mini|hochkant=1.5|Luftbild des Hauptgebäudes mini|hochkant=1.5|Seitenflügel, Hauptgebäude Die Universität Hamburg (kurz UHH) ist mit über 40.000 Studierenden die größte Universität in der Freien und Hansestadt Hamburg, die größte Forschungs- und Ausbildungseinrichtung in Norddeutschland und eine der zehn größten Hochschulen in Deutschland.https://www.studis-online.de/Hochschulen/Universitaeten/ Ihren Hauptsitz hat sie seit ihrer Gründung 1919 im Stadtteil Rotherbaum. Die Universität ist in acht Fakultäten gegliedert, die über 170 Studiengänge anbieten.Studienangebot. In: uni-hamburg.de. 6. November 2023, abgerufen am 9. November 2023.

Die Universität ist seit Juli 2019 als Exzellenzuniversität Deutschlands prämiert.Hamburger Uni wird Exzellenzuniversität. In: NDR.de. 19. Juli 2019. Sie beteiligt sich seit 2012 nicht mehr an Hochschulrankings, findet sich aber weiterhin in internationalen Ranglisten wieder. Unter anderem wurde sie 2017 im Times Higher Education Ranking und Shanghai-Ranking, dem U.S. News & World Report sowie den CWTS Leiden und CWUR Rankings unter den führenden 200 Universitäten weltweit gelistet, was weniger als 1 % aller Institutionen entspricht.

Unter den 106 deutschen Universitäten zählen die bedeutendsten Rankings die Universität Hamburg zu den besten 10–20, die höchsten Platzierungen erreicht sie dabei 2018 im Webometrics Ranking of World Universities (Platz 4 unter den deutschen Universitäten) und U.S. News & World Report (Platz 7 unter den deutschen Universitäten).

Mit der Universität Hamburg werden bis dato fünf Nobelpreisträger assoziiert.

Zur Erforschung der eigenen Geschichte wurde die Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte eingerichtet; von 2014 bis 2025 bestand an der UHH zudem die Forschungsstelle Hamburgs (post-)koloniales Erbe, die 2017 vom Wissenschaftsrat positiv bewertet wurde.Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Gesamtstrategie der Universität Hamburg. Wissenschaftsrat, Drs. 5936-17, Berlin/Köln 2017, S. 10, 115/116.

Geschichte Vorgründungszeit mini|Pferdestall, erbaut von 1906 bis 1908 mini|„Phil-Turm“ auf dem Campus, gebaut in den 1960ern mini|hochkant|„Wiwi-Bunker“, gebaut in den 1970ern mini|Gedenktafel für die Mitglieder der Weißen Rose Hamburg, errichtet 1971 mini|hochkant|Geomatikum, gebaut in den 1970ern Als Johannes Bugenhagen 1529 in Hamburg war, um der protestantisch gewordenen Stadt eine neue Schul- und Kirchenordnung zu geben, gründete er im ehemaligen Kloster St. Johannis Hamburgs erste höhere Lehranstalt, die Gelehrtenschule des Johanneums. Aus Anlass der Gründung wurde auch die städtische Bibliothek (von 1479) erneuert.

Wegen des starken Zulaufes zum Johanneum und zur Abwehr der Abwanderung von jungen Leuten an die Gymnasien in Stade und Bremen wurde 1613 das Akademische Gymnasium gegründet, das in zweijährigen Studien auf den Besuch einer Universität vorbereitete. Das Kollegium bestand aus vier, später sechs Professoren. Bekanntester Rektor dieser beiden Institutionen war der geborene Lübecker Arzt Joachim Jungius, der von 1628 bis 1657 in Hamburg wirkte. Danach vernachlässigten Rat und Bürgerschaft jahrhundertelang die öffentliche akademische Bildung in Hamburg. Hamburg war eine Handelsrepublik mit überseewirtschaftlichen Interessen, seine Bildungsbedürfnisse befriedigte das Patriziat selbst über Hauslehrer und private Akademien aus eigener Tasche. Die bedeutendsten Einrichtungen waren die Handelsakademie Hamburg, die 1768 unter maßgeblicher Beteiligung von Johann Georg Büsch gegründet wurde und deren bedeutendster Absolvent Alexander von Humboldt war, sowie die Hamburger Sternwarte von 1801, in der es vorrangig um Navigation ging.

