Altendorf ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg und zählt zur Metropolregion Nürnberg.
Geografie Die Gemeinde liegt im Regnitztal im Süden des Landkreises Bamberg, grenzt an den Landkreis Forchheim und hat mit Altendorf sowie Seußling zwei Gemeindeteile. Durch das Gemeindegebiet fließt die Regnitz. Der Main-Donau-Kanal führt unweit des Flusses von Bamberg kommend weiter in Richtung Kelheim. Im Südosten, östlich des Kanals liegt die Tongrube der Firma Liapor (Firmensitz Hallerndorf-Pautzfeld).
Mit über 15 % des Gemeindegebietes bilden u. a. die vielen Baggerseen um Altendorf die Wasserflächen der Gemeinde. Altendorf liegt in der Planungsregion Oberfranken-West.
Nachbargemeinden Angrenzende Gemeinden sind:
Gemeindegliederung Altendorf hat zwei Gemeindeteile (in Klammern sind der Siedlungstyp und die Einwohnerzahlen Stand: 30. Dezember 2011 angegeben): Altendorf (Kirchdorf, 1549) Seußling (Pfarrdorf, 523)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Altendorf und Seußling. Die Gemarkung Altendorf hat eine Fläche von 4,364 km² und ist in 1156 Flurstücke aufgeteilt.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung mini| mini|hochkant=1.22| Zahlreiche Funde aus der Keltenzeit beweisen die frühe Besiedlung. Um die Zeitenwende drangen Elbgermanen in die Gegend ein. Ein germanisches Gräberfeld im Bereich des Neubert-Baggersees wurde rund 450 Jahre lange genutzt. Um das Jahr 50 lag der Ort mitten im Siedlungsgebiet des Stammes der Narisker.
Während Altendorf als slawisches Runddorf erstmals im Jahre 1096 erwähnt wurde, wurde der Gemeindeteil Seußling bereits ab 800 als Kirchdorf genannt. Hier stand eine der 14 Slawenkirchen aus der Zeit der Slawenmission Karls des Großen. Der Pfarrsprengel Seußlings reichte bis weit in den Steigerwald hinein.
Altendorf gehörte vor der Säkularisation zum Hochstift Bamberg und ab 1500 auch zum Fränkischen Reichskreis. Am Ende des Heiligen Römischen Reiches war Altendorf ein Kondominat, dessen Herrschaft sich das Hochstift Bamberg und das Markgraftum Brandenburg-Bayreuth teilten. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft über den Ort wurde dabei vom bambergischen Amt Eggolsheim und dem bayreuthischen Oberamt Baiersdorf gemeinsam ausgeübt. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
19. und 20. Jahrhundert Seit 1840 führte der Ludwig-Donau-Main-Kanal direkt an Altendorf vorbei. In den 1960er Jahren wurde er dort mit dem Main-Donau-Kanal überbaut.
Religion Die katholische Kirche in Altendorf ist eine Filialkirche von Sankt Bartholomäus in Buttenheim.
Auf dem Gemeindegebiet gibt es noch die katholische Pfarrgemeinde St. Sigismund Seußling. Diese erhielt ihr Patronat, als Kaiser Karl IV. im Jahr 1354 die Gebeine des Heiligen aus Saint Maurice im Schweizer Kanton Wallis nach Prag überführen ließ. Der Schrein wurde auch in Seußling niedergestellt. Dabei blieb ein Arm des toten Königs als Reliquie in der Pfarrkirche.
Laut Zensus am 9. Mai 2011 sind 75,7 % der Einwohner römisch-katholisch und 11,5 % evangelisch-lutherisch. 12,8 % haben eine andere Religion oder sind konfessionslos.
Eingemeindungen Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Seußling eingegliedert.
Verwaltungsgemeinschaft 1978 wurde die Verwaltungsgemeinschaft Buttenheim, bestehend aus Buttenheim und Altendorf, gegründet. Am 1. Januar 2002 wurde diese Körperschaft aufgelöst, seither haben beide Gemeinden eine eigene Verwaltung.Sechstes Gesetz zur Änderung der Gliederung von Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften vom 23. November 2001 (GVBl S. 738).
