Lilienfeld ist eine Stadtgemeinde mit Einwohnern (Stand ) und die Bezirkshauptstadt des gleichnamigen Bezirks Lilienfeld in Niederösterreich. Lilienfeld ist an der Einwohnerzahl gemessen die kleinste Bezirkshauptstadt Österreichs.

Bekannt ist die Stadt vor allem für das hier liegende Stift Lilienfeld.

Geografie Geografische Lage Lilienfeld liegt im Tal der Traisen im Mostviertel in Niederösterreich.

Das Gebiet gehört zu den Voralpen, der Hausberg der Gemeinde ist der Muckenkogel.

Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 53,96 Quadratkilometer, 78,33 Prozent sind bewaldet.

Gemeindegliederung Ortschaften sind (Einwohner, Stand: ):

Nachbargemeinden

Klima

Geschichte 1202 wurde ein Kloster der Zisterzienser an der Mariazeller Wallfahrtsstraße eröffnet. Es handelt sich um eine spätromanisch/frühgotische Basilika und Klosteranlagen, die ab 1638 barockisiert wurden.

Das Stift Lilienfeld ist heute ein wichtiges Zentrum, welches großen Wert auf die Stundenliturgie und das gemeinsame Feiern der Heiligen Messe legt. Das Stift ist bekannt für seinen großen Waldbesitz (2015: 11.000 Hektar) und ist damit der zweitgrößte kirchenrechtliche Waldbesitzer Österreichs.

1974 wurde Lilienfeld zur Stadt erhoben.

Name Die frühesten Nennungen des Namens gehen auf die Abtei zurück: 1209 „abbatia [...] Lienenuelt hactenus dictum“, 1211 „abbas de Lilienuelde“. Entgegen landläufiger Meinung ist damit kein Feld mit Lilien gemeint. Der Name geht auf mittelhochdeutsch liele zurück, was Waldrebe bedeutet. Dennoch lautet der lateinische Name des Klosters "Campus Liliorum".

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Innenansicht der Stiftskirche, größte Kirche Niederösterreichs mini|Sarkophag Leopolds vor dem Hochaltar der Stiftskirche

Stift Lilienfeld Sarkophag des Babenbergerherzogs und Stiftgründers Leopold VI. Zdarsky-Ski-Museum im Bezirksheimatmuseum Grabstätte von Mathias Zdarsky in Habernreith

Regelmäßige Veranstaltungen Nostalgie-Skirennen im Gedenken an Mathias Zdarsky: Auf dem Hausberg von Lilienfeld, dem Muckenkogel, findet jedes Jahr bei der Traisner Hütte an einem Sonntag um den 19. März im Gedenken an Mathias Zdarsky ein Nostalgieskirennen statt, das weltweit das Einzige unter streng historischen Bedingungen wie zu Zdarskys Zeiten ist. Historische Ausrüstung vom Kopf bis zum Ski und Einstocktechnik sind Bedingung für die Teilnehmer, der Kurs wird mit originalgetreuen Fahnen gesteckt und die Zeitnehmung erfolgt händisch.

Wirtschaft Im Jahr 2001 gab es 169 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten sowie 52 land- und forstwirtschaftliche Betriebe laut einer Erhebung 1999. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug 1341 (Volkszählung 2001). Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,34 Prozent.

Ansässige Unternehmen NEUMAN Aluminium (Fried.v.Neuman GmbH) in Marktl PREFA Aluminiumprodukte in Marktl

Tourismus Muckenkogel: Auf den Hausberg, den Muckenkogel, führt ein einsitziger Sessellift. Der Lift überquert den felsigen Fallgraben, durch den der Muckenkogel auch zu Fuß über den so genannten Wasserfallsteig erreichbar ist. Die Bergstation des Liftes befindet sich in der Nähe des Almgasthauses Klosteralm (in ) auf der gleichnamigen Alm; etwas weiter unten steht in die Lilienfelder Hütte des Österreichischen Alpenvereins. In 30 bis 40 Minuten ist die Traisener Hütte der Naturfreunde in zu erreichen. Sie steht auf der Traisener Hinteralm, dem südlichen Nachbargipfel des Muckenkogels.

Öffentliche Einrichtungen Bezirkshauptmannschaft Lilienfeld Landesklinikum Lilienfeld, 1903 gegründet.

Bildung mini|Landesberufsschule Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Lilienfeld Landesberufsschule Lilienfeld Mittelschule und Michaela Dorfmeister Skimittelschule Lilienfeld Volkshochschule Lilienfeld

Verkehr Die Mariazeller Straße (B 20) durch das Traisental verbindet die Stadt mit den Nachbarorten. Der Bahnhof Lilienfeld und die Haltestelle Lilienfeld Krankenhaus liegen an der Bahnstrecke Traisen–Kernhof (Traisentalbahn), auf der im Stundentakt Züge zwischen Traisen und Schrambach verkehren.

Politik mini|Stadtamt Lilienfeld

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, und 10 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 ÖVP, 8 SPÖ, 3 Liste für Lilienfeld, und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP, 5 SPÖ, und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP, und 7 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP, 5 SPÖ, und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP, 5 SPÖ, und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP und 5 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 5 SPÖ und 2 FPÖ.

Bürgermeister

1994–2016 Herbert Schrittwieser (ÖVP)Markus Zauner: Abschiedsinterview: Herbert Schrittwieser: „Werde weiter zu sehen sein.“ NÖN, 14. September 2016. 2016–2023 Wolfgang Labenbacher (ÖVP) seit 2023 Manuel Aichberger (ÖVP)Gila Wohlmann: Bürgermeister-Wechsel: Aichberger wird neuer Stadtchef in Lilienfeld. NÖN, 22. Februar 2023.

