Solothurn (solothurnerdeutsch Soledurn, , , ) ist ein Kanton in der Schweiz. Er zählt aufgrund seiner Gliederung teilweise zur Grossregion Espace Mittelland und teilweise zur Nordwestschweiz. Der Hauptort ist die gleichnamige Stadt Solothurn, der bevölkerungsreichste Ort hingegen Olten, dann folgt Grenchen.

Geographie mini|hochkant|Grenzstein auf der Geissflue

Solothurn liegt im Mittelland und Jura zwischen den Kantonen Bern, Basel-Landschaft, Aargau und Jura und dem zum Frankreich gehörenden Elsass. Ausläufer des Kantonsgebiets reichen bis Dornach nahe Basel, weit ins Berner Gebiet hinein, gehen östlich bis fast nach Aarau. Die Exklaven Kleinlützel und Rodersdorf/Hofstetten-Flüh/Metzerlen-Mariastein/Bättwil grenzen an Frankreich (Elsass), die Exklave Steinhof wird vom Kanton Bern umschlossen. Kienberg im Nordosten ist hingegen keine Exklave. Der höchste Punkt im Kanton ist mit die Hasenmatt, eine Stelle auf dem Jurakamm bei Selzach. Die Dünnern ist das einzige grössere Gewässer mit Quellgebiet im Solothurner Jura. Durchströmt wird der Kanton von Aare, Emme und Birs.

Bevölkerung Die Einwohner des Kantons werden Solothurner genannt. Am betrug die Einwohnerzahl des Kantons Solothurn . Die Bevölkerungsdichte liegt mit  Einwohnern pro Quadratkilometer über dem Schweizer Durchschnitt ( Einwohner pro Quadratkilometer) und ist die sechsthöchste der 26 Kantone.Schweiz. Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV)(mit Quelle Bundesamt für Statistik): Atlas Schweiz, 2026, S. 55 ff. (Berechnung aus Einwohnerzahlen- und Kantonsflächenangaben) Der Ausländeranteil (gemeldete Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) bezifferte sich am auf  Prozent, während landesweit  Prozent Ausländer registriert waren.

Bevölkerungsentwicklung + Bevölkerungs­entwicklung im Kanton Solothurn Jahr Einwohner 1850 69'674 1900 100'762 1950 170'508 2000 246'121 2008 254'444 2010 256'888 2012 259'836 2013 261'437 2022 282'408

Die Entwicklung der Bevölkerung zeigt quantitativ sowohl in der Langphase von 1850 bis 2000 wie auch in der Kurzphase von 2000 bis heute ein exponentielles, d. h. immer wieder stärker beschleunigtes Bevölkerungswachstum.

Von den grösseren Städten ist Solothurn seit dem Jahr 2000 bevölkerungsmässig am stärksten gewachsen. Olten folgt an zweiter Stelle, Grenchen an dritter Stelle, wobei nahezu die Hälfte von dessen Bevölkerungswachstum vom Jahr 2012 auf das Jahr 2013 erfolgt ist.Amt für Finanzen: Der Kanton Solothurn in Zahlen. 2014.

Sprachen Amtssprache im Kanton Solothurn ist Deutsch. Als Alltagssprache dominieren die Solothurner Dialekte.

2012 gaben 89,9 % der Bevölkerung Deutsch, 4,4 % Italienisch und 2,6 % Französisch als Hauptsprache an. Angaben zu der anderen Schweizer Amtssprache Rätoromanisch wurden nicht gemacht. Englisch gaben 2,5 % als Hauptsprache an.

Kinder lernen ab dem dritten Schuljahr Französisch, ab dem fünften wird Englisch unterrichtet.

Konfessionsstatistik Mit Stand Dezember 2025 ist die Mehrheit der Einwohner mit 60,5 % konfessionslos oder hat eine sonstige Religion. 23,6 % der Einwohner sind Mitglied der römisch-katholischen Kirche, 15,4 % der evangelisch-reformierten Kirche. Christkatholisch sind 0,4 %.Kanton Solothurn Wohnbevölkerung Seite 19, abgerufen am 26. März 2026

Mit Stand Dezember 2022 waren 54,6 % konfessionslos oder hatten eine sonstige Religion. 27,2 % der Einwohner waren Mitglied der römisch-katholischen Kirche, 17,8 % der evangelisch-reformierten Kirche. Die Christkatholische Kirche verzeichnete 1114 Mitglieder (0,4 %).Kanton Solothurn Wohnbevölkerung Konfessionen Seite 10, abgerufen am 14. April 2023

