Kilb ist eine Marktgemeinde im Bezirk Melk im niederösterreichischen Mostviertel mit Einwohnern (Stand ).

Geografie Kilb liegt im Hügelland des Alpenvorlandes an der Sierning, die beim Simmetsberg () entspringt, sowie an der Manker Straße B 29. Etwa 26 Prozent der Fläche der Gemeinde ist bewaldet.

Gemeindegliederung Katastralgemeinden sind (Fläche Stand ): Hauersdorf () Heinrichsberg () Kettenreith () Kilb () Rametzberg () Teufelsdorf () Umbach ()

Kettenreith liegt vom Ortskern Kilb etwa fünf Kilometer entfernt und ist die zweite größere Besiedelung der Marktgemeinde. Kettenreith hat einen eigenen Ortskern, ein Gasthaus sowie einen Kindergarten und eine eigene Freiwillige Feuerwehr.

Das Gemeindegebiet umfasst 44 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Nachbargemeinden

Geschichte Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. Um 1074 erscheint ein edelfreier Adalbert von Kilb, um 1090 ein edelfreier Rapoto von Kilb (1090; 1120), ein Gefolgsmann der Grafen von Burghausen.

Mit dem 1. Jänner 1966 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Heinrichsberg, Rametzberg, Teufelsdorf und Umbach nach Kilb eingemeindet, mit 1. Jänner 1971 folgte die Gemeinde Kettenreith. Ein Jahr später wurde ein Teil von Kilb in die neugegründete Gemeinde Texingtal ausgegliedert.

Zwischen Dornhof und Schützen soll auf 11 Hektar wertvoller Ackerböden eine Fotovoltaik-Anlage errichtet werden, wogegen sich Kritik regt, weil das politisch angekündigte Maximum mit der Zwei-Hektar-Grenze wohl bald nur noch ein Richtwert ist.Josef Poyer: Fotovoltaik-Lawine als große Gefahr. Kronen Zeitung, 28. Februar 2021, S. 30–31.

Bevölkerungsentwicklung 2026 lebten hier sogar schon 2597 Menschen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schloss Grünbühel (auch Grünbichl) oder Kilb, Adresse Mankerstraße 9. Anstelle der älteren Feste nun ein Renaissanceschloss mit historischem Kern, von Nikolaus Gienger von Grienpichel errichtet, 1830 klassizistisch umgestaltet. In Privatbesitz. Katholische Pfarrkirche Kilb hll. Simon und Judas: Gegründet vom Bischof Altmann von Passau um 1080, wurde im 15. Jahrhundert zur dreischiffigen spätgotischen Pseudobasilika erweitert und wird wegen ihrer Größe auch die „Königin der Landpfarrkirchen“ genannt. Seit 2004 gibt es das Kultur- und Veranstaltungszentrum „K4 – Kunst, Kultur, Kulinarium Kilb“ mit maximal 400 Sitzplätzen. 1988 wurde im Ortszentrum ein mächtiger Zunftbaum aus einer 130 Jahre alten und 22 m hohen Lärche errichtet. Seit 1986 bildet die Pfarrkirche die Kulisse für die Kilber Passionsspiele, bei denen Laienschauspieler aus der Gemeinde das „Leiden, Sterben und Auferstehen unseres Herrn“ darstellen. Weiters fanden in den Jahren 1989, 1994, 1999, 2004, 2009 und 2014 Vorführungen statt.

Wirtschaft und Infrastruktur Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 78, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 184. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1134. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 46 Prozent.

Öffentliche Einrichtungen In der Gemeinde gibt es zwei Kindergärten, eine Volksschule und eine Neue Mittelschule.Schulensuche auf Schulen online, abgerufen am 15. September 2020.

Verkehr Bahn: Kilb war eine Station an der schmalspurigen Lokalbahn Ober-Grafendorf–Gresten, die 2010 eingestellt wurde.

Politik

Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder und setzt sich folgendermaßen zusammen: +Verteilung der Gemeinderatssitze nach Jahr und ParteiJahrÖVPSPÖFPÖBürgerliste Kilb 200019901641n. k.19951631120001641n. k.2005165n. k.n. k.2010165n. k.n. k.2015156n. k.n. k.20201551n. k.20251254n. k.

Bürgermeister

1995–2010 Ernst Gansch (ÖVP) seit 2010 Manfred Roitner (ÖVP)

Wappen links|150px Entstehung und geschichtliche Hintergründe Zur Zeit des Abtes Bartholomäus erhielt der Ort Khülb über eigenes Ansuchen von „Richter Rath und Gemaind“ ein Marktwappen. Diese kaiserliche Urkunde wurde vom Vizekanzler Georg Gienger am 17. Mai 1541 ausgestellt und gefertigt. auf www.kilb.at, abgerufen am 20. November 2016.

Der mittlere und zugleich Hauptteil der zur Zeit Kaiser Ferdinand I. erlassenen Urkunde lautet im Originaltext:

Gemeindepartnerschaften seit 1983 Kirtorf (Hessen, Deutschland), seit 1983

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Anton Luger (1863–1946), Politiker (Deutsche Vereinigung/CS) und Landwirt Edith Specht (* 1943), Althistorikerin

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Alexander Bernhuber (* 1992), Politiker (ÖVP) und seit 2019 Mitglied im Europäischen Parlament Franz Müllner (1896–1980), Politiker (ÖVP) und Landwirt Thomas Zeller (* 1974), Regisseur, Kameramann, Cutter und Filmproduzent sowie Fotograf

Sonstiges Die Marktgemeinde Kilb ist ein Handlungsort im Roman Holzfällen des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard. Die Anfangsszenen im Film Happy Hour von Xaver Schwarzenberger wurden ebenfalls in Kilb gedreht.

Weblinks

Seite der Marktgemeinde Kilb

Einzelnachweise