Die Alpen-Akelei (Aquilegia alpina) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Akeleien (Aquilegia) und der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Beschreibung mini|links|Laubblatt mini|Alpen-Akelei (Aquilegia alpina) mini|Blüte

Vegetative Merkmale Die Alpen-Akelei ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 70 Zentimetern erreicht. Sie hat einen kräftigen mehrköpfigen Wurzelstock. Der Stängel ist aufrecht, im unteren Teil kahl, im oberen flaumhaarig. Die grundständigen Blätter haben einen 5 bis 20 Zentimeter langen Blattstiel. Sie sind doppelt dreiteilig. Die Teilblättchen sind tief bis über die Mitte eingeschnitten und tief gekerbt; sie sind oberseits grün, unterseits graugrün. Die 1 bis 3 Stängelblätter sind den Grundblättern ähnlich, aber werden nach oben kleiner. Das oberste ist bloß dreiteilig mit ganzrandigen Zipfeln und sitzend.

Generative Merkmale Die leuchtend hellblauen bis blaulila Blüten weisen einen Durchmesser von 6 bis 9 Zentimetern auf. Sie sind nickend und 10 Zentimeter lang gestielt. Die Blütenstiele sind fein behaart aber nicht drüsig. Die Kelchblätter sind breit bis eiförmig, sie sind 3 bis 4,5 Zentimeter lang und 1,4 bis 2,2 Zentimeter breit. Sie haben eine lange, grünlich-gelbe Spitze. Sie überragen die Kronblätter um etwa 2,2 Zentimeter. Die Kronblätter sind tütenförmig mit breit gestutzter Platte; sie sind 14 bis 17 Millimeter lang und 8 bis 11 Millimeter breit. Der Sporn ist 19 bis 25 Millimeter lang, schwach gekrümmt und am Ende etwas verdickt. Die Staubblätter sind 2 bis 4 Millimeter kürzer als die Kronblätter. Die Staubbeutel sind grünlich-gelb, die Staminodien sind spitz und 6 bis sieben Millimeter lang. Es sind 5 bis 7 Fruchtblätter vorhanden; sie sind behaart und 20 bis 28 Millimeter lang. Die Griffel sind etwa 6 bis 7 Millimeter lang. Die Samen sind schwarz und glänzend; sie sind 2 bis 2,5 Millimeter lang.

Die Blütezeit reicht von Juni bis August.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.

Vorkommen und Schutz Aquilegia alpina kommt vor allem in den Westalpen vor. Das Verbreitungsgebiet reicht von den Seealpen bis nach Vorarlberg. Außerdem kommt die Art auch im Nord-Apennin vor. In Deutschland fehlt die Art. Es gibt Vorkommen in Frankreich, der Schweiz, Italien und Österreich. In Vorarlberg kommt sie nur im Gamperdonatal vor.

Aquilegia alpina gedeiht am besten auf feuchten und kalkhaltigen Böden. Sie kommt in Höhenlagen von 1200 bis 2600 Metern vor. Meist wächst sie in Zwergstrauchheiden (vor allem Alpenrosen) und lockeren Grünerlenbeständen. Sie ist eine Charakterart des Caricetum ferrugineae aus dem Verband Caricion ferrugineae.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).

Aquilegia alpina ist in Österreich geschützt. In der Schweiz steht sie auf der Roten Liste.

Taxonomie Die Alpen-Akelei wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 533 als Aquilegia alpina erstbeschrieben. Sie ist in Deutschland durch Anhang IV der FFH-Richtlinie geschützt.

Literatur

Einzelnachweise

Jürgen Damboldt, Walter Zimmermann: Familie Ranunculaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band III, Teil 3, Seite 137–138. Verlag Carl Hanser, München 1974.

Jens G. Rohwer: Ranunculaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 338.

Weblinks

(PDF; 731 kB) Zur Giftigkeit der Alpenakelei

Kategorie:Akeleien Kategorie:Alpenflora Kategorie:FFH-Arten (Anhang IV)