Staitz war eine kreisangehörige Gemeinde im Landkreis Greiz in Thüringen. Am 1. Dezember 2011 wurde sie ein Ortsteil der Landgemeinde Stadt Auma-Weidatal. Heute hat Staitz den Status einer Ortschaft nach der Thüringer Kommunalordnung und damit eine Ortschaftsverfassung mit Ortschaftsrat und Ortschaftsbürgermeister.
Der Name „Staitz“ kommt wahrscheinlich aus dem Sorbischen und ist wohl an das Wort „Stav“ (= Teich) angelehnt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort am 22. Juli 1283, als Heinrich der Ältere, Vogt von Weida, dem Kloster Cronschwitz einen von Heinrich von Lohma gekauften Zins in Staitz bestätigte. Auch Wolfgang Kahl bestätigt diese urkundliche Ersterwähnung des Dorfes Staitz.Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 271 In alten Unterlagen wurde Staitz auch als ein „Dorf mit vielen Fuhrleuten“ bezeichnet.
Geografie Staitz liegt im Thüringer Schiefergebirge unweit der Weidatalsperre. Am Ostrand des bebauten Gebiets verläuft der 12. Längengrad. Staitz liegt in einer leichten Hanglage.
Geschichte In Staitz gab es drei Mühlen: Die Franzenmühle. Der erste Müller wurde 1609 erwähnt Die Bermichsmühle bei Staitz. Der erste Müller wurde 1533 erwähnt Die Erzmühle Staitz. Der erste Müller wurde 1556 erwähntGünter Steiniger: Mühlen im Weidatal. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-934748-59-0, S. 140–169
Der Bau der ersten Kirche erfolgte vermutlich 1521. Noch heute ist an der Südseite des Turmes das „Vorhangbogenfenster“ mit der Inschrift „Anno Domin – m§v und XXI“ erhalten. Im Jahre 1812 brannte ein Teil des Dorfes einschließlich der Kirche und der Schule ab, wobei auch drei Kirchenglocken zerstört wurden. Bereits 1813 konnte aus dem teils wieder gesammelten Metall eine neue Kirchenglocke von den Gebrüdern Ulrich zu Laucha und Apolda hergestellt werden. Sie trägt noch heute die Inschrift: „Gott segne und erhalte Staitz“. Im Jahre 1816 wurde die neu erbaute Kirche eingeweiht.
Am 10. April 1852 erhielt der Ort ein neues Siegel. Das Wappen zeigt die „Drei Linden“, die auf Beschluss des Gemeinderates gepflanzt wurden. 1975 wurden erneut drei Linden am Parkplatz (ehemals Scheunenteich) als Ersatz gepflanzt. Unweit des Ortes befindet sich die Weidatalsperre (erbaut 1951 bis 1956).
Das Ortszentrum befindet sich im Dorfzentrum am Dorfplatz. Es diente früher als Schule, anschließend als Kindergarten und wird heute zum Teil bewohnt.
Vor dem Bau der Talsperre wurden Ausgrabungen zur Sicherung und Dokumentation der Burganlage, die sogenannte Fliehburg, die als Bodendenkmal anerkannt ist, durchgeführt. Bis zum 3. Januar 1996 war Staitz ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Weidatal, danach gehörte die Gemeinde zur Verwaltungsgemeinschaft Auma-Weidatal. Am 1. Dezember 2011 schlossen sich die Stadt Auma und die Gemeinden Braunsdorf, Göhren-Döhlen, Staitz und Wiebelsdorf zur Landgemeinde Stadt Auma-Weidatal zusammen.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2011
Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember): 1994: 305 1995: 293 1996: 302 1997: 296 1998: 308 1999: 309 2000: 322 2001: 314 2002: 319 2003: 328 2004: 331 2005: 324 2006: 327 2007: 315 2008: 299 2009: 293 2010: 278 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Osterkrone Staitz Sehenswürdigkeiten sind die historische Kirche, die Weidatalsperre, die Bermichsmühle und das Denkmal der Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges.
Im Ort bestehen die Gastwirtschaft „Zum Taubenschlag“ sowie der örtliche Kegelverein und der Feuerwehrverein. Jährliches Maibaumstellen (inkl. Maifeuer), sowie ein Fest des in Staitz befindlichen landwirtschaftlichen Großbetriebs sind Höhepunkte des Ortslebens. Häufig finden auch Fußballspiele auf dem Fußballplatz statt. Ganz in der Nähe, in Döhlen, findet das alljährliche Weidatalfest statt.
Sport In Staitz befindet sich ein Fußballplatz an der Einfahrt zum Neubaugebiet. Zudem durchfährt die alljährliche Thüringenrundfahrt der Frauen die Ortschaft.
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, die das Bild der Gemeinde Staitz prägen, sind die ERVEMA agrar GmbH, die Agrarhandelsgesellschaft „Aumatal“ und weitere kleinere landwirtschaftliche Betriebe von Wiedereinrichtern sowie Handwerksbetriebe. Im Gewerbegebiet „In der Muschke“ ist seit 1998 die Firma TRIBOTEC GmbH ansässig. Dies ist ein Spezialbetrieb für Verschleiß- und Korrosionsschutz, besonders für Förderschnecken und Pressanlagen der Papier-, Ziegel- und Keramikindustrie. Dienstleistungsunternehmen finden sich in Staitz nicht. Es befinden sich zwei Bushaltestellen in Staitz mit Anbindung nach Auma und Triebes.
Persönlichkeiten Georg Kresse besuchte Staitz des Öfteren.
Finanzielle Situation Verschuldung der ehemaligen Gemeinde Staitz in EUR (Stand jeweils 31. Dezember): 2004: 954.000 2005: 916.000 2006: 871.000 2007: 818.000 2008: 784.000 2009: 748.000 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Literatur Werner Radig: "Die Ausgrabung der Burgstätte von Staitz im Kreis Greiz", in: Festschrift zur 125-Jahrfeier des Kreismuseums des Landkreises Greiz in Hohenleuben-Reichenfels. Heft 1. Hrsg.: Der Kreisrat des Kreises Greiz, Abteilung für Kunstangelegenheiten. Hohenleuben-Reichenfels 1951, S. 20–45 (mit Bildern, Lageplänen, Literaturquellen und Anmerkungen zu Funden anderer Burgställe der Region; verfügbar im Stadtarchiv der Stadt Auma-Weidatal) W. Taut: "Eine frühgeschichtliche Ringwall- und Wasserfestung im Weidatal.", In: Heimatblätter, Beilage zum Reußischen Anzeiger Zeulenroda, Jg. 17, 1928, Nr. 23/24 mit Plan. (Artikel zur mittelalterlichen Spornburg Staitz, fälschlich als "Wasserfestung" und "frühgeschichtlich" betitelt)
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Ort im Landkreis Greiz Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Greiz) Kategorie:Auma-Weidatal Kategorie:Ersterwähnung 1283 Kategorie:Gemeindeauflösung 2011