Einwohnerentwicklung Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015Einwohner 937 1274 1542 1660 1781 2006 2024 1993 2026 Der Bevölkerungszuwachs betrug von 1961 bis 1970 36 Prozent. Dies ist auf die verkehrsgünstige Lage und die Erschließung umfangreicher Neubaugebiete zurückzuführen.
Im Zeitraum von 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 1593 auf 2120 um 527 Einwohner bzw. um 33,1 %.
Politik Gemeinderat Die Wahlbeteiligung der letzten Kommunalwahl 2020 lag in Altendorf bei 58,4 %. Der Altendorfer Gemeinderat setzt sich seit dem aus Vertretern folgender Parteien und Wählergemeinschaften zusammen
(2014, 2008, 2002): Freie Wählergemeinschaft Seußling (FWS) 25,7 % – 4 Sitze (3, 3, 3) Zum Wohle der Bürger (ZWdB) 24,2 % – 3 Sitze (3, 4,3) CSU 22,3 % – 3 Sitze (3, 3,4) Unabhängiger Bürgerblock (UBB) 16,2 % – 2 Sitze (3, 3, 3) Aktive Bürger (AKB) 11,6 % – 2 Sitze (2, 1, 1)
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2026 Ralph Behringer (ZWdG). Er folgte auf den seit 2008 amtierenden Karl-Heinz Wagner (CSU). Dieser wurde mit 90,26 % der Stimmen ohne Gegenkandidaten zum Bürgermeister gewählt und 2014 und 2020 ebenfalls ohne Gegenkandidaten mit 89,66 % bzw. 80,25 % wiedergewählt. Dessen Vorgänger war Wolfgang Rössler vom Unabhängigen Bürgerblock (UBB).
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bau- und Bodendenkmäler
Der Egloffsteiner Hof stammt aus dem Jahr 1510 und die Altendorfer Mühle aus dem 18. Jahrhundert.
Regelmäßige Veranstaltungen Jedes Jahr im Oktober findet in Altendorf, wo Kürbisse im großen Stil angebaut werden, das traditionelle Kürbisfest statt.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Im Jahr 2017 gibt es 946 Sozialversicherungspflichtige am Wohnort, bei insgesamt 1028 Beschäftigten am Arbeitsort. In der Gemeinde sind 5 Gewerbebetriebe einer Größe von über 20 Arbeitnehmern ansässig, in denen 831 Menschen arbeiten. Gab es in 2003 noch 11 landwirtschaftliche Betriebe mit einer genutzten Fläche über 5 ha, sind es in 2016 nur noch 4 dieser Größenordnung. Letztere und noch einige verbliebene Kleinstbetriebe nutzen die 380 ha landwirtschaftliche Fläche des 8,7 km² großen Gemeindegebietes.
Verkehr Direkt östlich von Altendorf verläuft die Bundesautobahn 73 (Bamberg-Nürnberg), die Anschlussstelle (Nr. 26) ist Buttenheim.
Durch den Ort, der im Gebiet des VGN liegt, führt seit 1844 die Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg. Heute (Stand Dezember 2023) halten dort am Haltepunkt Buttenheim einmal die Stunde Züge der S-Bahn-Linie 1 sowie unregelmäßig Regionalzüge der Linien RE14 und insbesondere RB26.
Westlich liegt der Main-Donau-Kanal; die nächstgelegenen Nutzungsmöglichkeiten bieten die Häfen Eggolsheim weiter südlich.
Freiwillige Feuerwehren In Altendorf und Seußling gibt es Freiwillige Feuerwehren.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018): Eine Kindertageseinrichtung mit 145 genehmigten Plätzen, die in 2018 von 129 Kindern genutzt wurden. Schulhaus Altendorf der Deichselbachschule Buttenheim mit erster und zweiter Klasse. Seniorenhaus St. Marien Gemeindebücherei
Weblinks
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Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Bamberg Kategorie:Ersterwähnung 1096 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bamberg