Das Bargeld der Deutschen Mark wurde mit der Währungsreform am 20. Juni 1948 durch die Bank deutscher Länder unter der Hoheit der drei Westalliierten Frankreich, USA und Vereinigtes Königreich in Form von Münzen und Banknoten herausgegeben. Es löste das Bargeld der Reichs- und Rentenmark sowie die Geldscheine der Allied Military Currency (AMC) von der Alliierten Militärbehörde ab.

Jede natürliche Person in den drei Westzonen Deutschlands erhielt sofort nach der Währungsreform ein „Kopfgeld“ von 40 DM und einen Monat später weitere 20 DM bar ausgezahlt, die bei der späteren Umwandlung der Reichsmark angerechnet wurden. Diese Regelung galt nicht für das Saarland, da die D-Mark dort erst am 6. Juli 1959 eingeführt wurde. In den drei Westsektoren Berlins bestand eine besondere Situation dadurch, dass die D-Mark zunächst als Nebenwährung zur Ostmark eingeführt und erst am 20. März 1949 durch die Westalliierten zum alleinigen gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt wurde. Am 1. Juli 1990 wurde das Bargeld der Deutschen Mark auch zum alleinigen gesetzlichen Zahlungsmittel auf dem Gebiet der DDR.

Das Erscheinungsbild der Münzen blieb während der fünf Jahrzehnte, in denen die D-Mark gesetzliches Zahlungsmittel war, weitgehend unverändert, während es bei den Banknoten vier offiziell herausgegebene Serien gab. Der Bargeldumlauf ist in den Jahren 1950 bis 2000 von 7,8 auf 244,8 Milliarden Deutsche Mark stetig gewachsen. Obwohl die Sicherheitsmerkmale laufend verbessert wurden, waren die DM-Banknoten, nach den US-Dollar-Scheinen, die am zweithäufigsten gefälschte Währung.

Durch die Einführung des Euro-Bargeldes am 1. Januar 2002 verloren die Münzen und Banknoten der Deutschen Mark den Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels. Die Deutsche Bundesbank tauscht seitdem D-Mark-Münzen und -Banknoten zum festgelegten Kurs in Euro um. Am 31. August 2021 war nach Angaben der Deutschen Bundesbank D-Mark-Bargeld im Nennwert von 12,37 Milliarden D-Mark (= 6,32 Milliarden Euro) noch nicht umgetauscht; das entspricht rund 5,1 Prozent des Bargeldbestands von 2000 (244,8 Mrd. DM). Die Summe verteilt sich auf 5,77 Milliarden D-Mark in Banknoten und 6,6 Milliarden D-Mark in Münzen.Informationen der Deutschen Bundesbank zum ausstehenden DM-Bargeld

Münzen Durch das Gesetz zur „Errichtung der Bank deutscher Länder“ vom 1. März 1948 erhielt diese Bank die alleinige Berechtigung zur Ausgabe von Banknoten und auch von Münzen. Die erste Münze war die von Adolf Jäger gestaltete 1-Pfennig-Münze, die in einer Auflage von insgesamt knapp 240 Millionen Stück am 24. Januar 1949 in den Umlauf kam. Am 21. Mai 1949 folgte die 10-, am 2. Januar 1950 die 5- und am 14. Februar 1950 die 50-Pfennig-Münze. Auch diese 5- und 50-Pfennig-Münzen trugen noch die Jahreszahl 1949.

