mini|hochkant=1.5|Übersichtskarte von Berlin-Lankwitz mini|hochkant=1.3|Straßen in Lankwitznach Droschken-Wegemesser für Berlin, 1892
Die Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Lankwitz beschreibt das Straßensystem im Berliner Ortsteil Lankwitz mit den entsprechenden historischen Bezügen. Gleichzeitig ist diese Zusammenstellung ein Teil der Listen aller Berliner Straßen und Plätze.
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Überblick Lankwitz hat Einwohner (Stand: ) und umfasst die Postleitzahlenbereiche 12157, 12161, 12163, 12165, 12167, 12169, 12203, 12247, 12249, 14195 und 14197.
Das öffentliche Straßennetz im gesamten Bezirk Steglitz-Zehlendorf (einschließlich aller sieben Ortsteile) misst 635,4 Kilometer. Damit verfügt der Bezirk vor dem Bezirk Treptow-Köpenick (628,1 km) und dem Bezirk Pankow (604,7 km) über das größte Straßensystem in der Hauptstadt. Die Gesamtlänge der 141 amtlich gewidmeten Straßen im Ortsteil beträgt 64,8 Kilometer, wobei 22 Straßen nur teilweise zum Ortsteil gehören. Insbesondere im Straßenzug Hildburghauser, Zerbster, Luisenstraße und nordwestlich der Anhalter Bahn an der Gärtnerstraße verläuft die Ortsteilgrenze (mit der gesamten Straßenbreite zu Lichterfelde gehörend) und nur die Grundstücke am östlichen Straßenrand liegen in Lankwitz. Lankwitz besitzt ein Hauptstraßennetz, das besonders in Nord-Süd-Richtung belastet ist. Bundesstraßen und Bundesautobahnen sind in den Nachbarortsteilen erreichbar.
Die Besiedlung von Lankwitz ausgehend von der preußischen Hauptstadt erfolgte von Norden nach Süden fortschreitend. Der Kaufmann Felix Rosenthal erwarb zwischen 1869 und 1872 von den Lankwitzer Bauern Zietemann und Mertens ein Gelände in Größe von 240 Morgen westlich der Anhalter Bahn zum Preis von 180.000 Mark. Dieses Land wurde vermessen und im Nordwesten die zwischen Calandrelli- und Kaulbachstraße liegenden Straßen für ein Villenviertel angelegt. Die später in diesem Gebiet eingerichtete und nach Komponisten benannten Straßen verschafften dem Kiez die Bezeichnung „Komponistenviertel“. 1891 werden die Landstraßen nach Steglitz, Mariendorf und Marienfelde in halber Breite gepflastert und mit Obstbäumen bepflanzt.
Bis 1900 wurden weitere Straßen um den Siedlungskern angelegt und Straßen benannt, sowohl um den Bahnhof Lankwitz als auch um den eigentlichen Ortskern. Die besiedelten Flächen der („Carstennschen Siedlung“) und eine Reihe neuer Straßen von Lichterfelde her kamen hinzu. Dort hatte bereits 1877 durch Zusammenschluss als „Groß-Lichterfelde“ eine gegenüber Lankwitz fortgeschrittenere Vorortbildung stattgefunden. Für die Namen dieser Straßen wurden lokale Persönlichkeiten und Personen der kaiserlichen Familie gewählt. Neben dem Rosenthalschen Gelände westlich der Anhalter Bahn (Komponistenviertel) entstanden Straßen auf dem Zietemannschen Gelände. Weitere Kolonisierungen erfolgten in Lankwitz Süd („Thüringer Viertel“) durch Georg Knaack und ab 1901 südlich des Königsgrabens angrenzend an Marienfelde, sowie um das alte Dorf mit meist stattlichen Gutshäusern der alteingesessenen Bauernfamilien um die Dorfaue (Alt-Lankwitz) herum. Das Land südlich vom Königsgraben („die Auken“) kauften Marienfelder Bauern, von denen es einige Jahre später der Büchsenmacher Knaak aus Berlin erwarb der Lankwitz-Süd anlegte. Im Jahre 1912 wurden viele meist neu angelegte Straßen benannt und öffentlich gemacht. Im Süden von Lankwitz (nach Lichterfelde übergreifend) waren Orte in Thüringen namensgebend, gleichzeitig dienten im Lankwitzer Nordosten Weinbauorte als Vorbild der Straßennamen. Diese (vorwiegend) Eigenheimkieze werden von Ansässigen als „Thüringer Viertel“ und „Weinviertel“ bezeichnet, letzter Name ist zudem für die dort liegende Kleingartenanlage Namensvorbild. Aus der Namensvergabesaktion des Jahres 1917 (als Lankwitz noch Vorort war) kann geschlossen werden, dass der südliche Bereich besonders intensiv ausgebaut wurde. Die Auswahl von „thüringischen“ Ortsnamen ist nicht auf den bestehenden Freistaat Thüringen zu verstehen, so gehören Orte des Fichtelgebirges und anderer angrenzender Gebiete zu den Namensgebern der Straßen. Lankwitz war besondres betroffen, als es nach 1920 galt Doppelungen von Straßennamen durch die Bildung von Groß-Berlin aus selbständigen Kommunen zu beheben.
