Gilgenberg am Weilhart ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Braunau im Innviertel mit Einwohnern (Stand ). Umgangssprachlich wird der Ort meist Dilliberg genannt. Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Braunau am Inn.
Geografie Gilgenberg am Weilhart liegt auf 466 m Höhe südöstlich des bayerischen Grenzorts Burghausen im oberösterreichischen Innviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 7,9 km, von West nach Ost 5,9 km. Die Gesamtfläche beträgt 26,6 km². 18 % der Fläche sind bewaldet, 77,4 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt..
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende 20 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Die Gemeinde besteht aus den drei Katastralgemeinden Gilgenberg, Mairhof und Ruderstallgassen.
Nachbargemeinden
Geschichte Die Besiedelung des Gilgenberger Gebietes reicht mindestens 2500 Jahre zurück. Die frühesten Funde werden der Hallstattkultur zugerechnet. Aus dieser Zeit stammen Hügelgräber und eine 1995 gefundene Schnabelkanne. Ein Gutshof aus der Römerzeit dürfte sich in der Nähe der hallstattzeitlichen Fundstellen befunden haben. Möglicherweise wurde die Besiedelung in der Völkerwanderungszeit unterbrochen.
Die Anfänge des heutigen Gilgenberg reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Erstmals wird im Jahre 1195 die Kirche von Gilgenberg, die dem heiligen Ägidius geweiht ist, erwähnt. Die Eigennamen der ersten Dokumente verraten eine bajuwarische Bevölkerung. Lehnsherr war, nach dem Untergang der Grafen von Burghausen, der bayerische Herzog. Dessen Stellvertreter am Ort war der Rentmeister von Burghausen.
Seit Gründung des Herzogtums Bayern war der Ort bis 1779 bayrisch und kam nach dem Frieden von Teschen mit dem Innviertel (damals 'Innbaiern') zu Österreich. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz bayrisch, gehört er seit 1814 endgültig zu Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.
Einwohnerentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche Gilgenberg
Katholische Pfarrkirche Gilgenberg hl. Ägidius Helmbrechtsdenkmal Helmbrechtspfad Helmbrechtsbründl Helmbrechtshof Alter Pfarrhof mit Schutzengelkapelle Römerwanderweg
Wirtschaft und Infrastruktur Öffentliche Einrichtungen Kindergarten Volksschule Pfarramt Freiwillige Feuerwehr Integrationsprojekt pro mente
Ansässige Unternehmen HE-Technik Eisenführer Möbeltischlerei Alfred Sax Möbelhaus und Tischlerei Pemwieser RenoVit B&R Industrial Automation GmbH Neuberger Spenglerei-Dachdeckerei
Vereine und Gemeinschaften
Politik mini|Gemeindeamt Gilgenberg am Weilhart
Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 15 Mandataren. Partei 2021 2015 2009 2003 1997%MandateProzentMandate%Mandate%Mandate%Mandate ÖVP 49,70 1037,53843,04940,81855,3711 SPÖ 7,56 17,8816,3916,6917,651 FPÖ 21,96 429,06617,50314,90321,174Sonstige 20,78 411,37213,23215,803Sonstige21,71424,375
Bürgermeister
Bürgermeister seit 1850 waren:
Wappen rechts|150px Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: Schräg geteilt; oben in Silber ein blauer Topfhelm, unten in Blau ein goldener Bauernhut mit Feder. Die Gemeindefarben sind Weiß-Blau.
Das 1975 verliehene Gemeindewappen verweist mit der bäuerlichen und ritterlichen Kopfbedeckung auf die zwischen 1250 und 1280 von Wernher dem Gartenaere verfasste Versnovelle Meier Helmbrecht. Diese schildert die Entwicklung des Bauernsohnes Helmbrecht zum Raubritter und sein schreckliches Ende. Der Schauplatz der Handlung ist in einer Überlieferung das Gebiet des Weilhartsforstes, in Gilgenberg ist seit dem 14. Jahrhundert der „Helmbrechtshof“ nachweisbar.Herbert Erich Baumert: Die Wappen der Städte, Märkte und Gemeinden Oberösterreichs (4. Nachtrag 1973–1976). In: Oberösterreichische Heimatblätter. Heft 1/2, 1977, S. 13–14 ().
Persönlichkeiten Ehrenbürger der Gemeinde Franz Geisberger (1929–2022), Kirchenchorleiter, Organist und Komponist Gottfried Gaisberger (* 1943), Kirchenchorleiter, Organist
Söhne und Töchter der Gemeinde Michael Huber (1866–1949), Priester und Politiker
Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Ferdinand Tiefnig (* 1965), Politiker, Mitglied des Gemeinderats von Gilgenberg am Weilhart, Mitglied des österreichischen Bundesrats
Literatur Paul Stepanek (Red.): Meier Helmbrecht und Gilgenberg. Eine literarische Tradition im oberen Innviertel und ihre Landschaft. Herausgegeben von der Gemeinde Gilgenberg und dem Land Oberösterreich, Ried im Innkreis 1980. 800 Jahre Gilgenberg am Weilhart. Chronik des Helmbrechtdorfes. Herausgegeben von der Gemeinde Gilgenberg, 1997. Berndt Bleckmann: Gilgenberg vor 700 Jahren. was war da eigentlich? Ein Beitrag zur mittelalterlichen Geschichte im Allgemeinen und zur Geschichte Gilgenbergs im 13. und 14. Jahrhundert. Broschüre, 1997 (PDF). Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde Gilgenberg am Weilhart. Endbericht. Gutachten Naturschutzabteilung Oberösterreich. 2008, S. 1–81 ().
Weblinks
Webpräsenz der Gemeinde Gilgenberg am Weilhart
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1195