Ampfing ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn. Ampfing ist einer der Hauptorte des Isentals.
Geographie Geographische Lage Ampfing liegt in der Region Südostoberbayern im Isental rund 24 km östlich von Dorfen, neun Kilometer westlich von Mühldorf, sechs Kilometer nördlich von Waldkraiburg und 72 km östlich der Landeshauptstadt München.
Gemeindegliederung
Es gibt 63 Gemeindeteile:
Es gibt die Gemarkungen Ampfing, Salmanskirchen und Stefanskirchen.
Nachbargemeinden Im Osten grenzt die Gemeinde an Mettenheim, im Süden an das gemeindefreie Gebiet Mühldorfer Hart und an die Stadt Waldkraiburg, im Westen an Heldenstein und Rattenkirchen, im Nordwesten an Schwindegg und Buchbach und im Norden an Oberbergkirchen und Zangberg.
Geschichte mini|Schloss der Pfaffinger zu Salmanskirchen, Stich von Michael Wening aus 1723 Die ersten mehr als eintausend Jahre Der Ort wurde erstmals im Jahr 788 in der Notitia Arnonis erwähnt. Bekanntheit erlangte der Ort durch die lange als Schlacht bei Ampfing bezeichnete Schlacht im Jahr 1322 zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen, bei der über die Krone des Heiligen Römischen Reiches auf dem Schlachtfeld entschieden wurde. Die Pfarrei war von 1220 bis 1802 dem Augustiner-Chorherrenstift Au am Inn inkorporiert. Ampfing gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Neumarkt des Herzogtums Bayern. Über die Obmannschaft Ampfing übte jedoch das Erzstift Salzburg bis 1803 die niedere Gerichtsbarkeit über seine Untertanen in diesem Gebiet aus.
Ab dem 19. Jahrhundert Ampfing wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine selbstständige politische Gemeinde. Zu ihr gehörten die Teilorte Dirlafing, Eichheim, Furth, Hagenau, Haid, Hinmühl, Holzgasse, Holzheim, Lain, Notzen, Peitzabruck, Point, Rabein, Reit, Schicking, Weidachmühle, Wimpasing und Zollbruck. Seit 1871 ist der Bahnhof Ampfing der Bahnstrecke München–Simbach in Betrieb.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs befanden sich hier verschiedene Zwangsarbeitslager sowie das KZ-Außenlager – Waldlager V/VI des KZ Dachau, es war das zweitgrößte KZ-Außenlager des KZ-Außenlagerkomplexes Mühldorf.
Das 1978 eingegliederte Salmanskirchen war einer der Hauptsitze des Adels- und Rittergeschlechts der Pfaffinger, die das Schloss von Salmanskirchen 1342 errichteten.Heiner Hofmann: Die Traditionen, Urkunden und Urbare des Stiftes Gars (Quellen und Erörterungen zur bayrischen Geschichte), 1983, Urkunden von 1340, NF 31, Nr. 53, Nr. 58. Von diesem Schloss sind nur noch die Kirche (die damals von den Pfaffinger zu Ehren von Hl. Johannes Baptist und Johannes d. Evangelist geweiht wurde) sowie das Pfarrhaus erhalten. Die Kirche beinhaltet neben einigen Gräbern des Ritter- und Adelsgeschlechts auch verschiedene Abbildungen, u. a. in den Fenstern der Kirche. (PDF-Datei)
Eingemeindungen Die Eingemeindungen von Stefanskirchen am 1. Januar 1972 und Salmanskirchen am 1. Januar 1978 im Zuge der Gemeindegebietsreform vergrößerten das Gemeindegebiet.
Einwohner Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickeltBayerisches Landesamt für Statistik: 12111-101z Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinde, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell), Stichtage. Online auf www.statistikdaten.bayern.de, abgerufen am 1. März 2017.: Jahr Einwohner 1960 3416 1970 4470 1980 4450 1990 5272 1995 5769 2000 5894 2005 6083 Jahr Einwohner 2006 6086 2007 6066 2008 6077 2009 6074 2010 6074 2011 6114 2012 6129 Jahr Einwohner 2013 6165 2014 6248 2015 6297 2016 6415
Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2016 um 1895 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 41,92 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren nahm sie um 5,75 (4,67) Prozent zu.
Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 4982 auf 6576 um 1594 Einwohner bzw. um 32 %.
Politik Gemeindeverwaltung Bürgermeister ist Josef Grundner (CSU).
Die Gemeindesteuereinnahmen des Jahrs 2016 betrugen 7.877.000 Euro. Der weit überwiegende Teil davon machten die Gewerbesteuereinnahmen (netto) mit 3.404.000 Euro und die Beteiligung an der Einkommensteuer mit 3.256.000 Euro aus.
Wappen
Die Gemeindeflagge erscheint als Banner in der vertikalen Farbenfolge Rot-Gold mit dem Wappen mittig.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke
mini|Schweppermannkapelle in Wimpasing Pfarrkirche St. Margareta Pfarrkirche St. Stephanus in Stefanskirchen. Die ursprünglich gotische Kirche (einem romanischen Vorgänger folgend) wurde im 18. Jahrhundert barockisiert, 1882–1887 erweitert und im neugotischen Stil umgestaltet (regotisiert). Die letzte Maßnahme bestimmt bis heute das Erscheinungsbild. Filialkirche St. Johannes in Salmanskirchen Nebenkirche St. Ulrich (Vogging) Schweppermannkapelle Theresianum im katholischen Pfarrzentrum Schloss Salmanskirchen Ruine eines Rüstungsbunkers im Ortszentrum
Industriedenkmal mini|Industriedenkmal am Bahnhof 1998 wurde das Ampfinger Industriedenkmal in der Nähe des Bahnhofs eröffnet. Das Denkmal soll den Bezug der Gemeinde zur Energiegewinnung, der sich seit 1979 auch durch den Bohrmeißel im Wappen widerspiegelt, verdeutlichen. Vier Exponate sind Teil des Industriedenkmals: Dampfmaschine: An derselben Stelle stand von 1923 bis 1987 eine Dampfmaschine und erzeugte Energie für ein Sägewerk. Die ausgestellte Maschine wurde 1954 gebaut und steht seit 1970 in Ampfing. Windrad: Von 1930 bis 1989 war das Windrad Teil eines Windbrunnens im Gemeindeteil Windstoß. Pumpenbock: Zwischen 1954 und 1997 förderte die Mobil Oil AG auf Ampfinger Boden insgesamt 1,4 Milliarden m³ Erdgas und 551.000 t Erdöl. Nach Beendigung der Förderung schenkte Mobil Oil den hier aufgestellten Pumpenbock der Gemeinde. Photovoltaikanlage: Auf dem Glaspavillon befinden sich 48 Solarmodule mit einer Spitzenleistung von je 100 Wp. Die hiermit gewonnenen rund 5.000 kWh pro Jahr werden direkt ins örtliche Versorgungsnetz eingespeist.
Kreuzweg im Isental 2004 wurde der Kreuzweg, der durch Mittel der LEADER-Initiative gefördert wurde und von Ampfing zur Palmberger Kirche führt, aufgestellt. Bildhauer Ernst Lechner stellte den Leidensweg Jesu in 14 Stelen aus Jura-Marmor dar.
mini|800px|zentriert|360°-Panorama vom Ampfinger Kirchturm aus
Sport TSV Ampfing Natur- und Erlebnisbad (Grüne Lagune) Kartbahn (größte in Bayern) SV 1925 Stefanskirchen Altschützen Salmanskirchen SG Einigkeit Salmanskirchen e. V.
