Wilhering ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Linz-Land im Zentralraum mit Einwohnern (Stand ). Im Ort befindet sich das Zisterzienser-Stift Wilhering.
Geographie Wilhering liegt auf einer Höhe von im Oberösterreichischen Zentralraum westlich von Linz. Das Gemeindegebiet wird im Norden von der Donau begrenzt, der Osten und Nordosten ist vom Kürnberger Wald bedeckt, der Osten landwirtschaftlich geprägt. Nachbargemeinden sind Leonding im Osten und Südosten, Pasching und Kirchberg-Thening im Süden, Alkoven (Bezirk Eferding) im Westen sowie Ottensheim und Puchenau (beide Bezirk Urfahr-Umgebung) im Norden. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd und von West nach Ost je 7 km. Die Gemeindefläche umfasst 29,97 km², womit Wilhering die fünftgrößte Gemeinde des Bezirks ist. Das Gemeindegebiet ist zu 40 Prozent von Wald bedeckt, 44 Prozent entfallen auf landwirtschaftliche Nutzfläche. Gärten machen 8 Prozent der Gemeindefläche aus, Gewässer vier Prozent, Bauflächen ein Prozent und sonstige Flächen drei Prozent.Land Oberösterreich: Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Marktgemeinde Wilhering. Endbericht. Kirchdorf an der Krems 2008 ().
Gemeindegliederung Wilhering besteht aus den drei Katastralgemeinden Dörnbach (679,17 Hektar) Schönering (975,97 Hektar) und Wilhering (1.341,90 Hektar).
Die KG Wilhering umfasst den Norden und Osten des Gemeindegebietes, wobei die Katastralgemeinde im Osten in etwa bis zum Mühlbach reicht und den Großteil des Kürnberger Waldes beherbergt. In der Katastralgemeinde liegen die Ortsteile Fall, Höf, Mühlbach, Wilhering und Ufer. Der Markt Wilhering () mit dem Zisterzienserstift Wilhering ist der Hauptort der Gemeinde. Er liegt im Norden der Katastralgemeinde nahe der Donau. Das Dorf Höf schließt sich westlich an den Markt an, das Dorf Ufer () liegt nordwestlich von Wilhering an der Donau. Im Nordwesten der Katastralgemeinde befindet sich nahe dem Innbach des Weiteren das Dorf Fall, zu dem auch ein Teil des Kraftwerks Ottensheim-Wilhering gezählt wird. Die Rotte Mühlbach () erstreckt sich im Westen der Katastralgemeinde über das Tal des Mühlbachs.
Die KG Schönering befindet sich im Westen des Gemeindegebietes. Während der Norden und Osten der Katastralgemeinde unbesiedelt und von Auwald und landwirtschaftlichen Nutzflächen geprägt sind liegen die großen Ortsteile Edramsberg und Schönering an der Eferdinger Straße (B 129). Zudem liegen die Ortsteile Winkeln, Reith und Thalham im Südosten der Katastralgemeinde. Das Dorf Edramsberg () erstreckt sich zwischen der Eferdinger Straße und dem Mühlbachtal, südlich schließt sich ebenfalls an der Eferdinger Straße gelegen das Dorf () an, zu dem auch der Einzelhof Piesmayr und die Siedlung Schönering im Steinfeld gehören. Das Dorf Winkeln liegt östlich von Schönering und ist bereits mit Schönering zusammengewachsen. Noch weiter östlich findet sich das Dorf Reith (), südlich das Dorf Thalham mit der Siedlung Thalham am Zunderfeld.
Im Süden des Gemeindegebietes befindet sich die Katastralgemeinde Dörnbach. Die Katastralgemeinde umfasst mehrere Ortsteile, wobei sich das Dorf Katzing im Norden der Katastralgemeinde an der Mühlbachstraße (L 1390) befindet. Folgt man der Straße nach Süden so folgen die Rotte Dörnbach () und die Rotte Hitzing (). Östlich der Landesstraße befinden sich die Streusiedlung Lohnharting und das Dorf Appersberg.Statistik Austria: Ortsverzeichnis Oberösterreich 2005
Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Traun.