Von den drei im Kanton Solothurn anerkannten Konfessionen abgesehen liegen seit der letzten Volkszählung im Jahr 2000 für die Gesamtbevölkerung des Kantons keine genauen Mitgliederzahlen zu den verschiedenen Religionsgemeinschaften mehr vor. Das Bundesamt für Statistik führt jedoch Stichprobenerhebungen durchSeit 2010 basieren die Daten des Bundesamts für Statistik zu den Religionsgemeinschaften im Kanton Solothurn auf einer Stichprobenerhebung, für welche Personen ab dem Alter von 15 Jahren befragt werden. Es gilt zu beachten, dass es sich bei den Ergebnissen der Erhebung um Schätzungen handelt, die ein Vertrauensintervall aufweisen. Seit der letzten Volkszählung im Jahr 2000 liegen keine Zahlen zur Religionszugehörigkeit der Gesamtbevölkerung (jeden Alters) für den Kanton Solothurn mehr vor. Eine Ausnahme bilden die römisch-katholische, evangelisch-reformierte und christkatholische Kirche (Landeskirchen), deren Mitglieder aufgrund der Kirchensteuer amtlich registriert werden. Siehe auch Volkszählung in der Schweiz#Strukturerhebung., bei welchen auch andere Religionsgemeinschaften im Kanton erfasst werden. Bei der Stichprobenerhebung von 2020 gaben 5,2 % der Befragten ab 15 Jahren im Kanton Solothurn an, einer weiteren (staatlich nicht anerkannten) christlichen Konfession anzugehören. 7,6 % waren muslimischen Glaubens, 0,1 % jüdischer Religion, und weitere 1,4 % hatten eine andere Religion.

Die katholischen Pfarreien des Kantons Solothurn gehören zum Bistum Basel und sind zusammen mit den Pfarreien der Kantone Bern und Jura Teil der Bistumsregion St. Verena. Parallel zur kirchlichen Organisation bestehen im Kanton Solothurn – wie in den meisten anderen Schweizer Kantonen – mit der Römisch-Katholischen Synode des Kantons Solothurn und den Kirchgemeinden staatskirchenrechtliche Organe (Körperschaften des öffentlichen Rechts), welche die Kirchensteuern erheben und die finanziellen Mittel zur Wahrnehmung der kirchlichen Aufgaben zur Verfügung stellen.

Die Organisationsform der evangelisch-reformierten Kirche im Kanton Solothurn ist einmalig in der ganzen Schweiz. Während in den meisten Kantonen sämtliche Kirchgemeinden in einer Landeskirche zusammengefasst sind, bestehen auf Solothurner Boden deren zwei. Die Evangelisch-Reformierte Kirche im Kanton Solothurn erstreckt sich über den nördlichen und östlichen Kantonsteil, der Südteil des Kantons gehört demgegenüber zu den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn. Sowohl die beiden Landeskirchen als auch die einzelnen Kirchgemeinden sind Körperschaften des öffentlichen Rechts.

In traditioneller Hinsicht ist der Kanton Solothurn ein römisch-katholisch geprägter Kanton. Eine Ausnahme stellt der Bezirk Bucheggberg dar, welcher durch den Einfluss Berns evangelisch-reformiert wurde.Geographisches Lexikon der Schweiz, Band V: Schweiz – Tavetsch. Attinger, Neuenburg 1908, S. 102 ff.; Putzger. Historischer Weltatlas, zahlreiche Auflagen, Konfessionskarte der Schweiz.

Grösste Einwohnergemeinden Nachfolgend aufgelistet sind Gemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern per :

Politische Gemeinde Einwohner Olten Grenchen Solothurn, Hauptort Zuchwil Biberist Derendingen Dornach Trimbach Oensingen Balsthal Gerlafingen Bellach Wangen bei Olten Dulliken Hägendorf

Flächenmässig ist mit Ausnahme Grenchens keine der Städte überdurchschnittlich gross. Über die grösste Gemeindefläche verfügt die Solothurner Jura-Gemeinde Mümliswil-Ramiswil.

Staatsrecht und Politik Kantonsverfassung Die Verfassung des Kantons Solothurn datiert von 1986 (mit seitherigen Änderungen).

Verfassungsänderungen unterliegen zwingend der Volksabstimmung. Gesetzesänderungen seit 1998 nur noch, wenn dies von 1500 Wahlberechtigten oder fünf Einwohnergemeinden verlangt wird; sollte jedoch der Nein-Stimmenanteil zur Vorlage im Kantonsrat mehr als einen Drittel betragen, gilt dennoch die zwingende Volksabstimmung. 3000 Wahlberechtigte können überdies selbst eine Verfassungs- oder Gesetzesänderung oder den Erlass einer neuen Bestimmung vorschlagen (Volksinitiative); ob ein solcher Vorschlag in Kraft gesetzt werden soll, wird an einer Volksabstimmung entschieden. Seit 2005 hat ein Quorum von ebenfalls 3000 Unterschriften zudem das Recht, per Volksabstimmung eine gewünschte Ausgestaltung eines Globalbudgets zu verlangen. Ferner können 100 Wahlberechtigte zuhanden des Parlaments eine Motion einreichen (Volksmotion).

