mini|Ansicht der Altstadt von Pamplona mit Kathedrale von Osten mini|Plaza del Castillo Pamplona (baskisch: Iruñea oder Iruña) ist die Hauptstadt der autonomen Region Navarra in Spanien.Ortsinformationen der Regionalregierung Navarra (spanisch).
Geographie Lage Pamplona liegt in einer kleinen Hochebene auf am Fluss Arga. Die Umgebung der Stadt ist bergig, der höchste Berg der Umgebung ist der Peña Izaga, ein Pyrenäen-Ausläufer mit 1353 Meter Höhe. Das Stadtbild wird von einer großen und gut erhaltenen Zitadelle und einer großen Kathedrale geprägt. Zentrum ist die Plaza del Castillo mit ihrem Ausläufer zu den alten Burgos (Märkte) vor dem Rathaus an der Plaza Consistorial.
Klima In Pamplona herrscht ein Übergangsklima zwischen maritimen und kontinentalem Klima. Die Sommer sind trocken und warm, die Winter eher feucht und kühl.
Geschichte
Überblick Der Ort wurde 74 v. Chr. von Pompeius als Pompeiopolis an Stelle einer einheimischen Siedlung neu gegründet. Noch zu des Gründers Lebzeiten wurde der Name zu Pompaelo verballhornt. Die Stadt diente der Absicherung des Pyrenäenüberganges von Roncesvalles.
Pamplona wurde im Lauf seiner Geschichte mehrmals zerstört: 466 von den Westgoten, 542 von Franken, 778 durch Karl den Großen auf seinem Rückzug von Zaragoza/Saragossa, weil er keine befestigte Stadt im Rücken wollte, 924 durch Abd ar-Rahman III. und schließlich 1521 während des Französisch-Spanischen Krieges durch Truppen Franz I.
Ihre Lage am Jakobsweg aus Frankreich verschaffte der Hauptstadt Navarras einen Aufschwung im 11. Jahrhundert. Mit der Aufteilung dieses Landes kam die Stadt zu Spanien. Sie wurde zur Festung ausgebaut und behielt diesen Status bis in die Anfangsjahre des 20. Jahrhunderts.
Römische Zeit Im Winter der Jahre 75/74 v. Chr. diente die Örtlichkeit im Krieg gegen Sertorius als Lager für den römischen Feldherrn Gnaeus Pompeius Magnus. Er wird als der Gründer von Pompaelo, auch Pompelo, betrachtetClaudius Ptolemäus 2,6,67; Strabon 3 p. 161., im Namen gleichbedeutend mit Pompeiopolis, woraus schließlich Pamplona wurde. Es wird angenommen, dass es die Hauptstadt der Vasconen, eines iberischen Stammes, aus dem die heutigen Basken hervorgegangen sind, war, welche diese Iruña („die Stadt“) nannten. Das römische Pompaelo lag in der Provinz Hispania Tarraconensis, an der Straße von Asturica (dem heutigen Astorga) nach Burdigala (dem heutigen Bordeaux)Itinerarium Antonini 455., und es war eine civitas stipendiaria unter der Jurisdiktion des conventus (Gerichtsbezirk) von Caesaraugusta (dem heutigen Saragossa).Plinius der Ältere, Naturalis historia 3,4 (§ 24). Obgleich Pamplona kaum als eine der hervorragenden Städte des römischen Hispania betrachtet werden kann, haben neue archäologische Ausgrabungen einen ziemlich hohen Entwicklungsgrad aufgedeckt.
Epochen bis ins Mittelalter Nach dem Fall des römischen Reiches und während der Westgotenzeit vom vierten bis achten Jahrhundert blieben die Vasconen unabhängig, obwohl es wahrscheinlich ist, dass die befestigte Stadt Pamplona von den Westgoten – möglicherweise nur zeitweise – beherrscht wurde. Es ist auch bekannt, dass einige pamplonesische Bischöfe bei den Konzilien von Toledo erschienen. Ab 409 nahmen die Westgoten auf die Geschicke Pamplonas Einfluss. Im Jahr 542 wurde es von Franken unter Childebert I. erobert.
Seit dem 6. Jahrhundert Bischofssitz, wurde Pamplona zum Zentrum der baskischen Christianisierung.
Während des achten Jahrhunderts beherrschten Mauren und Franken mit Unterbrechungen die Stadt. Die bekannteste Episode dieser Periode war die Zerstörung der Stadtmauern, die Karl der Große nach seinem gescheiterten Feldzug nach Saragossa 778 veranlasste; er wurde später in der Schlacht von Roncesvalles besiegt. Im Jahr 781 eroberte Abd ar-Rahman I. mit seinem Heer die Stadt zurück.
