Sipbachzell ist eine österreichische Gemeinde im Hausruckviertel im Bezirk Wels-Land in Oberösterreich mit Einwohnern (Stand ).
Geografie Sipbachzell liegt auf 366 m Höhe im Hausruckviertel.
Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 7,7 km, von West nach Ost 6,4 km. Die Gesamtfläche beträgt 24,8 km². 15,7 % der Fläche sind bewaldet, 77,4 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Giering () Leombach () Loibingdorf () Permannsberg () Rappersdorf () Schachermairdorf () Schnarrndorf () Sipbachzell ()
Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Leombach, Schnarrendorf und Sipbachzell.
Die Gemeinde Sipbachzell gehört zum Wahlkreis 3, dem Hausruckviertel.
Die Gemeinde gehört zum Gerichtsbezirk Wels.
Nachbargemeinden
Geschichte Für die urgeschichtliche Besiedelung des Gemeindegebietes von Sipbachzell spricht ein Hortfund aus der späten Bronzezeit (Urnenfelderzeit) der in Giering gefunden wurde.Peter Höglinger: Der spätbronzezeitliche Depotfund von Sipbachzell/OÖ. Mit einem Beitrag von Jaroslav Frana und Lubos Jiran (= Linzer archäologische Forschungen. Sonderheft 16). Linz 1996, 31 Seiten. Das Gemeindegebiet ist schon Wende 8./9. Jahrhundert, im Zuge der bajuwarischen Landnahme, besiedelt. Burg Leombach (im 18. Jahrhundert weitestgehend verfallen) ist schon 777 genannt, als Herzog Tassilo III. die Gegend luibilinpach dem Stift Kremsmünster zur Schenkung macht.
Sipachzell findet sich als sippachcella 1179 (Bulle Papst Alexander III.) für die Kirche am Sipbach erwähnt, als ‚Zelle am Sipbach‘. Letzterer steht zu sip[p]en ‚morastig, modrig [riechend]‘ (vergl. siffig), was sich auf die versumpfte Aue des Mittelalters bezieht. Diese wurde unter Abt Gregor von Kremsmünster schon 1555 für die Holzwirtschaft trockengelegt, der Name ist geblieben. Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.
Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.
Einwohnerentwicklung
Seit 1961 stieg die Einwohnerzahl von 1.159 Bewohnern an. 1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1.480, 2001 dann 1.709. Am 1. Jänner 2005 betrug die Einwohnerzahl 1.765. 2.254 Menschen waren der Höchststand im Jahr 2025 (Stand 2025).
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Wasserschloss Leombach mini|Pfarrkirche Sipbachzell
Wasserschloss Leombach: Im Ortsteil Leombach finden sich heute noch der zu einem Wohnhaus umfunktionierte ehemalige Längsteil sowie die Schlosskapelle des Schlosses Leombach Katholische Pfarrkirche Sipbachzell hl. Margareta: Die der Hl. Margareta geweihte wurde 1478 erbaut. Die Pfarrkirche ist eine spätgotische Hallenkirche mit einem sehenswerten Netzrippengewölbe im Chor und im Langhaus. Der 32 Meter hohe Turm ist im Stil einer spätgotischen Wehrkirche erbaut. Franzosengrab Schnarrndorf (Kriegerdenkmal)
Wirtschaft und Infrastruktur Von den rund 2500 Hektar Gemeindefläche werden 2000 landwirtschaftlich genutzt. Im Jahr 2010 waren von den 75 landwirtschaftlichen Betrieben 49 Vollerwerbsbauern. Im Produktionssektor waren 130 Erwerbstätige beschäftigt, hauptsächlich in der Bauwirtschaft (79) und im Bereich Herstellung von Waren (50).
Von den 975 Erwerbstätigen, die 2011 in Sipbachzell lebten, arbeiteten 143 in der Gemeinde, 732 pendelten aus.
Bildung Kindergarten mit Hort und Ganztagesbetreuung Volksschule
Verkehr
Öffentlicher Verkehr: Sipbachzell liegt zwischen der Westbahn und der Pyhrnbahn. Beide können mit öffentlichen Bussen in 15 bis 20 Minuten erreicht werden. Straße:Die West Autobahn A1 verläuft quer durch das Gemeindegebiet.
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2003 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 4 SPÖ und 3 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2009 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 4 FPÖ und 3 SPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 5 FPÖ und 3 SPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2021 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 4 FPÖ und 4 SPÖ.Wahl Oberösterreich 2021 orf.at
Bürgermeister
2002 bis Dezember 2020 Heinrich Striegl (ÖVP) seit Jänner 2021 Stefan Weiringer (ÖVP)
Wappen 60px|rechts
Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: In Gold unter einem erhöhten, blauen Wellenbalken, darin eine goldene, liegende Sipbachzeller Urweizenähre, ein grüner, am Rücken liegender, aufwärts gebogener, feuerspeiender Lindwurm mit roten Krallen. Die Gemeindefarben sind Gelb-Rot.
Der Sipbach im Ortsnamen wird durch das blaue Wellenband in der oberen Hälfte des Wappens dargestellt. Die Weizenähre verweist auf den heimischen Ursprungs- und Entstehungsmittelpunkt der oberösterreichischen Landsorten des Gemeinen Weizens im Gebiet um Sipbachzell. Der Drache stellt die Beziehung zur heiligen Margareta, Schutzpatronin der Gemeinde und Pfarrkirche, her.Detaillierte Beschreibung des Wappens, land-oberoesterreich.gv.at > Landesgeschichte
Persönlichkeiten
Ehrenbürger der Gemeinde
Rudolf Vater (1882–1894), Pfarrer von Sipbachzell
Töchter und Söhne der Gemeinde
Konrad Cordatus (um 1480–1546), lutherischer Theologe und Reformator Friedrich Krinzinger (* 1940), Klassischer Archäologe Maria Santner (* 1986), Tänzerin
Personen mit Bezug zur Gemeinde
Marianus Pachmayr (1728–1805), Benediktinerpater, Geistlicher am Ort Marco Angelini (* 1984), Sänger, Songwriter, Arzt
Weblinks
Website der Gemeinde
Zur Geschichte des Franzosengrabes Schnarrndorf
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Traun (Donau) Kategorie:Traun-Enns-Riedelland