Die Spokane oder Spokan sind ein nordamerikanischer Indianerstamm der Salish-Sprachfamilie.

Ihre traditionelle Heimat lag ursprünglich im Columbia-Plateau im Flussgebiet des gleichnamigen Spokane Rivers und dessen Nebenflüssen und erstreckte sich im Süden bis zum Oberlauf des Palouse River und im Westen bis zum Columbia River, die Spokane Falls (Stluputqu – „schnelles Wasser“) waren ein wichtiger traditioneller Versammlungsplatz sowie Handelsplatz für benachbarte Stämme – somit umfasste das Gebiet (ca. 12.000 km²) weite Teile des Nordostens im heutigen US-Bundesstaat Washington und des angrenzenden Nordwestens Idahos. Sie gehörten sprachlich wie die benachbarten Flathead (Séliš oder Salish)Die Flathead sind zugleich die Namensgeber dieser Sprachgruppe, denn sie nannten sich Seliš oder Salish – „das Volk“., Lower Kalispel (Lower Pend d’Oreille), Upper Kalispel (Upper Pend d’Oreille) und Coeur d’Alene (Schitsu’umsh oder Skitswish) zu den Südlichen Binnen-Salish die sich, anders als die Küsten-Salish, den häufig trockeneren und gebirgigen Landschaften der Hochebenen des Columbia River anpassen mussten und zählte somit kulturell zum Kulturareal des Plateau. mini|Indigene Kulturareale in Nordamerika. Die Spokane sind dem Plateau zuzurechnen

Stammesname Es gibt verschiedene Hypothesen für den Ursprung des heute allgemein gebräuchlichen Stammesnamens:

Der Name "Spokane" bzw. "Spokan" wird heute meist als "Volk der Sonne" oder manchmal auch als "Schlammiges Volk" (bezüglich der Sumpfgebiete entlang der Flussläufe) wiedergegeben, es handelt sich jedoch wahrscheinlich um eine falsche Übersetzung ihres Eigennamens. Lt. Gibbs war dies ursprünglich nur die Bezeichnung der Coeur d’Alene für eine Band der Spokane, die später seitens der Europäer auf alle verbündeten Bands übertragen wurde; nach anderer Überlieferung geht er auf einen Häuptlingsnamen zurück.Pritzker, Barry M. "Spokanes." The Encyclopedia of North American Indian Wars, 1607–1890: A Political, Social, and Military History Eine Stammeslegende berichtet, dass der Begriff "Spokane" sich von Spukcane herleite, dem Geräusch, das eine Schlange verursacht, wenn eine Person auf einen hohlen Baum schlägt, in dem sich die Schlange versteckt. Ihr Autonym wird als Spoqe'ind ("round head") bzw. SpoqínPlateau People' Web Portal - Spoqín (Spokan) oder Sp'q'n'iʔ bzw. Sp'q'n'i wiedergegeben, manchmal wird jedoch ebenfalls einfach Sqeliz ("das Volk, die Menschen") genannt.

