Der Landkreis Oder-Spree () ist ein Landkreis im Osten von Brandenburg. Die größte Stadt ist Fürstenwalde/Spree, die Kreisverwaltung befindet sich in Beeskow.

Geografie Der Landkreis Oder-Spree erstreckt sich als Sektoralkreis zwischen Berlin und der polnischen Grenze. Im westlichen Teil des Landkreises liegt der Naturpark Dahme-Heideseen, mehrere Orte im Südosten des Landkreises zählen noch zur Niederlausitz. Die Stadt Erkner sowie die Gemeinden Gosen-Neu Zittau, Grünheide (Mark), Schöneiche bei Berlin und Woltersdorf gehören zur Agglomeration Berlin.

Der Landkreis grenzt im Süden an den Landkreis Spree-Neiße, im Süden und Südwesten an den Landkreis Dahme-Spreewald, im Westen an Berlin, im Norden an den Landkreis Märkisch-Oderland und die kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder) und im Osten an die Landkreise Słubice und Krosno in Polen.

Geschichte mini|hochkant=1.2|links|Aufteilung des Kreisgebietes vor 1952 Der Landkreis Oder-Spree entstand mit der Kreisreform in Brandenburg am 6. Dezember 1993 aus der kreisfreien Stadt Eisenhüttenstadt und den Landkreisen Eisenhüttenstadt, Beeskow und Fürstenwalde.

Der alternative Vorschlag war, den alten Landkreis Guben (bis 1950) wiederherzustellen. Aber es wurde ein Großkreis von Berlin bis zur polnischen Grenze bevorzugt, obwohl es Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung von Eisenhüttenstadt-Stadt und der Kreistage Eisenhüttenstadt-Land und Guben sowie eine Verfassungsbeschwerde von 1993 gab.

Die von der Landesregierung vorbereitete Verwaltungsstrukturreform 2019 in Brandenburg plante einen neuen Landkreis Frankfurt-Oder-Spree gemeinsam mit Frankfurt (Oder). Der Kreistag Oder-Spree lehnte die Fusion ab und die Verwaltungsreform wurde nach heftigem Widerstand der Kommunen im November 2017 zurückgezogen.

Gemeinden Nach der Gemeindegebietsreform 2003 umfasste der Landkreis 38 Gemeinden, darunter sieben Städte. Seit der Eingemeindung der Gemeinde Madlitz-Wilmersdorf nach Briesen (Mark) im Jahr 2014 hat der Landkreis noch 37 Gemeinden.

Siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Oder-Spree

(Einwohner am )

Amtsfreie Städte Beeskow () Eisenhüttenstadt () Erkner () Friedland () Fürstenwalde/Spree () Storkow (Mark) ()Amtsfreie Gemeinden Grünheide (Mark) () Rietz-Neuendorf () Schöneiche bei Berlin () Tauche () Woltersdorf ()

Ämter und zugehörige Gemeinden(Sitz der Amtsverwaltung *) 1. Brieskow-Finkenheerd () Brieskow-Finkenheerd * () Groß Lindow () Vogelsang () Wiesenau () Ziltendorf () 2. Neuzelle () Lawitz () Neißemünde () Neuzelle * ()3. Odervorland () Berkenbrück () Briesen (Mark) * () Jacobsdorf () Steinhöfel () 4. Scharmützelsee () Bad Saarow * () Diensdorf-Radlow () Langewahl () Reichenwalde () Wendisch Rietz ()5. Schlaubetal () Grunow-Dammendorf () Mixdorf () Müllrose, Stadt * () Ragow-Merz () Schlaubetal () Siehdichum () 6. Spreenhagen () Gosen-Neu Zittau () Rauen () Spreenhagen * ()

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1993 187.827 1995 190.839 2000 196.453 2005 190.728 2010 183.859 2015 182.397 Jahr Einwohner 2020 179.276 2021 179.245 2022 179.748 2023 180.499 2024 179.817 2025 179.142 Gebietsstand und Einwohnerzahl am 31. Dezember des jeweiligen JahresHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oder-Spree. (PDF) S. 8–9.Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden. Tabelle 7.Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 1, A II 4. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg. (jeweilige Ausgaben des 4. Quartals) ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Kreistag

