mini|hochkant=1.5|Übersichtskarte von Berlin-Lichterfelde mini|hochkant=1.5|Lichterfelde um 1892
Die Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Lichterfelde beschreibt das Straßensystem im Berliner Ortsteil Lichterfelde mit den entsprechenden historischen Bezügen. Gleichzeitig ist diese Zusammenstellung ein Teil der Listen aller Berliner Straßen und Plätze.
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Überblick Lichterfelde hat Einwohner (Stand: ) und umfasst die Postleitzahlenbereiche 12203, 12205, 12207, 12209 und 14167. Das öffentliche Straßennetz im gesamten Bezirk Steglitz-Zehlendorf (einschließlich aller sieben Ortsteile) misst 635,4 Kilometer. Damit verfügt der Bezirk vor dem Bezirk Treptow-Köpenick (628,1 km) und dem Bezirk Pankow (604,7 km) über das längste Straßensystem in der Hauptstadt. Im Ortsteil befinden sich insgesamt 293 gewidmete Straßen und 24 gewidmete Plätze. 27 Straßen davon führen unter gleichem Namen in benachbarte Ortsteile weiter. Die Gesamtlänge aller Straßen im Ortsteil beträgt 154,3 Kilometer.
Auf Lichterfelder Gebiet verläuft die Bundesstraße 1 im Zuge der Straße Unter den Eichen. Diese gibt den Anschluss an das Autobahnsystem mit der Bundesautobahn 103, 1960 als Verbindung ins Zentrum geplant und zur Anschlussstelle 4 – Zehlendorf – der Bundesautobahn 115 im Zuge der AVUS. Zum Anschluss des Ortsteils nach Steglitz und der Bundesautobahn 113 wurde 1966 der Wolfensteindamm angelegt.
Das Straßensystem in Lichterfelde ist wesentlich durch die Tätigkeit von Johann Anton Wilhelm von Carstenn im 19. Jahrhundert bestimmt. Durch den Kauf der Güter Lichterfelde und Giesensdorf schuf er Bauland für die Anlage von Villenkolonien nahe Berlin, wie er sie in England kennengelernt hatte. Die Villenkolonie Lichterfelde-West wurde 1866 durch die Drakestraße (Anbindung an die Königschaussee nach Potsdam), die Bahnhofstraße zum Anschluss des noch ausstehenden Bahnhofs (1868 wurde der Bahnhof Lichterfelde an der Anhalter Bahn eröffnet) und den Marienplatz als Zentralplatz der neuen Siedlung planmäßig umgesetzt; sie bestimmt seitdem das Lichterfelder Straßensystem. Die Baseler Straße führt geradlinig auf den 1872 eröffneten Bahnhof an der Potsdamer Stammbahn zu, die Ringstraße verläuft als solche um die Siedlung, zu Ehren von Carstenn wurde der westliche Teil des Ringes 1899 zur Carstennstraße. Carstenn bot dem Preußischen Militär 20 Hektar Fläche für den Neubau der Hauptkadettenanstalt (in der späteren Finckensteinallee) und förderte den Umzug des elitären Preußischen Gardekorps in die damals neue Gardeschützenkaserne am Gardeschützenweg. Und auch der von ihm finanzierte Bau der Bahnhöfe Lichterfelde-West und Lichterfelde-Ost zog die Bewohner hierher. Die Entwicklung des Straßensystems bis zur Wende zum 20. Jahrhundert lässt sich am Datum der Benennung ablesen.
Verschiedene Baugesellschaften beeinflussten mit Eigenheimsiedlungen den Ausbau der Straßen im Süden, zum Beispiel das 1917 realisierte „Thüringische Viertel“ um die Hildburghauser Straße oder im Oktober 1908 die Straßen im „Blumenviertel“ nahe dem Botanischen Garten, der in den 1890er Jahren hierher verlegt wurde, sowie das „Schweizer Viertel“. In den 1950er und 1960er Jahren erfolgten Ergänzungen der Straßen im „Schweizer Viertel“ und im „Westfälischen Viertel“, die neue „Thermometersiedlung“, deren Hauptstraßen im Oktober 1969 nach Celsius, Reaumur und Fahrenheit, den Namensgebern von Temperatureinteilungen, benannt wurden.
Im Juni und September 2000 entstanden neue Straßen im „Schweizer Viertel“ und auf der Fläche des Kasernengeländes der ehemaligen US-Streitkräfte in Berlin. Die bislang letzte Benennung (Stand Ende 2014) erfolgte 2010 mit dem Eugen-Gerstenmaier-Platz, einem bis dahin namenlosen Vorplatz des S-Bahnhofs Botanischer Garten. Die Benennungsaktion führte auch in anderen Ortsteilen zu einer Namensvergabe von platzartigen Erweiterungen.statistik-berlin-brandenburg.de: Strassenumbenennungen.pdf Die Liste weist per März 2015 insgesamt 316 Straßen und Plätze in Lichterfelde aus.
