mini|Logo der Bezirksregierung Köln mini|Hauptgebäude der Bezirksregierung Köln an der Zeughausstraße (2012) mini|Denkmalgeschützter Ostflügel der Bezirksregierung Köln (2013) mini|Zweigstelle der Bezirksregierung Köln an der Scheidtweilerstraße (2013) mini|hochkant|Friedrich, Reichsgraf zu Solms-Laubach, wurde am 25. April 1816 erster Regierungspräsident in Köln. Das Denkmal ist ein Werk des Kölner Bildhauers Herbert Labusga. (2020)
Der Regierungsbezirk Köln ist einer von fünf Regierungsbezirken in Nordrhein-Westfalen. Er besteht aus vier kreisfreien Städten sowie acht Kreisen mit insgesamt 95 kreisangehörigen Gemeinden und ist einer der bevölkerungsreichsten sowie am dichtesten besiedelten Regierungsbezirke in ganz Deutschland.
Das zuständige Regierungspräsidium trägt die Bezeichnung Bezirksregierung Köln und ist eine staatliche Landesmittelbehörde im dreistufigen Verwaltungsaufbau von Nordrhein-Westfalen. Als allgemeine Vertretung der nordrhein-westfälischen Landesregierung beaufsichtigt, koordiniert und realisiert sie unter anderem Prozesse im Rahmen der regionalen Entwicklung, der Wirtschaft, des Sozialen, der Gefahrenabwehr, des Verkehrs, der Umwelt oder des Schulwesens.
Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreichte der Regierungsbezirk Köln 2015 einen Index von 131 von durchschnittlich 100.
Geographie Der Regierungsbezirk Köln bildet den südlichen Teil des Landschaftsverbandes Rheinland und liegt im Südwesten von Nordrhein-Westfalen.
Den Kern des Regierungsbezirkes Köln bildet die vom Rhein durchflossene Kölner Bucht, die zur Niederrheinischen Bucht zählt. Auf der westlichen und der östlichen Seite wird sie von den Höhen des Rheinischen Schiefergebirges flankiert; zwei dieser Flanken, das südliche Bergische Land und die nördliche Eifel, sind Teile des Regierungsbezirkes Köln.
Der Regierungsbezirk Köln erstreckt sich in West-Ost-Richtung auf einer Länge von 135 km und in Nord-Süd-Richtung auf 122 km. Mit einer Fläche von 7.365 km² ist er nach dem Regierungsbezirk Arnsberg der zweitgrößte Regierungsbezirk in Nordrhein-Westfalen.
Hinsichtlich der Einwohnerzahl ist der Regierungsbezirk Köln mit 4,41 Millionen Einwohnern (31. Dezember 2011) nach dem Regierungsbezirk Düsseldorf der zweitgrößte in Nordrhein-Westfalen. Die Einwohnerdichte liegt mit 599 Einwohnern je km² (31. Dezember 2011) erheblich über dem Bundesdurchschnitt von 229 (31. Dezember 2011) und über dem von Nordrhein-Westfalen mit 523 Einwohnern je km² (31. Dezember 2011). Die Besiedlung konzentriert sich schwerpunktmäßig auf das Städteband längs des Rheins, den südlichen Teil der Rheinschiene. Die vier kreisfreien Städte im Regierungsbezirk Köln (Aachen, Bonn, Köln und Leverkusen) haben mit zusammen 1.766.717 Einwohnern (31. Dezember 2011) einen Anteil von ca. 40 Prozent an den Einwohnern des Regierungsbezirkes Köln und von gut 9,9 Prozent am Landeswert. Die Stadt Köln ist dabei mit 1.017.155 Einwohnern die mit Abstand größte Stadt in ganz Nordrhein-Westfalen.
Der Regierungsbezirk Köln grenzt im Norden an den Regierungsbezirk Düsseldorf, im Osten an den Regierungsbezirk Arnsberg, im Süden an das Land Rheinland-Pfalz (bzw. an die ehemaligen Regierungsbezirke Koblenz und Trier) sowie im Westen an Belgien und die Niederlande.
Geschichte Die Geschichte des Regierungsbezirkes Köln geht auf die preußische Verordnung über die verbesserte Einrichtung der Provinzialbehörden vom 30. April 1815 zurück. Damals wurde Preußens Regierung und Verwaltung nach dem Wiener Kongress neu geordnet und die Provinzen in insgesamt 28 Regierungsbezirke eingeteilt, darunter den Regierungsbezirk Köln. Wie die übrigen, so nahm auch die Bezirksregierung in Köln mit dem 22. April 1816 ihre Tätigkeit auf.
Der Regierungsbezirk Köln gehörte ab Gründung 1815/1816 zur Provinz Jülich-Kleve-Berg, ab 1822 zur Rheinprovinz, ab 1945 zu Nordrhein und seit 1946 zu Nordrhein-Westfalen.
