Der US-Dollar (; Abkürzung: USD; Währungssymbol: $) entstand 1785 und ist seit 1792 offizielle Währungseinheit der Vereinigten Staaten.

Ein US-Dollar wird offiziell in 10 Dime, 100 Cent (Symbol: ¢ oder c) oder 1000 Mill (Symbol: ₥) unterteilt. Aufgrund der grünen Farbgestaltung der Rückseiten der Banknoten wird der US-Dollar im Finanzwesen auch als „Greenback“ bezeichnet. Im Alltag ist die umgangssprachliche Bezeichnung „Buck“ verbreitet.

Den Druck der Banknoten verantwortet das Bureau of Engraving and Printing. Die Münzprägung obliegt der United States Mint. Der US-Dollar ist frei konvertierbar.

Geschichte Der Ursprung der Einheitswährung der Vereinigten Staaten von Amerika liegt im Jahr 1690, als an der Ostküste Nordamerikas mehrere britische Kolonien existierten. Damals waren die Kolonien als Lieferanten von Rohstoffen, unter anderem für Tabak und Baumwolle, sehr wertvoll. Die 13 Kolonien erhoben Zölle an ihren Grenzen, was den Handel erschwerte. Außerdem war die englische Währung (das englische Pfund) verboten. In den amerikanischen Kolonien gab es mehrere Währungen für den Handel. Eine der Kolonien, die „Massachusetts Bay Colony“ (heute der US-Bundesstaat Massachusetts) war die erste Kolonie, die eigenes Papiergeld nutzte, um das Militär zu finanzieren. Die anderen Kolonien folgten diesem BeispielKross Samuelson: Documentary History of Banking and currency in the United States. Band 1, New York 1969, S. 19, S. 95–100. (siehe auch Geschichte der US Army). mini|Banknote über Ein Drittel eines Continental Dollars, ausgegeben am 17. Februar 1776 in Philadelphia mini|4-Continental-Dollar-Note 1776 mini|55-Continental-Dollar-Note 1779 mini|Fast alle erhaltenen Gemälde des spätestens ab 1886 in den Vereinigten Staaten lebenden französischen Malers Victor Dubreuil (ca. 1840–1910) haben dasselbe Thema: den US-Dollar, hier Money to Burn, 1893.

Die Briten versuchten, durch Restriktionen das Entstehen einer vom Mutterland unabhängigen Industrie und Finanzwirtschaft zu verhindern. Im Jahre 1704 wurde das Prägen von Münzen in allen Kolonien verboten. Um weiterhin Handel betreiben zu können, verwendeten die Kolonisten meist spanische oder niederländische Zahlungsmittel (Niederlande: Gulden; Spanien: Real). In diesem Zusammenhang entstand die Bezeichnung Dollar. Holländer nannten den Joachimstaler „daler“, der im Böhmischen Königreich am Anfang des 16. Jahrhunderts geprägt wurde, als dort die Jagiellonen herrschten. Später wurde die Münzenbezeichnung in den Währungsnamen abgeleitet. Silbermünzen spanischer Herkunft wurden als „Spanish dollars“ (spanische Dollar) bezeichnet.

Im Jahr 1775 brach der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg aus. Der Kontinentalkongress, der die Regierung der Kolonien darstellte, ließ als neue offizielle Währung der Kolonien eigene Banknoten drucken, die Kontinental-Dollars. Die neu eingeführte Währung wurde oft gefälscht. Auch wegen des schwachen Finanzsystems verlor sie rasch an Wert und blieb nicht lange im Umlauf.

Im Jahre 1781 bat der Kontinentalkongress die erste damalige nationale Bank um Hilfe, die Bank of North America in Philadelphia. Ziel war es, das Finanzsystem zu stärken. 1785 wurde der US-Dollar als neue Währung der USA geschaffen; 1787 wurden die ersten Münzen emittiert. 1792 legte man im Coinage Act of 1792 das monetäre System auch gesetzlich fest.

Der US-Dollar ist von Beginn an eine Dezimalwährung. Die USA waren der erste Staat, der dieses System dauerhaft einführte. Der Dollar wurde in 10 Dimes, 100 Cents und 1000 Mills unterteilt. 10 Dollar entsprechen einem Eagle. Die Bezeichnung ‚Dime‘ ist bis heute für das 10-Cent-Stück gebräuchlich; der Dime ist aber keine Rechnungswährung. Das Mill wurde nie auf Münzen geprägt, aber teilweise bis in die 1960er Jahre hinein in bestimmten Fällen verwendet. Für die Hundertsteleinteilung bei nahezu allen weltweit existierenden Währungen fungierte der Cent als Vorbild. Die neuen Münzen wurden aus Gold, Silber und Kupfer geprägt.

