AC/DC [] (englische Abkürzung für „Wechselstrom/Gleichstrom“) ist eine australische Hard-Rock-Band, die 1973 von den in Schottland geborenen Brüdern Angus und Malcolm Young gegründet wurde. Sie zählen zu den Pionieren des Hard Rock, die Band selbst bezeichnet ihre Musik jedoch stets als Rock ’n’ Roll.Michael Erlewine et al.: All Music Guide To Rock. San Francisco 1995, ISBN 0-87930-376-X.

Die Besetzung der Band änderte sich bereits vor Erscheinen des ersten Albums High Voltage im Jahr 1975, als der Sänger Dave Evans im Herbst 1974 durch Bon Scott ersetzt wurde. 1979 nahm die Band ihr sehr erfolgreiches Album Highway to Hell auf. Kurz darauf starb der Lead-Sänger und Co-Songwriter Bon Scott am 19. Februar 1980. Die Gruppe stand danach kurz vor der Auflösung, bis der ehemalige Geordie-Sänger Brian Johnson als Scotts Ersatz engagiert wurde. Nur wenig später veröffentlichte die Band das Album Back in Black. Dieses Album ist inzwischen mit über 50 Millionen verkauften Tonträgern das bisher zweitmeistverkaufte Album sowie das erfolgreichste Hardrockalbum bislang.

AC/DC ist auf der VH1-Liste der „100 besten Hard-Rock-Bands“ auf Platz 4VH1: 100 Greatest Hard Rock Artists, rockonthenet.com und Siebter auf der Liste der „besten Heavy-Metal-Bands aller Zeiten“ von MTV. Im Jahr 2004 wurde die Band zur Nummer 72 auf der Rolling-Stone-Liste der 100 besten Künstler gewählt. AC/DC verkaufte bisher weltweit mehr als 200 Millionen Alben, davon 84 Millionen Exemplare in den USA.

Geschichte Name und Hintergründe Auf den Bandnamen kamen die Brüder Angus und Malcolm, nachdem die Schwester der australischen Brüder, Margaret, die Abkürzung auf der Rückseite ihrer Nähmaschine gesehen hatte und meinte, das sei ein guter Bandname.Martin Huxley: AC/DC: Die Biografie. Hannibal Verlag, ISBN 978-3-85445-303-1, S. 27. AC und DC sind die englischen Abkürzungen für Wechselstrom beziehungsweise Gleichstrom. Im Musikbereich war bereits in den 1930er Jahren eine Gemeinschaftskomposition von Benny Goodman, Charlie Christian und Lionel Hampton AC/DC Current genannt worden. Zudem sollte der Begriff wohl die kraftvolle, raue Musik der Band und gleichzeitig die Liebe zur Musik der Brüder zeigen. In Australien ist die Band auch als „Acca Dacca“ bekannt.

Auf Margaret Young ging auch der Vorschlag zurück, Angus Young solle seine alte Schuluniform auf der Bühne tragen, da er es sich in seiner Teenager-Zeit angewöhnt hatte, die Uniform nach der Schule für den Rest des Tages anzubehalten.Angus Young bestätigte das in einem Interview mit der Zeitschrift Q Magazine, Ausgabe 3/1995 Bis heute trägt Young bei fast allen Auftritten von AC/DC maßgeschneiderte Uniformen in unterschiedlichen Farben. Durch dieses extravagante Outfit wurde er das optische Erkennungszeichen der Band. Auch die Angewohnheit Youngs, gelegentlich im Liegen zu spielen, geht auf einen seiner frühen Auftritte zurück, bei dem er über ein Kabel stolperte. Um die Peinlichkeit zu überbrücken, spielte er im Liegen weiter. Später brachte die Uniform einen zusätzlichen Nutzen: Young war einer der ersten Gitarristen, der einen Funksender verwendete, weil die Verkabelung ihn bei seinen lebhaften Auftritten behinderte. Da die nötige Technik damals noch nicht in den heute üblichen Bodypacks untergebracht werden konnte, wurde der Sender kurzerhand in einen Schulranzen eingebaut, den Young sich während des Auftritts auf den Rücken schnallen konnte.

Malcolm, Angus und George Young sind gebürtige Schotten. Sie zogen im Jahr 1963 mit dem Rest der Familie, ohne den älteren Bruder Alexander Young, nach Sydney. George war der erste, der das Gitarrenspielen erlernte, und spielte in der Band The Easybeats, die in Australien in den 1960ern sehr bekannt war. Der ältere Bruder Alexander spielte Saxophon bei Tony Sheridan. Malcolm folgte seinem älteren Bruder und spielte als Gitarrist bei der Band „The Velvet Underground“ (nicht zu verwechseln mit der New Yorker Band The Velvet Underground). Sie wurden vom australischen und neuseeländischen Label „Albert Productions“ angestellt.

