Das Bundesministerium des Innern (BMI) ist eine oberste Bundesbehörde der Bundesrepublik Deutschland mit erstem Dienstsitz in Berlin und zweitem Dienstsitz in Bonn. Bundesminister des Innern ist Alexander Dobrindt (CSU).

Geschichte Vorgänger des Ministeriums war das Bundeskanzleramt des Norddeutschen Bundes von 1867, das seit 1871 heißende Reichskanzleramt, das Reichsministerium des Innern, das wiederum aus dem Reichsamt des Innern hervorgegangen war. Das BMI wurde gemäß einer Empfehlung des Organisationsausschusses der Ministerpräsidentenkonferenz vom 30. Juli 1949 konstituiert. Dieses nahm mit der ersten Regierung der Bundesrepublik Deutschland am 20. September 1949 seine Arbeit auf.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945 übernahmen zunächst die Oberbefehlshaber der vier Besatzungsmächte die Aufgaben der deutschen Staatsführung. Nachdem das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland am 24. Mai 1949 in Kraft trat, wurde am 20. September 1949 die erste Bundesregierung gegründet, zu der das heutige Bundesministerium des Innern gehörte.

Von Bundesinnenminister Thomas de Maizière im Dezember 2014 beauftragt, widmen sich Forscher des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) und des Zentrums für Zeithistorische Forschung (ZZF) seit 2015 der Nachkriegsgeschichte des BMI sowie des Ministeriums des Innern der DDR. In einer Vorstudie veröffentlichten die Wissenschaftler Ende 2015 erste vorläufige Ergebnisse zur Personalstruktur beider Innenministerien.ZZF Potsdam, IfZ München-Berlin: Abschlussbericht der Vorstudie zum Thema „Die Nachkriegsgeschichte des Bundesministeriums des Innern (BMI) und des Ministeriums des Innern der DDR (MdI) hinsichtlich möglicher personeller und sachlicher Kontinuitäten zur Zeit des Nationalsozialismus“, 29. Oktober 2015, S. 24. Für die Bundesrepublik wurden mehr als 300 Lebensläufe von Beamten des Bundesinnenministeriums ausgewertet. Demnach machten in den 1950er und 1960er Jahren ehemalige NSDAP-Mitglieder einen hohen Anteil der Ministeriumsmitarbeiter aus. Von den zwischen 1949 und 1970 beschäftigten höheren Beamten (von der Ebene der Referatsleiter aufwärts) waren 54 % in der NSDAP gewesen.Viele frühere NSDAP-Mitglieder, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. November 2015. S. 4. Als die Jahrgänge der Kriegsjugendgeneration (zwischen 1900 und 1910 Geborene) in die höheren Positionen einrückten, erreichte der Anteil ehemaliger NSDAP-Mitglieder einen Höchststand: Im Jahr 1961 waren es 66 %.ZZF Potsdam, IfZ München-Berlin: Abschlussbericht der Vorstudie, S. 33. Im Juni 2018 erschien die Studie Hüter der Ordnung und wurde offiziell im Bundesministerium des Innern vorgestellt.

Das Bundesministerium des Innern wurde am 14. März 2018 (nach der Bundestagswahl 2017) durch Bundeskanzlerin Angela Merkel um die Zuständigkeit für den Bereich Bauwesen erweitert und in Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat umbenannt,Angela Merkel: Organisationserlass der Bundeskanzlerin vom 14. März 2018 (). unter Beibehaltung der Abkürzung BMI. Bundeskanzler Olaf Scholz ordnete am 8. Dezember 2021 (nach der Bundestagswahl 2021) per Organisationserlass an, das Ministerium in Bundesministerium des Innern und für Heimat umzubenennen, wobei BMI ebenfalls die Abkürzung war. Der Erlass übertrug dem BMI die bisher im Geschäftsbereich des Bundeskanzleramtes liegenden Zuständigkeiten für die Strategische Steuerung der IT des Bundes sowie für den IT-Rat des Bundes. Mit dem gleichen Erlass wurden die Zuständigkeiten für Bauwesen, Stadtentwicklung und Raumordnung vom BMI zum neu gebildeten Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen übertragen. Bundeskanzler Friedrich Merz ordnete am 6. Mai 2025 in einem Organisationserlass die Umbenennung in Bundesministerium des Innern an. Die Zuständigkeit für gleichwertige Lebensverhältnisse und regionale Kultur wurde dem damit ebenfalls umbenannten Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat übertragen. Dem durch den Organisationserlass gebildeten Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung wurden die Zuständigkeiten für mehrere Themenbereiche der Digitalisierung aus dem BMI übertragen. Ebenfalls die Sportpolitik ging nach dem Regierungswechsel 2025 über an die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt beim Bundeskanzler im Bundeskanzleramt.

