Der Landkreis Fulda liegt im Regierungsbezirk Kassel in Osthessen am östlichen Rand der Metropolregion Rhein-Main.

Geografie Lage Das Kerngebiet des Landkreises Fulda umfasst das sogenannte Fuldaer Becken. Östlich davon liegt das Mittelgebirge der Hohen Rhön mit Hessens höchstem Berg, der Wasserkuppe. Im Westen des Kreisgebiets befinden sich noch Ausläufer des Vogelsbergs. Namensgebend für den Kreis sind der Fluss Fulda und die Kreisstadt Fulda.

Der Landkreis Fulda ist der östlichste Landkreis des Rhein-Main-Gebietes.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt, im Norden beginnend im Uhrzeigersinn, an die Landkreise Hersfeld-Rotenburg (in Hessen), Wartburgkreis und Landkreis Schmalkalden-Meiningen (beide in Thüringen), Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen (beide in Bayern) sowie Main-Kinzig-Kreis und Vogelsbergkreis (beide wiederum in Hessen).

Geschichte mini|Kreis Fulda, 1905 Der Kreis Fulda wurde 1821 geschaffen, nachdem das Großherzogtum Fulda 1816 zum Kurfürstentum Hessen gekommen war und in vier Kreise aufgeteilt wurde. Im Jahre 1856 wechselte die Gemeinde Rödergrund vom Kreis Hünfeld in den Kreis Fulda und wurde Teil der Gemeinde Rödergrund-Egelmes. Als nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 das Kurfürstentum Hessen und die bayerischen Bezirke Gersfeld und Orb von Preußen annektiert wurden, wurde dieses Gebiet zum neuen Regierungsbezirk Kassel der preußischen Provinz Hessen-Nassau. Das heutige Kreisgebiet wurde in die Kreise Fulda, Gersfeld und Hünfeld eingeteilt.

Im Jahre 1927 schied die Stadt Fulda aus dem Kreis Fulda aus und wurde kreisfrei. 1932 wurde der Landkreis Fulda mit dem Kreis Gersfeld vereinigt. Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurden am 31. Dezember 1971, am 1. April und am 1. August 1972 die zahlreichen kleineren Gemeinden im alten Kreisgebiet zu insgesamt 17 Großgemeinden vereinigt.

Durch das Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Fulda und Hünfeld und der Stadt Fulda wurde der Umfang des Landkreises Fulda am 1. August 1972 deutlich verändert: Aus dem aufgelösten Landkreis Hünfeld kamen die fünf Gemeinden Burghaun, Eiterfeld, Hünfeld, Nüsttal und Rasdorf zum Landkreis Fulda hinzu. Die Gemeinde Haunetal des Landkreises Hünfeld kam zum Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Die Gemeinden Oberkalbach und Uttrichshausen des aufgelösten Landkreises Schlüchtern wurden in die Gemeinde Kalbach im Landkreis Fulda eingegliedert. 24 Gemeinden schieden aus dem Landkreis Fulda aus und wurden in die kreisfreie Stadt Fulda eingegliedert. Die Gemeinde Weidenau schied aus dem Landkreis Fulda aus und wurde in die Gemeinde Freiensteinau des neuen Vogelsbergkreises eingegliedert.

Am 1. Juli 1974 verlor die Stadt Fulda ihren Status als kreisfreie Stadt und wurde in den Landkreis Fulda eingegliedert, womit dieser seine heutige Ausdehnung mit insgesamt 23 Gemeinden erreichte.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1871 44.475 Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Hessen-Nassau und ihre Bevölkerung 1871 1890 49.168 1900 53.438 1910 63.199 1925 71.637 1933 70.985 1939 69.963 1950 94.928 1960 95.200 1970 108.800 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1980 190.300 1990 197.300 2000 217.710 Hessisches Statistisches Landesamt. 2010 217.408 2015 217.584 2020 223.023 2022 227.456

Konfessionsstatistik Laut Zensus 2011 gehörten 62,2 % der Einwohner der katholischen Kirche und 20,0 % der evangelischen Kirche an. 17,7 % der Einwohner bekannten sich zu einer anderen Religion bzw. Konfession (u. a. Muslime, orthodoxe Christen) oder waren konfessionslos., zuletzt gesehen am 13. Oktober 2017.

