Burgoberbach ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Ansbach und zählt zur Metropolregion Nürnberg.

Geografie Lage Das Pfarrdorf Burgoberbach befindet sich auf einem Hochplateau zwischen der Fränkischen Rezat im Norden und der Altmühl im Süden. Durch den Ort fließt der Hesselbach, ein linker Zufluss der Altmühl. Im Westen befinden sich der Trüdinger Forst und der Steinbachforst.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Ansbach, Weidenbach, Bechhofen und Herrieden.

Gemeindegliederung Es gibt sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Burgoberbach (Pfarrdorf) Dierersdorf (Dorf) Gerersdorf (Dorf) Neuses (Dorf) Niederoberbach (Dorf) Reisach (Weiler) Sommersdorf (Pfarrdorf) Die Einöde Hesselmühle zählt zum Gemeindeteil Burgoberbach.

Das Gemeindegebiet ist in den Gemarkungen Burgoberbach, Dierersdorf, Neuses, Niederoberbach und Sommersdorf aufgeteilt. Die Gemarkung Burgoberbach hat eine Fläche von 4,099 km² und ist in 1786 Flurstücke aufgeteilt.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Ort wurde 1150 in einer Urkunde des Heilsbronner Kloster als „de Oberenbach“ erstmals erwähnt. Die Form „Burgoberbach“ wurde 1349 erstmals bezeugt und diente zur Unterscheidung von Niederoberbach, das ursprünglich ebenfalls nur „Oberbach“ hieß.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 45. Das Kloster erwarb in Burgoberbach zwei Anwesen.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 439.

Aus der Stauferzeit stammt die Burg Sommersdorf, eine Wasserburg ca. 5 Kilometer südlich von Burgoberbach gelegen. Die Ursprünge stammen aus dem 13. Jahrhundert.

Im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1799) wird der Ort folgendermaßen beschrieben:

Im 16-Punkte-Bericht des heilsbronnischen Vogtamts Merkendorf von 1616 wurden für Burgoberbach 2 Güter angegeben, die dem Verwalteramt Merkendorf unterstanden. Die Anwesen anderer Grundherren wurden nicht aufgelistet.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 25, 17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 741.

Laut dem 16-Punkte-Bericht des Oberamts Ansbach von 1684 gab es in Burgoberbach 36 Mannschaften. 1 Anwesen unterstand dem Hofkastenamt Ansbach, 6 Anwesen dem Stiftsamt Ansbach, 2 Anwesen dem Verwalteramt Merkendorf, 1 Anwesen dem Rat Ansbach, 1 Anwesen dem Amt Forndorf, 1 Anwesen dem Rittergut Sommersdorf der Herren von Crailsheim, 1 Anwesen der Kirchenstiftung zu Arberg, 1 Anwesen Syburg und 22 Anwesen dem eichstättischen Amt Herrieden. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 127, 340. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 680.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Burgoberbach 35 Untertansfamilien, von denen 12 ansbachisch waren. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.

1806 kam Burgoberbach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Burgoberbach gebildet. Zu diesem gehörten Claffheim, Dierersdorf, Gerersdorf, Hohe Fichte, Neuses und Weiherschneidbach gehörten. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Burgoberbach, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herrieden zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Herrieden (1919 in Finanzamt Herrieden umbenannt, seit 1929 Finanzamt Ansbach). Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 lösten sich von der Ruralgemeinde Burgoberbach ab: Ruralgemeinde Claffheim mit Hohe Fichte; Ruralgemeinde Dierersdorf mit Gerersdorf; Ruralgemeinde Neuses; Ruralgemeinde Weiherschneidbach. Ebenfalls mit dem Zweiten Gemeindeedikt wurde Winterschneidbach von Großbreitenbronn nach Burgoberbach umgemeindet. Spätestens 1846 erfolgte die erneute Umgemeindung von Winterschneidbach nach Claffheim. Ab 1862 gehörte Burgoberbach zum Bezirksamt Feuchtwangen (1939 in Landkreis Feuchtwangen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herrieden (1879 in Amtsgericht Herrieden umbenannt), seit 1931 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 4,091 km².