Zuständigkeit Das Bundesinnenministerium ist das Innenministerium des Bundes und bestimmt damit maßgeblich die Innenpolitik.

Das Bundesministerium des Innern (BMI) sowie seine nachgeordneten Behörden übernehmen eine Vielzahl von Aufgaben und Tätigkeiten. Diese reichen von Sicherheitsbelangen über Migration und Integration, IT- und Netzpolitik, Heimat, gesellschaftlichem Zusammenhalt und Verfassung, Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bis hin zur Modernisierung der Verwaltung und der Verantwortung für den öffentlichen Dienst.

mini|Erster Dienstsitz des Bundesministeriums des Innern in Berlin mini|Zweiter Dienstsitz des Bundesministeriums des Innern in Bonn

Seine Zuständigkeit erstreckt sich unter anderem auf folgende Themen:

Innere Sicherheit, insbesondere Kriminalitätsbekämpfung Grenzschutz Zivilschutz Verfassungsschutz (insbesondere den Schutz vor Extremismus, Terrorismus, Sabotage, Spionage und Sekten) Pass-, Ausweis- und Meldewesen Öffentlicher Dienst Organisation der öffentlichen Verwaltung, insbesondere Statistik Cyber- und Informationssicherheit Zuwanderung, Integration, nationale Minderheiten (insbesondere Ausländer, Flüchtlinge, Asylsuchende, Vertriebene und Spätaussiedler) Politische Bildung

Der Bundesinnenminister ist Teil der Gesetzgebung der Europäischen Union im Rahmen des Ministerrates für Justiz und Inneres.

Des Weiteren ist das Bundesinnenministerium gemeinsam mit dem Bundesministerium der Justiz zuständig für das allgemeine Verwaltungs-, Verfassungs-, Staats-, Europa- und Völkerrecht. Es wirkt beim Zustandekommen von Gesetzentwürfen in diesen Bereichen mit oder erstellt sie selbst und überprüft alle Rechtsetzungsvorhaben der Bundesregierung oder einzelner Bundesministerien auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz und auf ihre Verwaltungsförmigkeit (Widerspruchsrecht der Verfassungsressorts).

Das Beschaffungsamt des BMI ist für die Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen und Dienstleistungen für alle Behörden im Geschäftsbereich des Ministeriums zuständig. Es kauft unter anderem Kraftfahrzeuge ein und unterhält eine eigene Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle, die eine eigene Stempelplakette führt.

Zentralstelle für Arbeitsschutz beim Bundesministerium des Innern mini|Spree-Bogen, Sitz des Ministeriums von 1999 bis 2015 (als einziges Bundesministerium in gemieteten Räumen) Für Bundesbehörden sind die Landesgewerbeämter nicht befugt, Anordnungen zu erteilen. Nach Abs. 5 Arbeitsschutzgesetz ist für Bundesbehörden die Zentralstelle für Arbeitsschutz beim BMI zuständig, in dessen Auftrag die Unfallversicherung Bund und Bahn handelt. Von der Europäischen Union wurde bereits allgemein festgestellt, dass die Nähe von Kontrollbehörde und kontrollierter Behörde – in Deutschland beides Behörden des Bundes – wenig effektiv ist. Finanzielle Sanktionen wären lediglich Umbuchungen im Bereich des Bundes und wären daher weitgehend wirkungslos. Verwaltungsrechtstreite sind langwierig und werden von gegnerischen Bundesbehörden offen angedroht. Die Möglichkeiten der Zentralstelle für Arbeitsschutz und der Unfallversicherung Bund und Bahn sind daher beschränkt. Eine Einschaltung der zuständigen Behörden ist für Arbeitnehmer aus vertraglicher Rücksichtspflicht erst nach Ausschöpfung aller innerbetrieblichen Möglichkeiten zulässig, da ansonsten ein Kündigungsgrund für den Arbeitgeber besteht.

