Obritzberg-Rust ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk St. Pölten in Niederösterreich.
Geografie Obritzberg-Rust liegt im Mostviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 41,47 Quadratkilometer, 18,3 % der Fläche ist bewaldet.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst 25 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Die Gemeinde besteht aus 19 Katastralgemeinden Diendorf, Doppel, Eitzendorf, Flinsdorf, Fugging, Greiling, Großrust, Grünz, Hain, Heinigstetten, Kleinrust, Landhausen, Obermerking, Obritzberg, Pfaffing, Schweinern, Untermerking, Winzing und Zagging.
Nachbargemeinden
Geschichte In der Marktgemeinde Obritzberg-Rust bestehen zahlreiche archäologische Fundstellen aus der Spätjungsteinzeit (Lengyel-Kultur) in Form von Siedlungsgruben, Grabstätten, Tonscherben, Tierknochen, Gefäßen und Steinbeilen, sowie ein Gräberfeld und zahlreiche Funde aus der Hallstattzeit. Aus der Keltenzeit sind viele Ortsbezeichnungen und Namen erhalten.
Im Altertum war das Gebiet Teil der Römischen Provinz Noricum.
Im Jahre 888 wurde ein Wehrbau auf dem Kirchenhügel in Obritzberg erwähnt. mini|hochkant|Der Freiheitsstein von Obritzberg 1148 wurde Obritzberg zur selbstständigen Pfarre erhoben.
In diesem Jahr wurde auch der so genannte „Freiheitsstein“ am Kirchenberg Obritzberg in unmittelbarer Nähe des Pfarrhofes durch Heinrich II. – Beiname „Jasomirgott“ – errichtet, der gegen Entgelt einige Tage Kirchenschutz gegen Strafverfolgung gewährte. Dieses und andere Rechte (aber auch Pflichten) waren im „Banntaiding der Pfarrherrschaft Obritzberg“ niedergeschrieben.
1850 entstand die Ortsgemeinde Obritzberg, die 1883 in die Gemeinden Obritzberg und Kleinrust getrennt wurde.
1967 wurden die Gemeinden als Obritzberg-Rust wieder vereint. 1971 wurde die Gemeinde Hain eingemeindet. Im Jahr 2004 wurde Obritzberg-Rust zur Marktgemeinde erhoben.
Mit einstimmigem Beschluss des Gemeinderates sollte mit Wirkung vom 1. Juli 2013 die Postleitzahl gemeindeweit auf 3123 vereinheitlicht sowie Straßenbezeichnungen für sämtliche Ortschaften und Gehöfte eingeführt werden.Verordnung über die Einführung von Straßenbezeichnungen und Änderung der Hausnummern im gesamten Gemeindegebiet vom 12. März 2013 Bedingt durch Umstellungsprobleme der Post wurden diese Änderungen für den Bereich der ehemaligen Gemeinde Hain mit 1. Oktober 2013 und für die Ortschaft Fugging mit 1. April 2014 vollzogen.
Religion Katholische Pfarren: Pfarre Obritzberg mit Pfarrkirche „zum Hl. Laurentius“, ab dem Jahr 888 Pfarre Hain mit Pfarrkirche Kleinhain „Zur Unbefleckten Empfängnis – Immaculata“ (dem Augustiner-Chorherrenstift Herzogenburg zugehörig). Entstehungszeit ca. 11.–12. Jh.
sowie: Freie Christengemeinde – Pfingstgemeinde GroßrustWebauftritt der Freien Christengemeinde Großrust (seit 2013 gesetzlich voll anerkannt) katholischer Priester-Verein Gemeinschaft vom heiligen Josef in Kleinhain (Verein nach diözesanem Recht,Webauftritt der Gemeinschaft vom heiligen Josef als konservativ einzustufen, gegen die Errichtung dieser Niederlassung gab es 1995 eine Demonstration am Domplatz in St. Pölten)
Einwohnerentwicklung
Fotogalerie von Kirchen und Kapellen in der Gemeinde
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Die doppelseitige Madonna in der Pfarrkirche Kleinhain (NÖ) – vor der Restaurierung 2015
Freiheitsstein Obritzberg: 1148 – durch Heinrich II „Jasomirgott“ Schönstatt-Marienstein südlich des Kirchenplatzes Obritzberg: 1975 zur 30-Jahr-Feier des Kriegsendes von der Schönstatt-Familie aufgestellt 1. österreichischer „Eheweg“ – ein Rundwanderweg (3,5 km) mit sieben Themenstationen, Start & Ziel am Kirchenplatz Obritzberg Doppelseitige Madonna mit Kind in der Pfarrkirche Hain: die Wurzeln dieser Statue reichen vermutlich in die vorchristliche und vorrömische Zeit zurück, wahrscheinlich sind sie in der keltischen Zeit zu suchen (Expertise Prof. Wilhelm Cerveny – Wien) Ehemaliges Schloss Zagging – nur der Burggraben ist mehr vorhanden Pfarrhof Hain (1784 durch Baumeister Josef List) Filialkirche Großrust „Hl. Georg“ erweitert aus dem 13. Jh. „Pfaffenstöckl“ – historisches Gebäude in Hain Kellergassen-Ensembles, besonders in Zagging, Hain, Kleinrust-Fugging Kapelle Zagging (ursprünglich russisch-orthodoxe Holzkapelle), wurde von den Kriegsgefangenen des Ersten Weltkrieges errichtet und 1922 aus dem aufgelassenen Gefangenenlager Spratzern abgebaut.
