Das St. Galler Rheintal ist eine politisch/geographische Region im Kanton St. Gallen in der Schweiz, linksrheinisch zwischen Bad Ragaz und dem Bodensee. Es ist Teil der Region Alpenrheintal. mini|Die Region St. Galler Rheintal im Osten des Kantons St. Gallen in der Schweiz, an der Grenze zu Österreich und Liechtenstein mini|hochkant=4|St. Galler Rheintal
Definitionen Der Begriff St. Galler Rheintal wird in verschiedenen Zusammenhängen verwendet.
Politische und kulturelle Region St. Galler Rheintal mini|Gliederung der Region Rheintal in Oberrheintal (grün), Mittelrheintal (gelb) und Unterrheintal (rot). Die Gemeinde Thal gehört seit 2003 zum Wahlkreis Rorschach.
Die Region Rheintal, auch als St. Galler Rheintal (im engeren Sinn) bezeichnet, entspricht ungefähr dem Wahlkreis Rheintal bzw. den früheren Bezirken Oberrheintal und Unterrheintal (ohne Thal).
Je nach Sichtweise wird als St. Galler Rheintal die Gegend von Rheineck oder von St. Margrethen bis Rüthi betrachtet. Die Gemeinden des Wahlkreises Rheintal sind in der Regionalplanungsorganisation «Verein St. Galler Rheintal» zusammengeschlossen. Neben Regionalplanung betreibt der Verein eine Fachstelle Integration und die Rheintaler Kulturstiftung. Rheineck ist am Verein St. Galler Rheintal nicht beteiligt, das Städtchen orientiert sich mehrheitlich nach Rorschach.
Das St. Galler Rheintal wiederum ist weiter aufgeteilt in: Die Region Oberrheintal:Die Bezeichnung Oberrheintal oder Oberes Rheintal wird benutzt von: Musikschule Oberrheintal Logopädische Vereinigung Oberrheintal der Schulen in den Gemeinden Rüthi, Oberriet, Eichberg, Altstätten, Marbach und Rebstein ORschulen.ch – Webportal der Oberstufenschulgemeinden Oberriet-Rüthi, Altstätten-Eichberg und Rebstein-Marbach Vermittlungsamt Oberes Rheintal Landi Oberrheintal in Altstätten Region Oberrheintal des Kantonalen Arbeits- und Hauswirtschaftslehrerinnenverband Hauseigentümerverein Oberrheintal für die Gemeinden Rüthi, Oberriet, Eichberg, Altstätten und Marbach Fischereiverein Oberrheintal mit dem Binnenkanal von Oberriet bis Kriessern als Hauptgewässer die aus dem bis zum Jahr 2002 existierenden Bezirk Oberrheintal mit den Gemeinden Rüthi, Oberriet, Eichberg, Altstätten, Marbach und Rebstein besteht. Der bedeutendste Ort ist die Stadt Altstätten. Die Region Unterrheintal,Die Bezeichnung Unterrheintal oder Unteres Rheintal wird benutzt von: Musikschule Unterrheintal der st. gallischen Schulgemeinden Diepoldsau, Balgach, Widnau, Berneck, Heerbrugg und Au und der Innerrhoder Gemeinde Oberegg Vermittlungsamt Unteres Rheintal Jugendfeuerwehr Unterrheintal der Gemeinden Diepoldsau, Balgach, Widnau, Berneck, Au, St. Margrethen, Rheineck und Thal Raiffeisenbank Unteres Rheintal mit Geschäftsstellen in St. Margrethen und Rheineck Region Unterrheintal des Kantonalen Arbeits- und Hauswirtschaftslehrerinnenverband, umfasst die Gemeinden des früheren Bezirks Unterrheintal Imker-Verein Unterrheintal im Gebiet des früheren Bezirks Unterrheintal Kavallerieverein Unterrheintal mit einer Reithalle in Diepoldsau welche ungefähr dem früheren Bezirk Unterrheintal mit den Gemeinden Diepoldsau, Balgach, Widnau, Berneck, Au, St. Margrethen sowie je nach Sichtweise Rheineck und Thal entspricht. Die Region MittelrheintalDie Bezeichnung Mittelrheintal oder Mittleres Rheintal wird benutzt von: Wasserwerk Mittelrheintal für Rebstein, Balgach, Widnau, Berneck und Au Bevölkerungsschutz Mittelrheintal der Gemeinden Diepoldsau, Balgach, Widnau, Berneck und Au Feuerwehr Mittelrheintal der Gemeinden Diepoldsau, Balgach und Widnau Soziale Dienste Mittelrheintal für die Gemeinden Diepoldsau, Balgach, Widnau und Berneck Amtsvormundschaft Mittelrheintal für die Gemeinden Diepoldsau, Balgach, Widnau, Berneck und Au Vermittlungsamt Mittleres Rheintal Gemeindepolizei Mittelrheintal für die Gemeinden Diepoldsau, Balgach, Widnau, Berneck und Au Oberstufe Mittelrheintal für die Gemeinden Balgach, Berneck und Au Logopädische Dienste Mittelrheintal der Schulgemeinden Diepoldsau, Balgach, Widnau, Berneck, Au-Heerbrugg und Rheineck Raiffeisenbank Mittelrheintal mit einer Geschäftsstelle in Balgach und zwei in Widnau Hauseigentümerverein Mittelrheintal für die Gemeinden Rebstein, Diepoldsau, Balgach, Widnau, Berneck und Au Fischereiverein Mittelrheintal mit dem Binnenkanal von Kriessern bis Au als Hauptgewässer Pfadi Mittelrheintal für Kinder und Jugendliche aus den Gemeinden Rebstein, Diepoldsau, Balgach, Widnau, Berneck und Au ist der obere Teil des Unterrheintals mit den fünf Gemeinden Diepoldsau, Balgach, Widnau, Berneck und Au. Das Zentrum bildet die Ortschaft Heerbrugg, die als Verkehrsknotenpunkt mit den Kernsiedlungen von Balgach, Widnau, Berneck und Au mehr oder weniger zusammengewachsen ist.