Die Zahl der Protestanten ist seitdem gesunken. Laut kirchlicher Statistik waren August 2020 42.000 (18,9 %) der 223.145 Einwohner evangelisch.Fulda das sind wir, abgerufen am 26. August 2020. Im Vorjahr gehörten 42.419 Einwohner der evangelischen Kirche an. Mit Stand 2024 gab es noch 39.300 evangelische Christinnen und Christen., abgerufen am 17. Juli 2025

Politik Kreistag Für den Kreistag des Landkreises Fulda erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Kreiswahl 2026 in Vergleich gesetzt zu den Ergebnissen früherer Kreistagswahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Kreiswahl 2021Votemanager: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2016 und von 2011Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2006 und 2001Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2001 und 1997

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001%1997Sitze1997CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands44,53644,13646,53853,04357,84758,64849,942SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands9,6812,31015,51319,11520,61723,31925,822GRÜNEBündnis 90/Die Grünen8,2712,0108,1614,4125,345,247,36AfDAlternative für Deutschland20,01610,0814,312————————FDP Freie Demokratische Partei3,126,655,543,734,032,923,0—CWEChristliche Wähler-Einheit3,234,846,456,355,344,44FWFreie Wähler3,433,12——————————DIE LINKE.OLDIE LINKE.Offene Liste3,022,322,821,921,610,9———VoltVolt Deutschland2,621,71——————————Die PARTEIPartei für Arbeit, Rechtsstaat,Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative1,011,71——————————FGGFulda gemeinsam gestalten0,91————————————Bündnis CBündnis C – Christen für Deutschland0,6—0,81——————————BfOBürger für Osthessen——0,71—————————FWGFreie Wählergemeinschaften des Landkreises Fulda————————3,332,72REPDie Republikaner————1,011,712,222,725,96Gesamt 100 81 100 81 100 81 100 81 100 81 100Die DP errang 2001 keinen Sitz, aber 0,2 % der Stimmen. 81 100In den Beiträgen zur Statistik Hessens Nr. 356 wurden 0,7 für Sonstige im Jahr 1997 ausgewiesen, wobei jedoch keine nähere Bezeichnung angegeben wurde, um welche Partei oder Wählvereinigung es sich hierbei handelt. 81Wahlbeteiligung in %60,156,254,551,247,757,170,7

Landräte des Landkreises Fulda von 1821 bis 1972

Name von bis Friedrich Fondy 1821 1841 Karl von Benning 1841 1844 Heinrich Karl Joachim von Loßberg 1844 1847 Jakob Hippolyt Braun 1847 1851 Carl Theodor Giller 1851 1854 Wilhelm Schmidt 1854 1866 August Wagner 1866 1868 Friedrich Cornelius 1868 1883 Friedrich von Trott zu Solz 1883 1891 Max Friedrich Martin Georg Fliedner 1891 1894 Kurt Steffens 1895 1903 Gustav Springorum 1903 1912 Karl von Dörnberg 1912 1921 Heinrich von Gagern (Zentrum) 1921 1933 Hans Burkhardt (NSDAP) 1933 1940 Otto Feuerborn (NSDAP) 1940 1945 Franz Danzebrink (Zentrum, NSDAP) 1945 1945 Johannes Kramer 1945 1945 Georg Stieler (CDU) 1945 1953 Eduard Stieler (CDU) 1953 1972 (Quellen unter)

Landräte des Landkreises Fulda seit der Gebietsreform 1972 Name von bis Eduard Stieler (CDU) 1972 1973 Fritz Kramer (CDU) 1973 2006 Bernd Woide (CDU) 2006 heute (Quellen unter)

Seit dem 1. Februar 2006 ist Bernd Woide (CDU) Landrat des Landkreises Fulda. Seine letzte Wiederwahl erfolgte am 8. Oktober 2023 mit einem Stimmenanteil von 62,9 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 66,7 Prozent.

Wappen, Flagge und Banner

Der Landkreis Fulda führt ein Wappen, eine Hissflagge und ein Banner.

mini|hochkant|Straßenschild an der Grenze des Landkreises Fulda Flaggenbeschreibung: „Die Flagge zeigt auf einer weißen, von zwei roten Seitenstreifen im Verhältnis 1:4:1 eingefassten Bahn, in der Liekhälfte das Wappen. Das Banner zeigt auf einer weißen, von zwei roten Seitenstreifen im Verhältnis 1:4:1 eingefassten Bahn, das Wappen mittig deutlich nach oben versetzt.“

Patenschaften 1962 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus dem Kreis Friedland übernommen; 1965 ebenso für die aus dem Kreis Leitmeritz.https://www.fulda.de/rathaus-politik/partnerstaedte-patenschaften/patenschaften/

Wirtschaft und Verkehr Wirtschaft Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Fulda Platz 89 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit (wirtschaftlich betrachtet) zu den Orten mit „hohen Zukunftschancen“. In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 114 von 401.

