mini|Winteransicht von Altenberg Altenberg bei Linz () ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Urfahr-Umgebung im oberen Mühlviertel mit Einwohnern (Stand ). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Urfahr.
Geografie Lage Altenberg bei Linz liegt auf einer Höhe von im oberen Mühlviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 7,8 und von West nach Ost 7,6 Kilometer. Die Gesamtfläche umfasst Quadratkilometer.
Altenberg liegt auf einem südlichen Ausläufer des Mühlviertler Hochlandes und wird aufgrund seiner hohen balustradenartigen Lage und seiner weitreichenden Aussicht wegen als der „Balkon von Linz“ bezeichnet. Von Altenberg aus bietet sich ein Panoramablick, der sowohl ins Mühlviertel als auch über die Landeshauptstadt Linz hinweg ins Oberösterreichische Zentralland bis hin zu den Ausläufern der Nördlichen Kalkalpen reicht.
Flüsse Das Altenberger Hügelland liegt zwischen dem Haselgraben im Westen und dem Tal der Großen Gusen im Osten. Der Kitzelsbach und der Silbergraben entwässern steil hinunter zum Haselbach. Der Mirellenbach und der Schweinbach münden östlich in die Große Gusen. Der Katzbach fließt Richtung Süden zur Donau.
Flächenverteilung
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
und besteht aus den drei Katastralgemeinden (Fläche Stand ): Altenberg () Katzgraben () Oberbairing ()
Nachbargemeinden
Geschichte Ortsgeschichte Jungsteinzeitliche Funde bezeugen, dass sich im Gebiet zumindest zeitweise jagende, sammelnde nomadische Urbevölkerung aufhielt. Noch in vorchristlicher Zeit siedelten dort die keltischen Stämme der Bojer und Narister. Nach den Wirren der Völkerwanderung und der Awareneinfälle dürften im 8. Jahrhundert vom Gallneukirchner Becken aus die Slawen sesshaft geworden sein. Die slawischen Wurzeln der Ortschaftsnamen Weitrag und Kulm („Hügel“) erinnern daran. Im 9. Jahrhundert kamen mit der ersten Besiedlungswelle die bayrischen Landnehmer. Aus dieser Zeit weist der Ortschaftsname Bayring auf die Volkszugehörigkeit der Dorfbewohner hin. Während dieser ersten, vom Hochstift Passau aus sehr intensiv betriebenen Besiedlungs- und Christianisierungsepoche wurde der größte Teil des Gemeindegebietes urbar gemacht.
Im 12. Jahrhundert werden einige Ortschaften der Gemeinde erstmals erwähnt: Bairing (1115 als „Begeringin“, 1125 als „Beigirin“), Willersdorf (1115 in einer Fälschung, 1125), Weitrag (1125 als „Witro“ und „Uvitrach“), Kulm und Niederwinkl (1171). Wenn man die Bindungen des Gebietes zu Passau bedenkt, ist es nicht wunderlich, dass der Hauptort der Gemeinde erstmals in einer Passauer Urkunde aus vermutlich 1245 genannt wird. Ein Herr „Karolus de Maltenperg“ scheint als vorletzter Zeuge der Bestätigungsurkunde des Passauer Bischofs Rüdiger von Bergheim vom 31. Oktober 1245 über die Belehnung Gundackers III. von Steyr mit der Herrschaft Wildberg auf. Nur drei Jahre später findet man aber ebenfalls in einem Passauer Dokument schon die Ortsbezeichnung „Altenperge“, als ein gewisser „Perhtoldus de Altenperge“ erwähnt wird.
Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich, seit 1490 zum Fürstentum Österreich ob der Enns. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt, ist seither wieder bei Oberösterreich.
Einwohnerentwicklung
1582 Einwohner waren 1939 der niedrigste Bevölkerungsstand. Bis 2025 lebten immer mehr Menschen in Altenberg bei Linz. 4835 Menschen waren am 1. Jänner der Höchststand.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche Altenberg bei Linz
Burgruine Zöch Pfarrkirche Altenberg bei Linz: Kreuzweg: Auf 15 Bildtafeln hat Herbert Friedl den Kreuzweg Jesu in einer Weise dargestellt, die offen ist, Leidensspuren aller Zeiten darin wieder zu finden. Als Prolog zum Kreuzweg liest sich die Texttafel „Vermächtnis“, die an das soziale Engagement der Heiligen Elisabeth erinnert. Als Epilog steht Mutter Teresa beispielgebend für viele, die dem Ruf in die „Nachfolge“ gefolgt sind. Als Bildträger wurde das zerbrechliche Material Glas verwendet, als Symbol für die Verletzlichkeit des Menschen. Die Rohlinge für den Holzschnitt stammen von den Baracken des KZ Mauthausen. Holzbalken sind auch das Grundmotiv auf den Tafelbildern, deren Zahl, Farbe und Form variieren. Fallweise wurden auch reale Materialien wie Tragegurt, Stoff und Nägel in die Gestaltung eingebunden. Jede Station weist mit der römischen Ziffer und einem Zeitwort auf die Passion Jesu hin.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den 140 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 71 Haupterwerbsbauern. Diese bewirtschafteten 68 Prozent der Flächen. Im Produktionssektor arbeiteten 174 Erwerbstätige in der Bauwirtschaft, 55 im Bereich Herstellung von Waren und 4 in der Wasserver- und Abfallentsorgung. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (148), Handel (123) und freiberufliche Dienstleistungen (83 Mitarbeiter). Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)140162132146Produktion3419233177Dienstleistung24596461385 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Berufspendler Von den 2316 Erwerbstätigen, die 2011 in Altenberg lebten, arbeiteten 524 in der Gemeinde und 77 Prozent pendelten aus.