Kulturhistorische Region St. Galler Rheintal Die Vogtei Rheintal war 1491 bis 1798 eine Gemeine Herrschaft der Alten Eidgenossenschaft. Sie umfasste den Wahlkreis Rheintal sowie die Gemeinde Thal (ohne Altenrhein und Unterstaad). Während der Helvetischen Revolution 1798 bildete sich mit der sogenannten Freien Landschaft Rheintal ein kurzlebiges unabhängiges Staatswesen. 1803 wurde das Rheintal dem neu gegründeten Kanton St. Gallen zugeteilt und bildete einen Distrikt mit dem Hauptort Altstätten, der 1831 auf die Bezirke Oberrheintal und Unterrheintal aufgeteilt wurde.
Die kulturhistorische Region St. Galler Rheintal entspricht weitgehend der politischen Region St. Galler Rheintal.
Geografische Region St. Galler Rheintal mini|Reliefkarte Kanton St. Gallen
Die geografische Region St. Galler Rheintal entspricht dem Teil des Alpenrheintals, welcher im Kanton St. Gallen liegt. Das St. Galler Rheintal (im weiteren Sinn) umfasst das linksseitige Fluss- und Talgebiet des Alpenrheins und seiner Zuflüsse und weist eine Fläche von 550,32 km² auf.
Dies entspricht ungefähr den beiden politischen Wahlkreisen Werdenberg und Rheintal sowie Teilen des Wahlkreises Sarganserland. Sie wird im Osten durch den Alpenrhein begrenzt, mit zwei Ausnahmen: die Dörfer Diepoldsau und Schmitter, welche durch die Rheinregulierung 1923 durch den Diepoldsauer Durchstich vom restlichen Gemeindegebiet abgeschnitten wurden. Ebenso folgt die Grenze ab St. Margrethen dem ehemaligen Flusslauf, dem Alten Rhein. Im Westen wird das Tal durch die Hänge der Alviergruppe, Teile der Churfirsten, den Ausläufern des Alpsteins und des Appenzeller Vorderlandes gebildet. Die Ebene im Tal liegt im Süden bei Bad Ragaz etwa auf und im Norden am Bodensee auf knapp Höhe. Die Talsohle ist bis zu 5 km breit und grenzt im Osten an Österreich und Liechtenstein, im Westen an das Obertoggenburg und Appenzellerland.
Historisch-kulturell bedingte Verschachtelung Vom Sarganserland befinden sich nur die Gemeinden Pfäfers, Bad Ragaz, Vilters-Wangs und Sargans im Rheintal. Die anderen Sarganserländer Gemeinden liegen im Seeztal und gehören nicht zum St. Galler Rheintal. Die Region Werdenberg ist deckungsgleich mit dem ehemaligen Bezirk Werdenberg respektive dem seit Anfang 2003 bestehenden Wahlkreis Werdenberg. Sie umfasst die Gemeinden Wartau, Sevelen, Buchs, Grabs, Gams und Sennwald. Die Region Rheintal, wie bereits erwähnt auch als St. Galler Rheintal (im engeren Sinn) bezeichnet, entspricht ungefähr dem Wahlkreis Rheintal bzw. den früheren Bezirken Oberrheintal und Unterrheintal, allerdings ohne Thal.
Nachbarländer Das St. Galler Rheintal hat eine 148 km lange Landesgrenze, über die es auf 107 km an Österreich (Bundesland Vorarlberg) und auf 41 km an das Fürstentum Liechtenstein grenzt.
Geschichte Die ältesten prähistorischen Funde im Rheintal stammen von ca. 5500–2200 vor Christus. Spektakulärer sind, nach dem Historiker Werner Kuster, die Funde aus der Bronzezeit (ca. 2200–800 v. Ch.). Dazu zählen eine frühzeitliche Grabstätte am Hirschensprung, Hinweise auf Siedlungen in Altstätten, Lienz und Rebstein sowie eine prähistorische Ausgrabungsstätte auf dem Montlingerberg.