Gliederung des Ministeriums (Stand: Januar 2026)

Dem Minister sind folgende Staatssekretäre untergeordnet: Beamtete Staatssekretäre: Hans-Georg Engelke, Bernd Krösser und Sebastian Wüste Parlamentarische Staatssekretäre: Christoph de Vries und Daniela Ludwig

Dem Bundesminister ist folgende Abteilung direkt nachgeordnet: Abteilung L – Leitung

Dem Staatssekretär Engelke sind folgende Abteilungen nachgeordnet: Abteilung ÖS – Öffentliche Sicherheit Abteilung B – Angelegenheiten der Bundespolizei Abteilung CI – Cyber- und Informationssicherheit Abteilung ZV – Zivile Verteidigung, Katastrophenhilfe und Waffenrecht Stab KH – Krisenreaktion; Hybride Bedrohungen; NSR-Koordinierung

Dem Staatssekretär Krösser sind folgende Abteilungen nachgeordnet: Abteilung M – Migrations-, Flüchtlings-e und Rückkehrpolitik Abteilung V – Staatsrecht; Verfassungsrecht; Verwaltungsrecht Abteilung D – Öffentlicher Dienst Stab E – Internationale und EU-Angelegenheiten

Dem Staatssekretär Wüste sind folgende Abteilungen nachgeordnet: Abteilung Z – Zentralabteilung Abteilung DG – Demokratie und Gesellschaft Stab PB – Protokoll und Bürgerinformation

Nachgeordneter Geschäftsbereich Der nachgeordnete Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern umfasst 19 Behörden und Einrichtungen sowie Planstellen und Stellen für etwa 85.000 Mitarbeiter, davon knapp 50.000 bei der Bundespolizei.

Das BMI ist als oberste Bundesbehörde zuständig für die Sicherheitsbehörden des Bundes. In dieser Funktion plant und steuert es Maßnahmen zum Schutz der inneren Sicherheit Deutschlands, der Sicherheit der Bürger sowie der Verfassung. Für die Umsetzung der operativen und präventiven Sicherheitsaufgaben wurden im Geschäftsbereich des BMI folgende Sicherheitsbehörden eingerichtet:

Bundesamt für Verfassungsschutz Bundeskriminalamt Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Bundespolizei Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich. Neben dem Kernthema der inneren Sicherheit nimmt das BMI Aufgaben im Bevölkerungsschutz und in der Katastrophenhilfe mit dem

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk wahr.

Die Migrations- und Integrationspolitik zählt mit dem Aufenthaltsrecht, der Asyl- und Flüchtlingspolitik, dem Staatsangehörigkeitsrecht und den Integrationsmaßnahmen für die in Deutschland lebenden Zuwanderer zu den zentralen Themen der Innenpolitik. Insbesondere die Gewährleistung des friedlichen und demokratischen Zusammenlebens von Menschen mit unterschiedlichem nationalen, religiösen und kulturellen Hintergrund spielt dabei eine besondere Rolle. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Geschäftsbereich des BMI nimmt zentrale Aufgaben im Bereich der Migration und Integration wahr. Soweit hierbei Sicherheitsbezüge erkennbar sind, stimmt sich das BAMF eng mit den Sicherheitsbehörden ab.

Zu den klassischen Verwaltungsbehörden zählen weiterhin: das Statistische Bundesamt, das Bundesverwaltungsamt, das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie, das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, das Bundesinstitut für Sportwissenschaft, das Beschaffungsamt des BMI, das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen, das Bundesausgleichsamt, die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS), die Bundeszentrale für politische Bildung die Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung.

Neubau des Dienstsitzes Berlin mini|Neubau am Kanzlergarten