Mit der „Bekanntmachung über die Ausgabe von Münzen im Nennwert von 1, 5, 10 und 50 Pfennig, die an Stelle der Schrift ‚Bank deutscher Länder‘ die Umschrift ‚Bundesrepublik Deutschland‘ tragen“ vom 6. Mai 1950Bekanntmachung über die Ausgabe von Münzen im Nennwert von 1, 5, 10 und 50 Pfennig, die an Stelle der Schrift „Bank deutscher Länder“ die Umschrift „Bundesrepublik Deutschland“ tragen wurde jedoch vorgeschrieben, diesen Nominalen statt der Umschrift „BANK DEUTSCHER LÄNDER“ die Umschrift „BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND“ zu geben, sofern sie das Ausgabejahr „1950“ trugen. Durch das Bundesgesetz über die Ausprägung von Scheidemünzen vom 8. Juli 1950 (BGBl, S. 323) ging das Münzregal auf den Bund (Bundesfinanzministerium) über. Aus diesem Grund galt nun auch für alle anderen neuen D-Mark-Münzen seit Mitte 1950 die Umschrift „BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND“. In Paragraph 1 dieses Gesetzes waren auch die einzelnen Nominale aufgeführt, welche ausgegeben werden durften. Da die Rechtsgrundlage für die bereits ab Mai 1950 mit der neuen Umschrift versehenen Nominale nicht durch eine neue ersetzt wurde, wurden diese vier Nominale weiterhin, bis 1965, mit der Jahreszahl „1950“ ausgegeben.Helmut Kahnt, Martin Pontzen, Michael H. Schöne, Karlheinz Walz: Die Geschichte der Deutschen Mark, S. 253; vergleiche auch die Aufstellungen der Bundesbank und Seit einer Gesetzesänderung im Dezember 1986 konnten auch Scheidemünzen über 10 Deutsche Mark ausgeprägt werden.Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die Ausprägung von Scheidemünzen. BGBl. Nr. 67 vom 20. Dezember 1986, S. 2414.

Abbildungen und Abmessungen Alle Münzen wurden in Kehrprägung ausgeführt; d. h., um nach der Betrachtung der Vorderseite auch die Rückseite aufrecht zu sehen, muss die Münze um die vertikale Achse gedreht werden.