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde das glücklose Akademische Gymnasium geschlossen und durch den Senat ein Allgemeines Vorlesungswesen zur Weiterbildung und Verbreitung der Wissenschaft gegründet, das heute noch besteht. Der Lehrkörper bestand aus Gastdozenten und den Direktoren der wissenschaftlichen Anstalten Hamburgs (Chemisches Staatslaboratorium, Physikalisches Staatslaboratorium, Botanischer Garten Hamburg, Laboratorium für Warenkunde). 1900 kam das Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten hinzu. Erst 1910 genehmigte der Senat die ersten beiden öffentlichen höheren Mädchenschulen in Hamburg, nachdem bereits seit 60 Jahren auch Nicht-Protestanten an den höheren Schulen aufgenommen werden konnten.

Gründungszeit Anfang des 20. Jahrhunderts strebten vermögende Privatleute die Gründung einer staatlichen Universität an, Anträge an Hamburgs Senat und Bürgerschaft blieben aber ohne Erfolg. Obwohl Werner von Melle sich als Senator und später als Bürgermeister den Zusammenschluss dieser Einrichtungen zu einer Universität zur Lebensaufgabe gemacht hatte, scheiterte dieser Plan in der nach Klassenwahlrecht zusammengesetzten Bürgerschaft. Dort überwogen die Stimmen, die Hamburg auf seine dominierende Rolle als Handelsmetropole beschränkt wissen wollten und sowohl die Kosten einer Universität als auch die gesellschaftlichen Ansprüche ihrer Professoren scheuten. Die Befürworter gründeten die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung 1907 und das Hamburgische Kolonialinstitut 1908. Die erstgenannte Institution unterstützte die Anwerbung von Gelehrten für die Lehrstühle des Allgemeinen Vorlesungswesen und die Finanzierung von Forschungsreisen, das Hamburgische Kolonialinstitut war für alle Bildungs- und Forschungsfragen für alle überseeischen Gebiete zuständig. In demselben Jahr bewilligte die Bürgerschaft einen Bauplatz auf der Moorweide für die Errichtung des von Edmund Siemers gestifteten Vorlesungsgebäudes für das allgemeine Vorlesungswesen. Das Gebäude wurde am 13. Mai 1911 von Siemers an den damaligen Bürgermeister Max Predöhl feierlich übergeben. Heute sind in dem Hauptgebäude und seinen Flügelbauten die Geisteswissenschaftliche Fakultät untergebracht (Dekanat sowie Fachbereich Kulturwissenschaften, Asien-Afrika-Institut) sowie die Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte und das Universitätsmuseum. Der Erste Weltkrieg unterbrach die Bemühungen um die Errichtung einer Universität in der Hansestadt.

Nach Kriegsende machte die erste frei gewählte Bürgerschaft 1919 mit Werner von Melle einen der bekanntesten Universitäts-Befürworter zum Senatsmitglied (daselbst zum Ersten Bürgermeister und Hochschulpräses gewählt) und beschloss ein Vorläufiges Gesetz über eine Hamburgische Universität und Volkshochschule; 1921 folgte das erste reguläre Universitätsgesetz. Die Zahl der ordentlichen Hamburger Professuren wurde von 19 auf 39 erhöht. Neben den Staatsinstituten gingen das Kolonialinstitut und das Allgemeine Vorlesungswesen in der Universität auf. Das Allgemeine Krankenhaus Eppendorf wurde hingegen erst im Jahr 1934 zum Universitätskrankenhaus.

1929/30 war Ernst Cassirer in Hamburg einer der ersten jüdischen Rektoren in Deutschland.

Weimarer Republik In der Weimarer Republik erlebte die Universität ihre erste Blüte. Mehrere tausend Studenten waren ständig an den vier Fakultäten eingeschrieben, Gelehrte wie Albrecht Mendelssohn Bartholdy, Aby Warburg und Ernst Cassirer kamen an die aufstrebende Universität. Die Zahl der ordentlichen Professoren wuchs bis 1931 auf 75. Weil besonders Studenten unter der schlechten Wirtschaftslage zu leiden hatten, die in der Republik zu jener Zeit herrschte, wurde 1922 der Verein Hamburger Studentenhilfe gegründet. Der Verein eröffnete im Herbst in der Elsässer Straße in Dulsberg das erste Studentenwohnheim in Hamburg und im Sommer des darauffolgenden Jahres in der Rentzelstraße die erste Mensa der Stadt.