Gemeindepartnerschaften 18px|rand Jōetsu (Japan), seit 1981 20px Třebíč (Tschechien), seit 1991

Wappen In Rot einen eingebogenen silbernen Sparren und drei goldene Lilien.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Ignaz Reiffenstuell (1664–1720), Jesuit Grete Kmentt-Montandon (1893–1986), Malerin und Grafikerin Gottfried „Friedl“ Wolfgang (1908–1984), Skirennläufer, Generalsekretär für die Olympischen Winterspiele 1964 in Innsbruck Erich Kosler (1915–2001), Politiker (SPÖ), Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich 1962–1977 Petrus Steigenberger (1933–2009), Abt des Stiftes Rein 1996–2008 Johann Rennhofer (* 1936), Beamter und Lokalpolitiker Herwig Sturm (* 1942), Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich 1996–2007 Herbert Platzer (* 1943), Politiker (SPÖ), Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich 1991–1995, Mitglied des Bundesrates 1995–1998 Christine Rothstein (* 1945), Prinzipalin des Puppentheaters Arlequin in Wien, geboren und aufgewachsen in Lilienfeld, Witwe von Arminio Rothstein, bekannt als „Clown Habakuk“ Bernhard Paul (* 1947), Direktor des Circus Roncalli (geboren in Lilienfeld, aufgewachsen in Wilhelmsburg) Franz Sales Sklenitzka (* 1947), Kinderbuchautor (geboren und aufgewachsen in Lilienfeld), bekannt geworden u. a. durch „Drachen haben nichts zu lachen“ und „Drachen kann man nicht bewachen“ Alfred Schirlbauer (1948–2022), österreichischer Bildungs- und Erziehungswissenschaftler Werner J. Schweiger (1949–2011), Kunsthistoriker und Publizist Traude Zehentner (* 1950), Schriftstellerin Otto Kernstock (* 1952), Politiker (SPÖ), Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich 2003–2013 Karl Bader (* 1960), Politiker, Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich Herbert Thumpser (* 1961), Politiker (SPÖ), Mitglied des Bundesrates 1998–2003 und Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich 2003–2008 sowie 2009–2018 Eva Prischl (* 1962), Politikerin (SPÖ), Mitglied des Bundesrates seit 2018 Emil Schabl (* 1963), Gewerkschafter (FSG) und Politiker (SPÖ), Landesrat 2003–2008 Anton Pfeffer (* 1965), Fußballspieler (geboren in Lilienfeld, jedoch aufgewachsen und seit jeher wohnhaft in Türnitz) Irene Eisenhut (* 1974), Politikerin (FPÖ) Goran Zvijerac (* 1974), Fußballspieler und -trainer Claudia Linzer (* 1979), Filmeditorin Jörg Merten (* 1981), Handballspieler und -trainer Barbara Kapusta (* 1983), Künstlerin und Schriftstellerin Stefan Scheiblecker (* 1986, Ortsteil Hainfeld), österreichischer Kabarettist und Autor Maria Mayrhofer (* 1987), Politikwissenschaftlerin, Feministin Georg Gravogl (* 1990), Fußballspieler Martin Berger, bekannt als Mista M (* 1991), Rapper (geboren in Lilienfeld) Alexandra Schmid, geboren und aufgewachsen in Lilienfeld, Schauspielerin im Kabarett Simpl, Wien Philipp Lienhart (* 1996), Fußballspieler Florian Daxböck (* 2002), Fußballspieler Sandro Steiner (* 2006), Fußballspieler

Personen mit Bezug zur Gemeinde Ambros Becziczka (1780–1861), Abt des Stiftes Lilienfeld 1825–1861 Michaela Dorfmeister (* 1973), Skiweltmeisterin, ist die erfolgreichste Absolventin der Schihauptschule in Lilienfeld und seit 2006 die Namensgeberin. Alberich Heidmann (1808–1898), Abt des Stiftes Lilienfeld 1862–1898 Sebastian Klug (1984–2019), Satiriker, wohnhaft in Marktl Matthäus Kolweiß (1620–1695), Abt des Stiftes Lilienfeld 1650–1695 Heinrich Kraus von Elislago (1862–1932), Feldmarschallleutnant Matthäus Kurz (1865–1952), Konventuale des Stiftes Lilienfeld, Seelsorger, Priesterbildner und Publizist Ulrich von Lilienfeld (vor 1308 – vor 1358), Abt des Stiftes Lilienfeld 1345–1351 Pius Martin Maurer (* 1971), Abt des Stiftes Lilienfeld seit 2019 Norbert Mussbacher (1926–2004), Abt des Stiftes Lilienfeld 1968–1993 Matthäus Nimmervoll (* 1950), Abt des Stiftes Lilienfeld 1993–2019 Justin Panschab (1859–1930), Abt des Stiftes Lilienfeld 1899–1930 Dominik Peckenstorfer (1705–1786), Abt des Stiftes Lilienfeld 1747–1786 Martin Prinz (* 1973), Schriftsteller, aufgewachsen in Lilienfeld Johann Ladislaus Pyrker (1772–1847), Abt des Stiftes Lilienfeld 1812–1819 Malachias Schmeger (1753–1826), Abt des Stiftes Lilienfeld 1819–1825 Franz Schönbauer (1886–1932), Bezirks- und Primararzt Rudolph von Vivenot (1807–1884), Arzt und Chirurg Heinrich Wohlmeyer (* 1936), Industrie- und Forschungsmanager, Regionalentwickler Mathias Zdarsky (1856–1940), der Schöpfer des modernen Skilaufs

Weblinks

Stadtgemeinde Lilienfeld Zdarsky-Ski-Museum

Einzelnachweise

Kategorie:Bezirkshauptstadt in Österreich