Frühzeit In der Frühzeit war das St. Galler Rheintal von Kelten besiedelt. Man nimmt an, dass es die Stämmegruppe der Vindeliker waren. Hauptsiedlungsgebiet der Vindeliker, im Alpenrheintal, war das Oppidum Brigantion (Bregenz), wo Funde auf eine Besiedelung seit ca. 1500 v. Chr. nahelegen. mini|Die Schweiz im 1.–3. Jahrhundert n. Chr. unter römischer Herrschaft. Die Provinzgrenzen ca. 90. n. Chr. bis 284 n. Chr. (Reichsreform des Diokletian)
Altertum und Völkerwanderung Im Altertum gehörte das St. Galler Rheintal zur Provinz Raetia (ursprünglich Raetia et Vindelicia). Es wurde im Zuge der Alpenfeldzüge um 15 v. Chr. von Drusus und Tiberius erobert.
Auf der linken Talseite entstand in der Folge ein Fussweg in beträchtlichem Abstand zum Rhein. mini|Gallien im Jahr 481, kurz vor Chlodwigs Herrschaftsantritt; sein Machtbereich umfasste anfangs nur einen Teil der fränkischen Gebiete Nach dem Zerfall des Römischen Reiches um 476 wurde das nördliche Rheintal, im Bereich der Bodenseemündung, im Zuge der Völkerwanderung von den Alamannen annektiert, faktisch war es jedoch noch immer ein Teil der Provinz Rätien. Es wird vermutet, dass Karl der Grosse (768–814) das Rheintal von Rätien abgelöst habe.
Mittelalter
mini|Karte der Gaugrafschaften im Gebiet der heutigen Ostschweiz mini|Das Rheintal vor der Gründung der Helvetischen Republik (1798)
Im Reich der Franken (Karolinger) war das Reichsgebiet in verschiedene Gaue unterteilt. Als Verwalter dienten Beamte, als Stellvertreter des Königs. Diese trugen den Titel comes (Grafen). Jene Grafen, die im fränkischen Reich den Rheingau verwalteten, waren die Grafen von Bregenz. Diese stammten aus dem Adelsgeschlecht der Udalrichinger, das nach dem häufig verwendeten Namen Uodalrich (Ulrich) benannt war. Der Rheingau erstreckte sich in dieser Zeit noch vom Blattenberg-Kummenberg bis zum Bodensee.
Ab dem 9. Jahrhundert war das Rheintal Teil des Herzogtums Schwaben. Das Unterrheintal wurde erstmals 890/91 als Ringowe (Rheingau) schriftlich erwähnt mit dem Hinweis auf Besitzungen des Klosters St. Gallen. Das Oberrheintal (südlich) gehörte zur Grafschaft Rätien.
Spätmittelalter Das Spätmittelalter war geprägt von Zersplitterung der Grafschaften, meist durch Erbteilung der Grafen von Montfort, deren Konflikt mit dem Kloster St. Gallen und das Vordringen der Habsburger ins Rheintal.
Während der Appenzellerkriege (1401 bis 1429) schlug sich das Rheintaler Volk auf die Seite der Appenzeller und trat dem Bund ob dem See bei. 1424 fiel die Vogtei Rheintal an die Grafen von Toggenburg. 1460 kauften die Appenzeller die Vogtei Rheintal zum Preis von 6000 Gulden. Als Folge der Werdenberger Fehde wurden die Grafschaften des St. Galler Rheintals 1491 als Vogteien zu Gemeinen Herrschaften der Alten Eidgenossenschaft (Grafschaft Sargans 1460, Vogtei Rheintal 1491) oder wurden Untertanengebiete der Alten Orte (Herrschaft Sax 1248 von Zürich, Grafschaft Werdenberg 1259 von Glarus) und blieben dies bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft 1798.
Neuzeit 1798 wurden die Gebiete zwischen den Kantonen Säntis und Linth der Helvetischen Republik aufgeteilt. Nach der Gründung des Kantons St. Gallen 1803 bildeten die Gemeinden im Rheintal von Thal (mit Altenrhein, Buechen und Staad) bis Lienz den Bezirk Rheintal, die Stadt Werdenberg sowie die Gemeinden Wartau, Sax und Gams den Bezirk Werdenberg. Der Bezirk Sargans verlor Wartau, erhielt jedoch Quarten. 1831 wurde der Bezirk Rheintal in die Bezirke Unter- und Oberrheintal aufgeteilt, was 2003 im Rahmen der Neueinteilung des Kantons St. Gallen in Wahlkreise rückgängig gemacht wurde. Dabei wechselte die Gemeinde Thal zum Wahlkreis Rorschach.
Bevölkerung Im St. Galler Rheintal leben Menschen auf einer Fläche von 412,45 km², verteilt auf 23 Gemeinden. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von Einwohnern pro Quadratkilometer.