Die Semmering Schnellstraße S6 ist eine Schnellstraße in Österreich und eine wichtige Nord-Süd-Verbindung. Sie beginnt am Knoten Seebenstein mit der Süd Autobahn A2 und führt über den Semmering-Pass nach Mürzzuschlag. Im Anschluss folgt sie der Mürz bis zum Knoten Bruck an der Mur mit der Brucker Schnellstraße S35. Der letzte Abschnitt verläuft entlang der Mur bis zum Knoten St. Michael mit der Pyhrn Autobahn A9, wo die S6 in die Murtal Schnellstraße S36 einmündet.
Mit einer Länge von 104,9 Kilometern ist sie die längste österreichische Schnellstraße. In Verbindung mit der S36, der Friesacher Straße B317 und der Klagenfurter Schnellstraße S37 stellt sie eine Alternativverbindung zur Süd Autobahn von Wien nach Kärnten dar.
Allgemeines Die S 6 steht straßenverkehrsrechtlich im Rang einer Autobahn und ist vignetten- bzw. mautpflichtig. Der Betrieb und die Instandhaltung erfolgt durch die staatliche Autobahnbetreibergesellschaft ASFINAG.
Von km 45,25 bis km 50,00 verläuft die S 6 exakt auf der Trasse der alten B 17. Vor Fertigstellung einzelner Teilabschnitte der Semmering Schnellstraße wurden die heutigen Landesstraßen parallel zur S 6 als Semmering Ersatzstraße B 306 geführt.
Ein gefährlicher Abschnitt liegt zwischen der Anschlussstelle Leoben-West und dem Knoten St. Michael, da hier schmale Pannenstreifen und enge Kurvenradien vorhanden sind.
Bei großem Besucherandrang zu den Weltcup-Skirennen am Hirschenkogel wird auf niederösterreichischer Seite eine der Fahrbahnen gesperrt und als Parkplatz verwendet, was zu langen Staus führt und die Durchreise behindert. ohne|mini|S6 in Fahrtrichtung Westen bei Bruck-West
Geschichte Der Ausbau der S6 erfolgte über mehrere Etappen von 1974 bis 2004: Eröffnung Streckenabschnitt Länge13.05.1974ASt Leoben Ost – ASt Leoben West (rechte RFB) 5,339 km30.09.1976Knoten Seebenstein – Wartmannstetten 2,986 km13.08.1980ASt Mürzzuschlag West – HASt Hönigsberg 3,477 km25.06.1980ASt Mürzzuschlag Ost – ASt Mürzzuschlag West (rechte RFB) 4,876 km18.11.1981HAst Kindberg West – ASt St. Marein 8,355 km14.11.1983ASt St. Marein – Knoten Bruck/Mur 8,658 km15.12.1984ASt Kindberg Ost – HASt Kindberg West 1,260 km03.07.1985Wartmannstetten – ASt Gloggnitz12,979 km01.12.1985HASt Hönigsberg – ASt Krieglach Ost4,207 km01.04.1986HASt Seebenstein – Knoten Seebenstein 0,994 km19.09.1986ASt Bruck/Mur West – ASt Leoben Ost 9,234 km01.12.1987ASt Leoben Ost – ASt Leoben West (linke RFB) 01.12.1987Knoten Bruck/Mur – ASt Bruck/Mur West4,836 km29.06.1989ASt Krieglach Ost – ASt Kindberg Ost 11,643 km06.12.1989ASt Gloggnitz – ASt Maria Schutz 7,757 km05.06.1990ASt Leoben West – St. Michael 5,068 km31.10.1990St. Michael – Knoten St. Michael 1,541 km13.11.2002ASt Mürzzuschlag Ost – ASt Mürzzuschlag West (linke RFB) 26.06.2003ASt Spital/Semmering – ASt Mürzzuschlag Ost5,500 km12.10.2004ASt Maria Schutz – ASt Spital/Semmering 6,584 km12.10.2004HASt Kindberg West – ASt St. Marein (2. RFB)
Bauwerke Tunnel Die Schnellstraße führt auf einer Länge von 106 km durch 14 Tunnels (17 km). Die letzte Lücke wurde mit der Freigabe des Semmeringscheiteltunnels im Oktober 2004 geschlossen. Bis dahin rollte der gesamte Verkehr über die Semmering-Passstraße, die in Spitzenzeiten eine Verkehrsdichte von 12.000 Fahrzeugen pro Tag im Ort Semmering hatte.