Die Organisation und Struktur der Behörde wurde immer angepasst an die sich ändernden administrativen und politischen Gegebenheiten. So wurden zum Beispiel 1972 die Regierungsbezirke Aachen und Köln vereinigt. Auch mit der Verwaltungsstrukturreform Nordrhein-Westfalens 2008 wurden die Bezirksregierungen noch einmal grundlegend geändert. Allein in die Bezirksregierung Köln wurden noch sieben weitere, auch landesweit zuständige, Sonderbehörden integriert, darunter etwa das bisherige Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen oder die Fachaufsicht über das Bundesausbildungsförderungsgesetz in Nordrhein-Westfalen.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1816 324.632 1828 377.335 1871 613.457 Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885 1880 702.934 1900 1.021.878 1910 1.249.540 1925 1.434.827 1939 1.595.677 Volkszählung 1939 1946 1.461.104 Volkszählung 1946 1950 1.668.813 Statistisches Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland 1952 1961 2.126.400 Statistisches Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland 1962 1970 2.412.200 Statistisches Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland 1972 1980 3.913.800 Statistisches Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland 1981 1990 4.025.300 Statistisches Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland 1992 2000 4.281.500 Statistisches Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland 2002 2010 4.392.747 Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen 2018 4.468.904
Bevölkerungsreichste Städte
Stellung in der Landesverwaltung Bezirksregierungen sind Mittelbehörden im dreistufigen Verwaltungsaufbau von Nordrhein-Westfalen.
Bei der Bezirksregierung Köln werden, wie bei den übrigen vier im Lande, Verwaltungsaufgaben aus den Geschäftsbereichen aller nordrhein-westfälischen Landesministerien und der Staatskanzlei in einer Behörde gebündelt.
Die Regierungspräsidenten 1816–1818: Friedrich zu Solms-Laubach 1818–1825: Ludwig vom Hagen 1825–1832: Daniel Heinrich Delius 1832–1834: Franz Heinrich Gossen (vertretungsweise) 1834–1838: Karl Ruppenthal 1839–1844: Karl von Gerlach 1844: Robert von Patow (trat das Amt nicht an) 1844–1845: Gustav von Bonin 1845–1848: Karl Otto von Raumer 1848: Heinrich von Wittgenstein 1849–1866: Eduard von Moeller 1866–1867: Johann Baptist Birck (vertretungsweise) 1867–1884: Otto von Bernuth 1884–1894: Chlodwig von Sydow 1894–1901: Hugo Samuel von Richthofen 1901–1905: Max von Balan 1905–1917: Otto von Steinmeister 1917–1919: Karl von Starck 1919–1921: Philipp Brugger 1922–1926: Sigmund Maria Graf Adelmann von Adelmannsfelden 1926–1933: Hans Elfgen 1933–1934: Rudolf zur Bonsen 1934–1936: Rudolf Diels 1936–1945: Eggert Reeder 1942–1944: Karl Eugen Dellenbusch (vertretungsweise) 1945–1947: Clemens Busch 1947–1957: Wilhelm Warsch 1957–1958: Walter Rieger 1958–1966: Franz Grobben 1966–1967: Heinrich Stakemeier 1967–1978: Günter Heidecke 1978–1999: Franz-Josef Antwerpes 1999–2005: Jürgen Roters 2005–2010: Hans Peter Lindlar 2010–2022: Gisela Walsken 2022–2026: Thomas Wilk ab 1. März 2026: Gregor LangeKölner Stadt-Anzeiger Köln vom 13. Januar 2026: Dortmunder Polizeichef Gregor Lange wird neuer Regierungspräsident in Köln, von Gerhard Voogt, abgerufen am 13. Januar 2026
Verwaltungsgliederung mini|hochkant=2.3|Kreise in NRW, Grundtöne nach Regierungsbezirken, kreisfreie Städte intensiver eingefärbt
