Paddle Worldwide (bis 2026 International Canoe Federation, ICF) ist der Dachverband der nationalen Kanuverbände weltweit. Der Verband ist Mitglied im Internationalen Olympischen Komitee, der GAISF und der IWGA und vertritt dort die Belange des Kanusports.

Geschichte Am 19. Januar 1924 gründeten Kanuverbände aus Deutschland, Dänemark, Österreich und Schweden die Internationale Repräsentantenschaft Kanusport (IRK) mit Sitz in München und dem Deutschen Franz Reinicke als Präsident.

Im Sommer 1924 wurde Kanu als Demonstrationssportart bei den Olympischen Spielen von Paris vorgeführt (Offizieller Bericht IOC-Museum, mit Fotos). Die IRK wurde verantwortlich für die erste offizielle Austragung des Kanusports bei Olympischen Spielen 1936 in Berlin.

1946 wurde in Stockholm die International Canoe Federation (ICF) als Nachfolgeorganisation gegründet, die 1948 die Olympischen Spiele in London mitgestaltete. Zu jenem Zeitpunkt bestand der Deutsche Kanu-Verband, der 1934 im Zuge der Gleichschaltung in den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen aufgegangen war, nicht. Erst 1952 wurde der 1949 wieder gegründete Deutsche Kanu-Verband (DKV) zusammen mit dem Deutschen Kanusport-Verband der DDR (DKSV) aufgenommen.

Umbenennung in Paddle Worldwide

Im Rahmen der Strategie „Fit for Future Evolution“ beschloss der ICF-Kongress 2024 in Antalya die Umbenennung des Verbandes. Generalsekretär Richard Pettit begründete den Schritt damit, dass Name und Marke alle Paddelsport-Disziplinen abbilden und neben dem Wettkampfsport auch den Bezug zur Natur, den Gewässerschutz und breitere Zugangsmöglichkeiten umfassen sollten.  Der Relaunch als Paddle Worldwide erfolgte im Juli 2026; die Wort-Bild-Marke arbeitet mit einer von Orange und Schwarz geprägten Farbgebung.  Öffentlich vorgestellt wurde die neue Marke zum Abschluss der Kanuslalom-Weltmeisterschaften 2026 in Oklahoma City.  Mit dem Wechsel von „Canoe“ zu „Paddle“ folgt der Weltverband nationalen Verbänden wie Paddle Australia (2018) und Paddle UK (2024).

Mitgliedsorganisationen 2018 verzeichnete die ICF 164 nationale Mitgliedsorganisationen. Die größte davon ist der DKV mit 121.000 Mitgliedern.

Organisation Alle zwei Jahre findet ein ICF-Kongress statt, bei dem Wahlen durchgeführt und wichtige Entscheidungen gefällt werden. Jeder nationale Verband hat dabei (unabhängig von der Größe) eine Stimme.

Der Sitz befindet sich seit 2006 im Maison du Sport International in Lausanne, 2024 beschloss der Verband eine Verlegung nach Budapest (unter Beibehaltung eines Büros in Lausanne); zudem gibt es ein Büro in Hangzhou, China.

Als Dachorganisation ist sie Veranstalter von Weltmeisterschaften in zehn Kanu-Disziplinen. Anders als ihre nationalen und kontinentalen Mitgliedsorganisationen kümmert sich die ICF nicht mehr um Kanuwandersport und den sonstigen nicht-wettkampforientierten Sport, seit das Touring Committee 2000 umgewandelt wurde zum „Sport for all Committee“, das sich weiter zum reinen Wettkampfkomittee Parakanu entwickelt hat. Dieses Touring Committee hatte z. B. die für Wildwasser Schwierigkeitsgradstabelle eingeführt und in den 1980er-Jahren die Internationale Sicherheitsseminare mitgestaltet. Diese haben z. B. die größeren Sitzluken der Kajaks – besonders die aus neuen Materialien wie Polyethylen – empfohlen, auch die Rettungsleine, und diverse Sicherheits-Rettungstechniken geübt und verbreitet.

Präsident der ICF ist seit dem 6. November 2021 der Deutsche Thomas Konietzko, Generalsekretär der Brite Richard Pettit.

Disziplinen In folgenden Kanu-Disziplinen richtet die ICF-Weltmeisterschaften aus:

Kanurennsport Kanuslalom Wildwasserrennsport Kanupolo Kanusegeln Kanumarathon Drachenbootsport Kajak-Freestyle Stand-up-Paddling Paracanoe

Folgende Disziplinen werden außerdem offiziell von der ICF geführt:

Ocean Racing (Surfski, Seekajak, Outrigger-Langstreckenrennen) Rafting Rettungssport Va'a

Im Programm der Olympischen Spiele ist Paddle Worldwide verantwortlich für die Wettbewerbe im Kanurennsport und Kanuslalom, bei den Paralympischen Spielen für das Paracanoe, im Programm der World Games für die Programmsportart Kanupolo sowie die Einladungssportart Drachenboot.

Weltcup Paddle Worldwide richtet in mehreren Disziplinen einen Weltcup im Kanusport aus.ICF World Cups

Kanurennsport-Weltcup (Canoe Sprint World Cup) mit vier jährlichen Austragungen. Das Finale sind die Weltmeisterschaften. Kanuslalom-Weltcup (Canoe Slalom World Cup) Kanuwildwasserrennsport-Weltcup (Wildwater Canoeing World Cup) Kanufreestyle-Weltcup (Canoe Freestyle World Cup)

Präsidenten Nr. Zeitraum Name Land 1 1924–1925 Franz Reinicke 2 1925–1928 Paul Wulff 3 1928–1932 Franz Reinicke 4 1932–1945 Max W. Eckert 5 1946–1950 Jonas Asschier 6 1950–1954 Harald Jespersen 7 1954–1960 Karel Popel 8 1960–1980 Charles de Coquereaumont Ab 1972 war der ab 1961 als DKV-Geschäftsführer und Schriftleiter von Kanu-Sport wirkende Hans Egon Vesper Präsident des Propaganda- und Informations-Komitees der Internationalen Kanu-Föderation. Vgl. Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1278. 9 1980–1998 Sergio Orsi 10 1998–2008 Ulrich Feldhoff 11 2008–2021 José Perurena López 12 seit 2021 Thomas Konietzko

Weblinks Web- Seite

Anmerkungen

Kategorie:Kanuverband Kategorie:Internationaler Sportverband Kategorie:Sportverband (Lausanne) Kategorie:Verbandsgründung 1946 Kategorie:Maison du Sport International