruine St. Cäcilia wurde 1805 beim Durchmarsch der Franzosen zerstört.
Einwohnerentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Wald mini|Kirchenruine St. Cäcilia mini|Pfarrkirche Pyhra bei St. Pölten
Schloss Wald: Im Laufe der Geschichte wurde das Schloss mehrmals erobert; unter anderem 1485 durch den ungarischen König Matthias Corvinus und 1683 im Zuge der Zweiten Wiener Türkenbelagerung.; abgerufen am 1. Juni 2015 Kirchenruine St. Cäcilia Katholische Pfarrkirche Pyhra bei St. Pölten hl. Margareta Katholische Pfarrkirche Wald in Pyhra Mariä Himmelfahrt
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den 179 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 106 im Haupt-, 66 im Nebenerwerb, 5 von Personengemeinschaften und 2 von juristischen Personen geführt. Im Produktionssektor arbeiteten 125 Erwerbstätige in der Bauwirtschaft, 34 im Bereich Herstellung von Waren, 2 in der Wasserver- und Abfallentsorgung und 1 in der Energieversorgung. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (174) und Handel (84 Mitarbeiter). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)179207209219Produktion3224162230Dienstleistung18058380244 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Schule und Bildung mini|Landwirtschaftliche Fachschule Die Gemeinde bietet folgende Bildungseinrichtungen: NÖ Landeskindergarten Volksschule Pyhra Europa-Mittelschule Pyhra Landwirtschaftliche Fachschule Pyhra Musikschule Perschlingtal
Politik Gemeinderat In den Gemeinderat werden 23 Mandatare gewählt. Nach den Gemeinderatswahlen ergaben sich folgende Mandatsverteilungen: 2000: ÖVP 15, SPÖ 4, Werkstatt 2, FPÖ 2. 2005: ÖVP 15, SPÖ 5, Werkstatt 1, Für Pyhra 1. 2010: ÖVP 16, SPÖ 5, FPÖ 1, Für Pyhra 1. 2015: ÖVP 14, SPÖ 4, NEOS 4, FPÖ 1. 2020: ÖVP 15, SPÖ 4, NEOS 3, FPÖ 1. 2025: ÖVP 13, SPÖ 5, NEOS 2, FPÖ 3.
Bürgermeister Bürgermeister der Marktgemeinde war bis 2024 Günter Schaubach, Amtsleiterin Susanne Sailer.
Nach Kritik an einem Grundstücksgeschäft gab Schaubach seinen Rücktritt bekannt, Ende Juni 2024 folgte ihm die bisherige geschäftsführende Gemeinderätin und Bauernbundobfrau Monika Fischer als Bürgermeisterin nach.
Wappen rechts|150px Der Gemeinde wurde 1964 folgendes Wappen verliehen:
Blasonierung (Wappenbeschreibung): „Schräg links geteilt von Silber und Blau, oben ein wachsender steigender roter Wolf, unten drei an den Halmenden verbundene schräglinke goldene Roggenähren, die mittlere länger.“ Der Wolf stammt aus dem Familienwappen der Herren von Wald, die im 16. Jahrhundert Herrschaften in Pyhra waren. Die Ähren stehen für die landwirtschaftliche Prägung der Gemeinde.
Persönlichkeiten
Karl Kupelwieser (1841–1925), Jurist, Land- und Forstwirt und Mäzen Maximilian Lenz (1860–1948), Maler, Graphiker und Bildhauer Carl Salcher (1863–1906), Bürgermeister Karl Eichinger (1897–1983), Politiker und Landwirt Franz Müllner (1896–1980), Politiker und Landwirt Maria Emhart (1901–1981), Widerstandskämpferin und Politikerin Karl Schmitzer (1926–2011), Politiker und Fachschuldirektor Monika Ballwein (* 1967), Sängerin, Vocalcoach und Songwriterin Michael Ambichl (* 1991), Profifußballer
Weblinks
Homepage der Gemeinde Pyhra
Einzelnachweise