miniatur|Altbau von der Moritzstraße aus gesehen miniatur|Teil des Neubaus mit Dachterrasse der Oberstufe und dahinter liegenden Räumen der Oberstufe. Links ein Teil der alten Turnhalle.

Das Gregor-Mendel-Gymnasium (GMG) in Amberg ist ein staatliches Gymnasium mit den Ausbildungsrichtungen naturwissenschaftlich-technologisch, sprachlich sowie wirtschaftswissenschaftlich. Sachaufwandsträger ist die Stadt Amberg. Namenspatron der Schule ist der Naturforscher und Vater der Vererbungslehre Johann Gregor Mendel. 2024/25 unterrichteten 52 hauptamtliche Lehrkräfte 695 Schüler aus der Stadt Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach.

Das Logo symbolisiert die drei Menschensäulen, von denen die Schule getragen wird: die Schüler, die Lehrkräfte und das Personal, die Eltern und alle Partner und Freunde.

Geschichte Die Schule wurde 1833 als Königliche Landwirtschafts- und Gewerbeschule gegründet. Unter dem Namen Gewerbeschule folgte 1864 die Angliederung einer Handelsabteilung. Durch die Umwandlung in eine sechsklassige Anstalt wurde daraus 1877 die Realschule.

Im Jahr 1925 war die Schule zu einer der größten Anstalten Bayerns herangewachsen. Deshalb konnten Eltern, Bürger und Stadt den Ausbau zu einer Oberrealschule (der zweiten in der Oberpfalz) als Vorläufer des Naturwissenschaftlich-technologischen Gymnasiums beim Staatsministerium durchsetzen. Wegen der weiter steigenden Schülerzahlen wurde 1930 der heutige Altbau in der Moritzstraße errichtet.

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 sank die Schülerzahl in den Oberklassen beständig durch Einberufungen zur Wehrmacht. Die Schule diente als eine Mädchenschule. Auch die Reihen der Lehrer lichteten sich. 1944 wurde die Schule aus ihrem Haus vertrieben und das Gebäude diente zuerst als Lazarett, dann, ab Frühsommer 1945, als Lungensanatorium.

Am 1. Februar 1946 konnte der Unterrichtsbetrieb wieder aufgenommen werden. 1947 verließ der erste Nachkriegsjahrgang die Schule: 102 Abiturienten unterschiedlichsten Alters hatten die Schulbänke gedrückt.

1965 wurden auf Veranlassung des Kultusministeriums alle höheren Schulen in Bayern als Gymnasien bezeichnet, aus der Oberrealschule wurde das Gregor-Mendel-Gymnasium. Im Schuljahr 1974/1975 war ein Höchststand der Schülerzahl von 1297 erreicht. Im gleichen Jahr konnte die Fertigstellung von Erweiterungsbau und Dreifachturnhalle gefeiert werden. Außerdem wurde im Rahmen eines Schulversuchs die Kollegstufe vorzeitig eingeführt.

In den folgenden Jahren wurde ein Studienseminar angegliedert, in dem Studienreferendare in naturwissenschaftlichen Fächern und modernen Fremdsprachen ausgebildet wurden. Doch in den neunziger Jahren zog es die jungen auszubildenden Lehrkräfte mehr und mehr in größere Städte wie Regensburg und Nürnberg und das Studienseminar wurde nach und nach aufgelöst.

Die Schule umfasste von 2011 bis 2024 – nach der Einführung des achtjährigen Gymnasiums – die Klassenstufen 5 bis 12. Seit dem Schuljahr 2025/26 – mit der Rückkehr zum G9 – gibt es wieder eine 13. Jahrgangsstufe.

Ende 2007 wurde am GMG im Rahmen eines Siemens-Projekttages die in Deutschland erste Digitale Schülerbücherei eingerichtet. Auch wurde das GMG um ein Café an der Aula, eine neue Bühne an der Schulmensa, ein so genanntes E-Litfaß-System und elf andere Projekte erweitert. Im Rahmen der Vorbereitungen zum 175-jährigen Jubiläum hat die Schule ein eigenes Wiki mit der MediaWiki-Engine eingerichtet. Seit dem Schuljahr 2009/10 ist eine Offene Ganztagsschule eingerichtet. Die Betreuung (Mo.–Fr., jeweils 13–16 Uhr) ist kostenlos.