Verkehr Der Bahnhof Fulda ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und Halt auf der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg. Durch das Kreisgebiet führen die Bahnstrecken Fulda–Frankfurt, Fulda–Bebra, Fulda–Gersfeld und Fulda–Gießen. Die Bundesautobahn 7 (Kassel–Würzburg) und Bundesautobahn 66 (Frankfurt–Fulda) erschließen den Landkreis im Fernstraßenverkehr. Zum Netz der Bundesstraßen, Landesstraßen und Kreisstraßen zählen die Bundesstraßen B 27, B 84, B 254, B 279 und B 458.

Der Tunnel Weimarer Straße in Fulda ist Teil des Stadtrings Fulda und der Autobahntunnel Neuhof auf der Bundesautobahn 66 führen ebenfalls durch den Landkreis und sind von überregionaler Bedeutung.

Der öffentliche Personennahverkehr wird mit Bahnen und Bussen erbracht. Der Landkreis Fulda liegt im Tarifgebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds.

Gemeinden (Einwohner am )

Städte Fulda, Stadt mit Sonderstatus () Gersfeld (Rhön) () Hünfeld () Tann (Rhön) ()

Marktgemeinden Burghaun () Eiterfeld () Hilders ()Weitere Gemeinden Bad Salzschlirf () Dipperz () Ebersburg [Sitz: Schmalnau] () Ehrenberg (Rhön) [Sitz: Wüstensachsen] () Eichenzell () Flieden () Großenlüder () Hofbieber () Hosenfeld () Kalbach [Sitz: Mittelkalbach] () Künzell () Neuhof () Nüsttal [Sitz: Hofaschenbach] () Petersberg () Poppenhausen (Wasserkuppe) () Rasdorf ()

Ehemalige Gemeinden Die folgende Liste enthält alle ehemaligen Gemeinden, die jemals dem Landkreis Fulda angehörten. Abtsroda Allmus Almendorf Altenfeld Altenhof Armenhof Batten Bernhards Besges Bimbach Blankenau Böckels Brand Brandlos Bronnzell Büchenberg Buchenrod Dalherda Danzwiesen Dassen Dietershan Dietershausen Dietges Dirlos Döllbach Dorfborn Dörmbach (Fulda) Dörmbach a.d. Milseburg Ebersberg Eckweisbach Edelzell EichenauEichenried Ellers Elters Engelhelms Finkenhain Friesenhausen Gackenhof Gersrod Gichenbach Giesel Gläserzell Günthers Habel Haimbach Hainzell Harmerz Hattenhof Haunedorf Hauswurz Hettenhausen Höf und Haid Horas Hundsbach Istergiesel Johannesberg Jossa Kämmerzell Kauppen Kerzell Keulos Kippelbach KleinlüderKleinsassen Kohlgrund Kohlhaus Lahrbach Langenbieber Lehnerz Liebhards Löschenrod Lüdermünd Lütter Lütterz Maberzell Magdlos Maiersbach Malkes Marbach Margretenhaun Melperts Melters Melzdorf Mittelkalbach Mittelrode Mosbach Müs Neuenberg Neuschwambach Neustadt Neuswarts Niederbieber Niederkalbach Niederrode NiesigOberbimbach Obernhausen Oberrode Opperz Pfaffenrod Pilgerzell Poppenrod Reinhards Rengersfeld Reulbach Rex Ried Rodenbach Rödergrund-Egelmes Rodges Rodholz Rommers Rommerz Rönshausen Rothemann Rückers Rupsroth Sandberg Schachen Schletzenhausen Schlitzenhausen Schmalnau Schweben Seiferts Sickels Simmershausen SteensSteinau Steinhaus Steinwand Stellberg Stöckels Stork Thaiden Thalau Theobaldshof Tiefengruben Traisbach Uffhausen Unterbimbach Veitsteinbach Weidenau Welkers Wendershausen Weyhers Wickers Wiesen Wissels Wisselsrod Wittges Wolferts Wüstensachsen Zell Ziegel Zillbach Zirkenbach

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen FD zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Bis zur Eingliederung des Landkreises Hünfeld am 1. August 1972 wurde dort das Unterscheidungszeichen HÜN vergeben.

Literatur Kreisausschuß des Landkreises Fulda: Geschichte und Aufgaben des Landkreises Fulda: Monographie zum 175jährigen Kreisjubiläum. Parzeller, Fulda. Michael Mott: Denkmäler im Landkreis Fulda und im alten Hochstift. Rhön-Verlag Hohmann, Hünfeld 1996, ISBN 3-931796-13-2. Diana Ascher: Die Ortsnamen des Landkreises Fulda. In: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte, Jg. 70 (2018), S. 29–49. Diana Ascher: Die Ortsnamen des Landkreises Fulda. Herder, Freiburg 2020, ISBN 978-3-451-38925-2.