Klaffer am Hochficht ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Rohrbach im oberen Mühlviertel mit Einwohnern (Stand ).
Geografie Klaffer am Hochficht liegt an der Großen Mühl. Der Schwarzenbergscher Schwemmkanal mündet auf dem Gemeindegebiet in die Mühl. Diese bildet die Gemeindegrenze im Südwesten in einer Höhe von 600 Meter über dem Meer. Nach Nordosten steigt das Land bewaldet bis zum Hochficht auf an. Weitere Berge sind der Reischlberg (), der Fleischhackerberg (), der Dachsberg (), der Haselberg (), der Kühberg () und der Schusterberg (). Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 6,9 km und von West nach Ost 8,6 km. Die Gemeinde hat eine Fläche von 28 Quadratkilometer. Davon sind über sechzig Prozent bewaldet und rund dreißig Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Freundorf () Holzschlag () Klaffer am Hochficht () Panidorf () Pfaffetschlag () Schönberg () Vorderanger ()
Klaffer liegt im Gerichtsbezirk Rohrbach.
Nachbargemeinden
Geschichte Das Gebiet gehörte in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts den Falkensteinern, die Ministerialen des Bischofs von Passau waren. Durch Heirat kam es dann in den Besitz des Witigonen Zawisch von Falkenstein. 1289 eroberten die Habsburger das Gebiet, verpfändeten es jedoch 1331 an die Herren von Walsee. In dieser Zeit dürfte der Ort Klaffer entstanden sein, der in einem Kaufvertrag 1396 erstmals urkundlich erwähnt wird. Der heute zum Gemeindegebiet gehörige Klafferbach wurde allerdings bereits 1264 im Zuge der Schenkung des Budiwoj von Krumau an das Stift Schlägl genannt.Gustav Wasmayr: Ulrichsberg. Geschichte des Marktes und seiner Dörfer. Selbstverlag der Gemeinde Ulrichsberg, 1971, S. 45, 47 und Landkarte S. 49.
Unbekannt ist, wie das Gebiet an das südsteirische Adelsgeschlecht der Prüschenk kam. Diese verkauften es jedoch 1522 zusammen mit Freundorf an das Kloster Schlägl. Das Kloster legte in der Mitte des 15. Jahrhunderts Pfaffetschlag an, um 1700 Vorderanger und etwas später Holzschlag. Panidorf wurde vom Hofgerichtsschreiber Josef Pani gegründet, der ab 1827 die ersten Häuser bauen ließ. Schönberg ist der jüngste Ort der Gemeinde, er entstand im 19. Jahrhundert.
Die Gemeinde Klaffer in der heutigen Form entstand nach der Auflösung der Grundherrschaft 1848. In der Zeit des Nationalsozialismus war Klaffer der Gemeinde Ulrichsberg angegliedert.
Seit 1958 ist Klaffer eine eigenständige Pfarre.
Klaffer war ab 1850 Teil des Gerichtsbezirks Aigen. 2003 wurde der Gerichtsbezirk Aigen aufgelöst und die Gemeinde dem Gerichtsbezirk Rohrbach zugewiesen.
Einwohnerentwicklung
1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1.311 Einwohner, 2001 schließlich 1.333 Einwohner. Der Zuwachs erfolgte trotz negativer Wanderungsbilanz, da die Geburtenbilanz deutlich positiv war. In den Jahren 2001 bis 2011 wurde die Abwanderung stärker, sodass die Bevölkerungszahl auf 1.299 Personen im Jahr 2011 zurückging. Danach kam es 2025 zum Bevölkerungshöchststand mit 1.376 Menschen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche Klaffer mini|hochkant|Kapelle Holzschlag
Katholische Pfarrkirche Klaffer Mariä Himmelfahrt Der Heilkräutergarten Klaffer am Hochficht ist der größte Heilkräutergarten Österreichs. Spätbarocke Obermühle Klaffer Forsthaus Holzschlag und Kapelle Holzschlag Badesee Urlsee Naturschutzgebiet Orchideenwiese in Freundorf Naturschutzgebiet Stadlau: Das etwa 18 ha große Feuchtwiesengebiet der Stadlau besitzt ornithologisch europaweite Bedeutung, da es sich um Brut- und Rastplätze von Wachtelkönig, Bekassine, Braunkehlchen, Wiesenpieper und Rohrammer handelt.Amt der Oö. Landesregierung (Hrsg.): Natur und Landschaft. Leitbilder für Oberösterreich. Band 35. Raumeinheit Südliche Böhmerwaldausläufer. Gutachten Naturschutzabteilung Oberösterreich, Linz 2007, S. 41 ().
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den 54 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden fünfzehn im Haupterwerb geführt. Diese bewirtschafteten drei Viertel der Flächen. Im Produktionssektor arbeitete rund die Hälfte der Erwerbstätigen in den Bereichen Warenherstellung und Bauwirtschaft. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die sozialen und öffentlichen Dienste sowie der Bereich Beherbergung und Gastronomie. Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)54692123Produktion1465738Dienstleistung392610690 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Berufspendler Im Jahr 2011 lebten 675 Erwerbstätige in Klaffer am Hochficht. Davon arbeiteten 113 in der Gemeinde, mehr als achtzig Prozent pendelten aus.
Fremdenverkehr Die rund 30.000 Übernachtungen im Jahr zeigen zwei Spitzen. Eine kurze im Februar und eine längere in den Sommermonaten Juni, Juli und August (Stand 2019). Politik mini|Gemeindeamt Gemeinderat Der Gemeinderat hat 13 (seit 2021, davor 19) Mitglieder. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 1997 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 ÖVP, 9 SPÖ und 2 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2003 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 ÖVP und 9 SPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2009 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 6 SPÖ, und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 4 FPÖ, und 3 SPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2021 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 ÖVP, 2 FPÖ und 2 SPÖ. Bürgermeister Bürgermeister seit 1850 waren:
Wappen Blasonierung: In Silber eine blaue, gestürzte, eingebogene, erniedrigte Spitze; darin ein auf drei goldenen, einen über zwei gestellten Quadersteinen stehender, silberner, flugbereiter Falke.
Der Falke steht für das Geschlecht der Herren von Kirchberg, die sich bereits 1140 nachweisen lassen und sich nach ihrer Burg „Falkenstein“ nannten. Sie gelten als Initiatoren der Rodungen im obersten Mühlviertel. Der Einschnitt am Schildfuß deutet auf die Schlucht des Klafferbaches hin.
Die Gemeindefarben sind Blau-Gelb-Grün.
Persönlichkeiten
Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten
Alexandra Föderl-Schmid (* 1971), Journalistin, ehemalige Chefredakteur der österreichischen Tageszeitung Der Standard, Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung in Israel Norbert Johann Pühringer (* 1908; † 1989), Pfarrer, Gründer des Heilkräutergarten Klaffer am Hochficht.
Literatur Josef Löffler, Helmut Mitgutsch: Klaffer am Hochficht einst und jetzt. Herausgegeben von der Kulturgemeinschaft Klaffer und der Gemeinde Klaffer, Eigenverlag der Gemeinde, Klaffer 1996, 432 Seiten. Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde Klaffer am Hochficht. Endbericht. Gutachten Naturschutzabteilung Oberösterreich. Attnang-Puchheim 2010, S. 1–36 (land-oberoesterreich.gv.at [PDF]). Franz Wöß: Zum Volksbrauch im oberen Mühlviertel. Mitteilungen aus Klaffer. In: Heimatgaue. Linz 1929, S. 74–80 ().
Weblinks
Klaffer-Lied
Einzelnachweise
Kategorie:Böhmerwald