Sattledt [] ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Wels-Land im Hausruckviertel (historisch und geografisch jedoch im Traunviertel) mit Einwohnern (Stand ).

Geografie und Geologie Lage Die geografischen Koordinaten der Gemeinde Sattledt sind 48° 04′ 24" nördliche Breite und 14° 03′ 27" östliche Länge. Sie liegt auf etwa 400 m. Der tiefste Punkt von Sattledt befindet sich am Aiterbach in der Nähe des Weilers Gold. Dort befindet man sich auf 355 m, während man nahe Krugeldorf in einer Seehöhe von 451 Meter den höchsten Punkt der Gemeinde finden kann. Das 22,15 km² umfassende Gemeindegebiet hat eine maximale Nord-Süd-Ausdehnung von 5,2 km und eine Ost-West-Ausdehnung von 5,9 km.

Gemeindegliederung Die – recht junge – Gemeinde hat eine etwas unübliche Gemeindegliederung: Fast alle zehn Orte, die meist die historischen Ansiedlungen darstellen, liegen mit Ortsteilen auch in Nachbargemeinden. (in Klammern sind nur die Einwohnerzahlen der Sattledter Ortschaften angeführt, Stand ):

Die einzige Katastralgemeinde ist Sattledt I. Die Katastralgemeinde Sattledt II – Gebiete, die anfangs zu dieser Gemeinde gehörten und bei der Gemeinde-Wiedergründung bei Kremsmünster verblieben – gehören heute zum Bezirk Kirchdorf.

Die Zählsprengel sind Sattledt-Zentralgebiet (Ortschaft Sattledt und einige umliegende Siedlungen) und Sattledt-Umgebung für die weiter entfernten Gebiete der restlichen 9 Ortschaften. Die Gemeinde Sattledt gehört zum Wahlkreis 3, dem Hausruckviertel.

Die Gemeinde gehört zum Gerichtsbezirk Wels.

Nachbargemeinden

Geologie Der Untergrund des Sattledter Bodens besteht aus einer ca. 2000 Meter mächtigen Schlierschicht, in welcher sich Kalke und Sandsteine des Eozäns befinden. Darin befinden sich bedeutende Erdölvorkommen. Insgesamt fünf Erdöl- und zwei Erdgasfelder befinden sich im Gemeindegebiet in Tiefen von 630 m bis 1950 m. Das größte Ölfeld liegt circa 1700 m direkt unterhalb des Ortes. Diese 10 Meter dicke Schicht hat eine Ausdehnung von etwa 12 km². Seit dem Beginn der Erdöl- und Erdgasförderung in Sattledt 1970 wurden über 30 Bohrungen niedergebracht. Am Höhepunkt der Fördertätigkeit etwa 1975 betrug die Förderung im Gemeindegebiet rund 100.000 Tonnen Rohöl. Insgesamt wurden bisher aus dem Untergrund der Gemeinde Sattledt fast 1,5 Millionen Tonnen Erdöl gefördert. Anfang 2016 waren acht Förderstellen für Erdöl und vier Förderstellen für Erdgas im Gemeindegebiet in Betrieb.

Im Sattledter Gemeindegebiet kann man die ältesten Moränenwälle im Alpenvorland aus der Günz-Eiszeit finden. An der Ostgrenze von Sattledt gibt es auch eine Moräne aus der Mindel-Eiszeit. Die Gemeinde liegt im westlichen Teil der Traun-Enns-Platte und befindet sich somit in flachhügeligem Gebiet. In Sattledt kann man fruchtbare Braunerdeböden finden. Die fruchtbarsten Böden findet man in Unterhart und Maidorf und werden als Staunässeböden bezeichnet. Der Ort Sattledt liegt auf einem flachen Moränenkegel und die Entwässerung dieses Gebietes erfolgt über vier Gerinne: den Aiterbach, den Sipbach, den Schleißbach und den Seltenbach.