Während des späten achten Jahrhunderts lavierte Pamplona mit seinem Gebiet zwischen zwei mächtigen Staaten, war aber nicht imstande, seine Herrschaft über die baskische Region dauerhaft zu sichern. Dieser Wechsel spiegelte sich auch in internen Kämpfen der baskischen Ritterschaft wider. Schließlich wurde 824 Íñigo Arista zum König in Pamplona gekrönt. Dieses Königreich stärkte seine Unabhängigkeit vom geschwächten Frankenreich und dem Kalifat von Córdoba. Während dieser Periode war Pamplona eine Art Festung. Ab 905 war es Hauptstadt des Königreichs Navarra. Nach der Zerstörung unter Abd ar-Rahman III. im Jahr 924 wurde Pamplona zum Landflecken.
Vom 11. Jahrhundert an ließ die wiederbelebte ökonomische Entwicklung Pamplonas städtisches Leben erblühen, begünstigt durch die mittelalterlichen Pilgerfahrten nach Santiago de Compostela. Die Bischöfe von Pamplona gewannen ihre kirchlich führende Rolle zurück, während in den vorhergehenden Jahrhunderten abgeschiedene Klöster, besonders das Kloster San Salvador de Leyre, wirklichen Einfluss auf die religiöse Macht hatten. Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela trugen viel dazu bei, den kommerziellen und kulturellen Austausch mit dem christlichen Europa über die Pyrenäen hinweg wiederzubeleben.
Einen großen Aufschwung nahm Pamplona unter König Sancho dem Großen (1000–1035), aus dessen Politik der Öffnung des Landes und der Förderung der Pilgerei die Gründung der Frankenviertel San Nicolás und San Cernín resultierte. Zwecks Förderung der Ansiedlung gewährte er den neugegründeten Vierteln verschiedene Sonderrechte, die Fueros. Diese Privilegien entfachten den Neid der Basken in der Navarrería, dem Ur-Pamplona, und es gab blutige Fehden im Gebiet der heutigen Stadt.
Im 12. Jahrhundert vergrößerte sich der Ort um jene zwei Burgos (unabhängige Stadtbezirke), San Cernín und San Nicolás, in denen die Bevölkerung lokaler Navarresen um französische Kaufleute und Handwerker anschwoll. Das alte Pamplona und die neuen Burgos lagen fast immer im Streit miteinander. Die dramatischste Episode war die Zerstörung der Navarrería durch die anderen zwei Orte und das Massaker an seiner Bevölkerung im Jahr 1276. Der alte Ort blieb fast fünfzig Jahre lang verlassen. König Karl III. von Navarra ordnete mit dem „Privilegio de la Unión“ die Vereinigung der Städte zu einer einzigen Stadt im Jahr 1423 an. Die Einheit und Gleichheit der Bürger deklarierte er darin. Danach erfolgte der Abriss der Mauern zwischen den Vierteln, und eine neue einheitliche Stadtmauer wurde gebaut.
Eingliederung in Kastilien und Spanien Im Jahr 1512 wurde Südnavarra (auch Obernavarra genannt) vom Königreich Kastilien einverleibt, blieb aber darin ein autonomes Königreich mit eigenen Institutionen und Gesetzen, zuerst regiert durch den jeweiligen Herrscher Kastiliens und später durch den jeweiligen König Spaniens. Nordnavarra (auch Niedernavarra genannt), der historische Verwaltungsbezirk „Ultrapuertos“, wurde von Frankreich besetzt und ihm später eingegliedert. mini|links|hochkant|Ignaz von Loyola Im Rahmen der Belagerung 1521 fiel der mit den kastilischen Truppen kämpfende baskische Offizier Íñigo López de Loyola durch unnachgiebigen Durchhaltewillen trotz militärisch aussichtsloser Lage auf. Beim anschließenden Beschuss seiner Bastion wurde er lebensgefährlich verletzt. Er entschloss sich während der langen Genesungszeit zu einer radikalen Änderung seines Lebens und gründete die Gesellschaft Jesu. Die „Basilica de S. Ignacio“ gedenkt der Stelle, an der Ignatius von Loyola verwundet wurde, als man den Ort gegen Heinrich II., den Grafen von Foix, 1521 verteidigte. mini|Rathaus von Pamplona Die Zitadelle im Südwesten der Stadt wurde auf Anordnung von König Philipp II. 1571 wieder aufgebaut; Pamplona wurde zur Festung am Rand der Pyrenäen. Während des 18. Jahrhunderts wurden einige schöne Paläste in der Hauptstadt Navarras gebaut, etwa die „Casa Consistorial“ (Rathaus) im Jahr 1752. Die neoklassizistische Fassade der Kathedrale wurde nach Entwürfen von Ventura Rodriguez im Jahr 1783 gefertigt.