Der US-Kongress verabschiedete am 3. März 1849 den „Mint Act“ (auch „Gold Coinage Act“ genannt), der der Münzanstalt United States Mint das Prägen zweier Goldmünzen gestattete. Damit entstanden der „Gold Dollar“ und der „Double Eagle“ im Nominalwert von 20 Dollar., abgefragt am 2. März 2010.

Die ersten Dollar-Banknoten aus Papier wurden in den Jahren 1861/1862 in Umlauf gebracht, um den Sezessionskrieg zu finanzieren. Die Scheine wurden wegen ihrer Farbe „Greenbacks“ genannt und zeigten auf der Vorderseite Porträts berühmter Amerikaner. Die neuen Scheine waren schwerer zu fälschen und trugen das Siegel des Finanzministeriums.

Im Jahre 1913 wurde das Federal Reserve System gegründet (gesetzliche Basis: Federal Reserve Act). Man wollte das Finanzsystem so strukturieren, dass man es den wechselnden Bedürfnissen des Landes anpassen konnte. Der erste Schein der neu gegründeten Notenbank wurde im Jahre 1914 emittiert. Später entschied der Aufsichtsrat der Bank, die Größe der Scheine um 30 Prozent zu reduzieren, um die Herstellungskosten zu senken.Geschichte des US-Dollars. Abgerufen am 29. November 2009.Nathan Lewis: GOLD – The Once and future money. 2007, ISBN 978-0-470-04766-8, S. 153–174, S. 197.

Im Laufe der Jahre gewann der US-Dollar immer mehr an internationaler Bedeutung. Bei dem Treffen im Jahre 1944, in Bretton Woods (New Hampshire, USA), bei dem das Bretton-Woods-System entstand, wurde der US-Dollar zur Leitwährung gewählt. Das Bretton-Woods-System wurde von Repräsentanten von insgesamt 44 Staaten und vom Internationalen Währungsfonds entwickelt. Das Ziel des neuen Systems war die Schaffung eines reibungslosen weltweiten und zwischenstaatlichen Handels durch die Etablierung fester Wechselkurse. Im August 1971 hob der damalige US-Präsident Richard Nixon die Golddeckung des US-Dollar auf (Nixon-Schock). Im Frühjahr 1973 brach das Bretton-Woods-System, 29 Jahre nach seiner Einführung, zusammen.Bretton-Woods-System. Abgerufen am 28. November 2009.Gerald M. Meier: Problems of a World Monetary Order. Hoboken, New Jersey 1974, ISBN 0-19-501801-X, S. 27.

Das Aussehen und die Größe der Dollar-Noten änderten sich bis zum Jahre 1996 nicht, als man neue Sicherheitsmerkmale zum Schutz vor Fälschungen einführte.

Goldstandard und Goldverbot Im Rahmen der offiziellen Goldstandardwährung existierten seit dem „Currency Act“ im Jahre 1900 Golddollars als Kurantmünzen. Seit etwa 1900 waren alle geprägten Silberdollar und deren Untereinheiten bis zum 1-Cent-Stück Scheidemünzen.

1900 wurde die Goldparität pro Dollar auf 1,504632 Gramm festgelegt.

Mit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929 belief sich der Wert einer Unze Gold nur auf 20,67 US-Dollar, wodurch eine Erhöhung der Geldmenge, um der Krise entgegenzusteuern, nicht durch die Goldvorräte gedeckt gewesen wäre. Die Krise weitete sich weltweit aus und viele Staaten setzten den Goldstandard aus, was zu einer Abwertung des Geldes führte.Lehren aus der Geschichte: Von Anleihecrash bis Goldverbot. Wirtschaftswoche vom 3. Februar 2009. Abgerufen am 28. November 2009.

Am 5. April 1933 wurde das Verbot des privaten Goldbesitzes, gemäß dem „Goldverbot-Erlass“ von Franklin Roosevelt, nach einer Veränderung des Entwurfes vom 9. März 1933 endgültig rechtskräftig. Dies umfasste den Privatbesitz an sämtlichen Goldmünzen, Goldbarren sowie Goldzertifikaten. Die Eigentümer wurden aufgefordert, ihr Gold gegen einen Wert von 20,67 US-Dollar pro Unze herauszugeben. Die Möglichkeit des Eintausches von Münzen und Banknoten in Gold war nicht länger gegeben.Timeline. In: usmint.gov. Abgerufen am 30. November 2009. Am 31. Januar 1934 wurde die Goldparität pro Dollar auf 0,888671 Gramm festgelegt, was einem Wert von 35 Dollar pro Feinunze entspricht. Dem Abkommen zufolge war ein Tausch von Dollar zu Gold (35 US-Dollar pro Unze) ausschließlich im kommerziellen, zwischenstaatlichen Handel möglich.