Geschichte Name Die erste Erwähnung erfolgte in einem Zehentverzeichnis des Klosters Kremsmünster aus dem Jahre 1468 mit einer Hube als Satelod. In einem Robotverzeichnis der Burg Wels von 1570 ist die Hube schon in zwei halbe Huben geteilt. Als Besitzer der beiden Höfe werden Wolfgang und Leonhart Sadtleder genannt. In Sadlöd sind 1787 drei Häuser verzeichnet,S. Schütz, F. Müller: Mappa von dem Land ob der Enns. Im Jahr 1781 reducirt und gestochen von C. S. Schütz und geschrieben von F. Müller 1787 (Thema Erste Landesaufnahmen, Layer Schütz Müller (1787) online bei DORIS). das erste Grundbuch von 1791 nennt jedoch nur zwei Höfe – Ober- und Untersadledergut. Um 1830 lautete der Name Sadlödt (der heutige Hof – ehemals Obersadleder – Sattledterstraße 13, der zweite – ehemals Untersadleder – 1779 als eigenständiger Hof abgekommen bei Sattledterstraße 8),Franziszäischer Kataster (2. Landesaufnahme), um 1830 (Urmappe, als Layer online bei DORIS, diverse Kartenthemen, Urmappe quality insb. Kulturatlas) aber schon 1857 als bedeutendere Landmarke verzeichnet:Alois Souvent: Administrativkarte des Erzherzogthums Österreich ob der Enns, 1. Auflage 1857 (Thema Erste Landesaufnahmen, Layer Souvent (1857) online bei DORIS). Nach diesem Gehöft wurde Anfang des 19. Jahrhunderts eine Steuergemeinde (Vorläufer der Katastralgemeinde) benannt. 1893 wurde beim Wirth im Holz an der Straße, der schon 1667 erscheint,Georg Matthäus Vischer: Archiducatus Austriae Superioris Descriptio facta Anno 1667 (Thema Erste Landesaufnahmen, Layer Vischer Georg Matthäus (1667) online bei DORIS). ein Bahnhof errichtet wurde, um den sich dann eine Ansiedlung, das heutige Sattledt entwickelte.

Über die Entstehung des Namens Sattledt (die Betonung liegt auf dem >e<) sind mehrere Versionen im Umlauf. Die historisch fundierteste ist:Elmar Oberegger: Von der Biene zum Pfeilkreuz. Zu Struktur und Vorgeschichte des Wappens der oö. Gemeinde Sattledt (1972–1989). In: Buster Shooter’s Finest , 2013Elmar Oberegger: Die Rückkehr der Biene nach Sattledt. Das Hofer-Projekt 2020 im historischen Kontext. In: Buster Shooter’s Finest 2013.

Die Grafen von Lambach besaßen im heutigen Gemeindegebiet im 10. Jahrhundert einen Wald (von diesem Harter Wald – Hardt ‚Wald‘ – sind heute nur mehr Reste erhalten). In diesem Wald hatten damals auch dem Kloster Kremsmünster untertänige Bauern Nutzungsrechte; z. B. durften sie Honig sammeln und eine bestimmte Menge Holz gewinnen. Man weiß deshalb Bescheid, da über das Ausmaß der Nutzung ein Streit ausbrach, der schlussendlich 992/993 mit einem Vertrag endete. In diesem Vertrag, der in zwei Ausführungen im Kloster Kremsmünster und im Kloster Lambach erhalten ist, wird auch von drei Bienenweiden am Rande des „Harter Waldes“ berichtet – jener Gegend, in der heute die Gemeinde Sattledt liegt.

Jene Bauern, die früher das Recht der Honiggewinnung hatten, bezeichnete man als Zeidler, eine Form der Imkerei. Mit den im Vertrag von 992/993 erwähnten Bienenweiden waren also wohl auch die Zeitelhube, ein Weiler aus zwei Gehöften im Gemeindegebiet und die Zeitelöde, ein Weiler aus ebenfalls zwei Gehöften, gemeint. Als Öde bezeichnete man im Mittelhochdeutschen eine gerodete Fläche. Somit meinte der Name „Sattledt“ ursprünglich eine Bienenweide.

Frühgeschichte mini|hochkant|Der Lochstein – ein mittelalterlicher Grenzstein (urspr. Pochendorf, heute am Marktplatz) Es gibt zahlreiche Hinweise, dass die Region von Sattledt schon seit mindestens 6000 Jahren fast ununterbrochen besiedelt war. Nur wenige Meter außerhalb des Gemeindegebiets in der Nähe der Ortschaft Giering wurde 1987 der bislang größte bronzezeitliche Sammelfund Mitteleuropas entdeckt. Dabei handelte es sich um ein bauchiges Gefäß aus Bronzeblech mit 120 Liter Inhalt, das mit rund 170 kg Metallabfall gefüllt war. Die einzelnen Teile haben eine große zeitliche Streuung. Sie wurden vielleicht von einem Metallhändler gesammelt und hier vor rund 3200 Jahren versteckt.

Die zahlreichen Erdwälle in den Wäldern der Gegend, von denen längere Zeit ein Ursprung in der Zeit der Kelten vor über 2000 Jahren vermutet wurde, sind jedoch jüngeren Datums. Wegen des meist guten Erhaltungszustandes der Wälle dürften sie aus dem Mittelalter stammen. Sie decken sich zum Großteil mit noch heute gültigen Parzellengrenzen und dienten offenbar als Barrikade für die damals übliche Waldweide, wozu die Wälle zusätzlich einen Zaun aus Astgeflecht aufgesetzt hatten.

