Biberbach ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Amstetten in Niederösterreich.

Geografie Biberbach liegt im Mostviertel in Niederösterreich in der Hügellandschaft zwischen der mittleren Ybbs und der Url. Von der Ybbs, die in 320 Meter Meereshöhe die Gemeindegrenze im Südosten bildet, steigt das Land nach Nordwesten rasch auf bis zu 500 Meter an. Danach fällt es von mehreren Bächen wie dem Biberbach durchflossen, hügelig zur Url nach Norden ab.

Die Fläche der Gemeinde umfasst 28 Quadratkilometer. Davon werden beinahe drei Viertel landwirtschaftlich genutzt, 18 Prozent sind bewaldet.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet ist ident mit der Katastralgemeinde Biberbach und die Ortschaft gliedert sich in zahlreiche Ortsteile: Adersdorf, Angerhof, Aubauern, Biberbach Dorf, Biberbach Umgebung, Brandhof, Dumdachting, Engelsberg, Gstadthof, Holzbauer, Innergrub, Jedersdorf, Kaltaigen, Kleingassen, Kugelau, Mariental, Oismühle, Parkfried, Pratstrum, Schörghub, Straßbauern, Stupfreit, Tiefenweg, Vielmetzen und Willersdorf. Weiters befinden sich in Biberbach mehrere Einzellagen.

Nachbargemeinden

Geschichte Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum.

Biberbach wurde erstmals 1116 urkundlich erwähnt. Bereits 1312 wird der Ort zur Pfarre erhoben. Nach der Zerstörung der Kirche beim Türkeneinfall 1529 wird Biberbach vom Stift Seitenstetten administriert und erst 1757 wieder selbständige Pfarre.

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Biberbach ein Bäcker, drei Binder, ein Brunnenbauer, ein Fleischer, acht Gastwirte, drei Gemischtwarenhändler, ein Glaser, eine Hebamme, ein Erzeuger von landwirtschaftlichen Geräten, drei Schmiede, ein Schneider und vier Schneiderinnen, vier Schuster, zwei Schweinehändler, zwei Tischler, zwei Viehhändler, ein Viktualienhändler, zwei Wagner und zahlreiche Landwirte ansässig. Des Weiteren gab es im Ort eine Pappfabrik, ein Elektrizitätswerk der Theresienthaler Papierfabrik und eines der Elissen-Röder & Co., eine Mühle und ein Sägewerk.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 212

Verbrechen in der NS-Zeit

Bei der Papierfabrik Oismühle gab es in der NS-Zeit ein Zwangsarbeiterlager für ungarische Juden.

In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs, wurden zahlreiche KZ-Häftlinge auf sogenannten Todesmärsche durch den Ort getrieben. Im Bereich der Brücke, die über den Biberbach führt wurden sechs marschunfähige Häftlinge durch Angehörige der SS-Wachmannschaften erschossen. Zuvor waren sie noch gezwungen worden, eine Grube auszuheben, die anschließend als Erschießungsort diente. Die Leichname wurden in weiterer Folge am Friedhof in Biberbach beigesetzt.

Weitere dokumentierte Gewaltverbrechen aus der Nationalsozialistischen Endphase ereigneten sich im Bereich zwischen der Gleißer Brücke, Adersdorf in Richtung Einfahltsberg. Zeitzeugenberichten zufolge waren bereits Tage zuvor entlang der betreffenden Strecke Gräben angelegt worden. Diese erwiesen sich im weiteren Verlauf als Orte zur Beseitigung der NS-Opfer.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Biberbach

Katholische Pfarrkirche Biberbach hl. Stephan

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Biberbach ist eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Von den 119 Bauernhöfen des Jahres 2010 wurden 78 im Haupt- und 41 im Nebenerwerb geführt. Im Produktionssektor arbeiteten 139 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren, 17 in der Bauwirtschaft und zwei in der Energieversorgung. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche Handel (43), Beherbergung und Gastronomie (25) und persönliche und soziale Dienste (22 Mitarbeiter). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)119142131179Produktion1511158114Dienstleistung593412585 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Wasserkraftwerk KraftwerkGemeindeBaujahrEngpassleistung [MW]Jahresarbeitsvermögen [GWh]MaschinensätzeEigentümerOismühleBiberbach1870, 20071,56,852Wasserkraftwerk Oismühle GmbH & Co. KG

Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 lebten 1154 Erwerbstätige in Biberbach. Davon arbeiteten 284 in der Gemeinde, drei Viertel pendelten aus. Verkehr Bahn: Die Gemeinde liegt an der Trasse der Westbahn, die im Norden einen Durchgangsbahnhof hat. An der Haltestelle Krenstetten-Biberbach werden Regionalzüge nach Amstetten und St. Valentin bedient.

Öffentliche Einrichtungen In der Gemeinde gibt es eine Volksschule.Schulensuche auf Schulen online, abgerufen am 4. September 2020

Sportvereine Fußball Union Biberbach Tennis Union Tennisclub Biberbach Motorsport MTC Biberbach Tischtennis Union Tennisclub Biberbach Wandern Wanderverein Biberbach Stocksport Union Stockschützen

Politik

Gemeinderat Seit 2005 hat der Gemeinderat 21 Mitglieder. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 4 SPÖ und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 4 SPÖ und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP, 3 SPÖ und 1 Grüne. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP und 5 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP und 4 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP, 3 Grüne und 3 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 18 ÖVP und 3 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 18 ÖVP und 3 FPÖ.

Bürgermeister

?–1938 Johann Schmidt

1936–1945 Rupert Theuerkauf (NSDAP)

1983–2016 Karl Latschenberger seit 2016 Friedrich Hinterleitner (ÖVP) Gemeindewappen Der Gemeinde wurde 1979 folgendes Wappen verliehen: Ein durch einen silbernen Wellenbalken geteilter Schild, oben in Gold ein aus der Schildesteilung wachsender schwarzer, rotbewehrter Greif, unten von Blau auf Gold gerautet.

Der Greif und die Rauten stehen für das Geschlecht der Dieminger, die vom 13. bis zum 15. Jahrhundert ihren Hauptsitz in Biberbach hatten. Die Wellen symbolisieren den namensgebenden Biberbach.

Gemeindepartnerschaften seit 1980 Beilngries in Bayern (Deutschland) (PDF; 5,5 MB) der Gemeinde Biberbach (S. 25)Städtepartnerschaften der Gemeinde Beilngries

Persönlichkeiten Leopold Weber (1899–1951), Politiker (SPÖ). Von 1949 bis 1951 Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich. Peter Lisec (1937–2009), Industrieller

Weblinks

https://biberbach.gv.at/ Topothek Biberbach Bildmaterial zur Gemeinde Biberbach, verortet, beschlagwortet und datiert

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1116