Nachbargemeinden
Geologie Das Gemeindegebiet von Wilhering weist mehrere geologische Zonen auf, die überwiegend dem nördlichen Alpenvorland zugerechnet werden. Der Kürnberger Wald gehört jedoch als Ausläufer des Mühlviertler Hochlandes zur Böhmischen Masse. Abgesehen von der Böhmischen Masse wurde die Landschaft im Tertiär und Quartär geformt oder überprägt, wobei der Untergrund des Gebietes durch Verlandung des Molassemeers entstand. Der dadurch vorhandene Schlier wurde von Schotterdecken überlagert, die während der Kalt- und Warmzeiten aufgeschüttet und wieder abgetragen wurden. Dadurch bildeten sich Terrassen, auf denen sich Löss und Lehm ablagerten. Im Norden und Nordwesten befinden sich rezent gebildete Auenbereiche, die vorwiegend aus feinem Schwemmmaterial bestehen. Daran schließen sich im Norden und Westen Niederterrassen an, die in der Würmkaltzeit aufgeschottert wurden. Das Hügelland im Süden sowie die zentralen Gemeindegebiete bestehen aus einem von Deckschotter überlagerten Schliesockel, der Kürnberger Wald aus Graniten und Gneisen.
Böden Die Böden des Gemeindegebietes lassen sich grob in die Böden der Auzone, die Böden der Niederflurterrassen und die Böden des Hügellandes unterteilen. Im Aubereich des Innbaches bestehen tiefgründige, zum Teil schwach vergleyte Braune Auböden. Durch den Bau des Kraftwerks Ottensheim-Wilhering sind auf Grund der geringen Überschwemmungen keine Grauen Auböden mehr vorhanden. Die Böden der Niederterrassen weisen eine reiche Schattierung auf. Je nach Alter können sie karbonhaltig oder bereits entkarbonisiert und verlehmt bzw. vergleyt sein. Häufigste Bodenformen in diesem Bereich sind leichte bis mittelschwere Lockersediment-Braunerden und Pseudoglye. Ebenso wie die Niederterrassen sind auch die Bodenformen des Hügellandes heterogen. An den Übergängen zu den Niederterrassen bestehen vergleyte, mäßig feuchte Lockersediment-Braunerden aus Schliermaterial. Des Weiteren kommen pseudvergleyte, kalkhaltige Lockersediment-Braunerden vor. Auf den Hügeln finden sich wiederum mit Decklehm überlagerte Deckenschotter, die gut mit Wasser versorgte, tiefgründige Lockersediment-Braunerden gebildet haben. Hauptanteil an der Bodenbildung haben Deckenschotter, Decklehm, Löss, Schlier und Schwemmmaterial.
Klima Die Gemeinde Wilhering wird zum Cfb-Klima gerechnet, worunter nach Köppen ein warmgemäßigtes, vollfeuchtes Regenklima in der kühlgemäßigten Klimazone zu verstehen ist. Wilhering liegt dabei im milderen, niederschlagsärmeren Teil des Alpenvorlandes. Eigene Klima-Messdaten für Wilhering fehlen, jedoch können vergleichsweise die Daten der nächstgelegenen Klimastation in Hörsching herangezogen werden. Diese verzeichnete im Jahr 2004 einen Jahresniederschlag von 768 mm, eine Mittlere Jahrestemperatur von 9,4 °C, eine mittlere Jännertemperatur von −1,6 °C und eine mittlere Julitemperatur von 19,1 °C.
Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 985 und lautet „Williheringa“. Dies bedeutet Siedlung des Williheri. Erst 1241 ist erstmals die heutige Schreibung Wilhering bezeugt.
Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich.
1146 erfolgte die Gründung des Zisterzienserklosters Wilhering. Seit 1490 wird der Ort dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.
1733 wurde das Kloster durch einen Brand fast vollständig vernichtet, die Kirche wurde im Rokokostil neu aufgebaut.
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1943 bis 1945 war im Stift Wilhering die Technische Hochschule Linz untergebracht. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.
Verleihung des Gemeindewappens und Genehmigung der vom Gemeinderat am 15. März 1973 festgesetzten Gemeindefarben durch Beschluss der oberösterreichischen Landesregierung vom 7. Mai 1973.
Mit 9. Juli 1979 wurde die Gemeinde Wilhering zu einer Marktgemeinde erhoben.