Übersicht der Straßen und Plätze
Name/Lage Länge/Maße(in Metern) Namensherkunft Datum der Benennung Anmerkungen BildAarauer Straße ()370Aarau, Stadt in der Schweiz Sie entstand als Straße 217 des Bebauungsplans und führt von der Züricher Straße bis zum Osteweg. Wie alle Straßen mit einem Städtenamen aus der Schweiz gehört sie zum Schweizer Viertel. In ihr befinden sich überwiegend Einfamilienhäuser gleichen Baustils sowie vier gleiche Zweifamilienhäuser. Am Ende der Straße gibt es nach Bombeneinschlag im 2. Weltkrieg einen unpassenden Neubau sowie ein als Bungalow wieder aufgebautes Siedlungshaus. In der Straße wohnen u. a. Johannes Wendt, Manfred Günther sowie ein Schweizer Historiker aus Aarau, der zu gegebenen Anlässen im Vorgarten Fahnen hisst.140px|Aarauer StraßeAarberger Straße ()100Aarberg, Stadt in der Schweiz Die Straße im Schweizer Viertel wurde als Straße 21 des Bebauungsplans angelegt. Sie geht vom Ruthnerweg ab. 140px|Aarberger StraßeAchenseeweg ()960Achensee, See in Tirol Die ersten Namen nach Bebauungsplan lauteten Straße 55, Straße 56 und Straße 61. Der Achenseeweg ist eine ruhige Wohnstraße, überwiegend mit großzügigen Einfamilienhäusern bebaut.berliner-stadtplan.com: Achenseeweg Sie führt von der Hildburghauser Straße bis zum Jenbacher Weg.140px|AchenseewegAdolf-Martens-Straße ()400Adolf Martens (1850–1914), Werkstoffkundler und Materialprüfer Die Straße war vor 1893 als Fontanestraße angelegt worden. Sie geht zunächst südwärts von Unter den Eichen ab, macht nach rund 140 Metern einen Knick und führt dann ostwärts bis zur Knesebeckstraße.Siehe auch: Haus Nr. 14140px|Adolf-Martens-StraßeAhlener Weg ()270Ahlen, Stadt in Nordrhein-Westfalen Als Straße 520 des Bebauungsplans angelegt, verbindet der Weg die Lippstädter Straße mit der Stadtgrenze zu Teltow. Die Verlängerung zur Lippstädter Straße wurde am 1. Mai 1980 einbezogen.140px|Ahlener WegAkazienstraße ()80Akazien, Baumart Sie ist eine Stichstraße südlich der Morgensternstraße.140px|AkazienstraßeAlsterweg ()1000Alster, Nebenfluss der Elbe in Schleswig-Holstein und Hamburg Zuerst Straße 158 des Bebauungsplans, gehörte die Straße zwischen Darser Straße und Goerzallee bis zur Berliner Gebietsreform am 1. April 1938 zu Zehlendorf.140px|AlsterwegAltdorfer Straße ()1180Altdorf, Ort in der Schweiz Vor 1893 bis zur Umbenennung (1908) bereits als Waldstraße angelegt, wurde die Straße 27 bis zur Zehlendorfer Grenze am 31. Dezember 1924 einbezogen, aber am 20. März 1929 in Hochbaumstraße umbenannt. Am 4. April 1934 wurden die Brienzer Straße und der bei der Umbenennung 1908 verbliebene Abschnitt der Waldstraße in die Altdorfer Straße einbezogen. Am 13. Oktober 2004 wurde der auf dem einstigen Gelände der Andrews-Kaserne wieder angelegte Straßenteil zwischen Glarner und Baseler Straße dem öffentlichen Verkehr übergeben.140px|Altdorfer StraßeAltenauer Weg ()160Altenau, Bergstadt in Niedersachsen Die vor 1893 angelegte Lutherstraße wurde 1960 umbenannt; sie liegt östlich der Heinersdorfer Straße als Sackgasse.140px|Altenauer WegAltensteinstraße ()1500nur SO-SeiteKarl vom Stein zum Altenstein (1770–1840), preußischer Politiker 1901 wurde die Straße als Altensteinallee angelegt und durch die Kommission zur Aufteilung der Domäne Dahlem 1902 weiter ausgebaut und 1911 fertiggestellt. Seit der Berliner Gebietsreform zum 1. April 1938 gehörte die Südseite der Straße mit den geraden Hausnummern zu Lichterfelde. Sie verbindet die Königin-Luise-Straße mit der Habelschwerdter Allee und bildet die Grenze zum Ortsteil Dahlem. Im Haus Nr. 48 lebte von 1928 bis 1944 der Nobelpreisträger Otto Hahn, worauf eine Gedenktafel am Haus hinweist. An der Straße liegt der Botanische Garten, dessen Mitbegründer Adolf Engler im Haus Nr. 2 lebte.140px|AltensteinstraßeAm Fichtenberg ()280(im Ortsteil)Fichtenberg, Erhebung im Nachbarortsteil Steglitz Die