Johann Schäffler (* 25. November 1935 in Regensburg; † 21. Dezember 2012 in Grünwald) war ein deutscher Ingenieur, Manager und Verbandsfunktionär.

Werdegang Schäffler studierte Maschinenbau an der Technischen Hochschule München und schloss das Studium als Diplom-Ingenieur ab. Ab 1959 war er bei der Ernst Heinkel Flugzeugbau GmbH in München tätig. Daneben war er 1960 Stipendiat am Guggenheim Aeronautical Laboratory des California Institute of Technology in Pasadena. 1963 wurde er bei Heinkel Leiter der Abteilung Flugmechanik.

Nach der Fusion mit den Vereinigten Flugtechnischen Werken (VFW) übernahm Schäffler zusätzlich die Verantwortung für den Bereich Flugsteuerungssysteme. Von 1965 bis 1968 arbeitete er im VFW-Entwicklungsbüro in München und übernahm schließlich 1969 die Position eines Geschäftsführers für Entwicklung bei der Deutsche Airbus GmbH in München. Ab 1972 war er dort Geschäftsführer für Technik. 1976 wurde er Geschäftsführer für Forschung und Entwicklung bei VFW-Focker in Bremen. Ab 1977 wirkte er als Vorsitzender der Geschäftsführung VFW-Fokker und Bremen und als stellvertretender Vorstandsvorsitzender in der Zentralgesellschaft in Düsseldorf.

Nach der Fusion von VFW mit Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) wurde Schäffler 1981 Mitglied der Geschäftsführung von MBB und Leiter des Unternehmensbereiches Transport- und Verkehrsflugzeuge in Hamburg. 1985 wurde er als Nachfolger von Roger Béteille Generaldirektor und Vizepräsident von Airbus Industrie in Toulouse. Bereits Anfang 1986 schied er bei Airbus wieder aus, um stattdessen den Vorstandsvorsitz der Dornier GmbH in Friedrichshafen zu übernehmen. Als Airbus-Generaldirektor folgte ihm Heribert Flosdorff nach. 1986 wurde Schäffler zudem Mitglied des erweiterten Vorstandes der Daimler-Benz AG, die damals Mehrheitsanteilseigner von Dornier war.

Mit der Gründung der DASA wurden im Mai 1989 die Luft- und Raumfahrtaktivitäten des Daimler-Benz-Konzerns, und damit auch Dornier, unter einem Dach zusammengefasst. Vorstandsvorsitzender der Aerospace wurde Jürgen Schrempp, während Schäffler zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden berufen wurde, damit allerdings aus dem Vorstand der Daimler-Benz AG wieder ausschied. Sein Nachfolger als Vorstandsvorsitzender bei Dornier wurde Helmut Ulke.

Im November 1989 übernahm Schäffler als Nachfolger von Hanns Arnt Vogels den Vorsitz der Geschäftsführung von MBB. Er übernahm damit die Aufgabe, MBB in die DASA einzugliedern. Im August 1992 wurde er zusätzlich Leiter des Geschäftsbereichs Verteidigung und zivile Systeme und der Direktion Technologie der DASA. Ende 1992 schied Schäffler nach Differenzen mit Jürgen Schrempp aus dem Unternehmen aus, blieb der DASA aber mit einem Beratervertrag verbunden. Außerdem betätigte er sich in der Folge als Unternehmensberater mit dem Schwerpunkt Luft- und Raumfahrtindustrie.

Von März 1990 bis März 1992 war Schäffler Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. Zeitweise war er auch Präsidiumsmitglied des Bundesverbands der Deutschen Industrie. Von Juni 1994 bis Dezember 1995 war er Aufsichtsratsvorsitzender der Bremer Vulkan AG.

Schäffler war verheiratet und Vater zweier Kinder.

Ehrungen Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland Bayerischer Verdienstorden Chevalier de l’Ordre national du Mérite

Literatur

Weblinks EADS: EADS trauert um Luftfahrtpionier Johann Schäffler. 26. Dezember 2012. Thomas Zimmermann: Luftfahrtpionier Johann Schäffler gestorben. In: Luftfahrtmagazin. 26. Dezember 2012.

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