Riedau ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Schärding im Innviertel mit Einwohnern (Stand ). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Schärding.

Geografie Riedau liegt auf 376 m Höhe im Innviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 2,9 km, von West nach Ost 4,6 km. Die Gesamtfläche beträgt 7,61 km², 13 % der Fläche ist bewaldet, 71,4 % wird landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst 13 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Die Gemeinde besteht aus zwei Katastralgemeinden: Riedau und Vormarkt Riedau.

Nachbargemeinden Je eine der vier Nachbargemeinden liegt im Bezirk Grieskirchen (GR) bzw. im Bezirk Ried (RI).

Geschichte Der Ort war lange Zeit österreichischer Grenzort zum benachbarten Bayern. Aus diesem Grund wurde er auch im Jahre 1515 von Kaiser Maximilian I. zum Markt erhoben. Während der Napoleonischen Kriege kurz bayrisch, gehört er seit 1814 endgültig zu Oberösterreich.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Einen besonderen Aufschwung erlebte Riedau ab den 60er-Jahren mit der Ansiedlung der Firma Leitz. Der Bau des Freizeitzentrums, Schaffung günstiger Baugründe sowie weitere Infrastrukturmaßnahmen waren die Folge. Ein Schulzentrum mit Schwerpunkt Informatik wurde errichtet. Das Österreich-Haus der Winterolympiade in Japan wurde im Zentrum Riedaus neu aufgebaut und beherbergt seither das Holz- und Werkzeugmuseum Lignorama.

In den letzten Jahren wurde der Pramtalsaal zu einem attraktiven Veranstaltungszentrum umgebaut, die Schule generalsaniert, sowie das Betreubare Wohnen geschaffen. Bis Ende 2002 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Raab, nach dessen Auflösung wurde sie dem Gerichtsbezirk Schärding zugewiesen.

Einwohnerentwicklung

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1.897 Einwohner, 2001 dann 2.013 Einwohner. Die Zunahme erfolgte wegen der positiven Geburtenbilanz (+119), die Wanderungsbilanz war nahezu ausgeglichen. Von 2001 bis 2011 nahm die Abwanderung zu und die Geburtenbilanz wurde kleiner (+63), sodass es zu einem Rückgang der Bevölkerungszahl auf 1.969 Personen im Jahr 2011 kam.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Riedau Lignorama, Werkzeug und Holz Museum

Regelmäßige Veranstaltungen Riedauer Roßmarkt: Der Riedauer Roßmarkt ist die traditionsreichste Veranstaltung von Riedau, und wird aufgrund des von Kaiser Maximilian im Jahr 1515 verliehenen Marktrechts jährlich am 2. Samstag im März abgehalten Bayrischer Bieranstich: der Bayrische Bieranstich findet im Lokal Plauscherl statt Steckerlfischpartie: jeden 14. August findet die Steckerlfischpartie der SPÖ Riedau statt.

Wirtschaft und Infrastruktur Ansässige Unternehmen rechts|100px|Logo der Leitz-Gruppe Seit 1961 ist Riedau Produktionsstandort der deutschen Leitz-Gruppe, einem wichtigen Hersteller von Präzisionswerkzeugen zur professionellen Holz- und Kunststoffbearbeitung. Das Werk in Riedau war bei seiner Eröffnung 1961 die erste Produktionsstätte von Leitz außerhalb Deutschlands. Das Leitz-Werk Riedau unterhält eine eigene Betriebsfeuerwehr. Die Dachdeckerei und Spenglerei Markl-Dach GmbH ist seit 1923 in Riedau angesiedelt und ist ein überregional tätiges Unternehmen im Bereich Kommunalbau und Privatbau.

Verkehr Riedau liegt am nach Passau führenden Teil der Westbahn, an der Bundesstraße 137 zwischen Passau und Wels, sowie in der Nähe der Innkreis Autobahn.

Sport Im Freizeitbereich ist Riedau neben dem örtlichen Freibad geprägt von zahlreichen Sportvereinen, unter anderem dem Fußballverein SV Luksch Riedau, dem Tennisclub, der Tischtennis-Union oder dem Karateverein. Seit März 2009 steht im ehemaligen Hallenbad ein Fitnessstudio zur Verfügung.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat setzt sich aus 19 Gemeinderäten zusammen: 9 ÖVP, 5 SPÖ, 4 FPÖ, 1 Liste Riedau.

Bürgermeister Bürgermeister ist Markus Hansbauer von der ÖVP.

Wappen rechts|200px Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: In Blau auf grünem Schildfuß ein silberner, gequaderter Turm mit drei Zinnen samt Schießscharten, drei schwarz geöffneten, länglichen Fenstern, zwei runden Lichtöffnungen und schwarz geöffnetem Rundbogentor, von dem eine goldene Wegscheide über den grünen Rasen zum unteren Schildrand führt. Beiderseits des Turmes zwischen grünen Bäumen rechts vier und links drei goldfarbene Häuser mit roten Türmchen und Dächern.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Ludwig Spängler (1865–1938), Techniker und Eisenbahningenieur Josef Seilinger (1901–1955), Politiker (SPÖ) und BBÖ-Werkmeister Franz Rieger (1923–2005), Schriftsteller Hermann Kraft (1941–2025), österreichischer Politiker (ÖVP), Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat a. D. Margarita Fuchs (* 1951), Schriftstellerin Bernhard Schärfl (1952–2014), Dramatiker, Vorstandsmitglied im Drehbuchverband Austria und Drehbuchforum Wien, Drehbuchautor Christine Osterberger (* 1957), Sängerin (Sopranistin) und Malerin Peter Gahleitner (1962–2024), österreichischer Kabarettist Monika Fischer-Vorauer (* 1965), Maskenbildnerin

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Oliver Glasner (* 1974), Fußballspieler und -trainer Wolfgang Nowotny (* 1946), Lehrer und Experte für Schleimpilze Josef Oberauer (* 1952), Tenor, Entertainer und Opernsänger Paul Josef Osterberger (* 1987), Künstler, Kunstschmied und Glasmacher Gustav von Peßler (1861–1900), Jurist, Politiker und Abgeordneter des Reichsrats Anton Reidinger (1839–1912), von 1876 bis 1891 Pfarrer in Riedau. Von ihm stammt das populäre Weihnachtslied Es wird scho glei dumpa, neben der Pfarrkirche Riedau erinnert ein Denkmal an ihn. Karl Schuster (1887–1970), Politiker (CS) und Schmiedemeister, Abgeordneter zum Landtag und Mitglied des Bundesrates

Literatur

Raimund Kislinger: Heimatbuch der Marktgemeinde Riedau. Herausgegeben von der Marktgemeinde Riedau, Riedau 1991. Günther Willinger: Die Pfarrkirche St. Georg zu Riedau. Herausgegeben von der Pfarre Riedau, Riedau 2009.

Weblinks

Website der Gemeinde RIEDAU.heimat, Online-Heimatbuch von Klaus Waldenberger

Einzelnachweise

Kategorie:Innviertler Hügelland