Bildungseinrichtungen In Altenberg befinden sich folgende Bildungseinrichtungen: Krabbelstube Kindergarten Volksschule Mittelschule Musikschule
Vereine Gründung FF Oberbairing: 27. Dezember 1898 Die Freiwillige Feuerwehr Altenberg wurde am 20. November 1898 gegründet. Musikverein Altenberg bei Linz Theatergruppe Altenberg bei Linz Österreichischer Alpenverein, Sektion Altenberg DSG Sportunion Altenberg Naturfreunde, Ortsgruppe Altenberg Landjugend Altenberg bei Linz Original Altenberg Schuhplattler (www.originalplatter.at)
Politik mini|Gemeindeamt Altenberg bei Linz Gemeinderat Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 1997 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP, 5 SPÖ und 3 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2003 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP, 8 SPÖ und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2009 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 5 SPÖ, 4 GRÜNE und 2 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 ÖVP, 5 GRÜNE, 4 FPÖ und 3 SPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2021 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP, 4 GRÜNE, 3 FPÖ und 3 SPÖ.
Bürgermeister
1919–1938 Johann Hainzl 1938–1945 Franz Gillhofer 1945–1957 Johann Neubauer 1958–1961 Leopold Hauser 1961–1973 Josef Aichberger 1973–1994 Josef Schatz 1995–2020 Ferdinand Kaineder (ÖVP) seit 2020 Michael Hammer (ÖVP)
Wappen Blasonierung: In Gold über grünem Dreiberg fünf halbkreisförmig angeordnete, rote, fünfblättrige, heraldische Rosen mit goldenen Butzen und grünen Kelchblättern. Das Wappen stellt die 3 Berge Altenbergs und die 5 Rosen der hl. Elisabeth (Patronin Altenbergs) dar. Die Gemeindefarben sind Grün-Gelb.
Die drei Berge von Altenberg: Geiselsberg: Wetterberg: Kulmerberg (Hagerberg):
Persönlichkeiten
Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten
Helmut Köglberger (1946–2018), Fußballspieler und -trainer Ulrike Rabmer-Koller (* 1966), Unternehmerin, Politikerin Helmut Schuster (1939–2013), Ökonom und Universitätsprofessor Christina Stürmer (* 1982), Rock-Pop-Sängerin Sonja Horner, Miss Austria 1996
Literatur Josef Brandl: Altenberg bei Linz. Ein Heimatbuch anläßlich 750 Jahre Altenberg. Gemeindeamt Altenberg bei Linz, Denkmayr Druck, Katsdorf 1995. Darin: Josef Brandl: Die Ortschaften des heutigen Altenberg. S. 69–84. Josef Brandl: Das Werden der „Gemeinde“. S. 93–102. Josef Keplinger: Chronik der Gemeinde. S. 131–138. Pfarre. S. 141–181. Schule, Kultur und Bildungswesen. S. 183–219. Gewerbliche Betriebsstätten von Altenberg. S. 243–247. Josef Brandl: Die Erbhöfe. S. 297. Karl Neumüller: Häuserchronik der Gemeinde Altenberg. S. 358–394. Berthold Kiblböck: Altenberg bei Linz. Im Wandel der Zeit. Marktgemeindeamt Altenberg bei Linz, 2021. Richard Wall: Mühlen, Mägde und Rebellen. Geschichte und Geschichten aus dem Gusental: Alberndorf, Altenberg, Engerwitzdorf, Gallneukirchen, Katsdorf, Unterweitersdorf. Steinmaßl, Grünbach 2007, „Altenberg“ S. 63–71. Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde Altenberg bei Linz. Endbericht. Gutachten Naturschutzabteilung Oberösterreich. 2005, S. 1–129 ().
Weblinks
Homepage der Gemeinde Altenberg
Einzelnachweise
Kategorie:Zentralmühlviertler Hochland