Bevölkerungsstruktur 2013 lebten in der Gemeinde Wilhering 5.791 Menschen, womit Wilhering im oberen Mittelfeld der 22 Gemeinden des Bezirks lag. Auch mit der Bevölkerungsdichte lag Wilhering im oberen Mittelfeld dieser Gemeinden. Ende 2001 waren 95,4 Prozent der Bevölkerung österreichische Staatsbürger (Oberösterreich 92,8 Prozent, Bezirk Linz-Land 91,4 ProzentLand Oberösterreich Bevölkerungsstände in Oberösterreich im Vergleich nach Staatsbürgerschaft), bis zum Jahresbeginn 2013 sank der Wert leicht auf 94,9 Prozent (Oberösterreich 91,1 Prozent, Bezirk Linz-Land 89,0 Prozent). Insgesamt wurden 2013 in der Gemeinde 294 Ausländer gezählt, die zu 88 Prozent aus Europa und zu 7 Prozent aus Asien stammten. Das größte Kontingent stellten Menschen mit einer Staatsbürgerschaft aus den EU-Ländern (57 Prozent), hinzu kamen 23 aus dem ehemaligen Jugoslawien (ohne Slowenien). Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 76,6 Prozent der Einwohner (Oberösterreich: 79,4 ProzentStatistik Austria: Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und Bundesländern 1951 bis 2001 (abgerufen am 2. Oktober 2013)), 9,3 Prozent waren evangelisch, 8,1 Prozent ohne Bekenntnis und 2,7 Prozent islamischen Glaubens.Statistik Austria Gemeindedaten von Kronstorf
Der Altersdurchschnitt der Gemeindebevölkerung lag 2001 etwa im Landesdurchschnitt. 18,7 Prozent der Einwohner von Wilhering waren jünger als 15 Jahre (Oberösterreich: 18,8 Prozent Wohnbevölkerung in Oberösterreich im Vergleich nach Altersgruppen), 63,4 Prozent zwischen 15 und 59 Jahre alt (Oberösterreich: 61,6 Prozent). Der Anteil der Einwohner über 59 Jahre lag mit 17,9 Prozent unter dem Landesdurchschnitt von 20,2 Prozent. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung von Wilhering veränderte sich in der Folge im Vergleich mit anderen Gemeinden des Bezirks wenig. Der Anteil der unter 15-Jährigen sank per 1. Jänner 2013 stark auf 17,1 Prozent, während sich der Anteil der Menschen zwischen 15 und 59 Jahren auf 66,2 Prozent erhöhte. Der Anteil der über 59-Jährigen sank hingegen auf 16,8 Prozent. Nach dem Familienstand waren 2001 41,8 Prozent der Einwohner von Wilhering ledig, 48,4 Prozent verheiratet, 5,5 Prozent verwitwet und 4,4 Prozent geschieden.
Bevölkerungsentwicklung
Die Gemeinde Wilhering verzeichnete zwischen dem späten 19. Jahrhundert und dem Jahr 1934 nur ein leichtes Bevölkerungswachstum von rund 14 Prozent, wobei diese Steigerung nur leicht unter jenem des Bezirks und des Landes Oberösterreichs lag. Ab 1934 begann die Einwohnerzahl der Gemeinde kontinuierlich zu steigen, wobei die Wachstumsraten bis zum Beginn der 1960er Jahre noch im Durchschnitt des Landes Oberösterreichs aber unterhalb des Bezirksdurchschnitts bewegten. In den 1960er Jahren kam es jedoch zu einem enormen Bevölkerungswachstum, währenddessen sich die Bevölkerung innerhalb von nur 10 Jahren um 59 Prozent oder rund 1.500 Einwohner erhöhte. Nach einer Stagnation in den 1970er Jahren verzeichnet die Gemeinde seit den 1980er Jahren wieder hohe Wachstumsraten, die zu einer Erhöhung der Einwohnerzahl um rund 500 Menschen pro Jahrzehnt führten. War das Bevölkerungswachstum in den 1970er Jahren noch von einer stark positiven Geburtenbilanz und der Abwanderung von Einwohnern geprägt, so profitierte Wilhering ab den 1980er Jahren sowohl von einer stark positiven Geburtenbilanz als auch von einer starken Zuwanderung, wobei sich dieser Trend auch im 21. Jahrhundert fortsetzt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Stiftskirche Wilhering mini|hochkant|Pfarr- und Wallfahrtskirche Dörnbach mini|Pfarrkirche Schönering mini|Schaukasten am Fischlehrpfad
Burg Wilhering Burg Edramsberg Burg Schönering Stiftsmeierhof: zeigt die Sammlung des Malers Fritz Fröhlich Stift Wilhering: Stiftsanlage aus 1146, romanische, gotische und Rokoko-Elemente Stiftskirche Wilhering: Wiedererrichtung der Kirche nach dem großen Brand 1733; eine der prächtigsten Rokoko-Kirchen des deutschsprachigen Raumes