St. Veit an der Gölsen (auch Sankt Veit an der Gölsen) ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Lilienfeld in Niederösterreich.

Geografie

St. Veit an der Gölsen liegt im Gölsental im Bezirk Lilienfeld in Niederösterreich.

Die Fläche der Marktgemeinde umfasst Quadratkilometer, 56 Prozent der Fläche ist bewaldet.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst 14 Ortschaften bzw. gleichnamigen Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Abweichende KG-Namen sind an zweiter Stelle genannt.

Nachbargemeinden

Geschichte mini|St. Veit um 1775 auf einer Karte der Josephinischen Landesaufnahme Im Altertum war das Gebiet des heutigen St. Veits Teil des keltischen Königreichs Noricum sowie der späteren gleichnamigen römischen Provinz.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1100/1122.

Der eigentliche Ort entstand mit der Gründung der Kirche des heiligen Veit durch den Traungauer Markgraf Ottokar II. von Steier, um die herum später eine kleine Straßensiedlung entstand. Zu dieser Zeit befand sich das Gölsental im Besitz der steirischen Landesherren, da das Gebiet zwischen dem Wienerwald und den Voralpen von Markgraf Leopold II. seiner Tochter Elisabeth von Österreich bei ihrer Heirat mit Ottokar II. als Mitgift mitgegeben wurde. Die Gefolgsleute von Ottokar II. aus den Ministerialengeschlechtern Hohenstaff-Altenburger-Hohenberger erhielten die Burgen bei Hainfeld und St. Veit. Sie waren unter anderem Rodungsleiter bei der Urbanisierung des Gölsentals und gewannen so schnell an Einfluss. Es ist belegt, dass um 1100 Friedrich von Hohenstaff, seines Zeichens Vogt der Kirche des heiligen Veits, am St. Veiter Staff auf der Staffspitze die Staffburg errichtet hatte, auf der das Geschlecht der Hohenstaffer bis 1202 residieren sollte.

Die Herrschaft der Traungauer über St. Veit endete 1192, als nach dem Tod des letzten steirischen Herzogs Ottokar IV. das Gölsental zusammen mit anderen Gebieten gemäß der Georgenberger Handfeste zurück an die Babenberger fiel.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche St. Veit an der Gölsen mini|Pfarrkirche Schwarzenbach an der Gölsen

Katholische Pfarrkirche St. Veit an der Gölsen hl. Veit Katholische Pfarrkirche Schwarzenbach an der Gölsen Hll. Petrus und Paulus

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den 163 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2011 waren 70 Nebenerwerbsbetriebe. Der größte Arbeitgeber im Produktionssektor ist die Bauwirtschaft, im Dienstleistungssektor ist dies der Handel. WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)163185181145Produktion20205386Dienstleistung17297471394 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Berufspendler St. Veit ist eine Pendlergemeinde. Mehr als drei Viertel der fast 2000 Erwerbstätigen des Ortes pendeln zur Arbeit aus. Rund 250 Personen pendeln zur Arbeit aus der Umgebung in die Gemeinde.

Bildung In der Marktgemeinde befinden sich neben den beiden Kindergärten in St. Veit und Rainfeld und einer Volksschule auch eine Neue Mittelschule und eine Musikschule.

Verkehr Eisenbahn: Von St. Veit an der Gölsen gibt es eine Bahnverbindung nach St. Pölten. Die Bahnstrecke wird derzeit umfassend saniert und elektrifiziert und soll Ende 2027 fertig sein. Derweil gibt es abschnittsweise Schienenersatzverkehr. Es werden 138 Millionen Euro investiert. Straße: Durch den Ort verläuft die Hainfelder Straße B18, die das Traisental über den Kaumberg mit dem Wiener Becken verbindet.

Öffentliche Einrichtungen In der Gemeinde gibt es einen Kindergarten, eine Volksschule und eine Neue Mittelschule.Schulensuche auf Schulen online, abgerufen am 10. September 2020. mini|Rathaus

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat hat 23 Mitglieder. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 SPÖ, 7 ÖVP, und 1 Grüne. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 SPÖ, 8 ÖVP, und 2 Grüne. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 SPÖ, 8 ÖVP, und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 SPÖ, und 8 ÖVP. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 SPÖ, 7 ÖVP, und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 SPÖ, 7 ÖVP, und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 SPÖ und 8 ÖVP. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 SPÖ, 4 ÖVP, 3 MIT und 2 FPÖ.

Bürgermeister

Wappen Das Wappen wurde der Gemeinde 1975 verliehen: In einem goldenen Schild ein aufspringender roter Hirsch, der über einen im Schildesfuß stehenden schwarzen Flammenbecher mit emporschlagenden roten Flammen hinwegsetzt. Die Gemeindefarben sind Rot-Gelb.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Fischer (1876–1954), Politiker (CSP), Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich und Mitglied des Bundesrates Kurt Albrecht (1920–2005), Reiter und Leiter der Spanischen Hofreitschule in Wien Karl Kaiser (1941–2017), österreichisch-kanadischer Winzer Clemens Lashofer (1941–2009), ehemaliger Abt vom Stift Göttweig Matthäus Nimmervoll (* 1950), emeritierter Abt vom Stift Lilienfeld Ernst Anzeletti (* 1954), Beamter und Bezirkshauptmann im Bezirk Wiener Neustadt Lena Pressler (* 2001), Leichtathletin

Personen mit Bezug zur Gemeinde Leopold Hacker (1843–1926), Benediktiner, Mineraloge, Höhlenforscher und Entomologe, wirkte hier als Pfarrvikar

Weblinks

Marktgemeinde St. Veit an der Gölsen Homepage der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Gutensteiner Alpen