Musik Musikverein Hain (Blasmusikkapelle – Obmann: Erich Engelhart). 2009 aus der Musikkapelle Hain – Erstauftritt am 21. November 1921 / Gründer: Josef Hornek (Lehrer) – gegründet. Musikkapelle Fladnitztal (Obmann: Thomas Amon). Gründung 1990. Zusammenschluss der drei Gemeinden Obritzberg-Rust, Wölbling und Statzendorf (bis 2026 "Jugendblaskapelle Fladnitztal" mit Obmann Christian Müllner). 2025 Gründung des "JBO Fladnitztal" (Jugendblasorchester) für die Jungmusiker Chöre & Ensembles: Kirchenchor Obritzberg, Kirchenchor Hain, Projektchor, Ephata, Ruster Musici
Regelmäßige Veranstaltungen Fugginger Kirtag und Erntedankfest Hain: 1. Sonntag im Oktober Kirtag Kleinrust (um den 19. August: St. Sebald) Georg-Kirtag in Großrust: Sonntag um das Georgsfest (23. April) Kellerfest Zagging des ÖKB Hain: Anfang Mai Westernparty der Landjugend Hain: 1. Samstag im August Maibaumaufstellen am 30. April (in mehreren Orten) Rustikal-Party der Landjugend Rust: letzter Samstag im September
Vereine Dorfleben Doppel-Neustift-Hofstetten (Dorferneuerungsverein) Dorferneuerungsverein Hain-Zagging „Von A bis Z“ (inaktiv) Landjugend Hain und Landjugend Rust Union (mit einzelnen Sektionen) Imkerverein ÖKB Hain und ÖKB Obritzberg-Rust Katholisches Bildungswerk Hain Katholisches Bildungswerk Obritzberg-Rust Hobbyfußball: Hain-United Kirchenchöre Hain und Obritzberg, Ephata NÖ Senioren Obritzberg-Rust-Hain Bauernbund mit Ortsgruppen Obritzberg-Rust und Hain (ÖVP) JVP Obritzberg-Rust-Hain (ÖVP, inaktiv) SPÖ-Team Zukunft für Obritzberg-Rust-Hain
Kulinarische Spezialitäten Die Marktgemeinde Obritzberg-Rust ist über die regionalen Grenzen hinweg bekannt für die große Zahl an Buschenschenken und Weinschenken. Mitglied der „NÖ Weinstraße“ – Region Traisental
Wirtschaft und Infrastruktur Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 83, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 166. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2010 1212. Die Erwerbsquote lag 2010 bei 54,7 %.
Die Marktgemeinde ist „Klimabündnis- und Bodenbündnisgemeinde“, Mitglied der LEADER+ Region „Traisental-Donauland-Tullnerfeld“ bzw. in der Periode 2014–2020 in der erweiterten Region „Donau – NÖ Mitte“ sowie des „Regionalentwicklungsverbandes NÖ-Mitte“.
Lichtwellenleiter-Pilotgemeinde in Niederösterreich Zur Unterstützung der örtlichen Gewerbebetriebe, aber auch für alle Gemeindebürger, wurde 2013 ein Lichtwellenleiter-Projekt mit der Verlegung einer Leerverrohrung begonnen, im Oktober 2015 wurden die ersten Anschlüsse aktiviert, spätestens 2017 sollen alle Gemeindebürger an den LWL anschließen können. Bei der Sitzung des Gemeinderates am 23. Juni 2015 wurde die Firma „open-net“ als Netzbetreiber beschlossen. Es handelt sich dabei um ein Pilotprojekt, das vom Land Niederösterreich intensiv betreut und unterstützt wird, und das erstmals das 3-Stufen-Model anwendet, das auch von der EU-Kommission empfohlen wird; die Basis-„Bandbreite“ je Anschluss betrug 50 MBit/sec (bis Ende 2021) und ist unlimitiert, die offizielle Inbetriebnahme erfolgte am 18. November 2015 durch Landesrat Stephan Pernkopf.
Mit Ende Oktober 2016 verfügten bereits mehr als 160 Haushalte über einen aktiven LWL-Anschluss.
Im Sommer 2022 wurde der Vollausbau des Glasfasernetzes abgeschlossen, alle Haushalte der Gemeinde haben nun die Möglichkeit zur Nutzung der Glasfaserinfrastruktur, die im alleinigen Eigentum der Gemeinde steht. Obritzberg-Rust ist eine von nur vier Gemeinden in Niederösterreich, die das Glasfasernetz selbst errichtet haben, die Anschlussquote beträgt bei steigender Zahl Anfang September 2022 ca. 45 %, die unterste Bandbreite je Anschluss beträgt 100 MBit/sec. 2026 hat die Anschlussquote bereits ca. 60 % erreicht, die unterste Bandbreite je Anschluss beträgt bei einigen Providern bereits 250 MBit/sec.