Die 56 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Wahl am 9. Juni 2024 wie folgt auf Parteien und Wählergruppen:Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 9. Juni 2024 Partei / Wählergruppe Stimmen2024 Sitze2024 Stimmen2019 Sitze2019 Stimmen2014 Sitze2014 AfD 30,2 % 17 18,4 % 10 5,1 % 3 SPD 18,7 % 10 18,7 % 10 28,7 % 16 CDU 15,9 % 9 15,5 % 9 20,3 % 11 BVB/Freie Wähler 8,3 % 5 8,6 % 5 5,4 % 3 Die Linke 7,1 % 4 15,7 % 9 21,5 % 12 Bündnis 90/Die Grünen 4,5 % 2 8,7 % 5 4,6 % 3 Bauern – Jäger – Angler 3,5 % 2 3,9 % 2 3,9 % 2 FDP 3,2 % 2 5,5 % 3 4,1 % 2 Bündnis LOS für Vernunft und Gerechtigkeit 2,5 % 1 – – – – Bürgervereinigung Fürstenberg/Oder 1,4 % 1 1,4 1 1,4 % 1 Tierschutzpartei 1,4 % 1 – – – – Listenvereinigung Piratenpartei/ÖDP(2014 und 2019 nur Piratenpartei) 1,0 % 1 1,4 % 1 0,8 % 1 Die Heimat(bis 2023 NPD) 0,8 % 1 1,2 % 1 4,1 % 2 Einzelbewerber Enrico Graß 0,4 % – – – – – Einzelbewerber Andreas Gliese 0,4 % – – – – – Einzelbewerber Egon Niemack 0,4 % – – – – – Wahlbeteiligung 66,8 % 58,3 % 48,8 %

Im Kreistag wurden nach der Wahl die folgenden Fraktionen gebildet: Die Linke/Tierschutzpartei (5 Sitze), SPD/Bündnis 90/Die Grünen (12 Sitze), FDP/Bauern – Jäger – Angler/Bürgervereinigung Fürstenberg/Oder (5 Sitze), BVB/Freie Wähler (mit dem Bündnis LOS; 6 Sitze), CDU (9 Sitze) und AfD (17 Sitze). Die Kreistagsabgeordnete der Piratenpartei/ÖDP sowie der Kreistagsabgeordnete der Partei Die Heimat sind fraktionslos.

Vorsitzender der Kreistages ist Rolf Hilke (CDU), seine ersten beiden Stellvertreter sind Rainer Galla (AfD) und Christina Gericke (BVB/Freie Wähler).

Landrat 1994–2002: Jürgen Schröter (Bürgerverband Oder-Spree) 2002–2017: Manfred Zalenga (parteilos; bis 2005 SPD) 2017–2023: Rolf Lindemann (SPD) seit 2023: Frank Steffen (SPD)

Manfred Zalenga wurde am 30. September 2009 zum zweiten Mal für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Er gab sein Amt 2017 vorzeitig auf.

Bei der Landratsstichwahl am 11. Dezember 2016 erreichte Rolf Lindemann zwar 61,7 % der gültigen Stimmen, allerdings verfehlte er durch die geringe Wahlbeteiligung von 19,2 % das erforderliche Quorum von 15 % der Wahlberechtigten. Infolgedessen hatte der Kreistag über die Nachfolge Zalengas zu entscheiden. Er wählte Lindemann am 25. Januar 2017 entsprechend § 127 der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg für eine Amtszeit von acht Jahren zum neuen Landrat. In: Märkische Oderzeitung. 25. Januar 2017. Lindemann trat sein Amt am 9. Februar 2017 an.

Bei der Landratsstichwahl am 14. Mai 2023 wurde Frank Steffen mit 52,4 % der gültigen Stimmen zum neuen Landrat gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 38,5 %.Endgültiges Ergebnis der Stichwahl des Landrates am 14. Mai 2023 im Landkreis Oder-Spree. Wahlleiter des Landes Brandenburg, abgerufen am 16. Juni 2024.

Wappen Das Wappen wurde am 23. Februar 1996 genehmigt.

Die Wappen der Ämter, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Oder-Spree.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft mini|Hüttenwerk Eisenhüttenstadt Die wirtschaftliche Entwicklung vollzieht sich im Landkreis in drei Schwerpunkten. Im Speckgürtel von Berlin ist die Wirtschaft eng mit dem Berliner Ballungsraum verflochten. Trotzdem konnte der Landkreis Oder-Spree im Zukunftsatlas 2019 lediglich Rang 339 von 401 kreisfreien Städten und Landkreisen erreichen.

Im Zentrum dominiert die Eisen- und Stahlindustrie in Eisenhüttenstadt, Maschinen- und Anlagenindustrie wie Chemieindustrie in Fürstenwalde/Spree, die Holzverarbeitungsindustrie in Beeskow, die Landwirtschaft und der Tourismus. Die Wirtschaftsstandorte Eisenhüttenstadt und Fürstenwalde bilden zwei von 15 regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert. Die im Jahr 2022 eröffnete Gigafactory Berlin-Brandenburg des Automobilherstellers Tesla befindet sich in Grünheide im westlichen Kreisgebiet.