Verzeichnis der Kreise und kreisfreien Städte Kreise Städteregion Aachen (bis zum 20. Oktober 2009 Stadt und Kreis Aachen, Gebiet bis zum 31. Juli 1972 im Regierungsbezirk Aachen) Kreis Bergheim (bis zum 31. Dezember 1974, anschließend im Erftkreis, am 1. November 2003 in Rhein-Erft-Kreis umbenannt) Kreis Bonn (bis zum 31. Juli 1969, anschließend im Rhein-Sieg-Kreis; etliche Gemeinden, so zum Beispiel Bad Godesberg, wurden in die Stadt Bonn eingemeindet) Kreis Düren (bis zum 31. Juli 1972 im Regierungsbezirk Aachen) Erftkreis (ab dem 1. Januar 1975 aus dem Kreis Bergheim und großen Teilen des Landkreises Köln, ab dem 1. November 2003 Rhein-Erft-Kreis) Kreis Euskirchen (ab dem 1. Januar 1972 mit dem Kreis Schleiden aus dem Regierungsbezirk Aachen) Kreis Heinsberg (bis zum 31. Juli 1972 im Regierungsbezirk Aachen) Landkreis Köln (bis zum 31. Dezember 1974, anschließend im Erftkreis, am 1. November 2003 in Rhein-Erft-Kreis umbenannt, manche Gemeinden in der Stadt Köln) Oberbergischer Kreis (ab dem 1. Januar 1975 mit Teilen des Rhein-Wupper-Kreises) Rhein-Erft-Kreis (ab dem 1. November 2003, bisher Erftkreis) Rheinisch-Bergischer Kreis (ab dem 1. Januar 1975 mit Teilen des Rhein-Wupper-Kreises) Rhein-Sieg-Kreis (ab dem 1. August 1969 aus dem Siegkreis und dem Kreis Bonn) Siegkreis (bis zum 31. Juli 1969, anschließend im Rhein-Sieg-Kreis)
Kreisfreie Städte Aachen (bis zum 31. Juli 1972 im Regierungsbezirk Aachen, seit dem 21. Oktober 2009 eingeschränkt nach Maßgabe des Aachen-Gesetzes) Bonn (am 1. August 1969 durch Eingemeindungen, unter anderem von Bad Godesberg, stark vergrößert) Köln (am 1. Januar 1975 durch Eingemeindungen vergrößert) Leverkusen (bis zum 31. Dezember 1974 im Regierungsbezirk Düsseldorf, am 1. Januar 1975 durch Eingemeindungen unter anderem von Opladen stark vergrößert)
Historischer Rückblick Der Kreis Uckerath wurde 1820 in den Kreis Siegburg eingegliedert. Der Kreis Gummersbach entstand 1825 aus den Kreisen Gimborn und Homburg. Der Siegkreis entstand 1825 aus dem Kreis Siegburg. Der Kreis Euskirchen entstand 1827 aus dem Kreis Lechenich. Die Stadt Bonn wurde 1887 kreisfrei, indem sie aus dem Kreis Bonn ausgegliedert wurde. Der Oberbergische Kreis entstand 1932 aus den Kreisen Gummersbach und Waldbröl. Der Kreis Rheinbach wurde 1932 in den Landkreis Bonn eingegliedert. Der Rheinisch-Bergische Kreis entstand 1932 aus den Kreisen Mülheim am Rhein und Wipperfürth.
Aktueller Stand Der Regierungsbezirk Köln besteht gegenwärtig aus folgenden Gebietskörperschaften:
Acht Kreise (inkl. der Städteregion Aachen) mit insgesamt 95 kreisangehörigen Städten und Gemeinden: Städteregion Aachen mit den regionsangehörigen Städten Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath, Monschau, Stolberg und Würselen sowie den regionsangehörigen Gemeinden Roetgen und Simmerath Kreis Düren mit den kreisangehörigen Städten Düren (Sitz), Heimbach, Jülich, Linnich und Nideggen sowie den kreisangehörigen Gemeinden Aldenhoven, Hürtgenwald, Inden, Kreuzau, Langerwehe, Merzenich, Niederzier, Nörvenich, Titz und Vettweiß Kreis Euskirchen mit den kreisangehörigen Städten Bad Münstereifel, Euskirchen (Sitz), Mechernich, Schleiden und Zülpich sowie den kreisangehörigen Gemeinden Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Kall, Nettersheim und Weilerswist Kreis Heinsberg mit den kreisangehörigen Städten Erkelenz, Geilenkirchen, Heinsberg (Sitz), Hückelhoven, Übach-Palenberg, Wassenberg und Wegberg sowie den kreisangehörigen Gemeinden Gangelt, Selfkant und Waldfeucht Oberbergischer Kreis mit den kreisangehörigen Städten Bergneustadt, Gummersbach (Sitz), Hückeswagen, Radevormwald, Waldbröl, Wiehl und Wipperfürth sowie den kreisangehörigen Gemeinden Engelskirchen, Lindlar, Marienheide, Morsbach, Nümbrecht und Reichshof Rheinisch-Bergischer Kreis mit den kreisangehörigen Städten Bergisch Gladbach (Sitz), Burscheid, Leichlingen, Overath, Rösrath und Wermelskirchen sowie den sowie den kreisangehörigen Gemeinden Kürten und Odenthal Rhein-Erft-Kreis mit den kreisangehörigen Städten Bedburg, Bergheim (Sitz), Brühl, Elsdorf, Erftstadt, Frechen, Hürth, Kerpen, Pulheim und Wesseling Rhein-Sieg-Kreis mit den kreisangehörigen Städten Bad Honnef, Bornheim, Hennef, Königswinter, Lohmar, Meckenheim, Niederkassel, Rheinbach, Sankt Augustin, Siegburg (Sitz) und Troisdorf sowie den kreisangehörigen Gemeinden Alfter, Eitorf, Much, Neunkirchen-Seelscheid, Ruppichteroth, Swisttal, Wachtberg und Windeck
Vier kreisfreie Städte: Aachen Bonn Köln Leverkusen
Regionalrat