Insgesamt besteht die Semmering-Tunnelkette aus sechs Autobahn-Tunnels. Diese sind: Grasberg-Tunnel, Länge: 352 m Eselstein-Tunnel, Länge: 175 m Semmering-Scheiteltunnel, Länge: 3,5 km Steinhaus-Tunnel, Länge: 1,8 km Spital-Tunnel, Länge: 2,5 km Ganzstein-Tunnel, Länge: 2,1 km
Die Tunnelserie von Bruck bis Leoben umfasst: Tanzenbergtunnel, Länge: 2,5 km Bruck, Länge: 1,2 km Tunnel St. Ruprecht, Länge: 0,6 km Niklasdorftunnel, Länge: 1,3 km Massenbergtunnel, Länge: 0,4 km
Da die Tunnels der Tunnelkette Bruck nicht den sicherheitstechnischen Vorschriften entsprechen, müssen sie teilweise noch saniert werden. Den Anfang machte der etwa zwei Kilometer lange Tanzenbergtunnel zwischen Bruck und Kapfenberg (2007–2009). Darauf folgte der Massenbergtunnel bei Leoben, wo die Nordröhre (Richtungsfahrbahn Klagenfurt) eine neue Innenschale mit Weißpigmentbeton erhielt. Dadurch war es nicht nötig eine helle Beschichtung anzubringen. Anfang Mai 2010 wurde die Sanierung des Massenbergtunnels abgeschlossen. Im Juli 2010 folgte die Bahnunterführung Oberaich. Im Jahr 2015 waren alle Sanierungen abgeschlossen und das ganze Projekt abgeschlossen.- In: Datum (ohne weitere Angaben, Link nicht mehr verfügbar 2016) - Reportage über die Auswirkungen der letzten Tunnel-Eröffnung
Bis Mai 2008 wurde die zweite Röhre des Ganzsteintunnels gebaut. Der Spatenstich dafür erfolgte am 4. Dezember 2005. Nach Fertigstellung der Südröhre wurde die bestehende Nordröhre generalsaniert. Seit 27. März 2009 ist die Sanierung der alten Röhre abgeschlossen und der Ganzsteintunnel zweiröhrig befahrbar.Ganzsteintunnel ist ab sofort zweiröhrig Damit ist die komplette Semmering Schnellstraße durchgehend mit zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung ausgestattet.
Brücken mini|Talübergang Schottwien, davor die Burgruine Klamm Der Talübergang Schottwien zählt mit 130 m Höhe und einer Länge von 632 m zu den großen Straßenbrücken Österreichs. Die Spannweite des längsten Teiles bildet mit 250 m eine der längsten Betonbalkenbrücken. Sie wurde 1989 eröffnet. Durch auftretende Baumängel fielen vor der Eröffnung kleinere Betonteile zu Boden, wodurch sie im Volksmund den Spitznamen Bröselbrücke erhielt. Diese Mängel wurden umgehend, noch vor der Verkehrseröffnung, behoben.
Literatur Bernd Kreuzer: Der Bau der Autobahnen und Schnellstraße in Österreich. – In: ASFINAG (Hrsg.): Das Autobahnnetz in Österreich. 30 Jahre Asfinag. – Wien, 2012, S. 114–115
Weblinks
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (Hrsg.): Statistik Straße & Verkehr 2015, Abschnitt 3.5 Verkehrsfreigaben, S. 19–20.
Einzelnachweise
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