Dennoch könnten einige Ortsnamen in der Umgebung auf einen keltischen Ursprung beruhen, wie Maidorf (von magos ‚Feld‘) oder Krugeldorf (von crucion ‚Haufen‘). Später wurde die Sattledter Gegend von den Römern besiedelt. Der Raum gehörte zum Umland von Ovilava/Wels, Provinz Noricum. Hier führte wohl auch die Fernstraße über den Pyhrnpass durch. Aufgrund von Übereinstimmungen mit den römischen Maßeinheiten könnte an der Stelle einiger heutiger Bauernhöfe früher römische Gutshöfe gestanden haben (etwa Marsteiner in Rappersdorf aus mailstein 1299).

Mittelalter und frühere Neuzeit Mit der Völkerwanderung kam es zu einem starken Bevölkerungsrückgang und weite Landstriche verödeten. Das Gebiet wurde zum Grenzland. Eine mittelalterliche Kulturgrenze zwischen Slawen und Baiern verlief an der Ostgrenze von Sattledt entlang des Höhenrückens zwischen dem Kremstal und dem Sipbachtal. Mit der Gründung des Stift Kremsmünster 777 wurde die Grenze ostwärts geschoben.

Während der Ungarneinfälle im frühen 10. Jahrhundert könnten im heutigen Maidorf Erdställe entstanden sein, von denen jedoch heute nur mehr die Überlieferung zu berichten weiß. Der Nachweis, dass es sich um geheime Zufluchtsorte handelte, kann nicht mehr gebracht werden. In der Folge der Entdeckung der Erdställe wurden auch Bodensenkungen als Anzeichen für mögliche unentdeckte Hohlräume gedeutet. Letztlich entstanden auch Gerüchte über lange unterirdische Gänge, welche zwischen verschiedenen Gehöften existiert haben sollen. Trotz reger Bautätigkeit in der Gegend in jüngster Zeit wurde aber nie ein Gang oder ein Hohlraum entdeckt.

Im Hochmittelalter – zu der Zeit ist die Gegend Südgrenze des Traungaues zum Ulsburggau (um Kirchdorf an der Krems), in Folge des Landgerichts der Volkenstorfer (heute Tillysburg)Franz Pfeffer: Die Grafschaft im Gebirge. Zur Geschichte des oberösterreichischen Alpenraumes im frühen Mittelalter. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. 101, Abschnitt 1. Traungau und Ulsburggau. S. 176 (ganzer Artikel S. 175–219; , dort S. 2). – entstand jene landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft, wie man sie heute in weiten Teilen des Alpenvorlandes vorfindet. In mehreren Kolonisierungswellen wurden große Waldgebiete gerodet und von den Grundherren Landstücke an Bauern vergeben. Die in der Gegend von Sattledt wichtigsten Grundherrschaften waren die (ab 1222 dem Landesfürsten gehörende) Burgvogtei Wels, das Kloster Kremsmünster, die Grafschaft Lambach (ab 1076 Kloster) sowie das Adelsgeschlecht der Pollheimer.

Das einzige durch ein Dokument belegbare Ereignis jener Zeit im heutigen Gemeindegebiet von Sattledt ist ein Streit um die Nutzung von Wäldern zwischen den Grafen von Lambach und dem Stift Kremsmünster, welcher 992/993 mit einem Vertrag beigelegt werden konnte – die Lambacher dürften sich zwischenzeitlich auf Kosten des nach dem Ungarnsturm geschwächten Klosters hierorts bereichert haben.Pfeffer: Die Grafschaft im Gebirge. S. 196 (PDF; S. 22).

Ortsgeschichte 19./20. Jahrhundert Mit der Schaffung der Ortsgemeinden 1848/49 wurde mit 1. Jänner 1851 eine Gemeinde Sattlödt geschaffen. Diese wurde dann schon 1874 (Auflösung per 27. Oktober) der Gemeinde Kremsmünster angeschlossen.

1893 wurde die von der Stadt Wels errichtete Bahnlinie Wels–Rohr eröffnet. Nahe der Kreuzung der Pyhrnstraße mit der Straße Lambach-Steyr baute man einen Bahnhof, um die Güter von der Straße auf die effizientere Bahn umladen zu können. Als Name für den Bahnhof wählte man den Namen der Ortschaft, in welcher der Bahnhof lag, nämlich Sattledt, das damals aus rund 25 verstreuten Bauernhöfen bestand. Um den Bahnhof siedelten sich sofort Geschäftsleute und Handwerker an. Im Jahre 1898 wurde eine Ziegelei vom Unternehmer Robert Kunz gegründet. Es folgten Arbeiter, für die rasch Wohnhäuser geschaffen werden mussten. Nach dem Ersten Weltkrieg verlangsamte sich die Entwicklung des Ortes auf Grund der Wirtschaftskrise.