Pichl bei Wels ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Wels-Land im Hausruckviertel mit Einwohnern (Stand ).

Geografie Pichl bei Wels liegt auf einer Höhe von im Hausruckviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 7,5 km, von West nach Ost 6,6 km. Die Gesamtfläche beträgt 26,3 km². 14,8 % der Fläche sind bewaldet, 74,6 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung Katastralgemeinden sind Oberthanbach, Ödt, Pichl bei Wels, Sulzbach, Unterthanbach, Weilbach.

Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Zählsprengel sind Pichl-Zentralgebiet und Pichl-Umgebung.

Die Gemeinde gehört zum Gerichtsbezirk Wels.

Nachbargemeinden

Geschichte Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.

Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau.

Die Markterhebung erfolgte am 19. März 2012.

Einwohnerentwicklung

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 2503 Einwohner, 2001 dann 2719 Einwohner. 2021 war der Bevölkerungshöchststand mit 2.968 Menschen erreicht und 2025 sank sie leicht auf 2.952.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schloss Etzelsdorf: Erste Aufzeichnungen über das Schloss reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Der heutige Bau stammt aus dem 17. Jahrhundert. Die Wirtschaftsgebäude sind vom Hauptgebäude getrennt angelegt. Im Sommer 1944 errichtete die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt im Schloss Etzelsdorf ein „Fremdvölkisches Kinderheim“. Bis Ende 1946 waren hier Kinder von Zwangsarbeiterinnen untergebracht. 13 dieser Kinder starben aufgrund mangelhafter Pflege und Ernährung im Herbst 1944.Vgl. Martin Kranzl-Greinecker: Die Kinder von Etzelsdorf. Notizen über das "Fremdvölkische Kinderheim" im Schloss Etzelsdorf, Pichl bei Wels (1944–1946), Denkmayr, Linz 2005 Katholische Pfarrkirche Pichl bei Wels hl. Martin: Die ursprünglich gotische Kirche wurde 1734–1736 von Johann Michael Prunner umgebaut und nach einem Brand 1750 durch Johann Matthias Krinner erneuert. Das Hauptgemälde am Hochaltar zeigt die Verherrlichung des Bischofs Martin von Tours aus dem Jahre 1761 von Bartolomeo Altomonte. Filialkirche Unterirrach in Unterirrach: Die Kirche hat einen zweijochigen netzrippengewölbten spätgotischen Chor mit 3/8-Schluss und im Langhaus eine Flachdecke mit einer Stuckrahmenverzierung. Der Dachreiter trägt einen Zwiebelhelm. Filialkirche Sulzbach in Sulzbach: Die spätgotische Kirche war einst eine bedeutende Wallfahrtskirche. Ein Heilbrunnen, der gegen Augenkrankheiten benützt wurde, und St. Valentin, der als Beschützer und Helfer gegen Fraisen und Epilepsie galt, waren Ziel von bis zu 40 Pilgerzüge während eines Jahres.

Wirtschaft und Infrastruktur Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe nahm von 1999 bis 2010 von 126 auf 88 ab. Im Jahr 2011 lebten 1423 Erwerbstätige in Pichl bei Wels. Davon arbeiteten 321 in der Gemeinde, 1102 pendelten aus. Aus der Umgebung kamen 550 Menschen zur Arbeit nach Pichl. Die wichtigsten Arbeitgeber im Produktionssektor waren die Bereiche Herstellung von Waren (245) und Bauwirtschaft (102 Mitarbeiter). Im Dienstleistungssektor arbeiteten 460 Menschen, überwiegend in den Bereichen Handel (183) und soziale und öffentliche Dienste (112).

Bildung In der Gemeinde befinden sich eine Krabbelstube, ein Kindergarten eine Volksschule und eine Mittelschule.

Verkehr Straße: Durch das Gemeindegebiet verläuft die Innkreis Autobahn A8. Öffentlicher Verkehr: Zum Bahnhof Wels gibt es regelmäßige Busverbindungen.

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2003 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP, 6 SPÖ, 2 FPÖ und 2 GRÜNE. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2009 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP, 4 SPÖ, 4 FPÖ, 2 Grün-Weiß-Pichl. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 6 FPÖ, 4 SPÖ, 2 GRÜNE und 1 DW. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2021 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 ÖVP, 5 FPÖ, 5 SPÖ, 3 GRÜNE und 2 NEOS.Wahl Oberösterreich 2021 orf.at

Bürgermeister

1875–1884 Georg Weinbärmayr 1884–1887 Franz Gartenlechner 1887–1896 Georg Weinbärmayr 1896–1897 Franz Gartenlechner 1897–1902 Karl Muckenhuber 1902–1911 Franz Söllinger 1911–1919 Alois Thanhofer 1919–1924 Franz Kraxberger 1924–1929 Franz Reithböck 1929– ? Mathias Weiss 1945 Peter Pretterebner (kommissarischer Bürgermeister)vom März 1938 bis Mai 1945 gab es nur bestellte Bürgermeister 1945–1961 Isidor Ammer 1961–1968 Josef Grabmair 1968–1993 Josef Brandstetter 1993–2020 Johann Doppelbauer (ÖVP)Amtsmissbrauch: Bürgermeister von Pichl bei Wels muss zurücktreten. OÖN, 10. Jänner 2020. 2020–2021 Gabriele Aicher (ÖVP) 2021–2023 Franz Scheiböck (SPÖ) seit 2024 Gerhard Seemann (ÖVP; führte als Vizebürgermeister bereits ab September 2023 interimistisch die Amtsgeschäfte)

Wappen 60px|rechts

Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: In Silber über grünem Hügel nebeneinander zwei rote, schwebende Kreuze, deren innere Seitenarme abgeledigt sind. Die Gemeindefarben sind Grün-Weiß-Rot.

Der Hügel erklärt den Ortsnamen (obd. Bühel, Pichl, ‚Hügel‘); die selten auftretende Heroldsfigur – mit dem Rücken gegeneinander gewendete Kreuze mit halben Querbalken – ist dem Wappen der Schmidtauer entnommen, die im 14. Jahrhundert Schloßherren von Etzelsdorf waren.

Partnergemeinde Thyrnau bei Passau, Deutschland

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde Alois Brandstetter (* 1938), Schriftsteller und Philologe Personen mit Bezug zur Gemeinde

Anna-Maria Hochhauser (* 1956), Gemeinderätin

Weblinks

Webpräsenzu der Gemeinde Pichl bei Wels

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Innbach Kategorie:Hausruckviertler Hügelland