Windenergie-Erzeugung mini|Windpark „Hoher Kölbling“ Seit Sommer 2006 erzeugen 13 Enercon E70 mit je 2000 kW Leistung erneuerbare Energie. Diese werden von der EVN-Naturkraft betrieben und sind in drei Windparks gegliedert: WP Schauerberg mit zwei Anlagen (Gde. Statzendorf) WP Hoher Kölbling mit sechs Anlagen (je drei in der Gde. Statzendorf und Gde. Obritzberg-Rust) WP Kleinhain (fünf Anlagen, Gde. Obritzberg-Rust). Die durchschnittliche Jahreserzeugung aller 13 Anlagen versorgt ca. 13.000 Haushalte mit Strom und wird in das 110-kV-Netz der EVN eingespeist. Im September 2016 wurde durch die Landjugend Hain im Rahmen des „LJ-Projektmarathon“ ein „www“-Windwanderweg – ein Rundweg mit 7,5 km – gestaltet, auf einem Infopunkt wird über den Windpark informiert. Im Dezember 2025 genehmigte der Gemeinderat einstimmig ein "Repowering-Projekt", das im Frühjahr 2026 eingereicht wurde.
Abwasserbehandlung Ein jahrzehntelanges Bemühen um eine dezentrale Abwasserbehandlung scheiterte an der Fördergesetzgebung. Die Marktgemeinde Obritzberg-Rust war, um die entsprechenden Fördermittel zu erhalten, damit gezwungen, an den Verbandssammler anzuschließen, der die Abwässer zur Verbandskläranlage nach Traismauer zuführt, seit Frühjahr 2016 wird jedes Haus in der Gemeinde ordnungsgemäß entsorgt.
Einige Ortschaften widersetzten sich diesem Schritt durch die Gründung von eigenständigen Abwassergenossenschaften mit jeweils eigenem Abwasserkanalsystem und eigener Kläranlage: AWG Eitzendorf AWG Kleinrust AWG Hain (mit Kleinhain, Angern und Großhain) AWG Diendorf AWG Zagging
Mit Jahresende 2011 wurde auch die letzte dieser Genossenschaften (von 50 bis 500 EGW) wasserrechtlich kollaudiert. Diese Genossenschaften mussten die Errichtung ausschließlich aus eigenen Mittel finanzieren und erhielten (als einzige in ganz Österreich) keinerlei Fördermittel zuerkannt.
Fladnitztal-Radroute Die Fladnitztal-Radroute führt als Rundstrecke durch die Gemeinden Obritzberg-Rust, Statzendorf, Wölbling und Karlstetten und ist auch für ungeübte Radfahrer bewältigbar. Seit 2014 gibt es auch über Paudorf eine offizielle Anbindung an den Donauradweg und über den Radweg der Stadt St. Pölten eine Anbindung an den Traisentalradweg.
1. „Eheweg“ Österreichs Am 28. Juni 2015 wurde der 1. „Eheweg“ Österreichs von Bischof Klaus Küng in Obritzberg gesegnet. Es ist dies ein Rundwanderweg mit knapp 3 km Länge, Start und Ziel am Kirchenplatz Obritzberg, sieben künstlerisch gestaltete Stationen begleiten den Weg. Anlass für die Errichtung war das Kriegsende vor 70 Jahren an dieser Stelle sowie das 40-jährige Bestandsjubiläum des Schönstatt-Mariensteines.
Gemeindeeinrichtungen Gemeindezentrum Obritzberg (mit Postpartner und Geldausgabeautomat) Volksschule Großrust NÖ Landes-Kindergarten Großrust (6-gruppig, Inbetriebnahme mit September 2010, Einweihung am 20. Oktober 2010, Erweiterung um 2 Gruppen ab September 2025) Altstoffsammelzentrum und Bauhof Schweinern Arzthaus Kleinrust (mit Arztpraxis, Feuerwehrhaus und vier Wohneinheiten – Generalsanierung 2009/10) „Haus der Gemeinschaft“ (Mehrzweckgebäude und Feuerwehrhaus Hain-Zagging, eröffnet am 22. Oktober 2017) Aufbahrungshalle (bei der Pfarrkirche Kleinhain) ehemalige Gemeindeeinrichtungen Landeskindergarten Obritzberg (Verkauf des Gebäudes im Sept. 2010 an das ZI-Büro „Radlegger-Kral“) Amtshaus Hain (Verkauf des Gebäudes mit 1. Juli 2011 an Fam. Hiegesberger „Greiling 5“) Landeskindergarten Kleinhain (als Kindergarten genutzt von 1977 bis Ende August 2010, ab 1. Juli 2011 genutzt als Amtshaus Hain – Verkauf im Sommer 2017)
Freiwillige Feuerwehren