Religion Die katholische Pfarrei St. Nikolaus, Burgoberbach, gehört zur Diözese Eichstätt.

Die selbstständigen evangelischen Kirchengemeinden Sommersdorf und Thann bilden gemeinsam eine Pfarrei und umfassen auch den Ort Burgoberbach.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Neuses, Niederoberbach und Sommersdorf eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 2625 auf 3417 um 792 Einwohner bzw. um 30,2 %.

Gemeinde Burgoberbach Jahr 1979 1987 1991 1995 2005 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2021Einwohner 2377 2610 2849 3098 3375 3331 3354 3355 3359 3218 3214 3226 3244 3275 3341 3675Häuser 644 980 988 995 1004 1048Quelle

Ort Burgoberbach (= Gemeinde Burgoberbach bis zur Gebietsreform) Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987Einwohner 322 357 357 371 353 341 348 381 388 397 385 405 411 411 433 432 496 526 559 849 872 860 1239 1530 1765HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet und 1871 bis 2016 als Wohngebäude. 65 72 84 80 80 87 127 211 441Quelle Burgoberbach: 344 Einwohner; Hesselbach: 4 E. Burgoberbach: 392 Einwohner, 82 Wohngebäude; Hesselbach: 5 E., 2 Wgb.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat hat 16 Mitglieder, dazu kommt der hauptamtliche Bürgermeister. Davon entfallen auf die Fraktionen der CSU: sieben Sitze Gemeinsam für Burgoberbach (GFB): fünf Sitze Bürgerliste Ortsteile und Burgoberbach (BOB): vier Sitze (Stand: Kommunalwahl vom 15. März 2020)

Bürgermeister Zum Ersten Bürgermeister wurde in der Stichwahl am 29. Mai 2011 der Sparkassenbetriebswirt Alfons Schock mit 67,8 Prozent der Stimmen gewählt. Die Wahl war notwendig geworden, da der bisherige Bürgermeister Andreas Kollay aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden ist. Zum 1. April 2013 kündigte Alfons Schock wegen gesundheitlicher Probleme seinen Rücktritt als Bürgermeister an.

Am 23. Juni 2013 wurde Gerhard Rammler (* 1961) (parteilos) mit 55,9 % der Stimmen zum neuen Ersten Bürgermeister gewählt, dieser trat das Amt am 25. Juni 2013 an. Er wurde am 15. März 2020 mit 87,9 % der Stimmen wiedergewählt.

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-gold-rot.

Gemeindepartnerschaften Bujaleuf (Frankreich), seit 1991

Raumordnung Seit 2004 ist Burgoberbach Teil der kommunale Allianz AGIL, zu der auch die politischen Gemeinden Aurach, Herrieden und Leutershausen gehören.www.agil-region.de

Verkehr Die Staatsstraße 2221 verläuft nach Claffheim zur Bundesstraße 13 (1,7 km nördlich) bzw. nach Niederoberbach (2,8 km südlich). Über die B 13 gelangt man unmittelbar nördlich zur Anschlussstelle 52 der A 6. Die St 2249 verläuft nach Rauenzell (3,6 km westlich) bzw. zur B 13 bei Nehdorf (2,3 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Neuses (0,9 km südwestlich) und Weiherschneidbach (1,9 km südöstlich).

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=0.6|Schloss Sommersdorf Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Bildung und Kindergärten Schulen Albrecht-von-Eyb-Grundschule

Kindergärten Gemeindliche Kneipp-Kindertagesstätte Pusteblume Katholische Kindertagesstätte Marienheim Kindertagesstätte des BRK

Erwachsenenbildung Volkshochschule Burgoberbach

Persönlichkeiten Albrecht von Eyb (1420–1475), Jurist und frühhumanistischer deutscher Schriftsteller und Übersetzer Brigitta Westphal (* 1944), deutsche Malerin Klaus Eder (* 1946), Soziologe und Hochschullehrer Markus Forster (* 1975), Triathlet Luisa Geiselsöder (* 2000), Basketballspielerin

Literatur

Weblinks

Website der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1150 Kategorie:Gemeindegründung 1810

Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach