mini|Jugoslawische Nationalmannschaft bei der WM 1930.

Die jugoslawische Fußballnationalmannschaft (serbokroatisch: Jugoslovenska Fudbalska reprezentacija / Jugoslavenska Nogometna reprezentacija / Југословенска Фудбалска репрезентација) war eine von 1920 bis 1992 bestehende Fußball-Auswahl, die – teilweise sehr erfolgreich – an zahlreichen internationalen Turnieren teilgenommen hat.

Geschichte Zehn Jahre nach der Aufnahme des jugoslawischen Fußballverbandes in die FIFA wurde im Jahr 1930 mit dem Erreichen des Halbfinales der ersten Fußball-Weltmeisterschaft einer der größten internationalen Erfolge der Verbandsgeschichte gefeiert. Auf internationalem Parkett haben sich in den folgenden Jahrzehnten häufig Licht und Schatten abgewechselt. Bei einer Reihe von Europa- und Weltmeisterschaften war das Nationalteam dabei und wurde sogar zweimal Vize-Europameister. In anderen Jahren konnte es sich hingegen nicht für die betreffenden Endrunden qualifizieren.

Ab 1992 war aufgrund des Zerfalls Jugoslawiens und der Kriege in dieser Region die Fußballnationalmannschaft mehrfach nicht zur Qualifikation für Europa- bzw. Weltmeisterschaften zugelassen worden.

Vor der Fußball-Europameisterschaft 1992 hatte sich Jugoslawien sportlich qualifiziert, wurde dann aber von der UEFA ausgeschlossen, da keine Mannschaft das zerfallene Jugoslawien repräsentieren konnte. Dafür rückte das nicht qualifizierte Dänemark nach und wurde schließlich Europameister.

Etwas Kurioses passierte am 7. Juni 1983 vor dem Spiel zwischen Jugoslawien und der deutschen Fußballnationalmannschaft in Luxemburg anlässlich des 75. Jubiläums des luxemburgischen Verbandes. Als jugoslawische Nationalhymne wurde versehentlich die Hymne des Königreichs Jugoslawien von 1929 bis 1941 gespielt. Daraufhin weigerten sich die Jugoslawen solange anzutreten, bis ihre richtige (damals aktuelle) Hymne gespielt wurde. Dies geschah erst nach zirka eineinhalb Stunden.

Internationale Wettbewerbe Die Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen Angelehnt an andere Mannschaften aus dem engeren und weiteren Einflussbereich der Sowjetunion, wie den Olympiateams der DDR und der UdSSR, und aufgrund der offiziellen Trennung zwischen Amateur- und Profisport in diesen Staaten entsendete Jugoslawien in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts lange die A-Nationalmannschaft oder einen zu dieser fast identischen Kaderkreis in die Ausscheidungsspiele und bei erfolgreicher Qualifikation in die Endrunden des Olympisches Fußballturniers. Ab der 1980er-Ausgabe entwickelte sich aufgrund neuer Teilnahmebedingungen für den olympischen Fußball bis zum Fall des Eisernen Vorhangs sowie den Jugoslawienkriegen analog zu diesen ähnlich verfassten Ländern ein weitestgehende eigenständig operierende Auswahl, wobei einzelne Spieler immer wieder zwischen A- und Olympiaauswahl pendelten, wenn sie durch Einsätze in WM-Qualifikations- oder Endrundenbegegnungen nicht ihre Spielberechtigung verloren hatten. Durch die aus dem Titoismus resultierende weniger enge Bindung Belgrads an Moskau nahm Jugoslawiens Olympiaelf auch am Turnier 1984 in den USA teil, da der Boykott der sozialistischen Länder vom dortigen NOK und der hinter ihm stehenden Regierung nicht mitgetragen wurde. Angesichts des Zerfalls des Vielvölkerstaates und der Umformung des olympischen Fußballturnier auf ein U-23-Veranstaltung, der in Europa die U-21-EM als Qualifikation vorgeschaltet war, verlor sich nach der letzten Teilnahme bei den Spielen von Seoul 1988 die Existenz des Teams in den ausgehenden 1980er- und beginnenden 1990er-Jahren.

1908 in London nicht teilgenommen 1912 in Stockholm nicht teilgenommen 1920 in Antwerpen Vorrunde 1924 in Paris Qualifikation 1928 in Amsterdam Achtelfinale 1936 in Berlin nicht teilgenommen 1948 in London Zweiter 1952 in Helsinki Zweiter 1956 in Melbourne Zweiter 1960 in Rom Olympiasieger 1964 in Tokio Viertelfinale 1968 in Mexiko-Stadt in der Qualifikation zurückgetreten 1972 in München nicht qualifiziert 1976 in Montreal nicht qualifiziert 1980 in Moskau Vierter 1984 in Los Angeles Dritter 1988 in Seoul Vorrunde

Die Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzter Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (dort unter Ergebnisse für Serbien; PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1930 Uruguay Halbfinale Uruguay Vierter Boško Simonović kein Spiel um Platz 3 1934 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation an der Schweiz und Rumänien gescheitert 1938 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation an Polen gescheitert 1950 Brasilien Vorrunde Schweiz, Mexiko, Brasilien 5. Milorad Arsenijević 1954 Schweiz Viertelfinale Deutschland 7. Aleksandar Tirnanić 1958 Schweden Viertelfinale Deutschland 5. Aleksandar Tirnanić 1962 Chile Spiel um Platz 3 Chile Vierter Im Halbfinale an der Tschechoslowakei gescheitert. Dražan Jerković erzielt ebenso viele Tore wie der als Torschützenkönig ausgeloste Garrincha 1966 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an Frankreich gescheitert 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Belgien gescheitert 1974 Deutschland Zwischenrunde Deutschland, Polen, Schweden 7. Miljan Miljanić Das 9:0 in der Vorrunde gegen Zaire war bis zum 15. Juni 1982 der höchste WM-Sieg 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien gescheitert 1982 Spanien Vorrunde Nordirland, Spanien, Honduras 16. Miljan Miljanić 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Frankreich und Bulgarien gescheitert 1990 Italien Viertelfinale Argentinien 5. Ivica Osim Aus im Elfmeterschießen

Die Nationalmannschaft bei Europameisterschaften

Jugoslawien konnte sich sportlich für jede zweite EM-Endrunde qualifizieren, zweimal mit vier Teilnehmern, wobei man einmal Gastgeber wurde, und zweimal mit acht Teilnehmern. Nach der letzten Qualifikation erfolgte aber kurz vor Turnierbeginn der Ausschluss. Jugoslawien wurde durch Dänemark ersetzt, das den Titel gewinnen konnte. Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis Bemerkungen und Besonderheiten 1960 Frankreich Finale UdSSR 2. Platz 1964 Spanien nicht qualifiziert Im Achtelfinale an Schweden gescheitert. 1968 Italien Finale Italien 2. Platz Niederlage im Wiederholungsspiel 1972 Belgien nicht qualifiziert In der Viertelfinale an der UdSSR gescheitert 1976 Jugoslawien Spiel um Platz 3 Niederlande Vierter Im Halbfinale an Titelverteidiger Deutschland erst in der Verlängerung gescheitert. 1980 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien gescheitert 1984 Frankreich Vorrunde Belgien, Dänemark, Frankreich Nach drei Niederlagen als Gruppenletzter ausgeschieden 1988 BR Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an England gescheitert 1992 Schweden qualifiziert, wegen der Jugoslawienkriege aber vom Turnier ausgeschlossen. Die anderen vorigen Teilrepubliken Jugoslawiens waren gegen die Teilnahme von Serbien und Montenegro an der EM im Namen Jugoslawiens.

Wichtige Spieler und Trainer →Siehe auch :Kategorie:Fußballnationalspieler (Jugoslawien)

Spieler mit der größten Anzahl von Toren bei Länderspielen Stjepan Bobek: 38 Milan Galić: 37 Blagoje Marjanović: 36 Rajko Mitić: 32 Dušan Bajević: 29 Todor Veselinović: 28 Bora Kostić: 26 Zlatko Vujović: 25 Dragan Džajić: 23 Bernard Vukas: 22 Safet Sušić: 21 Slaven Zambata: 21 Đorđe Vujadinović: 18 Muhamed Mujić: 17 Darko Pančev: 17 Branko Zebec: 17 Miloš Milutinović 16 Aleksandar Živković: 15 Dejan Savićević: 14 Željko Čajkovski: 12 Aleksandar Tirnanić: 12

Beste Torhüter Enver Marić: 32 Vladimir Beara: 59 Tomislav Ivković: 38 Milutin Šoškić: 49

Trainer Boško Simonović (1930–1935, 1939–1940) Aleksandar Tirnanić (1948–1958) (?) Ljubomir Lovrić (1959–1964) Miljan Miljanić (1965–1966, 1973–1974, 1979–1982) Rajko Mitić (1967–1970) Vujadin Boškov (1971–1973) Tomislav Ivić (1973–1974) Todor Veselinović (1982–1984) Ivica Osim (1986–1991)

Weblinks

Alle jugoslawischen Nationalspieler von 1964–1992 Alle Spiele, Ergebnisse und Aufstellungen der Jugoslawischen Nationalmannschaft

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemalige Fußballnationalmannschaft

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