Die Anfänge (1973–1974) Im November 1973 begannen Angus und Malcolm die Bandmitglieder zusammenzustellen und verpflichteten den Schlagzeuger Colin Burgess, den Bassisten Larry Van Kriedt sowie den Sänger Dave Evans. Den ersten Auftritt hatte AC/DC in einem Club in Sydney namens „Chequers“ am Silvesterabend 1973.. In: Australian Broadcasting Corporation. Abgerufen am 2. August 2008.

Zur Zeit der ersten Konzerte war Angus Young noch nicht volljährig, so dass er nach den Konzerten nach Hause gefahren werden musste und auch nicht an den obligatorischen Alkoholexzessen teilnehmen durfte. Im Februar 1974 wurde dann die erste Single Can I Sit Next to You Girl?/Rockin’ in the Parlour mit Dave Evans aufgenommen, die am 22. Juli desselben Jahres in Australien und Neuseeland erschien.

Die Bon-Scott-Ära (1974–1980) mini|Eine Bronzestatue von Bon Scott in Fremantle Nachdem Dave Evans wegen Unstimmigkeiten mit dem Rest der Band im Herbst 1974 durch Bon Scott ersetzt worden war, kristallisierte sich der Stil heraus, der bis heute unverwechselbar ist. Der wesentlich ältere Scott sang vorher bei „The Spektors“ (1964–1966), „The Valentines“ (1966–1970) und „Fraternity“ (1970–1973).

1975 kamen Phil Rudd als Schlagzeuger und Mark Evans als Bassist zur Band und ersetzten die jeweiligen Mitglieder. Durch ausgiebige Tourneen in Australien machte sich die Band schnell einen Namen. Bald stellten sich erste Auslandserfolge ein, und die Gruppe veröffentlichte das Album High Voltage (1976), eine Zusammensetzung aus den jeweils nur in Australien erschienenen Alben High Voltage (andere Version) und T.N.T.

Nachdem AC/DC im Frühjahr 1976 einen Vertrag bei Atlantic Records unterzeichnet hatte, begann die Gruppe mit Tourneen durch die USA und Großbritannien. Innerhalb weniger Jahre produzierte AC/DC mehrere erfolgreiche Alben, wie etwa Dirty Deeds Done Dirt Cheap (1976), das erst 1981 in den USA erschien, und Let There Be Rock (1977). Bis dahin hatte die Band ihren charakteristischen Sound gefunden, hauptsächlich bestehend aus Malcolm Youngs druckvollen und rau gespielten Powerchords, Angus Youngs vom Blues beeinflusster Leadgitarre und Bon Scotts von seiner hohen Stimme bestimmtem Gesang.

Nach Let There Be Rock verließ Mark Evans wegen Unstimmigkeiten mit Angus Young die Band und wurde durch Cliff Williams ersetzt, der bis 2016 Bass spielte. Mit If You Want Blood You’ve Got It brachte AC/DC mit Bon Scott auch ein Live-Album auf den Markt.

Als in Großbritannien 1977 die Punkwelle ins Rollen kam, stürzte das viele bis dahin erfolgreiche Rockbands in eine Krise. Die Popularität von AC/DC nahm vergleichsweise wenig Schaden, unter anderem auch, weil der Punk sich gegen zwei Entwicklungen in der Rockmusik richtete, die man AC/DC nicht vorwerfen konnte: Zahnlosigkeit und Verstiegenheit. Das erklärte Angriffsziel der Punk-Bewegung waren arrivierte Rockbands wie Genesis, Pink Floyd, Deep Purple und Led Zeppelin. Verglichen mit diesen Gruppen klang AC/DC fast so roh und ungekünstelt wie eine Punk-Band.

Das nächste Album war Highway to Hell. Die ersten Aufnahmen gingen verloren, weshalb der zunächst verantwortliche Produzent durch einen anderen, Robert Lange, ersetzt wurde. Später wurde ein Teil dieser Aufnahmen wiederentdeckt und auf der Bonfire-Box veröffentlicht. Als das Album 1979 erschien, gelangte es bis auf Platz acht der britischen Album-Hitparade und blieb dort 32 Wochen.Tony Brown et al.: The Complete Book Of British Charts, Singles And Albums. London 2000, ISBN 0-7119-7670-8. In den USA erreichte es die Top 20 und markierte dort damit den Durchbruch der Band.