Ein ausgebautes Radwegenetz lädt zu Radtouren ein und das Seenland Oder-Spree ist ein attraktives Gebiet für Wasserwanderer. Weitere Reiseziele sind unter anderem das Thermalbad in Bad Saarow, der eiszeitlich geprägte Naturpark Schlaubetal, der Fürstenwalder St. Marien Dom und das Kloster Neuzelle.

Verkehr Straßenverkehr mini|A 10 bei Erkner Die Bundesautobahn 12 durchquert den Landkreis in Ost-West-Richtung. Sie verbindet den Berliner Ring mit der polnischen Grenze bei Frankfurt (Oder). In Nord-Süd-Richtung wird gegenwärtig entlang der polnischen Grenze die Oder-Lausitz-Trasse gebaut.

Schienenverkehr Die wichtigste Eisenbahnstrecke im Kreisgebiet ist die Bahnstrecke Berlin–Frankfurt (Oder). An den Bahnhöfen Erkner, Fangschleuse und Fürstenwalde/Spree halten in beiden Richtungen zweimal stündlich Regionalexpresszüge der Linie RE 1 der DB Regio AG, nur stündlich in Hangelsberg, Berkenbrück, Briesen (Mark), Jacobsdorf (Mark) und Pillgram. Mit dem Vergabeverfahren „Netz Elbe-Spree“, hat seit Dezember 2022 die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) den Betrieb übernommen.

mini|Bahnstrecke Königs Wusterhausen–Grunow in Beeskow Eine weitere West-Ost-Achse ist die Bahnstrecke Königs Wusterhausen–Grunow. In Kummersdorf, Storkow (Mark), Hubertushöhe, Wendisch Rietz, Lindenberg, Buckow, Beeskow, Oegeln, Schneeberg, Grunow (Niederlausitz), Mixdorf und Müllrose verkehren Regionalbahnen der Linie RB 36 der Niederbarnimer Eisenbahn AG (NEB) stündlich bis nach Frankfurt (Oder), am Wochenende teilweise nur alle zwei Stunden.

Die beiden genannten Strecken verbindet die Bahnstrecke Fürstenwalde–Beeskow; allerdings wird nur der Abschnitt von Fürstenwalde (Spree) über Fürstenwalde Süd und Bad Saarow nach Bad Saarow Klinikum betrieben. Dort verkehren stündlich Regionalbahnen der Linie RB 35 der NEB.

Am östlichen Rande des Kreisgebietes verläuft in Nord-Süd-Richtung die Bahnstrecke Cottbus–Frankfurt (Oder). Stündlich halten Regionalbahnen der Linie RB 11 der DB Regio AG in Kraftwerk Finkenheerd, Finkenheerd, Wiesenau, Ziltendorf, Eisenhüttenstadt, Neuzelle, Wellmitz und Coschen. Von bzw. mit Halt in Eisenhüttenstadt fahren außerdem vereinzelt Regionalexpresszüge der Linie RE 1 nach Berlin.

Schiffs- und Flugverkehr Mit Flussschiffen kann der Landkreis über die Oder, die Spree, den Oder-Spree-Kanal und den Storkower Kanal erreicht werden.

mini|Verkehrslandeplatz Eisenhüttenstadt Mit dem Flugzeug ist der Landkreis über den Berlin-Brandenburger Flughafen gut zu erreichen. Bei Eisenhüttenstadt gibt es den Verkehrslandeplatz „Flugplatz Eisenhüttenstadt“ für Kleinflugzeuge.

Schutzgebiete Im Landkreis befinden sich 43 ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Februar 2017).

Kfz-Kennzeichen Am 1. Januar 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen LOS zugewiesen und seitdem ausgegeben.

Bis etwa zum Jahr 2000 erhielten Fahrzeuge aus den Altkreisen besondere Erkennungsnummern:

Gebiet Buchstaben Zahlen Altkreis Beeskow A bis G 1 bis 999 AA bis GZ Altkreis Eisenhüttenstadt H bis R HA bis RZ Altkreis Fürstenwalde S bis Z SB bis ZZ

Seit dem 1. September 2017 sind aufgrund der Kennzeichenliberalisierung zudem die Unterscheidungszeichen BSK (Beeskow), EH (Eisenhüttenstadt) und FW (Fürstenwalde) wieder erhältlich.

Eingliederungen und Zusammenschlüsse von Gemeinden In der Tabelle sind die Eingliederungen und Zusammenschlüsse von Gemeinden seit der Bildung des Landkreises am 5. Dezember 1993 erfasst.Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oder-Spree. S. 34–37.