mini|Luftbild von Pfaffstätt (August, 2025) Pfaffstätt ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Braunau im Innviertel mit Einwohnern (Stand ). Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Mattighofen.

Geografie Pfaffstätt liegt südlich von Mattighofen an der Straße Richtung Mattsee auf 471 Meter Höhe an der Mattig und steigt nach Westen bewaldet zum 541 Meter hohen Siedelberg an. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 4,8 km, von West nach Ost 3,3 km.Land Oberösterreich – Geografische Daten der Gemeinde Pfaffstätt. Die Gemeinde ist rund neun Quadratkilometer groß, davon wird beinahe die Hälfte landwirtschaftlich genutzt, mehr als ein Drittel ist bewaldet.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Erlach () Fludau () Kitzing () Kuglberg () Pfaffstätt () Sollern () Die Gemeinde besteht aus der einzigen Katastralgemeinde Pfaffstätt.

Nachbargemeinden

Geschichte In unmittelbarer Nähe des heutigen Orts wurden auf dem Siedelberg 14 Keltengräber als Zeugnisse einer vorchristlichen Besiedlung aufgedeckt.R. Weidl: Pfarrkirche zum Hl. Johannes dem Täufer in Pfaffstätt (= Christliche Kunststätten Österreichs, Nr. 286). Verlag St. Peter, Salzburg 1996, S. 2.

Im 8. Jahrhundert wurde das Gebiet von Pfaffstätt von Salzburg aus christianisiert, die erste vorliegende Erwähnung des Orts erfolge 796.R. Weidl: Pfarrkirche zum Hl. Johannes dem Täufer in Pfaffstätt (= Christliche Kunststätten Österreichs, Nr. 286). Verlag St. Peter, Salzburg 1996, S. 2.

Die erste Kirche stand nahe der Mattig neben dem Schloss und war dem hl. Vitus geweiht.R. Weidl: Pfarrkirche zum Hl. Johannes dem Täufer in Pfaffstätt (= Christliche Kunststätten Österreichs, Nr. 286). Verlag St. Peter, Salzburg 1996, S. 5.

Die Geschichte des Orts ist verbunden mit dem Schloss Pfaffstätt und den Herren von Pfaffstätt. Diese wurden erstmals urkundlich 1150 erwähnt als „Herrant de Phafstete“. Ihm folgten ein „Gerhart de Pfaffenstetin“ (1147–1167), „Heinrich von Pfaffstetten“ (1154), Amelrich und Otto (1170–1180), Albert (1188f.) und Albero (1222) nach.R. Weidl: Pfarrkirche zum Hl. Johannes dem Täufer in Pfaffstätt (= Christliche Kunststätten Österreichs, Nr. 286). Verlag St. Peter, Salzburg 1996, S. 4. Die Herren von Pfaffstätt lebten in einem Schloss auf dem Siedelberg. Sie waren Ritter und hatten die patrimoniale Gerichtsbarkeit inne. Die Spuren dieses Schlosses verlieren sich. Zwar wird 1843 noch beschrieben, dass Ruinen und Reste von Gräben zu sehen sind, heute kann man nur noch Spuren von Gräben erkennen.

In der Zeit um 1500 wurde vom Geschlecht der Reuter das Schloss im Ort Pfaffstätt gebaut. Zur gleichen Zeit dürfte auch die heutige Kirche errichtet worden sein. Der erste bekannte Besitzer des Schlosses ist Georg Reuter zu Pfaffstätt, dessen Grabstein mit Wappen in der Propsteikirche zu sehen ist. Das Schloss war damals von einem Weiher umgeben, was man auf einem Stich von 1721 erkennen kann. Als bald darauf Gräfin Maria von Wartenberg das Wasserschloss kaufte, ließ sie es nach Plänen, die angeblich von Fischer von Erlach stammten, umbauen. Dabei wurde der Wassergraben zugeschüttet.

Die älteste Kirche des Ortes, die Veitskapelle, wurde 1787 abgetragen.

Seit Gründung des Herzogtums Bayern war Pfaffstätt bis 1779 bayrisch und kam nach dem Frieden von Teschen mit dem Innviertel (damals 'Innbaiern') zu Österreich. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz bayrisch, gehört er seit 1814 endgültig zu Oberösterreich.

Bis 1904 war Pfaffstätt ein Teil der Pfarre Kirchberg. Bei der Erlangung der Selbständigkeit wurde ein neuer Pfarrhof gebaut. Das Schloss wurde nach mehreren Besitzerwechseln von Adolf Graf von Peckenzell 1909 bis 1910 grundlegend renoviert, wobei es sein heutiges Aussehen erhielt.

Einwohnerentwicklung

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 893 Einwohner, 2001 dann 948 Einwohner. Da sowohl Geburtenbilanz als auch Wanderungsbilanz positiv waren, stieg die Einwohnerzahl weiter auf 1.000 im Jahr 2011 und auf einen neuen Höchststand von 1.293 im Jahr 2025.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Pfaffstätt mini|Pfarrkirche Pfaffstätt

Schloss Pfaffstätt Katholische Pfarrkirche Pfaffstätt hl. Johannes der Täufer

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren, Arbeitsplätze Im Jahr 2010 gab es in Pfaffstätt siebzehn landwirtschaftliche Betriebe. Davon wurden elf im Haupt- und sechs im Nebenerwerb geführt. Im Produktionssektor beschäftigten vier Betriebe des Bereiches Warenherstellung fast 600 Erwerbstätige. Der größte Arbeitgeber im Dienstleistungssektor war der Handel (Stand 2011). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)172416340Produktion8659324Dienstleistung391810276 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 lebten 501 Erwerbstätige in Pfaffstätt. Davon arbeiteten 116 in der Gemeinde, 385 pendelten aus. Von den umliegenden Gemeinden kamen 616 Menschen zur Arbeit nach Pfaffstätt.

Verkehr Bahnhof: Der nächste Bahnhof liegt vier Kilometer nördlich in Mattighofen. Straße: Knapp östlich des Gemeindegebietes verläuft die Braunauer Straße B147. Rad: Durch Pfaffstätt führt der Mattigtalradweg R24.

Politik

Der Gemeinderat hat 13 Mitglieder. Nach den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen: 1997: 7 ÖVP, 4 SPÖ und 2 FPÖ. 2003: 6 ÖVP, 6 SPÖ und 1 FPÖ. 2009: 7 ÖVP, 5 SPÖ und 1 FPÖ. 2015: 9 ÖVP und 4 SPÖ. 2021: 10 ÖVP und 3 SPÖ. Partei2015200920031997ProzentMandate%Mandate%Mandate%MandateÖVP69,35953,73747,10652,567SPÖ30,65433,67545,69630,124FPÖ8,9317,21117,322

Bürgermeister

bis 2009 Susanne Lanzer (SPÖ) seit 2009 Wolfgang Gerner (ÖVP)

Wappen rechts|150px Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: Zwischen zwei grünen, von silbernen Wellenstäben gesäumten Wellenflanken in Blau ein goldener Taufstein, bestehend aus Säulenbasis, Säule, siebeneckigem Becken und Deckel in Form eines oben mit einem lateinischen Kreuz besteckten, siebenseitigen Pyramidenstumpfes.

Die Gemeindefarben sind Gelb-Grün-Gelb.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Albert Ritzberger (1853–1915), Zeichner und Maler Ludwig Weinberger (1911–1966), Quartärforscher

Weblinks

Webpräsenz der Gemeinde Pfaffstätt

Einzelnachweise

Kategorie:Mattigtal Kategorie:Südinnviertler Seengebiet Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Mattig