Nationalsozialismus In den Jahren nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurden 66 Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer (21,4 % des Lehrkörpers) aus politischen Gründen vertrieben, darunter prominente Wissenschaftler wie Ernst Cassirer, Erwin Panofsky, William Stern und der spätere Nobelpreisträger Otto Stern. Die meisten Betroffenen waren Juden oder Wissenschaftler jüdischer Herkunft. Die Philologin Agathe Lasch wurde Opfer des Holocaust. Die Juristen Kurt Perels und Gerhard Lassar sowie der Dermatologe Ernst Delbanco begingen Suizid.Michael Grüttner, Ausgegrenzt: Entlassungen an den deutschen Universitäten im Nationalsozialismus. Biogramme und kollektivbiografische Analyse, de Gruyter/Oldenbourg, Berlin/Boston 2023, ISBN 978-3-11-123678-0, S. 12. Namensliste: S. 360 ff.

Bereits am 1. Mai 1933 – keine zwei Monate nach der Reichstagswahl März 1933 – bekannte sich die Hamburgische Universität (später „Hansische Universität“) in einer Festveranstaltung zu Adolf Hitler als ihrem Führer. Als Prorektor begrüßte Ludolph Brauer die „große deutsche nationale Erhebung“. Massive politische Einflussnahme führte auch in Hamburg zur Entfernung von Büchern unliebsamer Autoren aus den Bibliotheken und zu Schikanen gegen vermeintliche Gegner des Volkes.

Mindestens zehn Studenten wurden der Zusammenarbeit mit der Weißen Rose Hamburg verdächtigt und festgenommen, vier von ihnen starben: der Chemiestudent Hans Conrad Leipelt wurde am 29. Januar 1945 in München-Stadelheim mit dem Fallbeil hingerichtet, der Medizinstudent Frederick Geussenhainer verhungerte im April 1945 im KZ Mauthausen, der Philosophiestudent Reinhold Meyer wurde am 12. November 1944 im KZ Fuhlsbüttel ermordet und die Medizinstudentin Margaretha Rothe starb am 15. April 1945 in einem Krankenhaus in Leipzig an den Folgen der Haft. Im Foyer des Audimax wurde 1971 eine von Fritz Fleer gestaltete Gedenkplatte zur Erinnerung an die vier Widerstandskämpfer in den Boden eingelassen.

Unmittelbare Nachkriegszeit

Die Universität war bei Kriegsende zu 75 Prozent zerstörtMichael Grüttner: Talar und Hakenkreuz. Die Universitäten im Dritten Reich. C.H. Beck, München 2024, ISBN 978-3-406-81342-9, S. 548. und blieb in der unmittelbaren Nachkriegszeit geschlossen. Im Wintersemester 1945/46 wurde sie als Universität Hamburg wiedereröffnet.

Am 15. Mai 1945, noch vor der Wiedereröffnung, bildete sich eine aus etwa 20 Studenten bestehende Vertretung. Im August 1945 wurde diese von der Britischen Besatzungsmacht anerkannt. Die Besatzungsmacht erteilte zugleich den Auftrag, demokratische Wahlen zu der Vertretung vorzubereiten. Gewählt wurde in Hamburg Ende des Jahres 1946. Die erste gewählte studentische Vertretung nannte sich Zentralausschuss der Studentenvereinigungen in Hamburg beziehungsweise Zentralausschuß der Hamburger Studentenschaft. Im Frühjahr 1947 wurde der Name Allgemeiner Studenten-Ausschuss (AStA) der Universität Hamburg angenommen.

Im ersten Nachkriegssemester 1945/46 waren insgesamt 2872 Studenten immatrikuliert. 601 (20,92 %) Studenten hatten eine Zulassung an der Philosophischen, 952 (33,14 %) an der Medizinischen und 812 (28,27 %) an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät erhalten. Geringere Zulassungszahlen als die Philosophische wies im genannten Semester allein die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät mit 506 (17,61 %) Studenten auf.Vgl. 1. 2. Dies.:

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