Das „Generalsviertel“ beruht auf der Auswahl von Generälen der preußischen Geschichte und der Kaiserlichen Armee für Straßen. Diese Tradition begann 1884 mit der Seydlitzstraße, 1894, als die nach dem Lankwitzer Bauern und vorherigen Grundbesitzer benannte Zietemannstraße zur Zietenstraße wurde, und setzt sich in diesem Gebiet in den Jahren 1915 und 1925 fort, besonders jedoch 1936 und 1937 mit der Namensauswahl nach erfolgreichen Generälen aus dem Ersten Weltkrieg fort.
Kleinere Siedlungseinheiten sind die nach Reformatoren oder Personen der Reformation, wie beim Boraweg, benannten Straßen auf dem Gelände der „Gemeinnützigen Aktiengesellschaft für Angestellte-Heimstätten“. Anzumerken sind Straßen, nach Teilnehmern der Schillschen Jäger im Befreiungskrieg gegen die Franzosen, alle diese Kämpfer wurden 1809 in Wesel durch die napoleonischen Truppen festgesetzt und wegen Landräuberei hingerichtet wurden.
Durch Bebauungsverdichtungen wurden nochmals in den 1960er Jahren (besonders im Juli 1960) mehrere Straßen benannt. Die (2012) jüngste gewidmete Straße, eine von der Dessauerstraße her Neubauten umschließende Ringstraße, ist die 2002 nach dem Gemeindevorsteher von 1908 bis 1918, Rudolf Beyendorff, benannte.
Übersicht der Straßen und Plätze
Name/Lage Länge/Maße(in Metern) Namensherkunft Datum der Benennung Anmerkungen BildAlsheimer Straße ()160Alsheim, Weinort bei Alzey in Rheinland-Pfalz Als Straße 7 des Bebauungsplans wurde sie eingerichtet. Die Straße liegt zwischen Bruchwitzstraße und Edenkobener Weg, hier als Stichstraße, nach den umgebenden Straßennamen als Weinviertel benannt.140px|Alsheimer StraßeAltenburger Straße ()280Altenburg, Kreisstadt in Thüringen Als Straße 34b des Bebauungsplans wurde sie eingerichtet. Die Straße liegt zwischen Trippsteinstraße und Wasunger Weg (Thüringer Viertel).140px|Altenburger StraßeAlt-Lankwitz ()1130Der alte Dorfkern Die Straße wurde aus der Dorfstraße, auch Hauptstraße unter Einbeziehen der nach Mariendorf (Nachbarort) führenden Mariendorfer Straße gebildet. Alt-Lankwitz liegt so zwischen Kaiser-Wilhelm-Straße und Bischofsgrüner Weg.140px|Alt-LankwitzAm Elsenbruch ()130Elsenbruch, früher hier gelegenes Bruch, das wohl durch den Teltowkanal beseitigt wurde Als Straße 65d eingerichtet liegt sie zwischen Siemens- und Teltowkanalstraße.140px|Am ElsenbruchAm Gemeindepark ()520Gemeindepark Lankwitz Sie liegt am Lankwitzer Gemeindepark (um 1900 angelegt) entlang zwischen Gallwitzallee und Eiswaldtstraße. Ab 1911 hieß sie Am Beyendorffpark und erhielt diesen Namen nochmals 1933–1939. Am 1. November 1961 wurde die Straße 513 einbezogen.140px|Am GemeindeparkAmalienstraße ()160Prinzessin Anna Amalie von Preußen (1723–1787) Sie liegt zwischen Kaiser-Wilhelm- und Charlottenstraße.140px|AmalienstraßeAnnastraße ()160Anna von Preußen (1576–1625), Prinzessin von Preußen und durch Heirat Kurfürstin von Brandenburg Sie liegt zwischen Elisabeth- und Kaiser-Wilhelm-Straße, jedoch zu dieser nicht durchgehend.140px|AnnastraßeApoldaer Straße ()580Apolda, Mittelstadt in Thüringen Als Straße 37a des Bebauungsplans wurde sie eingerichtet. Die Straße liegt zwischen Geraer und Trippsteinstraße.140px|Apoldaer StraßeArnstädter Straße ()320Arnstadt, Mittelstadt in Thüringen Als Straße 34a eingerichtet liegt sie zwischen Apoldaer und Hildburghauser Straße.140px|Arnstädter StraßeBarbarastraße ()260Barbara, weiblicher Vorname Als Straße 17b des Bebauungsplans eingerichtet wurde am 13. Juni 1930 ein Teil der Straße 17f einbezogen, nunmehr liegt sie als Einbahnstraße zwischen Ingridpfad und Dillgesstraße.140px|BarbarastraßeBeethovenstraße ()860Ludwig van Beethoven (1770–1827), Komponist Sie liegt in einer Villenkolonie zwischen Bruno-Walter- und Calandrellistraße im