Die Stadt blieb von den regionalen Kriegen des 19. Jahrhunderts nicht verschont. Während der napoleonischen Kriege besetzten französische Truppen die Stadt im Jahr 1808, bis sie im Zuge der Blockade von Pamplona 1813 vertrieben wurden. Während der Carlistenkriege (1833, 1872) stützte Pamplona die Monarchie Isabellas, im Gegensatz zum dörflich geprägten Navarra, das zugunsten des Thronbewerbers Don Carlos kämpfte.
Neuere Geschichte In Spanisch-Marokko begann am 17. Juli 1936 der Spanische Bürgerkrieg mit dem Staatsstreich des Militärs. In Pamplona gelang es den Putschisten durch die Unterstützung von carlistischen Kräften sehr schnell, die Staatsmacht an sich zu reißen. Am Abend des 18. Juli wurde der Kommandant der Guardia Civil in Navarra, Jose Medel Rodriguez-Briones, der treu zur spanischen Regierung stand, von einem seiner Untergebenen ermordet. Des Weiteren liquidierten die Putschisten den Ortskommandanten der Guardia Civil Major Rodriguez Mendel und den Bürgermeister von Estella, Fortunato de Aguirre Luguin.
Am Tag des Putsches strömten den ganzen Tag carlistische Bauern auf den Hauptplatz der Stadt, um sich als Freiwillige zu melden. Insgesamt 1200 Requetés aus Pamplona zogen daraufhin nach Saragossa.Hugh Thomas: Der spanische Bürgerkrieg, Verlag Ullstein, Berlin West 1962, Seite 190. Später brach eine weitere Einheit von 3500 Mann von Pamplona auf, um das Baskenland von Frankreich bei Irun abzuschneiden.Antony Beevor: Der Spanische Bürgerkrieg, 2. Auflage, ISBN 978-3-442-15492-0, S. 153. In der Region Navarra liquidierten die Nationalisten eine große Anzahl von Republikanern. Laut Heleno Saña entspricht ihre Anzahl der männlichen Stimmen, die die Volksfront bei den Wahlen 1936 erhalten hatte.Heleno Saña: Die libertäre Revolution (Die Anarchisten im spanischen Bürgerkrieg), ISBN 3-89401-378-8, 1. Auflage, Seite 55.
Pamplona hat den mittelalterlichen Plan der Stadt und sein sternförmiges Fort bewahrt, aber das landwirtschaftliche Zentrum von ehedem 28.886 Einwohnern im Jahr 1900 hat sich einschließlich der Vororte besonders nach dem Spanischen Bürgerkrieg erweitert. Die Stadt ist Heimat zweier Universitäten, der privaten Universidad de Navarra, gegründet 1952 durch Josemaría Escrivá de Balaguer und eine Einrichtung von Opus Dei, sowie der staatlichen Universidad Pública de Navarra, geschaffen durch die Regierung von Navarra im Jahr 1987. Es gibt auch eine lokale Niederlassung der UNED (Universidad Nacional de Educación a Distancia).
Pamplona ist als Stadt mit einem der höchsten Lebensstandards in Spanien bezeichnet worden. Am betrug die Bevölkerungszahl , eine Zunahme infolge der Einwanderung besonders aus Lateinamerika.
Wappen Beschreibung: In Blau unter einer goldenen Krone ein laufender silberner Löwe mit roter Bewehrung und so gefärbter Zunge. Im roten Bord die goldene Kette Navarras. Auf dem Wappen die goldene Königskrone.
Stadtentwicklung Wie in vielen anderen europäischen Städten ist sehr einfach zu unterscheiden, was die alte Stadt (Casco Viejo) ist und was die neuen Stadtbezirke sind. Der älteste Teil der Altstadt ist Navarrería, das der Fläche der römischen Stadt entspricht. Während des 12. Jahrhunderts wurden die Stadtbezirke Sankt Sernin (San Saturnino oder San Cernin) und Sankt Nikolaus (San Nicolás) gegründet. König Karl III. von Navarra verordnete den Zusammenschluss der drei Orte zu einem einzigen Gemeinwesen anno 1423.