Nennwert Bild Entwurf Metall Durch­messer in mm Dicke in mm Masse in Gramm Präge­jahreMünzen mit dem Prägejahr 1950 wurden teilweise später geprägt, da bei den Werten 1, 5, 10 und 50 Pfennig erst 1966 dazu übergegangen wurde, das aktuelle Jahr auf die Münze zu prägen. Ausgabetag Außerkurs­setzung am 1 Pfennigrahmenlos|Collage von 1–10-Pfennig-Kursmünzen (Vorderseite links, Rückseite rechts) Adolf Jäger,Frankfurt am Main Stahlkern mit Kupfer plattiert 16,5 1,38 2 1948–1949 (BDL)1950, 1966–2001 (BRD)24. Januar 1949 (BDL)6. Mai 1950 (BRD)1. Januar 2002 (alle)2 Pfennig Basierend auf dem Entwurf von Adolf JägerDie „2“ auf der Wertseite der Zwei-Pfennig-Münze stammt nicht von Jäger; er hat sie später als nicht zu den Ziffern seiner Entwürfe passend bezeichnet. 95 % Kupfer, 4 % Zinn, 1 % ZinkBekanntmachung über die Ausprägung von Bundesmünzen im Nennwert von 2 Deutschen Pfennig vom 8. September 1950 aus Nr. 42 vom 28. September 1950, S. 686. 19,25 1,52 3,25 1950, 1958–196823. Oktober 19501. Januar 2002Stahlkern mit Kupfer plattiert 2,9 1968–2001 5 Pfennig Adolf Jäger,Frankfurt am MainStahlkern mit Messing plattiert 18,5 1,7 3 1949 (BDL)1950, 1966–2001 (BRD)2. Januar 1950 (BDL)6. Mai 1950 (BRD)1. Januar 2002 (alle) 10 Pfennig Adolf Jäger,Frankfurt am MainStahlkern mit Messing plattiert 21,5 1,7 4 1949 (BDL)1950, 1966–2001 (BRD)21. Mai 1949 (BDL)6. Mai 1950 (BRD)1. Januar 2002 (alle) 50 Pfennig rahmenlos|50-Pfenning-Münze (Vorderseite links, Rückseite rechts) Richard Martin Werner,Oberursel (Taunus) Kupfernickel 20 1,58 3,5 1949Durch einen Fehler wurden auch 1950 in Karlsruhe 30.000 Münzen mit „alter“ Umschrift geprägt. (BDL)1950, 1966–2001 (BRD)14. Februar 1950 (BDL)6. Mai 1950 (BRD)1. Januar 2002 (alle) 1 DM rahmenlos|1-D-Mark-Münze (Vorderseite links, Rückseite rechts) Josef Bernhart,München Kupfernickel 23,5 1,75 5,5 1950, 1954–200118. Dezember 19501. Januar 20022 DM rahmenlos|2-D-Mark-Münze von 1951 bis 1958 (Vorderseite links, Rückseite rechts) Josef Bernhart,München Kupfernickel 25,50 1,79 7 1951 8. Mai 1951 1. Juli 1958 Karl Roth,München Kupfernickel 26,75 1,79 7 1957–1971 21. Juni 1958 1. August 1973 rahmenlos|2-DM-Kursmünzen 1968–2001 Politiker (Vorderseite links, Rückseite rechts) Bildseite:verschiedene Entwürfe,gleichbleibende Wertseite:Reinhart Heinsdorff,Lehen Magnimat 26,75 1,79 7 1969–1987 (Adenauer) 1970–1987 (Heuss) 1979–1993 (Schumacher) 1988–2001 (Erhard) 1990–2001 (Strauß) 1994–2001 (Brandt) seit 28. Dezember 1970 (Adenauer) 1. Januar 2002 (alle)5 DM rahmenlos|5-D-Mark-Münze von 1951 bis 1974 (Rückseite) Albert Holl,Schwäbisch Gmünd 62,5 % Silber, 37,5 % Kupfer 29 2,07 11,2 1951, 1956–1961, 1963–1974 8. Mai 1952 1. August 1975 rahmenlos|5-D-Mark-Münze von 1975 bis 2001 (Vorderseite links, Rückseite rechts) Wolfgang Doehm,Stuttgart Magnimat 29 2,07 10 1975–2001 1. Februar 1975 1. Januar 2002 BDL: Münzen mit Umschrift „Bank deutscher Länder“BRD: Münzen mit Umschrift „Bundesrepublik Deutschland“

Prägestätten +Die Prägestätten der Deutschen Mark Zeichen PrägezeitFrühere deutsche Münzen wurden auch in anderen Prägestätten geprägt. Prägestätte PrägeschlüsselAbweichungen durch Zusatzaufträge möglich. von bis 1948–1990 1991–2001 A 1990 2001 Staatliche Münze Berlin entfälltIm Jahr 1990 wurden in Berlin nur Münzen mit den Nennwerten 5 Pf, 10 Pf, 50 Pf und 1 DM geprägt. 20 % D 1948 2001 Bayerisches Hauptmünzamt 26 % 21 % F 1948 2001 Staatliche Münze Stuttgart 30 % 24 % G 1948 2001 Staatliche Münze Karlsruhe 17,3 % 14 % J 1948 2001 Hamburgische Münze 26,7 % 21 %

Die Münzen wurden in fünf verschiedenen Prägestätten hergestellt (siehe nebenstehende Tabelle). Die Münzzeichen auf den Münzen geben Aufschluss darüber, in welcher Prägeanstalt die jeweilige Münze hergestellt wurde. In Berlin wurden erst ab Juni 1990, nach Abschluss des Vertrages über die Schaffung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zum 1. Juli 1990, DM-Münzen geprägt; zuvor waren hier Münzen der DDR hergestellt worden. Die reguläre Produktion von Kursmünzen wurde 1996 eingestellt. Jedoch wurden noch bis 2001 in deutlich geringerer Auflage Kursmünzsätze geprägt.

