Achslach (bairisch: Oxla) ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Regen im Bundesland Bayern. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ruhmannsfelden.
Geografie Geografische Lage Achslach liegt in der Region Donau-Wald inmitten des Bayerischen Waldes am Fuß des Hirschensteins im Tal der Teisnach etwa 18 Kilometer nördlich von Deggendorf, 14 Kilometer südlich von Viechtach sowie 19 Kilometer westlich der Kreisstadt Regen. mini|zentriert|hochkant=2|Achslach mit der Pfarrkirche St. Jakobus
Gemeindegliederung Es gibt 27 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Nachbargemeinden Folgende Kommunen grenzen an die Gemeinde Achslach: Nördlich und östlich im Landkreis Regen: Kollnburg Patersdorf GotteszellSüdlich im Landkreis Deggendorf: BernriedWestlich im Landkreis Straubing-Bogen: Schwarzach Sankt Englmar
Geschichte miniatur|Achslach um 1866 – Detail Hochaltarblatt Pfarrkirche St. Jakobus um 1866
Bis zur Gemeindegründung Das Achslacher Tal liegt im Gebiet des sogenannten Karolinger Waldes (Nordwald), welches ab dem 9. Jahrhundert vom Kloster Metten aus besiedelt wurde. Im 11. Jahrhundert übernahmen diese Tätigkeit die Grafen von Bogen.
Achslach wurde 1115 zum ersten Mal unter dem Namen Drasloha erwähnt.Monumenta Boica, Band 12, 1775, S. 31 Damals tritt im Gefolge des Grafen Adalbert I. von Bogen der Ministeriale Eppo de Drasloha auf einer Stiftungsurkunde des Klosters Oberalteich auf. In der Folge entstand hier im Einvernehmen mit dem Kloster Metten ein von Eppo verwaltetes gräfliches Kammergut. Am 11. Dezember 1126 wird Eppo de Drahsala wieder auf einer von Papst Honorius II. im Lateran zu Rom ausgefertigten Stiftungsurkunde für das Kloster Oberalteich als Zeuge genannt.Monumenta Boica, Band 12, 1775, S. 327
Nach dem Aussterben der Grafen von Bogen im Jahr 1242 ging das Gebiet in den Besitz der Wittelsbacher über.
Im Jahr 1409 wird von einem Erbbrief berichtet, den der Ritter Eberhard der Nußberger siegelte, dass dem Kammergut eine erträgliche Taverne (Bierschenke) angeschlossen war.
In einer Urkunde aus dem Jahr 1431 überließ der Ritter Hans von Degenberg dem Kloster Gotteszell den Wildbann (Jagdrecht) in der Oxla.
Achslach wurde 1464 Sitz einer Hauptmannschaft. Es war auch Sitz eines Amtmann der fünf Ämter des Landgerichts Viechtach (Oberamt Viechtach, Amt Riedern, Mitteramt Böbrach, Amt Achslach und Amt Prackenbach). Zum Amt Achslach gehörten die Hauptmannschaften Achslach, Allersdorf, Kogl, Haidenberg, Zachenberg, Tafertsried, Grün, Frath, Randsburg (früher Wildenrandtsperg) und die Hofmark Lindenau. Der Amtmann hatte seinen Sitz im kurfürstlichen Amtshaus.Historischer Atlas von Bayern, Band Altbayern Reihe I Heft 18, 1968, S. 201 Als einer der wenigen Orte des Bezirks hatte Achslach noch im 17. Jahrhundert ein Patrimonialgericht mit einem Amtmann als Richter und einem Henker. Der Flurname Galgenwiesel am Ortsausgang nach Gotteszell zeugt noch von dieser Zeit.
Achslach gehörte zum Rentamt Straubing und zum Landgericht Viechtach des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Die Erhebung Achslachs zur Pfarrei erfolgte 1818.
Verwaltungsgemeinschaft Im Zuge der bayerischen Gebietsreform wurde Achslach am 1. Mai 1978 Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ruhmannsfelden.Landkreis Regen (Hrsg.): Der Landkreis Regen – Heimat im Bayerischen Wald, ISBN 3-87553-194-9.Anne-Rose Baumgartner: Achslach und sein Gemeinwesen 1892–1992, März 1996.Anton Trellinger (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte der einzelnen Orte der Gemeinde Achslach, Buchdruckerei Nothaft Deggendorf.Alois Zimmermann (Hrsg.): Heimatgeschichte Achslach 1115–1972
Namensgebung Der Ortsname änderte sich von Drasloha im Jahr 1115 über Drahsala (1126), Drahsla (1310) und Achszlach (1431) zur jetzigen Fassung Achslach, die so 1527 erstmals erwähnt wurde.Der Bayerwald – Willibald Schmidt: Drachselsried oder Achslach? – Ein Beitrag zur Geschichte der Ortsnamen, 23. Jahrgang, Juni 1925, Heft 6.
