Die Hansestadt Osterburg (Altmark) ist eine Stadt im Landkreis Stendal in der Altmark in Sachsen-Anhalt.

Geographie Lage Die Stadt Osterburg liegt 25 Kilometer nördlich von Stendal am Zusammenfluss der Biese und Uchte.

Stadtgliederung Die Stadt Osterburg ist eine Einheitsgemeinde, die aus 11 Ortschaften, 31 Ortsteilen und 19 Wohnplätzen besteht.

Geschichte Mittelalter bis Neuzeit mini|Burgwall mini|Stadtmauer Bronzezeitliche Spuren finden sich im Depot von Osterburg.

Osterburg entstand im 12. Jahrhundert als Siedlung an der heutigen Breiten Straße.https://www.osterburg.de/tourismus-kultur/sehenswuerdigkeiten/sehenswertes-in-osterburg/st-martin-und-burgwall/ Die erste urkundliche Erwähnung Osterburgs als eine Burg am Fluss Biese stammt aus dem Jahre 1157 durch Albrecht den Bären. In einer zu Werben an der Elbe am 3. Oktober dieses Jahres ausgestellten Urkunde Albrechts, in der er sich erstmals selbst als Markgraf von Brandenburg bezeichnet, erscheint ein Graf Werner von Osterburg unter den Zeugen. Albrechts Schwester Adelheid hatte Werner aus dem schwäbischen Geschlecht der Edelherren von Veltheim nach dem Tode ihres ersten Gemahls, des 1128 verstorbenen Grafen Heinrich von Stade, Markgrafen der Nordmark, geheiratet. 1170 gründet Graf Albrecht von Osterburg in Krevese das Benediktinerinnen-Kloster. Im Jahre 1188 erfolgt die Weihe der Osterburger Nicolaikirche. 1208 wird Osterburg urkundlich als „oppidum (Stadt)“ genannt und besitzt damit Stadtrechte. Der letzte Osterburger Graf aus dem Geschlecht der Veltheimer war der um 1238 gestorbene Siegfried von Osterburg. Im 13. Jahrhundert gelangte die Stadt in den Besitz der Markgrafen von Brandenburg. In der Zeit von 1436 bis 1488 gehörte Osterburg der Hanse an, und im Spätmittelalter zählte die Stadt rund 1 500 Einwohner.Matthias Puhle: 16 Stadtbilder in Sachsen-Anhalt, S. 87. Dößel (Saalekreis) 2008. Um 1580 bestand Osterburg aus rund 300 Häusern. Der Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer und Wallanlagen, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgetragen wurden, ist noch durch den Verlauf von Bergstraße, Werbener Straße, Blumenstraße und Promenade erkennbar. Osterburg hatte drei Stadttore: Am nördlichen Ende der Breiten Straße stand das Seehäuser Tor, am südlichen Ende das Stendaler Tor, und am Ende der Werbener Straße befand sich das Alte-Stadt-Tor.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt mehrfach geplündert, 1626–1628 von der Pest heimgesucht (624 Todesfälle), 1631 von einer Feuersbrunst, bei der neben 222 Wohnhäusern auch das Rathaus abbrannte, betroffen, und im Jahre 1644 verwüstet. 1648 lebten nur noch 44 Familien in der Stadt. Das Rathaus wurde erst 1681 wieder aufgebaut. Im Jahre 1761 brannten zwei Drittel der Stadt nieder, und das Feuer wütete auch im Innern der Nicolaikirche.

Osterburg wurde im Jahre 1816 zur Kreisstadt des Landkreises Osterburg in der preußischen Provinz Sachsen. 1820 zählte man 1 620 Einwohner in 256 Wohnhäusern, und 1840 2 238 Einwohner in 287 Häusern. 1849 erfolgte der Anschluss an die Eisenbahn von Magdeburg nach Hamburg, etwa zur gleichen Zeit wurde Osterburg durch Chausseen mit Stendal, Wittenberge und Bismark (Altmark) verbunden. Ungefähr ab 1860 wurde Osterburg systematisch nach Süden hin mit geraden Straßen erweitert. Verschiedene repräsentative Gebäude im neogotischen Stil wurden in dem neuen Stadtviertel errichtet, z. B. 1861 das Hospital St. Georg, 1868 eine Oberschule für Jungen, 1871 eine Höhere Töchterschule, 1889 das Postamt, 1895 ein repräsentatives Hotel an der Bahnhofstraße. Die Grünanlage Wilhelmshain wurde bereits 1875–76 angelegt. Das heutige Bahnhofsgebäude wurde 1901–1902 erbaut. Ungefähr auf halber Strecke zwischen Bahnhof und Altstadt wurde der Schillerplatz angelegt, auf dem 1908 ein Denkmal für Friedrich Schiller errichtet wurde.