Regionale Bands der Spokane Die Spokane unterteilten sich in drei große regionale Bands, die jeweils bezugnehmend auf die geographische Lage ihres Siedlungsgebiets entlang des Spokane Rivers bezeichnet wurdenSpokane Tribe Language and Culture - Names of Tribes: Lower Spokane (Untere Spokane) oder Scqesciłni, Scqecioni ("Volk von Little Falls"): lebten im Nordwesten des Stammesgebiets; nördlich des Spokane River bis zu dessen Mündung in den Columbia River im Westen, den Spokane River flussaufwärts bis zur Siedlung Tum Tum am Long Lake (32 km nordwestlich vom heutigen Spokane) sowie entlang des Columbia nordwärts fast bis zur heutigen Grenze zwischen den USA und Kanada. Einer ihrer Hauptversammlungsplätze befand sich bei den Little Falls des Spokane River (nahe der Mündung in den Columbia River). Im Norden ihres Stammesgebiets lebten die Chewelah („Wasserschlange“, ursprünglich eine Band der Lower Kalispel (Lower Pend d’Oreille) in den Chewelah Mountains (auch: Calispell Mountains) und im Colville River Valley. In ihrem Gebiet wurde am Zusammenfluss des Spokane mit dem Columbia River Fort Spokane (1880 bis 1929) errichtet, um die Stämme der Spokane Tribe of the Spokane Reservation und der Confederated Tribes of the Colville Reservation von der erst 1871 gegründeten Stadt Spokane fernzuhalten. Weitere (meist historische) Namen: Stsêkastsiʼ / Tskaistsihlni / Skai-schil-tʼ-nish / Scaite Cuthinish / Chekisschee / Che-kis-chee / Che-kiss-chee (“Running Fast”); James Teit, Curtis, War Department, HBC, James Mooney, Winans, Department of Indian Affairs).Robert H. Ruby, John A. Brown: The Spokane Indians: Children of the Sun, Verlag: University of Oklahoma Press, ISBN 978-0-8061-3761-2, Seite 9 Middle Spokane (Mittlere Spokane), South Spokane (Südliche Spokane)http://www.spokanetribe.com/page.php?code=tribe Spokane Tribe oder Snxʷme̓nʔey, Snx'w'meney ("Volk entlang des Steelhead-Forellen-Flusses, d. h. des Little Spokane River"): lebten südlich des Spokane River (und somit südlich der Lower und Upper Spokane) bis zum Oberlauf des Palouse River (einem rechten Nebenfluss des Snake River) im Süden sowie entlang des Crab Creek und Latah Creek (oder: Hangman Creek). Im Süden grenzte ihr Territorium an das der Palus (Palouse) und im Südosten an das der Coeur d’Alene (Schitsu’umsh oder Skitswish). Weitere (meist historische) Namen: Sin-ho-man-naish / Sinhomene (“Salmon Trout People”; William S. Lewis, Curtis), Sntutuūʼli (“Pounding”; James Teit), Sintootoo / Sin-too-too (James Mooney, Winans, Department of Indian Affairs), Sinohomenish / Sma-hoo-men-a-ish (“Middle Way Indians”/“Middle River Indians”/“Middle River People”; HBC, War Department, Ray). Upper Spokane (Obere Spokane) oder Sntʔtʔúlixʷ, Sntu't'ulixi ("Volk entlang der Wasserfälle"): lebten im Nordosten des Stammesgebiets; nördlich des Spokane River, von Tumtum weiter den Spokane River flussaufwärts bis zur Einmündung des Latah (Hangman) Creek, ihre Siedlungen konzentrierten sich entlang des Little Spokane River (Nxweme'a'tkxy – "Fluss, in dem die Steelhead-Forelleanadrome Wanderfische der Columbia-River-Redband-Forelle werden als "Redband Steelhead-Forelle" bezeichnet. wandert") und reichten bis zum Pend Oreille River und Lake Pend Oreille im Norden und ostwärts bis zum Coeur d’Alene Lake – allerdings wurden die Gebiete südwestlich sowie westlich der beiden genannten Seen bis ins heutige Washington hinein auch von den im Osten benachbarten Coeur d’Alene (Schitsu’umsh oder Skitswish) beansprucht. Wichtige Fischgründe befanden sich am Zusammenfluss des Spokane River mit dem Little Spokane River, an der Mündung des Latah (Hangman) Creek sowie bei den Spokane Falls (Stluputqu – „schnelles Wasser“ – in der Innenstadt des heutigen Spokane). Weitere (meist historische) Namen: Sin-too-too-oulish / Sintutuuli (“Muddy Creek People”; William S. LewisThe Case of Spokane Garry, Curtis), Senxomê (“Salmon Trout”; James Teit), Sintatoluh / Sin-too-too-lish (“Up River People”/„Upper River Indians“; HBC, War Department, Ray), Sineegunomenah / Sin-ee-guo-men-ah / Sin-ce-quo-men-ah (James Mooney, Department of Indian Affairs, Winans), “People of Steelhead Trout Place” (Ray) oder “Lake People” (McCarty).

In manchen späteren Quellen werden die "Upper Spokane bands" und die "Middle Spokane bands" verwechselt oder als eine einzelne Band bezeichnet, so dass oftmals Namensgebungen bzw. Lokalisationen der regionalen Bands unklar sind; die "Upper Spokane" wurden manchmal auch als Snxwemi'ne ("Volk am Steelhead-Forellen-Platz"), die "Middle Spokane" als Squasi'lni ("Fischer" nach einem Siedlungsnamen) und die "Lower Spokane" als Sineka'lt ("[Volk] bei den Fällen, vermutlich den Little Falls", ebenfalls nach einem Siedlungsnamen) genannt. Alle genannten Bezeichnungen spiegeln die große Bedeutung der Fischerei für die Spokane wider.