Theatertradition mini|2022er Ensemble vor dem Freilicht-Bühnenbild mit brennender Königskrone. Im Zuge der 600jährigen Gedenkfeier der Schlacht bei Ampfing fand 1922 in Ampfing die Uraufführung eines Theaterstücks von Fritz Hacker mit dem Titel Die Kaiserschlacht bei Ampfing statt. Das Stück wurde 1988 und 2022 in Form eines Freilichtspiels unter Mitwirkung hunderter Laien aus der ganzen Region wiederaufgeführt. Die Regie übernahm zuletzt Moritz Katzmair mit den Ampfingern Initiatoren Tobias und Dr. Dominikus Huber als Intendanten.
Wirtschaft und Infrastruktur Am 30. Juni 2020 gab es in der Gemeinde 3007 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 3045 Personen in einer versicherungspflichtigen Beschäftigung, so dass die Zahl der Auspendler knapp (um 37 Personen) überwog. 155 Einwohner waren arbeitslos.
Land- und Forstwirtschaft Bestanden im Jahr 1999 noch 77 landwirtschaftliche Betriebe, ging deren Zahl bis 2020 auf 60 zurück. Die ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschafteten 2016 insgesamt 1589 Hektar.
+ Betriebsgrößenstruktur in der LandwirtschaftBayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal 2021 – Gemeinde Ampfing 09 183 112 – Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten. PDF, online auf www.statistik.bayern.de, abgerufen am 8. September 2022. Betriebsgröße in ha Anzahl der Betriebe 1999 2010 2020 unter 5 8 3 4 5 bis unter 10 11 9 12 10 bis unter 20 12 18 12 20 bis unter 50 43 31 29 50 oder mehr 3 2 3 Gesamt 77 63 60
Verkehr Das Gemeindegebiet wird durchzogen von der Staatsstraße St 2091 (Neumarkt-Sankt Veit – Trostberg) und der Kreisstraße MÜ 38. Im südlichen Gemeindegebiet verläuft die A 94 (München-Pocking) mit der Ampfing seit dem 4. Dezember 2012 über die Anschlussstelle 18 (Waldkraiburg/Ampfing) und zusätzlich über die Anschlussstelle 19 (Mühldorf-West) angebunden ist.
Ampfing liegt an der Bahnstrecke München–Simbach und wird von Regionalzügen der Südostbayernbahn stündlich bedient.
Am nördlichen Ortsrand befindet sich der Flugplatz Ampfing.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen: 3 Kindertageseinrichtungen mit 271 Plätzen und 258 angemeldeten Kindern (Stand 1. März 2021) Grundschule Ampfing mit 260 Schülern (Schuljahr 2024/2025) Mittelschule Ampfing mit 241 Schülern der Jahrgangsstufen 5–10 (Schuljahr 2024/2025)
Persönlichkeiten Ehrenbürger Ottmar Wimmer, Bürgermeister ab 1990 (ernannt 2018) Michael Naglmeier, Bürgermeister bis 1990
Söhne und Töchter der Stadt
Hans Baur (1897–1993), Adolf Hitlers Chefpilot und Führer der Flugstaffel „Reichsregierung“ Lothar Windsperger (1885–1935), Komponist der Romantik und Lektor bei B. Schott & Söhne
Persönlichkeiten, die mit dem Ort in Verbindung stehen Sandra Bubendorfer-Licht (* 1969), Politikerin (FDP), wuchs in Ampfing auf und lebt dort. Bernhard Edmaier (* 1957), Fotograf und Geologe, lebt in Ampfing. Natalie Hot (* 1992), Pornodarstellerin, lebte und arbeitete zwei Jahre in Ampfing. Marcel Huber (* 1958), Politiker (CSU), wuchs in Ampfing auf und lebt dort. Tobias M. Huber (* 1988), Film- und Werbeproduzent, wuchs in Ampfing auf. Roland Kneißl (* 1963), Fußballspieler und Manager. Harald Mothes (1956–2026), DDR-Fußball-Nationalmannschaftsspieler, lebte in Ampfing. Gerd von Haßler (1928–1989), deutscher Journalist, Hörspielsprecher, Musiker, Autor und Produzent, lebte und arbeitete in Ampfing.
Weblinks
Website der Gemeinde Ampfing
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Mühldorf am Inn Kategorie:Ersterwähnung 788
Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)