Bon Scotts Tod

Kurz nach der Veröffentlichung von Highway to Hell starb Bon Scott. Am Dienstag, dem 19. Februar 1980, wurde im Radio BBC London folgende Nachricht ausgestrahlt: „Heute Mittag wurde im südlichen Teil Dulwichs die Leiche des AC/DC-Sängers Ronald Belford Scott gefunden. Wie das AC/DC-Management mitteilte, starb Bon Scott an Alkoholvergiftung und infolge Erstickens durch Erbrochenes im Auto seines Freundes Alistair Kinnear. Bon Scott wurde 33 Jahre alt. AC/DC halten sich in London auf, um an den Aufnahmen der nächsten LP zu arbeiten.“ Weiter hieß es, alle Gruppenaktivitäten seien bis auf weiteres auf Eis gelegt.

Noch im Februar wurde seine Leiche nach Australien überführt. Am 1. März 1980 wurde er im Kreise seiner Familie und seiner Band-Kollegen beigesetzt.Bon Scott. AC/DC–World

Die Brian-Johnson-Ära (ab 1980) Die 1980er-Jahre Da Scott mitten in den Aufnahmen zu einem neuen Studioalbum gestorben war, hatte man bereits einiges an Material komponiert, so dass nach der Verpflichtung des neuen Sängers Brian Johnson das Album Back in Black bereits nach kurzer Zeit veröffentlicht werden konnte. Back in Black, erneut produziert von Lange, ist das bis heute erfolgreichste AC/DC-Album und mit über 49 Millionen verkauften Exemplaren das meistverkaufte Album einer Band. Allein in den USA ging es über 22 Millionen Mal über den Ladentisch.

mini|Cliff Williams im Jahr 1981 während eines Konzertes der For-Those-About-to-Rock-Tour 1981 erschien das Album For Those About to Rock. Die Lautstärke, mit der die Lieder aufgenommen wurden, veranlasste den Musikkritiker Tom Graves später zu der Rezension: „Das ist ein weiteres Meisterwerk aus der Brian-Johnson-Ära. Das Titellied wurde zum Markenzeichen der Band und wird bei den Konzerten mit allem pyrotechnischem Schnickschnack gespielt. Es ist ein Muss für alle diejenigen, denen es nichts ausmacht, völlige Taubheit zu riskieren.“

Es folgte eine schwierige Phase. Vor der Produktion des Albums Flick of the Switch trennte sich die Band von Produzent Lange, und zudem schied Phil Rudd wegen psychischer Probleme und Alkoholabhängigkeit aus. Sein Nachfolger wurde Simon Wright, mit dem auch das folgende Album Fly on the Wall produziert wurde.

1986 steuerte AC/DC den Soundtrack zum Stephen-King-Film „Rhea M – Es begann ohne Warnung“ („Maximum Overdrive“) bei: Who Made Who. Obwohl insgesamt nur drei neue Lieder auf der Platte zu finden waren, erreichte sie eine Chartplatzierung und markierte das Ende der kreativen Talsohle, in der sich die Band nach For Those About to Rock befunden hatte.

Das nächste Album, Blow Up Your Video, wurde wieder mit ihren ersten Produzenten, George Young und Harry Vanda, aufgenommen. Die Single Heatseeker schaffte es im Januar 1988 auf Platz 12 der britischen Hitparade. Im selben Jahr wurden AC/DC in die neu gegründete ARIA Hall of Fame aufgenommen.

Während der Tournee zu Blow Up Your Video musste sich Malcolm Young einer viermonatigen Alkohol-Entziehungskur unterziehen; währenddessen vertrat ihn sein Neffe Stevie Young auf den Konzerten. Ebenfalls 1990 verließ Simon Wright die Band und wurde durch den ehemaligen Schlagzeuger der „Manfred Mann’s Earth Band“, Chris Slade, ersetzt.

Die 1990er-Jahre mini|Phil Rudd während eines Konzerts der Ballbreaker-Tour im Jahr 1996 Nach Beendigung der 1988er-Tour nutzten AC/DC das Jahr 1989 zum Schreiben und Proben neuer Songs. Das Comeback schaffte die Gruppe mit der Veröffentlichung von The Razors Edge im Jahr 1990. Da Wunschproduzent George Young terminlich verhindert war, wurde das Album von Bruce Fairbairn, der auch schon mit Bryan Adams und Bon Jovi gearbeitet hatte, im Frühjahr des Jahres in Kanada produziert. Mit diesem Album und der Hit-Single Thunderstruck meldete sich AC/DC auf der Rockbühne zurück und erlangte in kurzer Zeit mehrere Platinauszeichnungen und Top-10-Platzierungen in Europa, Australien und den USA.