Legislative

Gesetzgebendes Organ (Legislative), das Parlament, ist der Kantonsrat mit 100 Mitgliedern (bis 2005: 144 Mitglieder). Er wird vom Volk auf vier Jahre gewählt. Wahlkreise sind die Amteien (bis 2005: die Bezirke). Das Volk hat das Recht, mittels Volksabstimmung den Kantonsrat vorzeitig abzuberufen; ein dahingehendes Begehren muss von 6000 Wahlberechtigten gestellt werden.

Bei den Wahlen zum Kantonsrat erhielten die Parteien folgende Sitzzahlen:

Partei 2005 2009 2013 2017 20212025 FDP Kanton Solothurn (FDP) 31 27 26 26 22 20 Schweizerische Volkspartei (SVP) 16 18 19 18 21 25 Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) 25 21 19 23 20 21 Die Mitte Kanton Solothurn (Mitte, bis 2021 CVP) 23 25 22 20 20 20 Grüne Schweiz (GPS) 4 6 7 7 10 9 Grünliberale Partei (glp)– 2 4 3 6 4 Evangelische Volkspartei (EVP) 1 1 1 1 1 1 Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP)– – 2  2 ––

Exekutive

Oberstes vollziehendes bzw. ausführendes Organ (Exekutive) ist der Solothurner Regierungsrat. Dieser umfasst fünf Mitglieder, die vom Volk in einer Majorzwahl auf vier Jahre gewählt werden. Das Präsidium hat der Landammann inne, den der Regierungsrat jährlich aus seiner Mitte wählt. Das Volk hat das Recht, den Regierungsrat mittels Volksabstimmung vorzeitig abzuberufen; ein dahingehendes Begehren muss von 6000 Wahlberechtigten gestellt werden.

Bei den Regierungsratswahlen 2025 wurden in zwei Wahlgängen am 9. März und 16. April folgende Mitglieder für die Legislaturperiode 2025 bis 2029 gewählt:

+ Mitglieder des Solothurner Regierungsrates (Legislaturperiode 2025 bis 2029) Regierungsrat Amtsbezeichnung Partei Departement Sandra Kolly Frau Landammann Die Mitte Bau- und Justizdepartement Susanne Schaffner Frau Vize-Landammann SP Departement des Innern Peter HodelRegierungsrat FDP Finanzdepartement Sibylle Jeker Regierungsrätin SVP Volkswirtschaftsdepartement Mathias Stricker Regierungsrat SP Bildungs-, Kultur- und Sportdepartement

Das Amt des Staatsschreibers hat seit August 2025 Yves Derendinger (FDP) inne.

Judikative Die RechtsprechungSiehe Gesetz über die Gerichtsorganisation (GO) vom 13. März 1977 (mit seitherigen Änderungen). wird in erster Instanz von den Amtsgerichten und Jugendgerichten beziehungsweise in einfacheren Fällen von deren Präsidenten ausgeübt. Zweite Instanz ist das Obergericht des Kantons Solothurn, das in eine Zivilkammer, eine Strafkammer, eine Schuldbetreibungs- und Konkurskammer sowie eine Beschwerdekammer gegliedert ist. Das Haftgericht ordnet die Untersuchungs- und Sicherheitshaft an und entscheidet über Zwangsmassnahmen.

Den Amtsgerichten sind als schlichtende Vorinstanz in Zivilsachen die auf kommunaler Ebene angesiedelten Friedensrichter vorgeschaltet. Weitere Schlichtungsbehörden sind die kantonale Schlichtungsbehörde für die Gleichstellung von Frau und Mann sowie die für die einzelnen Amteien eingerichteten Schlichtungsbehörden für Miet- und Pachtverhältnisse.

Die Verwaltungsgerichtsbarkeit wird durch das Verwaltungsgericht, das Steuergericht und das Versicherungsgericht (Sozialversicherung) ausgeübt, welche administrativ dem Obergericht angehören. Daneben gibt es Spezialgerichte wie die kantonale Schätzungskommission.

Stände- und Nationalräte Im Kanton Solothurn wird die Standesvertretung vom Volk nach dem Majorzwahl­verfahren bestimmt. Die beiden Sitze werden derzeit von Pirmin Bischof (Die Mitte) und Franziska Roth (SP) besetzt.

Die Wahl der Nationalräte, in welchen Solothurn mit sechs Sitzen vertreten ist, geschieht nach Bundesrecht.

Verwaltungsgliederung: Gemeinden, Bezirke und Amteien