mini|hochkant=1.5|Die Stadttöchterschule I links neben der Kutsche an der Hildesheimer Straße Ecke Aegidiendamm; Ansichtskarte Nummer 389 von Georg Kugelmann, datiert 1906

Die Stadttöchterschule I,Hannover Chronik (siehe Literatur), S. 109 anfangs auch Töchterschule der ResidenzJahrbuch / Deutsche Oberschule i.E. (siehe Abschnitt Schriften) oder kurz Stadttöchterschule genannt, war die erste in Hannover gegründete Höhere Töchterschule. Sie wurde später auch Höhere Töchterschule ILéon Wespy: Festschrift der höheren Töchterschule I (siehe Literatur) und zuletzt Deutsche Oberschule für Mädchen genannt.Hannover Chronik, S. 167

Geschichte Die Stadttöchterschule wurde 1802 gegründet in einem Gebäude an der Köbelingerstraße Ecke Bullenstraße (seitdem: Schulstraße benannt), südöstlich der späteren Markthalle, etwa in der Verlängerung der Röselerstraße auf dem (heutigen) Köbelinger Markt.Vergleiche etwa diesen Stadtplan Hannover von 1895 mit aktuellen Stadtplänen Die Schule war anfänglich für Töchter von Angestellten des Hofstaates vorgesehen und wurde noch im Königreich Hannover 1853 von der Stadt übernommen.Hans Kammel: Höhere Töchterschulen (siehe Literatur)

In den Jahren von 1869 bis 1871 errichtete der Architekt Ludwig Droste unter der damaligen Adresse Aegidiendamm 4 Ecke Hildesheimer Straße einen Neubau der Stadttöchterschule I,Reinhard Glaß: Droste, Ludwig in seiner Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902), zuletzt abgerufen am 12. Januar 2017 der laut einem späteren Adressbuch der Stadt Hannover dann unter der Hausnummer 6 zu finden war.Vergleiche beispielsweise Seite 3 vom II. Teil des Adressbuchs von 1942

Zum 1. April 1897 wurde hier Léon Wespy zum Direktor der Schule berufen. Er erreichte für die Emanzipation der Frauen schon 1908 – und noch im Deutschen Kaiserreich – die gleichwertige Anerkennung der Stadttöchterschulen mit den Höheren Knabenschulen.Klaus Mlynek: WESPY, Léon. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 386.

In der Zeit der Weimarer Republik hatte die Stadttöchterschule I in der Meterstraße 47 auch ein Hilfskrankenhaus.Tätigkeitsbericht / Hilfskrankenhaus Stadttöchterschule I, Meterstr. 47, Hannover : Abschrift

1928 wurde Hannovers älteste Mädchenschule in eine Mittelschule umgewandelt, durfte sich aber weiter Stadttöchterschule nennen.Hannover Chronik, S. 125 Im Folgejahr wurde die Schule 1929 in Deutsche Oberschule für Mädchen umbenannt und nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 geschlossen.Hannover Chronik (siehe Literatur), S. 173f.

Das im Besitz der Stadt Hannover befindliche Gebäude, Hausmeister war zuletzt G. Niemeyer, diente noch während des Zweiten Weltkrieges und vor 1942 und den Luftangriffen auf Hannover als Gewerbliche Berufsschule.

Personen Schulleiter mini|„Die Direktoren [...] von 1851 an“: Hermann Dieckmann, Wilhelm Nöldeke, Julius Tietz, Christian Reusche und ab 1909 Adolf Pohlmann; Ansichtskarte von Friedrich Wilhelm Eichhorn, um 1910

Georg Gläser (1773–1840), Lehrer und Schulleiter in Jahren 1802 bis 1840 1851–1853: Hermann Dieckmann (1818–1887), VorstandAdolf Tellkampf: Die höhere Bürgerschule in Hannover. Hannover 1860, S. 109., Schuldirektor, Lehrer 1853–1873: Wilhelm Nöldeke (1821–1906), SchuldirektorAdolf Tellkampf: Die höhere Bürgerschule in Hannover. Hannover 1860, S. 110., Lehrer 1873–?: Julius Tietz (1838–nach 1901), SchuldirektorReinhold Jenne: Mushacke's deutscher Schul-Kalender für 1876. II. Teil: Historisch-statistische und Personal-Nachrichten über die Unterrichts- und Prüfungs-Behörden und die höheren Unterrichts-Anstalten in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz ..., Leipzig: B. G. Teubner Verlag, 1876, S. 231; , Lehrer 1897–?: Léon Wespy (1858–1933), Schuldirektor, Lehrer, Senator, Stadtschulrat 1910–?: Adolf Pohlmann (1875–1956), Schuldirektor, Lehrer, Luftschiffer, verfasste in den 1920er Jahren eine Schrift über die SchuleVergleiche diese Angaben im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Lehrer Andreas Wilhelm Hagemann (1745–1825), Mitgründer und Lehrer seit 1802, Theologe, Pastor an der Marktkirche Johann Heinrich Meier (1778–1860), Lehrer 1802–1806, nach Lübeck abgeworben und dort Gründer und Direktor einer privaten Bildungsanstalt für höhere Töchter Friedrich Krancke (1782–1852), Lehrer 1805–1851, Schulinspektor, SchulbuchautorHannover Chronik (siehe Literatur), S. 114. Louis Münkel (1810–1886), Lehrer 1841–1874, Schriftsteller Wilhelm Bünte (1828–1913), Musiklehrer 1879–1898, Chorleiter, Musikdirektor, Professor und Komponist Auguste Metz (1836–1922), Turnlehrerin ab 1856Dirk Böttcher: METZ, (1) Auguste. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 251., Physiotherapeutin

