Im Gebiet der heutigen Stadt Weismain und der Gemeinde Altenkunstadt war das Mühlwesen jahrhundertelang ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die Mühlen befanden sich überwiegend an den beiden Flüssen Weismain und Krassach, die bei Woffendorf zusammenfließen. Die folgende Tabelle gibt Auskunft über die Mühlen und ihren Erhaltungszustand im Weismainer und Altenkunstadter Gemeindebezirk. Sie ist geordnet nach der Lage der Mühlen von der Quelle bis zur Mündung der beiden Flüsse. Sofern die Mühlen heute noch erhalten sind, dienen sie meist als private Wohnhäuser, im Falle der Schrepfersmühle zudem als Gastwirtschaft und Biergarten.
Hintergrund mini|Die fünf Altenkunstadter Mühlen auf einer Karte um 1600 Wasserbetriebene Mühlen zum Getreidemahlen waren bereits im 1. Jahrhundert vor Christus bekannt und spätestens seit dem Jahr 754 auch im Gebiet des heutigen Bayern.Böhm (2000), S. 4 Die älteste Mühle in der näheren Umgebung von Weismain, in der Fränkischen Schweiz, befindet sich in Pottenstein und stammt aus dem Jahr 970. Verstärkt kam der Mühlenbau an oberfränkischen Bächen und Flüssen aber erst mit der Gründung des Erzbistums Bamberg im Jahr 1007 auf. Ab dem Jahre 1400 ist erneut ein starker Zuwachs an Mühlbetrieben in Oberfranken dokumentiert.
Aus Weismain sind die ersten Mühlennennungen aus dem Jahr 1323 oder 1328 aus einem Urbar eines Bamberger Bischofs bekannt.Dippold (2011), S. 307–309 Zu diesem Zeitpunkt gab es in der Stadt mit der Stadtmühle, der Kastenmühle und der Mittelmühle drei Mühlen, die teilweise schon seit der Stadtgründung existiert haben dürften. Ebenso gehörte damals die Rohrmühle zum Besitz der Stadt Weismain, die im 19. Jahrhundert Altenkunstadt zugeschlagen wurde.Ruderich (1996), S. 113f.
Mit der „Rohrmuel“ wurde bereits 1180, gut 140 Jahre vor der ersten Weismainer Mühle, eine Mühle im Altenkunstadter Raum urkundlich bezeugt.Motschmann (2006), S. 15f. Die insgesamt fünf Altenkunstadter Mühlen wurden alle entlang des etwa 4 km langen Altenkunstadter Mühlbachs errichtet. Dieser, auch Kastenwasser genannte, künstliche Flussarm wurde im Hoch- oder Spätmittelalter im Auftrag des Klosters Langheim angelegt, um der Gefährdung durch Hochwasser des aus Westen kommenden Kapellenbachs entgegenzuwirken.
In Aufzeichnungen der Altgemeinde Kleinziegenfeld wurden für das Jahr 1822 drei Getreidemühlen (Stoffelsmühle, Schwarzmühle und Bienleinsmühle), eine Schleif-, eine Schneid- und eine Papiermühle dokumentiert. Insgesamt gab es im Gebiet der heutigen Stadt Weismain 18 Mühlen, die je über einen bis fünf Mahlgänge verfügten und als Getreide-, Schneid-, Papier- Malz-, Walk-, Loh-, Öl- und Schleifmühle arbeiteten. Eine Besonderheit war die Hammerschmiede-Mühle, die weithin die einzige Mühle war, in der ein Waffenschmied arbeitete.
Mühlen an der Weismain