Bis 1994 blieb Osterburg Kreisstadt: von 1952 bis 1990 des DDR-Kreises Osterburg im Bezirk Magdeburg und von 1990 bis 1994 des Landkreises Osterburg im neu gegründeten Land Sachsen-Anhalt. Mit Eintritt der Kreisreform in Sachsen-Anhalt 1994 wurde Osterburg in den Landkreis Stendal eingegliedert und verlor seinen Status als Kreisstadt.

In der Stadt entstanden Betriebe der verarbeitenden Industrie für die Produkte der altmärkischen Landwirtschaft. Aber auch Blechwaren wurden hier produziert. 1929 begründete August Huchel den Ruf Osterburgs als Spargelstadt, als er die Deutsche Spargelhochzuchtgesellschaft gründete. Während der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik waren jeweils eine Zweigstelle der Rathenower Optischen Werke und der Schuhfabrik Roter Stern Burg ansässig, die vor allem vielen hunderten Frauen Arbeit gaben. Mit dem Ende der DDR war das Schicksal dieser Betriebe besiegelt.

Vom 1. bis 3. Juni 2007 feierte die Stadt Osterburg ihr 850-jähriges Bestehen als Gastgeber des 11. Sachsen-Anhalt-Tages.

Seit dem 1. Juni 2008 führt die Stadt den Namen Hansestadt Osterburg (Altmark)., abgerufen am 1. Oktober 2012

Eingemeindungen Am 1. Februar 1974 wurde die Gemeinde Krumke (mit dem Ortsteil Zedau) und am 15. Oktober 1993 wurde die Gemeinde Dobbrun in Osterburg eingemeindet.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Ballerstedt, Düsedau, Erxleben, Flessau, Gladigau, Königsmark, Krevese, Meseberg, Rossau, Walsleben und der Hansestadt Osterburg (Altmark), dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Einheitsgemeinde mit dem Namen Hansestadt Osterburg (Altmark) vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Juli 2009 in Kraft.StBA: Gebietsänderungen vom 02. Januar bis 31. Dezember 2009

Nach Umsetzung des Gebietsänderungsvertrages der bisher selbstständigen Stadt Osterburg (Altmark) wurden Osterburg, Dobbrun, Krumke und Zedau Ortsteile der neuen Hansestadt Osterburg (Altmark). Für die eingeflossene Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die aufgenommene Stadt Osterburg (Altmark) und die künftigen Ortsteile Osterburg, Dobbrun, Krumke und Zedau wurden zur Ortschaft der neuen Hansestadt Osterburg (Altmark). In der eingeflossenen Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Osterburg wurde ein Ortschaftsrat mit neun Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Bevölkerung Stadt (Einheitsgemeinde) Jahr Einwohner 2010 11.016 2015 10.076 2020 9.617 Jahr Einwohner 2021 9.500 2022 9.520 2023 9.364 2024 9.371 2025 9.274

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Stadt und Ortsteil Osterburg (Kernstadt) JahrEinwohner15791.5001722749ohne Frauen17309821740993175099517701.04117801.431mit Militär17901.31218001.36518181.69118482.285JahrEinwohner18643.25718713.51218854.26118954.54019055.06519255.34019466.89319647.29719718.25019818.76919939.370JahrEinwohner20057.11120086.64320126.04120185.77220205.72120215.65020225.78420235.69120245.709

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:

Religionen mini|hochkant=0.7|St.-Nicolai-Kirche mini|hochkant=0.7|Katholische Kirche Osterburg Die Volkszählung in der Europäischen Union 2011 zeigte, dass von den Einwohnern der Hansestadt Osterburg (Altmark) rund 23 % der evangelischen und rund 3 % der katholischen Kirche angehörten.Datenbank Zensus 2011, Osterburg (Altmark), Hansestadt, Religion

Die evangelische Kirchengemeinde wird betreut vom Pfarrbereich Osterburg im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Die katholische Kirchengemeinde gehört zur Pfarrei St. Anna mit Sitz in Stendal.

Ein Gebäude der neuapostolischen Kirche befindet sich seit 1973 in der Melkerstraße 16. Im Jahr 1978 erhielt die Kirche durch die Orgelbauerwerkstatt Rudolf Böhm ein neues Instrument mit siebzehn Registern, zwei Manualen und Pedal.