Komponistenviertel.140px|BeethovenstraßeBellingstraße ()320Wilhelm Sebastian von Belling (1719–1779), preußischer Husarengeneral Als Straße 7 eingerichtet liegt sie zwischen Retzowstraße und Gallwitzallee. Wegen der zwischenliegenden Kleingartenkolonien wurde am 1. Oktober 1977 der zur Kurfürstenstraße liegende Ast in Goldaper Straße umbenannt.140px|BellingstraßeBelßstraße ()920(im Ortsteil)Frank Belß (1841–1919), Gemeindevorsteher in Marienfelde Sie liegt zwischen Malteser- und Friedrichrodaer Straße, der östliche Teil bis zur Marienfelder Allee liegt in Marienfelde. Von 1934 bis 1947 hieß sie Wagemannstraße. Angrenzend befindet sich hier seit Anfang der 1930er Jahre die Eigenheim- und Mietwohnsiedlung Mariengarten.140px|BelßstraßeBernecker Weg ()460Berneck, Stadt im Fichtelgebirge, Bayern Als Straße 80 des Bebauungsplans wurde sie eingerichtet. Die Straße liegt zwischen Holenbrunner Weg und Alt-Lankwitz.140px|Bernecker WegBernkastler Platz ()200 × 180 × 90Bernkastel-Kues, Weinstadt in Rheinland-Pfalz Der Platz, genannt „Rosengarten“,Rosengarten auf Kulturfuehrer-berlin.de wurde nach Bebauungsplan als Platz A–B der Straße 8 eingerichtet. Er liegt an der Bernkastler Straße zwischen der Leonoren- und Bruchwitzstraße bis an den Bahndamm der Anhalter Vorortbahn.140px|Bernkastler PlatzBernkastler Straße ()390Bernkastel-Kues, Weinstadt in Rheinland-Pfalz Als Straße 8 eingerichtet liegt sie zwischen Leonorenstraße und der Gartenkolonie Weinviertel.140px|Bernkastler Straße, westl. TeilBeselerstraße ()180Hans von Beseler (1850–1921), preußischer General Seit 1914 als Hausenstraße angelegt wurde sie 1915 umbenannt und liegt zwischen Am Gemeindepark und Eiswaldtstraße im Generalsviertel,.140px|BeselerstraßeBirkbuschstraße ()270(im Ortsteil)Birkbusch,Zum Vorwerk Birkbusch Vorwerk und Schäferei zum Gut Steglitz Die Verbindungsstraße zum Vorwerk trug bereits den Namen, sie liegt im Ortsteil zwischen Siemensstraße und Teltowkanal und setzt sich in Steglitz fort.140px|BirkbuschstraßeBischofsgrüner Weg ()670Bischofsgrün, Gemeinde im Fichtelgebirge, Bayern 1939 wurde ein Teil des Lankwitzer Rings neu benannt. Er liegt zwischen Alt-Lankwitz und Wunsiedler Weg.140px|Bischofsgrüner WegBlankenhainer Straße ()220Blankenhain, Stadt bei Weimar in Thüringen Als Straße 38 eingerichtet liegt sie zwischen Trippstein- und Tambacher Straße.140px|Blankenhainer StraßeBoraweg ()100Katharina von Bora (1499–1552), Ehefrau Martin Luthers Als Straße 13b des Bebauungsplans wurde sie eingerichtet. Die Straße liegt zwischen Gallwitzallee und Mühlenstraße.140px|BorawegBrieger Straße ()230Brieg, niederschlesische Kreisstadt der Woiwodschaft Opolskie in Polen Als Straße 514 eingerichtet liegt sie zwischen Wedellstraße und Halbauer Weg.140px|Brieger StraßeBrigittenstraße ()360Brigitte, weiblicher Vorname Vor 1894 schon als Sedanstraße vorhanden liegt sie zwischen Charlotten- und Elisabethstraße.140px|BrigittenstraßeBrotteroder Straße ()500Brotterode, Stadt in Thüringen Als Straße 37 des Bebauungsplans wurde sie eingerichtet. Die Straße liegt zwischen Tambacher und Trippsteinstraße.140px|Brotteroder StraßeBruchwitzstraße ()380August Bruchwitz (1838–1914), Gemeindevorsteher in Lankwitz ab 1891 Die Straße 10 wurde in Verlängerung des Straßenzugs am 2. Januar 1912 einbezogen. Sie liegt zwischen Alsheimer und Mühlenstraße. 1955–1958 entstand die Westpreußen-Siedlung an der Bruchwitzstraße. 1930 entstanden im Quartier Bruchwitz-, Mühlen-, Lutherstraße 89 Wohnungen für kleinere und mittlere Postbeamte mit 1-, 1½-, 2- und 2½-Zimmerwohnungen und einer zentralen Waschanlage. Außerdem erhielt diese Siedlung – für die damalige Zeit ebenfalls nicht selbstverständlich – Grünflächen im Hof sowie einen Sandkasten für Kleinkinder.140px|BruchwitzstraßeBrucknerstraße