Kleinmünzen Die 2-Pfennig-Münze bis 1968 bestand massiv aus einer 95-prozentigen Kupferlegierung. Danach wurde sie, wie auch die Kleinmünzen zu 1, 5 und 10 Pfennig schon zuvor, in minderer Qualität auf Eisenronden geprägt, deren Ober- und Unterseite lediglich dünn mit einer Kupfer- oder Messingschicht überzogen war. Dadurch begannen sie leicht zu rosten, wenn sie längere Zeit ungeschützt feuchter Witterung ausgesetzt waren.

Die Kleinmünzen waren, anders als die höherwertigen Münzen, in ihrer Gestaltung einheitlich. Sie trugen auf der Vorderseite die Wertangabe, das Münzzeichen sowie zwei Ähren und auf der Rückseite die Umschrift „Bank deutscher Länder“ bzw. „Bundesrepublik Deutschland“, die Jahreszahl und einen Eichenzweig mit fünf Blättern.

Einer der beiden Entwürfe von Jäger sah auf der Rückseite der Münzen drei ineinander verschränkte Ringe vor, die offensichtlich die drei Westzonen symbolisieren, die zu einer Währungsunion verbunden werden. Weil aber schon in der Ausschreibung für die 1-, 5- und 10-Pfennig-Münzen festgelegt wurde, dass die Entwürfe „keine politischen Tendenzen zum Ausdruck bringen“ sollten, wurde der andere Entwurf mit dem Eichenzweig ausgewählt. Weiter wurde in der Ausschreibung festgelegt, dass die Beschriftung in Antiqua ausgeführt werden „muß“, um sich von den Münzen aus der Zeit des Nationalsozialismus ab 1933 zu unterscheiden, auf denen die Frakturschrift verwendet wurde.

Es sollte vielmehr an die „materiale Wert-Tradition der Vorkriegszeit“ angeknüpft werden. Aus diesem Grund wurde das 1-Pfennig-Stück als kupferne Münze mit genau zwei Gramm Gewicht ausgeführt, wie sie schon seit der Kaiserzeit ab 1873 geprägt wurden. Da jedoch bei einer fast reinen Kupfermünze (das Vorbild bestand aus der gleichen Legierung wie das 2-Pfennig-Stück bis 1968) der Materialwert den Nennwert überstiegen hätte, wurde eine Eisen-Münze geprägt, die lediglich mit Kupfer plattiert wurde.

50-Pfennig-Münze mini|50-Pfennig-Münze Verschiedene Künstler wurden mit Schreiben vom 4. November 1948 von der Bank deutscher Länder aufgefordert, Entwürfe mit einem unpolitischen Bild für das Geldstück einzureichen. Richard Martin Werner gab am 2. Januar 1949 seine Entwürfe ab. Für die Vorderseite schlug er ein „baumpflanzendes Mädchen“ (nach einem Porträt seiner Ehefrau Gerda Johanna) mit einem Eichensetzling vor: Das Motiv sollte die Arbeit der sogenannten „Kulturfrauen“ anerkennen, die den während des Krieges stark geschädigten Wald wieder aufforsteten. Er erhielt den Zuschlag.

Mit der Herstellung der neuen 50-Pfennig-Münze begannen die Prägeanstalten 1949. Die Umschrift lautete zunächst „Bank deutscher Länder“; 1950 wurde sie in „Bundesrepublik Deutschland“ geändert. Die Staatliche Münze Karlsruhe (Münzzeichen G) ließ die Maschinen aber kurzzeitig mit der neuen Jahreszahl und der alten Umschrift weiterlaufen. Die 30.000 Fehlprägungen mit der alten Umschrift wurden aus Kostengründen nicht eingezogen. So entstanden gesuchte Sammlerstücke, die je nach Erhaltungszustand mit bis zu 3000 Euro gehandelt werden. Anfang der 1970er Jahre wurden diese beim Karlsruher Münzskandal illegal nachgeprägt.