Politik Stadtrat Der Stadtrat von Osterburg besteht aus 20 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 63,5 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Freie Stadträte – – 30,2 % 6 AfD 11,1 % 2 25,9 % 5 CDU 35,3 % 7 20,4 % 4 Die Linke 25,4 % 5 10,7 % 2 SPD 8,4 % 2 6,5 % 1 Bündnis 90/Die Grünen 4,6 % 1 3,9 % 1 FDP 3,8 % 1 2,4 % 1 Wählergemeinschaft Land 10,6 % 2 – – Einzelbewerber Peter Leier 0,8 % – – – Insgesamt 100 % 20 100 % 20

Bürgermeister seit 2011: Nico Schulz (CDU, ab 2020 Freie Wähler)

Bei der Bürgermeisterwahl am 3. Juni 2018 wurde Schulz mit 84,7 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 3. Juni 2018 Am 25. Mai 2025 wurde er mit 67,6 % der gültigen Stimmen ein weites Mal in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2025 Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61

Ortschaftsrat Der Ortschaftsrat vertritt die Interessen der Bürger der Ortschaft Osterburg. Die Ortschaftsratswahl am 9. Juni 2024 ergab folgendes Ergebnis:

Partei / Liste Sitze +/−AfD 3 + 2Freie Stadträte 2 + 2CDU 2 - 1SPD 1 ± 0LINKE 1 - 2

Wappen Das Wappen wurde am 12. Juli 1995 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Gemäß Antrag vom 7. Juli 2009 erhält die neue Einheitsgemeinde Hansestadt Osterburg (Altmark) die Genehmigung zur Weiterführung des nachfolgend beschriebenen Wappens der aufgelösten Hansestadt Osterburg (Altmark). Die Genehmigung erteilte der Landkreis am 24. Juli 2009.

Die Hansestadt Osterburg (Altmark) führt die Farben Rot - Silber (Weiß).

Flagge Die Flagge der Hansestadt Osterburg (Altmark) ist (1:1) Rot-Weiß-gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Stadtwappen belegt.

Städtepartnerschaften Wieluń, Polen, 2000 Oerlinghausen, Deutschland (Städtefreundschaft), 1991 Soltau, Deutschland (Städtefreundschaft), 1991

Sehenswürdigkeiten und Kultur

mini|Rathaus mit Neptunbrunnen mini|Martinskapelle Bauten Da Osterburg im Dreißigjährigen Krieg verwüstet und 1761 durch eine Feuersbrunst zu zwei Dritteln zerstört wurde, sind nur wenige Gebäude aus der Zeit davor erhalten. Das Haus Breite Straße 49, unter dem Namen „Giebelhaus“ bekannt und heute unter Denkmalschutz, ist eines der wenigen Gebäude aus der Zeit vor 1761, das den Brand überstand. Von der Stadtmauer, die im 19. Jahrhundert abgetragen wurde, ist ein kleiner Rest auf dem Schulhof des Gymnasiums erhalten, während von den drei Stadttoren nur der Name und die Lage überliefert sind.

Nordöstlich der Altstadt steht auf dem Friedhof die Kapelle St. Martin, in deren Mauern Teile des Vorgängerbaues, erkennbar sind, der aus Bruchsteinen und kleinen Findlingen errichtet war. Die Kapelle stammt aus dem 12. Jahrhundert, wurde aber 1866 bei einem Umbau erheblich verändert.https://www.osterburg.de/tourismus-kultur/sehenswuerdigkeiten/sehenswertes-in-osterburg/st-martin-und-burgwall/ Sie ist benannt nach Martin von Tours und wird heute als evangelische Friedhofskapelle genutzt. Östlich des Friedhofs befindet sich eine flache Erhebung, die als „Burgwall“ bekannt ist und auf dem sich heute eine Kleingartenanlage ausdehnt, möglicherweise handelt es sich hier um den ältesten Siedlungskern Osterburgs.

Das Rathaus wurde 1771 erbaut, nachdem der Vorgängerbau wie auch der gegenüber stehende Ratskeller 1761 abgebrannt war, und 1879 sowie 1905 umgebaut.Informationstafel am Gebäude, bei Wikipedia Commons abgebildet Auch die Fachwerkhäuser am Kleinen Markt, der die Breite Straße mit dem Rathaus verbindet, wurden nach dem Stadtbrand von 1761 neu errichtet. Gegenüber der Einmündung des Kleinen Marktes in die Breite Straße steht das steinerne Giebelhaus, das vor 1761 erbaut wurde und als eines der wenigen Häuser der Breiten Straße den Stadtbrand überstand.