Rainbach im Innkreis ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Schärding im Innviertel mit Einwohnern (Stand ). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Schärding.
Geografie Rainbach im Innkreis liegt auf 371 m Höhe im Innviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,4 km, von West nach Ost 5,3 km. Die Gesamtfläche beträgt 24,5 km². 20,8 % der Fläche sind bewaldet, 71,8 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt und gehört demnach zu den südlichsten Gemeinden des Sauwaldes.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende 19 Ortschaften (Einwohner Stand ):
Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Edermaning, Grünberg, Rainbach und Wienering.
Nachbargemeinden
Geschichte Überblick Rainbach wird schon im 12. und 13. Jahrhundert mehrfach urkundlich erwähnt. Die dem hl. Petrus geweihte Filialkirche von Taufkirchen wird erstmals 1230 genannt.
Zur Zeit der frühen Kirchenorganisation im Mittelalter gehörten Teile des Gebietes um Rainbach zur Urpfarre St. Weihflorian. Als eigenständige Pfarre wurde St. Weihflorian erstmals 1182 bezeichnet, als sie zusammen mit der Pfarre Tettenweis dem Passauer „Innbruckamt“ inkorporiert wurde,Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der k.k. landesfürstl. Gränzstadt Schärding am Inn und ihrer Umgebungen. Wels 1860, S. 275 (). welches dem St. Ägidien-Spital in der Innstadt unterstand.Hugo Lerch: Der Streit des Passauer Domherrn und Innbruckmeisters Johann von Malenthein mit dem Passauer Domkapitel 1544–1549. In: Ostbairische Grenzmarken 6 (1962/1963), S. 249–261, hier S. 250–251. Der Sprengel der Pfarre St. Weihflorian war sehr ausgedehnt: Er lag zwischen dem Wirkungsbereich der Urpfarre St. Severin sowie dem der Urpfarre Münsteuer und umfasste das Gebiet der heutigen Pfarren Brunnenthal, Schärding, St. Florian am Inn, Suben, St. Marienkirchen und Eggerding,Theodor Ebner: Die Antiesenmündung. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Jahrgang 148, Linz 2003, S. 257–284, hier S. 279 (). dazu außerdem Anteile der heutigen Pfarren Taufkirchen, Lambrechten und Rainbach.Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der k.k. landesfürstl. Gränzstadt Schärding am Inn und ihrer Umgebungen. Wels 1860, S. 275–276 (online). Als es im Jahr 1380 zur Verlegung des Sitzes der Pfarre nach Schärding kam, wurde das zu St. Weihflorian gehörende Gebiet um Rainbach zur Filiale von Schärding.
Im Jahr 1783 wurde Rainbach eine selbständige Pfarre. Der 1796 durch einen Blitzschlag abgebrannte Turm wurde rasch erneuert und mit den Glocken von St. Jakob ausgestattet.
Seit Gründung des Herzogtums Bayern war der Ort bis 1779 bayrisch und kam nach dem Frieden von Teschen mit dem Innviertel (damals Innbaiern) zu Österreich. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz bayrisch, gehört er seit 1814 endgültig zu Oberösterreich.
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.
Einwohnerentwicklung
1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1457 Einwohner, 2001 dann 1493 Einwohner. Im Jahr 2011 waren noch 1518 Einwohner registriert, im Jahr 2020 war ihre Anzahl auf 1490 gesunken. mini|Kath. Pfarrkirche hl. Petrus in Rainbach im Innkreis mini|Zöhrerkapelle
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Katholische Pfarrkirche Rainbach im Innkreis Filialkirche hl. Katharina Zöhrerkapelle Rainbacher Evangelienspiele: Seit dem Jahr 2004 finden die Evangelienspiele jährlich statt. Im ersten Jahr unter dem Titel Passion aufgeführt, etablieren sich diese Spiele stetig im Kulturkalender. Auf dem Gemeindegebiet liegen die Burgställe Sumetsrad und Steinberg. Erlebnisfreibad
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den 95 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 52 im Haupt-, 37 im Nebenerwerb und sechs von Personengemeinschaften geführt. Im Produktionssektor arbeiteten fünfzig Erwerbstätige im Baugewerbe und acht im Bereich Herstellung von Waren. Die größten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (31), freiberufliche Dienstleistungen (15), Handel (10) und Beherbergung und Gastronomie (9 Mitarbeiter). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)951159195Produktion17155878Dienstleistung41208160 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 lebten 770 Erwerbstätige in Rainbach im Innkreis. Davon arbeiten 168 in der Gemeinde, beinahe achtzig Prozent pendelten aus.
Verkehr Eisenbahn: Der Bahnhof Schärding liegt wenige Kilometer westlich des Gemeindegebietes. Straße: Die Sauwald Straße B136 von Schärding über den Sauwald nach Engelhartszell an der Donau verläuft im Norden der Gemeinde.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 19 Mandataren. Partei20212015200920031997ProzentMandate%Mandate%Mandate%Mandate%MandateÖVP48,321041,98849,591045,15952,4311FPÖ37,59738,46725,81528,08524,745SPÖ14,09219,56424,61426,77518,923
Bürgermeister Bürgermeister seit 1850 waren:
Wappen 70px|links Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: „In Grün ein blauer, golden bordierter, schräglinker Wellenbalken, begleitet nach der Figur von zwei goldenen Schlüsseln mit abgewendeten Bärten und Griffen in Vierpaßform.“
Die Schlüssel symbolisieren das Pfarrpatrozinium des hl. Petrus, die Wellen stehen für den Ortsnamen „Bach“.
Die Gemeindefarben sind Grün-Gelb-Blau.
Partnergemeinde Seit 2004 ist Rainbach im Mühlkreis Partnergemeinde von Rainbach am Inn.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Joseph Pell (1817–1854), seit 1845 als Kooperator Seelsorger in St. Marienkirchen bei Schärding, wurde von der Bevölkerung schon zu Lebzeiten als heiligmäßig verehrt, nach seinem Tod wurden Erbauungsschriften über ihn verfasst. Friedrich Ch. Zauner (1936–2022), Schriftsteller, Ehrenbürger der Gemeinde Werner Thanecker (1962–2014), Propst des Augustiner-Chorherrenstiftes Reichersberg Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten
Walter Ablinger (* 1969), Behindertensportler und Olympiasieger; lebt in Rainbach, Ehrenbürger der Gemeinde Franz Xaver Hofer (1942–2012), Schriftsteller und Kunstkenner Lorenz Raab (* 1975), Trompeter; aufgewachsen in Rainbach
Weblinks
Seite der Gemeinde Rainbacher Evangelienspiele
Einzelnachweise
Kategorie:Sauwald Kategorie:Innviertler Hügelland