Schülerinnen Anna Mosolf (1895–1974), Besuch der Höheren Mädchenschule 1912–1916Klaus Mlynek: MOSOLF, Anna. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 260f., Lehrerin, Herausgeberin, Rektorin, Ministerialrätin Elly Beinhorn (1907–2007)Christoph Frilling: Die Pilotin und der Rennfahrer – Elly Beinhorn und Bernd Rosemeyer auf Gratwanderung im Nationalsozialismus. Verlag W. Dietrich, 2009, S. 21., Fliegerin

Schriften Jahrbuch / Deutsche Oberschule i.E. (Ursprünglich: „Töchterschule der Residenz“, dann „Stadttöchterschule I“), Hannover: Eichhorn Verlag, (nachgewiesen für 1931 und 1932) Tätigkeitsbericht / Hilfskrankenhaus Stadttöchterschule I, Meterstr. 47, Hannover, Abschrift, Hannover: Hilfskrankenhaus Stadttöchterschule I, nachgewiesen für 1926 (1927); damit Erscheinen eingestellt

Literatur Julius Tietz: Die Stadttöchterschule (seit Ostern 1862 Stadttöchterschule 1) zu Hannover während des Zeitraums von 1802 bis 1902 dargestellt in Veranlassung ihres 100jährigen Bestehens am 6.5.1902 von Julius Tietz, Hannover: Wilhelm Riemenschneider, 1902 Léon Wespy: Festschrift der höheren Töchterschule I (am Graben) zur Feier des 50-jährigen Bestehens unter städtischem Patronate hrsg. im Namen des Kollegiums der Anstalt, Hannover: Gebrüder Jänecke, 1903 Adolf Pohlmann: Aus einer deutschen Schule. Bilder in Reden und Ansprachen aus 15-jähriger Direktortätigkeit an der Stadttöchterschule I zu Hannover (mit 4 Schulhaus- und 6 Direktorbildern), Hannover: Hellwingsche Verlagsbuchhandlung, 1925 Hans-Hermann Groothoff (Hrsg.) Martin Stallmann: Neues pädagogische Lexikon, 5., vollständig neu bearb. Auflage, 14. – 20. Tsd., Stuttgart; Berlin: Kreuz-Verlag, 1971, ISBN 3-7831-0373-8 M. Sauer: Die Entwicklung des höheren Schulwesens in Hannover vom 19. Jahrhundert bis nach dem 2. Weltkrieg. In: Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge 43 (1989), S. 1–30 Harold Hammer-Schenk: Ludwig Droste, Stadttöchterschule I, Hannover, Aegidiendamm / Hildesheimer Straße, 1869–1871, in Harold Hammer-Schenk, Günther Kokkelink (Hrsg.): Laves und Hannover. Niedersächsische Architektur im neunzehnten Jahrhundert. (revidierte Neuauflage der Publikation Vom Schloss zum Bahnhof...) Ed. Libri Artis Schäfer, 1989, ISBN 3-88746-236-X, S. 378f. Hans Kammel: Höhere Töchterschulen. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 302. Stadttöchterschule in der Hannover Chronik

Archivalien Archivalien von und über die Schule finden sich beispielsweise im Stadtarchiv Hannover, Fach 61, Mappe 10: „Bauplan der Stadttöchterschule an der Hildesheimer Straße, Hannover, Façade am Aegidiendamm“, als farbig aquarellierte Federzeichnung auf dünnem Karton, auf Leinen aufgezogen, 58,7 × 71 cm, bezeichnet als Blatt VI, beschriftete „Droste inv., gez. L. Hellner 1869“, mit einem Stempel vom Städtischen Hochbauamt; alte Signatur: Schr. D, Fach 18, Nr. A. b. 12Harold Hammer-Schenk: Ludwig Droste, Stadttöchterschule I, Hannover, Aegidiendamm / Hildesheimer Straße, 1869–1871, in Harold Hammer-Schenk, Günther Kokkelink (Hrsg.): Laves und Hannover. Niedersächsische Architektur im neunzehnten Jahrhundert. (revidierte Neuauflage der Publikation Vom Schloss zum Bahnhof...) Ed. Libri Artis Schäfer, 1989, ISBN 3-88746-236-X, S. 378f.

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Einzelnachweise

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