Diese drei regionale Bands unterteilten sich wiederum in kleinere Bands sowie Lokalgruppen mit eigenen Fischgründen und Siedlungsplätzen jeweils unter der Führung eines Häuptlings (Salish: Ilmixʷm); heute sind nur noch folgende Spokane Bands namentlich bekannt: Sntu/t/uliz oder Sntʔtʔúlixʷ, Sntu't'ulixi (Upper Spokane) Snzmeme/, Snzmen/ey oder Snxʷme̓nʔey, Snx'w'meney (Middle Spokane) ScqesciOni oder Scqesciłni, Scqecioni (Lower Spokane) Sl/otewsi Hu sDmqeni

Manchmal werden jedoch folgende Spokane Bands gelistet: Uliz, wahrscheinlich identisch mit den Sntu/t/uliz Snzmeme, identisch mit den Snzmeme/ Otewsi, wahrscheinlich identisch mit den Sl/otewsi Hu Sdmqeni

Geschichte Nachbarstämme und Lebensstil

Für die Zeit vor 1800 gehen die Schätzungen über die Zahl der Spokane weit auseinander. Sie liegen zwischen 1.400 und 2.500. 1827 gab ein Angestellter der Hudson’s Bay Company ihre Zahl mit 704 an.

Im Osten, Norden und Westen waren die Nachbarstämme der Spokane die ebenfalls Salish sprechenden Coeur d’Alene, die Flathead, die Sanpoil und die Colville. Im Süden lebten Sahaptan (Shapitan, Sahaptin) sprechende Stämme: die „Nimipu“ (auch „Chopunnisch“, Nez Percé) und die Umatilla. Es gab Spokane, die auch Sahaptan sprechen konnten.

Mit der Einführung des Pferdes änderten vor allem die Upper Spokane ihre Lebensweise und überquerten gemeinsam mit Flathead, Kalispel und Nez Percé die Rocky Mountains, um Bisons zu jagen. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit den Blackfoot.

Die Spokane fischten im Spokane und versammelten sich immer wieder an den großen Wasserfällen des Spokane im gleichnamigen heutigen Ort. In drei Gruppen lebten sie am Fluss: Obere Spokane, Mittlere Spokane und Untere Spokane. Sie gingen auf die Jagd und wohnten in Tipis. Mit dem Eintreffen weißer Pelzhändler übten sie auch Pelztierjagd und -handel aus.

Erste Kontakte mit weißen Pelzhändlern und Missionaren

Die erste Überlieferung des Namens „Spokane“ ist aus dem Jahr 1807 belegt. Der Trapper und Kartograph David Thompson von der North West Company bezeichnete die drei Spokane-Gruppen auf diese Weise. Er ist vermutlich der erste Weiße, der ihr Land aufsuchte. Mit der Ankunft weiterer Pelzhändler änderte sich ihr Leben. Ein nicht namentlich bekannter Irokese und französischsprachige Händler brachten die Spokane in ersten Kontakt mit der christlichen Religion.

1810 etablierte die kanadische North West Company eine Pelzhandelsstation namens Spokane House an der Mündung des Little Spokane River in den Spokane, ungefähr 15 Kilometer flussabwärts der heutigen Stadt gleichen Namens. Das mit Palisaden umgebene Spokane House war die erste nicht-indianische Siedlung im Gebiet des heutigen Staates Washington. Sie befand sich auf dem Gebiet der Mittleren Spokane. 16 Jahre lang war sie das Hauptquartier des Pelzhandels zwischen den Rocky Mountains und der Kaskadenkette. Biberpelze wurden beispielsweise gegen Gewehre (30 Biberpelze) und Pferde (2 Biberpelze) getauscht. Als Konkurrenz gegen das britische Spokane House trat zeitweise Fort Spokane auf, das die US-Handelsgesellschaft Pacific Fur Company unterhielt.

1825 beschloss die Hudson’s Bay Company, die 1821 mit der North West Company verschmolzen worden war, Spokane House zu schließen und diesen Posten an die Kettle-Wasserfälle des Columbia zu verlegen. Dieser Posten wurde Fort Colville genanntThe North West Company establishes Spokane House in 1810, HistoryLink.org.

Die erste Berührung mit christlichen Missionaren geschah durch Spokane Garry, der später Häuptling Garry wurde. Er hatte im späteren Winnipeg eine anglikanische Missionsschule besucht. Doch kam es bald zu einer Spaltung der Spokane durch verschiedene Konfessionen, denn ein Teil von ihnen ließ sich von Pierre-Jean De Smet, einem katholischen Jesuiten taufen. 1836 kam der Protestant Samuel Parker. Von 1836 bis 1848 warben die vom American Board of Commissioners for Foreign Missions ausgesandten Missionare Elkanah Walker und Cushing Eells unter den Spokane.

Verstärkter Zuzug weißer Siedler und Goldsucher