Der mundartliche Sprachgebrauch zeigt, dass es sich bei Achslach um einen alten Flurnamen handelt, der die ganze von der Teisnach durchflossene Au bezeichnet: in der Oxla bedeutet in der Achslach. So wurde damals auch das Gotteszeller Gebiet zu der Oxla gezählt. Die Mundart (Oxla) gibt den Formen mit dem Gaumenlaut (x) von 1126 und 1310 das Übergewicht. Das Grundwort ist Ach (verkürzt zu –a) mit der Bedeutung Wasser, großer Bach. Das Bestimmungswort muss offenbar in der damaligen Schrift ahsal (1126), in der Mundart Oxl und heute Achsel lauten. Achslach bedeutet also die hochgelegene Ache oder die Hochau, da ein vom Wasser durchflossenes Tal meist als Au bezeichnet wurde. Der Grund für den Beginn der älteren Namensformen bis 1310 mit Dr- ist die Abfassung der Urkunden und sonstigen Schriftstücke in der lateinischen Sprache. Das deutsche in der Achslach wurde im Lateinischen, das kein Geschlechtswort kennt, zu in drahsala, von der Achslach zu de drahsala.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 1.112 auf 921 um 191 Einwohner bzw. um 17,2 %.
Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2022 2023 Einwohner 956 1009 955 977 965 1180 950 1024 1088 1241 1125 1097 1080 969 902 933 990
Politik Gemeinderat Zusammensetzung des Gemeinderates in der Legislaturperiode 2020–2026: Parteien und Wählergemeinschaften %2020 Sitze2020 CSU45,64 Unabhängige-Christ-Demokraten54,44Gesamt100,08Wahlbeteiligung in %74,4 Bürgermeisterin Bürgermeisterin ist Gabriele Wittenzellner (Unabhängige Christ-Demokraten).
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke
Katholische Pfarrkirche St. Jakobus 1833, Turmuntergeschoss mittelalterlich, Hochaltar um 1720, barocke Ganzkörperreliquie des Katakombenheiligen Hilarius am Seitenaltar, historische Edenhofer-Orgel von 1854 Lourdesgrotte auf dem Kirchberg (um 1900) Kapelle in Lindenau, zweite Hälfte 18. Jahrhundert, mit barocken Reliquienpyramiden (um 1720) am Altar Holzkapelle (um 1848) auf der Oedwies () mit ehemaligen Forsthaus (um 1848) Auf dem Hausberg von Achslach, dem 1095 Meter hohen Hirschenstein, steht ein Aussichtsturm, von dem man Sicht auf den Bayerischen Wald, das Donautal und die Alpen hat.
Bodendenkmäler
Statistik Es gab im Jahr 2020 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im produzierenden Gewerbe 55 und im Bereich Handel und Verkehr 28 Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren fünf Personen am Arbeitsort beschäftigt. Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 393. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 34 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 664 Hektar. Davon waren 45 Hektar Ackerfläche und 619 Hektar Dauergrünfläche.
Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2020 umgerechnet 753.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 161.000 Euro.
Verkehr Achslach ist durch die Kreisstraßen REG 11 (Achslach – Kalteck – Metten/Deggendorf) und REG 14 (Viechtach – B 85 – Achslach – Gotteszell – B 11) erschlossen. Die Autobahn A 3 ist 17 km entfernt (Ausfahrt Metten) und die A 92 18 km (Autobahnkreuz Deggendorf A 3/A 92). Der nächste Haltepunkt der Waldbahn (Bahnstrecke Plattling-Bayerisch Eisenstein) befindet sich am fünf Kilometer entfernten Gotteszeller Bahnhof.
Vereine Es gibt folgende Vereine (Stand 2022): Angelsportverein Achslach e. V. Bergwacht Ruhmannsfelden CSU Ortsverband Achslach Freiwillige Feuerwehr Achslach e. V. Gartenbauverein Achslach Holzhauerverein Kalteck Imkerverein Ruhmannsfelden Krieger- und Reservistenverein Achslach Männergesangsverein Achslach Pfarrgemeinderat Achslach Reservistenkameradschaft Achslach Schützengesellschaft “Grüner Hang” Sportverein (SV) Achslach 1966 e. V. Stammtisch “Blaue Jungs” im Café Aigner Tennisverein TC Blau-Weiß Achslach Tourismusverein Achslach-Lindenau UCD e. V. Ortsverband VDK Ortsverband Gotteszell-Achslach Wintersportverein (WSV) Kalteck
Bildung Es gibt folgende Einrichtung (Stand 2022): Kindergarten St. Jakob mit 30 Kindergartenplätzen und integrierter Krippengruppe Grundschule Gotteszell
Persönlichkeiten Emmanuela Aichinger (1917–2005), Äbtissin des Klosters Tettenweis Paul Johannes Baumgartner (* 1969), deutscher Radiomoderator und Kommunikationstrainer
Weblinks
Homepage
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Regen Kategorie:Ersterwähnung 1115 Kategorie:Gemeindegründung 1818
Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)