Bezeichnungen nach Bebauungsplan waren Straße 1, Straße 4 und Straße 5. Zu Lichterfelde gehört die Südwestseite der Straße mit den Hausnummern 17–25. Die Straße und die östlichen Grundstücke gehören zu Steglitz.140px|Am FichtenbergAm Karpfenpfuhl ()300alter Flurname, bezugnehmend auf einen ehemaligen Karpfenteich Die 1921 angelegte Straße 140 des Bebauungsplans liegt zwischen Schottmüller- und Gütlingstraße und gehörte bis zur Berliner Gebietsreform am 1. April 1938 zu Zehlendorf.140px|Am KarpfenpfuhlAm Pfarracker ()600 ehemalige landwirtschaftliche Nutzfläche, die dem jeweiligen Pfarrer zur Verfügung stand Als Straße 1 des Bebauungsplans eingerichtet, gehörte die Straße zum Zeitpunkt der Benennung zum Gelände des „Gemeinnützigen Bauvereins Kriegerheim“, in Lichterfelde (Ost) befanden sich die Parzellen 29 bis 52, die vorherigen zählten zu Steglitz. Sie liegt zwischen Brauerplatz und Hildburghauser Straße.140px|Am PfarrackerAm Pfuhl ()340 früher hier vorhandener „Stangenpfuhl“ Zuerst Straße 4 des Bebauungsplans, ihre Verlängerung wurde am 17. Mai 1930 in den Namen einbezogen.140px|Am PfuhlAm Stichkanal ()1350 Zehlendorfer Stichkanal Die Straße 537 des Bebauungsplans wurde unter Einbeziehung der zur Goerzallee führenden Straße 1972 benannt. An der Straße befinden sich Industriebetriebe, einige Kleingartenanlagen und die Zeiss-Siedlung, eine 1918 errichtete Werksiedlung für die Beschäftigten des Goerzwerks, das 1926 von Zeiss übernommen wurde. Der Verkehrsweg Am Stichkanal erschließt eine Halbinsel, die der Stichkanal zusammen mit dem Teltowkanal bildet, hier lag der Teltower See.140px|Am StichkanalAn der Schäferei ()190 Schäferei des früheren Rittergutes Giesensdorf Als Straße 77 eingerichtet, wurde sie nach 1911 als Neue Straße benannt und 1925 umbenannt.140px|An der SchäfereiAnna-Mackenroth-Weg ()230Anna Mackenroth (1861–1936), Schweizer Juristin Die Privatstraße im „Schweizer Viertel“ liegt zwischen Altdorfer und Lausanner Straße.140px|Anna-Mackenroth-WegAppenzeller Straße ()220Appenzell, Ort in der Schweiz Als Straße 23 eingerichtet, liegt sie im „Schweizer Viertel“ zwischen Thuner Platz und Goerzallee.140px|Appenzeller StraßeAsternplatz ()150 × 60Astern, Pflanzengattung Er wurde als Platz A des Bebauungsplans zu beiden Seiten der Straße Unter den Eichen eingerichtet. Die Limonenstraße, Enzianstraße und Tulpenstraße münden in ihn.140px|AsternplatzAugustaplatz ()100(kreisförmig)Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach (1811–1890), Deutsche Kaiserin und Königin von Preußenalign=right Die Augustastraße mündet an zwei Seiten, wobei der Straßenverlauf abgewinkelt ist. Die Manteuffel-, Viktoria- und Memlingstraße münden ebenfalls auf den Platz. In den ehemaligen Gebäuden der Gardeschützenkaserne, die vom Bundesnachrichtendienst genutzt werden, befindet sich der Polizeiabschnitt 45.Polizei Berlin: Polizeidirektion 4 – Abschnitt 45 auf Berlin.de, abgerufen am 23. August 2012.140px|Augustaplatz 140px|Augustaplatz Abschnitt 45Augustastraße ()960Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach (1811–1890), Deutsche Kaiserin und Königin von Preußen Die Straße liegt zwischen Hindenburgdamm und Drakestraße und verläuft im stumpfen Winkel abbiegend über den Augustaplatz.140px|AugustastraßeAuguststraße ()300August von Preußen (1779–1843), preußischer Prinz und Generalalign=right Die Straße liegt zwischen Jägerstraße und Oskar-Lange-Platz.140px|AuguststraßeBahnhofstraße ()640nach dem Bahnhof Lichterfelde Ost Die Straße zwischen Jungfernstieg und Ostpreußendamm wurde schon zwei Jahre vor der Eröffnung des Bahnhofs angelegt, da der „Terrain-Spekulant“ Carstenn als Kolonisator im südlichen Berlin bestrebt war, die hiesige Villenkolonie vordringlich an das Bahnnetz anzubinden. Der Bahnhof Lichterfelde-Ost liegt in einem Teil des Jungfernstiegs.140px|BahnhofstraßeBäkestraße