Die USA produzierten Dollar über den eigentlichen Wert ihrer Goldreserven hinaus. Die US-Dollar-Vorräte in Europa und Japan überstiegen bereits 1960 die amerikanischen Goldreserven. Die USA hatten (auch wegen des Vietnamkrieges) seit 1967Otmart Emminger: D-Mark, Dollar, Währungskrisen. Erinnerungen eines ehemaligen Bundesbankpräsidenten. DVA 1986, ISBN 3-421-06333-8, S. 140. hohe Handelsbilanzdefizite.

Die Nixon-Regierung gab am 15. August 1971 bekannt, es müssten außergewöhnliche Maßnahmen ergriffen werden, um die US-Wirtschaft zu schützen. Sie schaffte die Goldeinlösepflicht vorübergehend ab, die die USA im Bretton-Woods-System hatten.

Drei Jahre später war der Goldpreis fünf Mal so hoch.

Erst 1974, über 40 Jahre nach seinem Erlass, wurde das Verbot des privaten Goldbesitzes wieder aufgehoben.

Wechselkursentwicklung Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde der US-Dollar zur vorherrschenden Reserve- und Handelswährung der Welt. Trotz Beendigung der Gold-Konvertibilität im Jahr 1971 durch US-Präsident Richard Nixon und vieler politischer Umbrüche erhielten sich die USA über viele Jahre diese Vormachtstellung.

2002 bis 2004 sank der Wechselkurs des US-Dollar wegen eines enormen Defizits in der Außenhandelsbilanz der USA um rund 15 Prozent gegenüber dem gewichteten Durchschnitt aller konvertiblen Währungen von Handelspartnern der USA. Nach einer kurzen „Erholungsphase“ setzte sich der Wertverlust seit 2006 fort und verschärfte sich noch mit der Hypothekenkrise ab Mitte 2007Internationale Politikanalyse (PDF; 511 kB) von Jörn Griesse und Christian Kellermann. Abgerufen am 2. Dezember 2009. und der von US-Banken verursachten Weltfinanzkrise 2007–2008. Nach der US-Präsidentschaftswahl am 5. November 2024 stieg der USD von 0,91 € auf 0,98 € Ende Januar 2025 an. Er fiel Anfang März (als US-Präsident Trump Zölle ankündigte) von rund 0,96 € auf 0,92 € und am Tag der Bekanntgabe der Zollhöhen auf rund 0,90 €.faz.net: Warum fällt der Dollar? In: faz.net (4. April 2025).US-Aktienkurse sinken so schnell wie seit 2020 nicht In: tagesschau.de (4. April 2025 0 Uhr).

Deutsche Mark Zum Dollarkurs in Deutscher Mark von 1948 bis 1998 siehe Außenwert der Deutschen Mark.

Euro Nachdem der Euro als Buchgeld am 1. Januar 1999 eingeführt worden war, konnte er bereits vier Tage später zu einem Wechselkurs von 1,1789 Euro in US-Dollar getauscht werden. Der Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar fiel 1999 und 2000 stark. Ein Höchststand des US-Dollar wurde am 26. Oktober 2000 erreicht: 1 US-Dollar kostete 1,2118 Euro. Der Kurs des US-Dollar fiel in den Jahren 2002 bis 2004 um über 50 Prozent. Die 2007 in den USA einsetzende Subprime-Krise führte zu weitere Kursverlusten des US-Dollars. Die Zinsen wurden gesenkt und Gelder von Investoren und Spekulanten flossen ab. Den historischen Tiefststand erreichte der US-Dollar am 15. Juli 2008 bei einem Kurs von 1,5990 US-Dollar für einen Euro (1 USD kostete 0,6254 Euro). Nach einem kontinuierlichen Anstieg seit März 2014 stieg der US-Dollar-Kurs bis Juli 2020 auf einen Kurs von 1,16 US-Dollar je Euro.Comdirect Bank AG: 20-jahres Kurschart US-Dollar – Euro.

+ Durchschnittliche historische Jahres-Wechselkurse Euro Jahr 1 EUR Jahr 1 EUR Jahr 1 EUR Jahr 1 EUR Jahr 1 EUR Jahr 1 EUR 1995 – 2000 0,9235 USD 2005 1,2464 USD 2010 1,3274 USD 2015 1,1097 USD 2020 1,1422 USD 1996 – 2001 0,8960 USD 2006 1,2563 USD 2011 1,3927 USD 2016 1,1066 USD 2021 1,1832 USD 1997 – 2002 0,9425 USD 2007 1,3704 USD 2012 1,2857 USD 2017 1,1300 USD 2022 1,0538 USD 1998 – 2003 1,1341 USD 2008 1,4714 USD 2013 1,3285 USD 2018 1,1810 USD 2023 1,0822 USD 1999 1,0661 USD 2004 1,2441 USD 2009 1,3945 USD 2014 1,3292 USD 2019 1,1201 USD 2024 1,0822 USD

Schweizer Franken