Struktur Die Schule umfasst folgende drei Ausbildungsrichtungen: Naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium – NTG Sprachliches Gymnasium – SG Wirtschaftswissenschaftliches Gymnasium – WWG

Folgende Fremdsprachen (FS) werden unterrichtet: Englisch (1. FS), Latein (2. FS), Französisch (2. oder 3. FS), Spanisch (3. oder neu einsetzende spät beginnende FS).

Internationale Partnerschaften Partnerschaften mit Gruppen- oder Einzelschüleraustausch gibt es mit Schulen in Eschau, Lapalisse, Le Donjon und Jaligny (alle Frankreich), Trikala (Griechenland), Budapest (Ungarn), Montevideo (Uruguay), Santa Cruz, Camden (Maine) (USA), Barbate (Spanien) und Wuxi (China).

Darüber hinaus arbeitet die Schule im Rahmen des von der Europäischen Gemeinschaft geförderten COMENIUS-Programms seit 2002 mit Schulen aus Nancy (Frankreich), La Mothe-Saint-Héray (Frankreich), La Roche-sur-Yon (Frankreich), Cosenza (Italien), Palermo (Italien), Viterbo (Italien), Malta, Pyhäjärvi (Finnland), Brăila (Rumänien), Dragalina (Rumänien), Bratislava (Slowakei), Lissabon (Portugal), As Pontes-A Coruña (Spanien), Huesca (Spanien) sowie einer Schule aus Birkenwerder (Brandenburg, Deutschland) zusammen.

Auszeichnungen und Preise 2006–2010: jeweils zwei, seit 2009 drei Sterne als Umweltschule in Europa – Internationale Agenda 21 Schule mit Berechtigung zum Führen des entsprechenden Siegels 2004–2008: Jährlich bayerischer Landessieger bei der Aktion Meike, der Sammeldrache 2007: Auszeichnung als eines der 25 besten bayerischen Gymnasien bei den Jahrgangsstufentests (Deutsch, Englisch, Mathematik) der Jahre 2004–2007

Assoziierte Gremien und Organisationen Elternbeirat (EB) Schülermitverantwortung (SMV) Vereinigung der ehemaligen Schülerinnen und Schüler (EheV) Gemeinnütziger Förderverein Nachmittagsbetreuung am GMG e. V. (FöN), Träger der Offenen Ganztagsschule (OGTS)

Aktuelles Die Schule fasst traditionell die musizierenden Schüler in einem großen Ensemble zusammen. Schülerzeitung An der Schule wird seit 2014/15 im Rahmen eines Wahlkurses die Schülerzeitung „Grün auf Weiß“ herausgegeben. Titel früherer Schülerzeitungen in den 1960er und 1970er Jahren waren „Vilslaus“, „Mauerblümchen“ oder „aktuell“.

Bekannte ehemalige Schüler Eugen Oker alias Fritz Gebhardt (1919–2006), Schriftsteller und Spielekritiker H. E. Erwin Walther (1920–1995), Komponist, von 1967 bis 1985 Musikpädagoge am GMG Michael Mathias Prechtl (1926–2003), Maler, Illustrator und Karikaturist Johann Baptist Metz (1928–2019), katholischer Fundamentaltheologe, Begründer der „neuen“ Politischen Theologie Hans Hammer (1931–2020), katholischer Geistlicher Eckhard Henscheid (* 1941), Schriftsteller Gerhard Hirzinger (* 1945), einer der Väter der Weltraumrobotik, Leibniz-Preisträger 1995 Berndt Trepesch (* 1952), Künstler und Gymnasiallehrer für Kunst Fabian Theis (* 1976), Mathematiker und Hochschullehrer, Leibniz-Preisträger 2023 David Mandrella (* 2001), Politiker (SPD) und Mitglied des Deutschen Bundestages

Weblinks Website des Gregor-Mendel-Gymnasiums Amberg

Einzelnachweise

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