Hohen Neuendorf ist eine Stadt im Landkreis Oberhavel im Land Brandenburg. Die Stadt mit ihren gut 27.000 Einwohnern liegt an der Havel und grenzt unmittelbar an die Berliner Ortsteile Frohnau und Heiligensee im Bezirk Reinickendorf. Seit den 1990er Jahren zählt Hohen Neuendorf zu den am stärksten wachsenden Orten im Berliner Speckgürtel. Seit 2019 trägt die Stadt den Beinamen Bienenstadt.

Geographie Hohen Neuendorf erstreckt sich von der Havel (ausgebaut als Oder-Havel-Kanal) im Westen (Pinnow, Alt-Borgsdorf und Niederheide; siehe auch Zehdenick-Spandauer Havelniederung) bis zu den Ausläufern des Niederen Barnim im Osten (Stadtteil Bergfelde). Die Stadt liegt an der westlichen Grenze des Naturparks Barnim – Bergfelde liegt im Naturpark, Hohen Neuendorf, Borgsdorf und Stolpe liegen außerhalb. mugv.brandenburg.de

Nachbargemeinden

Der Berliner Ortsteil Frohnau im Bezirk Reinickendorf grenzt direkt an die Stadtgrenze. Die Gemeinde Birkenwerder wird von den Stadtteilen Hohen Neuendorfs fast umschlossen.

Stadtgliederung mini|Wappen der Stadtteile der Stadt Hohen Neuendorf am Rathaus Nach der Hauptsatzung der Stadt gliedert sich Hohen Neuendorf in folgende Stadtteile und Wohnplätze: Hohen Neuendorf (Kernstadt) mit den Wohnplätzen Elseneck und Niederheide Bergfelde Borgsdorf mit den Wohnplätzen Havelhausen, Pinnow und Venedig Stolpe

Geschichte Erste Siedlungsspuren im Gebiet des heutigen Hohen Neuendorf lassen sich gemäß der Liste der Bodendenkmale in Hohen Neuendorf bereits für die Bronzezeit nachweisen. Auch in späteren Phasen gab es hier demnach Siedlungen.

Das Dorf Hohen Neuendorf wurde erstmals 1349 als Nygendorf erwähnt und später zur Unterscheidung von dem havelabwärts gelegenen Dorf Neuendorf (heute: Nieder Neuendorf) in Hohen Neuendorf umbenannt.

Bis zur Suburbanisierung Berlins Ende des 19. Jahrhunderts, gefördert durch die Entstehung radialer Eisenbahnstrecken, war Hohen Neuendorf ein unbedeutendes kleines Angerdorf.

19. Jahrhundert: Wachstum und Industrialisierung mini|„II Meilen bis Berlin“, preußischer Meilenstein (um 1836) an der heutigen B 96

Eine rasante Entwicklung des Dorfes begann mit dem Bau der Nordbahn, der Eisenbahn von Berlin nach Neustrelitz, im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Die Einrichtung des Haltepunktes „Stolpe“ im Jahre 1877 – auf Bestreben des damals bedeutenderen gleichnamigen Nachbardorfes – führte in der Folgezeit zur Entstehung einer kleinen Kolonie am heutigen Südrand der Stadt. Auch um den zeitgleich eingerichteten Haltepunkt „Hohen Neuendorf“ entwickelte sich eine Siedlung. Während sich Stolpe durch die Verkehrsanbindung in seiner landwirtschaftlichen Prägung kaum veränderte, entwickelte sich Hohen Neuendorf zur Pendlergemeinde. Die Kolonie wuchs sowohl nach Westen (Stolper Straße) als auch parallel zur Eisenbahn nach Norden (Berliner Straße) und dort mit dem alten Dorf zusammen.

Nach dem Ersten Weltkrieg Im Jahr 1919 begann der Bau der Kolonie am Wasserturm als Kriegsbeschädigtensiedlung im Auftrag der damaligen Landgemeinde Hohen Neuendorf. Er wurde durch die staatliche preußische Landgesellschaft Eigene Scholle Frankfurt/Oder ausgeführt. Später dehnte sich der Ort nach Osten über den Bereich der Bahnstrecke hinaus aus. Im Zuge des Streckenumbaus für den Betrieb der S-Bahn wurden die beiden Haltepunkte Hohen Neuendorf und Stolpe im Jahr 1924 durch den neuen Bahnhof Hohen Neuendorf ersetzt.

Mit der Bildung von Groß-Berlin im Jahr 1920 dehnte sich das Berliner Stadtgebiet im Norden bis nach Frohnau aus, und Hohen Neuendorf wurde direkter Vorort von Berlin. Hohen Neuendorf kaufte 1921 die Niederheide vom Staatsforst und 1933 eine Fläche südlich der Stolper Straße von der Gemeinde Stolpe. Die geplante Besiedlung kam nur teilweise zur Ausführung. Besonders in der Niederheide blieben die meisten Parzellen abseits der Hauptstraße unbebaut.

Am 21. April 1945 erreichten polnische und sowjetische Truppenteile Hohen Neuendorf. Bei einem kurzen Schusswechsel wurden am heutigen Kreisverkehr im Süden der Stadt drei Gebäude zerstört. Das blieben die einzigen Zerstörungen im Ort während des Zweiten Weltkriegs.

Nach dem Zweiten Weltkrieg Als ersten Bürgermeister nach dem Ende der Kampfhandlungen setzte die Sowjetische Militäradministration (SMAD) im April 1945 Ernst Nowacki (KPD) ein. Sein Nachfolger war ab Juni 1946 Karl Tessen (SED, vorher SPD), der im April 1945 als Transportkolonnenführer für die Lebensmittelversorgung eingesetzt worden war. Nach dem Wahlsieg der LDPD bei den ersten Gemeindewahlen war ab dem 15. Dezember 1946 bis 1951 Walter Pott (LDPD) erster gewählter Bürgermeister.

Verdienstvoll engagierte sich nach dem Kriegsende Käte Agerth als Schuldirektorin im Ort. Nach ihr war die von 1985 bis zur Wiedervereinigung bestehende POS „Käte Agerth“ benannt.

Das ehemalige Krankenhaus in Hohen Neuendorf wurde 1945 gegründet und ab September 1947 jahrelang von Wilhelm Meisezahl geleitet.

Im Jahr 1953 entstand der Berliner Außenring. Die Strecke zwischen den Bahnhöfen Schönfließ und Hennigsdorf Nord führt mitten durch das alte Dorf Hohen Neuendorf. Für den Bau mussten mehrere Wohnhäuser abgerissen werden. Hohen Neuendorf erhielt mit dem Bahnhof Hohen Neuendorf West eine Station am Außenring.

Mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 wurden die Straßen- und Eisenbahnverbindungen zum südlich angrenzenden West-Berlin durch die DDR unterbrochen. Ab November desselben Jahres fuhr die S-Bahn auf einer teilweise neuen Strecke über Blankenburg nach Berlin. Durch die neuen Bahnanlagen wurde die alte Straße vom ehemaligen Bahnhof Stolpe nach Bergfelde unterbrochen. Als Ausgleich wurde über eine Eisenbahnbrücke eine befestigte Straßenverbindung nach Bergfelde geschaffen.

Der Mauerfall am 9. November 1989 und der Abriss der Grenzanlagen zu Berlin ermöglichte die Wiedereröffnung der Berliner Straße (B 96) nach Frohnau am 17. Februar 1990. Die direkte S-Bahn-Verbindung Hohen Neuendorf – Frohnau wurde am 31. Mai 1992 wieder aufgenommen.

Fusion, Eingemeindung und Stadtrecht

Zum 6. Dezember 1993 fusionierten die Nachbargemeinden Bergfelde und Borgsdorf mit Hohen Neuendorf. Ortsbeiräte wurden im Gegensatz zu vielen Gemeinden im Landkreis Oberhavel nicht eingeführt. Die Einwohner von Birkenwerder stimmten in einer Volksbefragung gegen eine Fusion. Die Gemeinde Stolpe wurde mit Wirkung vom 26. Oktober 2003 in die Stadt eingemeindet.Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003. StBA.

Im Jahr 1999 wurde Hohen Neuendorf das Stadtrecht verliehen.Gemeinde wird nach 650 Jahren zur Stadt. In: Berliner Zeitung, 23. Juni 1999

21. Jahrhundert Ende 2006 hat sich das Aktionsbündnis Nordbahngemeinden mit Courage gegründet. Das überparteiliche, offene Bürgerforum setzt sich für eine starke Zivilgesellschaft und lebendige Demokratie vor Ort ein, um dem Erstarken rechtsextremen Gedankenguts in der Mitte der Gesellschaft aktiv entgegenzuwirken. Rund 30 Vereine, Parteien, Verwaltungen, Schulen, Kirchen und andere Institutionen sind bisher der Initiative beigetreten. Dem ursprünglich in Hohen Neuendorf und Birkenwerder gegründeten Bündnis haben sich zwischenzeitlich die Kommunen Mühlenbecker Land und Glienicke/Nordbahn angeschlossen.

Im Mai 2007 wurde der bis dahin zu Borgsdorf (Ortsteil Pinnow) gehörende Bernsteinsee (auch bekannt als Veltener Autobahnsee, da er in den 1970er Jahren durch Sandabbau im Rahmen des Ausbaus der heutigen Autobahn A 24 entstand) im Tausch gegen Wiesenland der Stadt Velten übergeben.

Am 28. März 2019 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, dass die Stadt künftig den Beinamen „Bienenstadt“ trägt.Hohen Neuendorf wird jetzt offiziell zur „Bienenstadt“. Oranienburger Generalanzeiger, 30. März 2019; abgerufen am 1. April 2019

Im Jahr 2014 wurde anlässlich des 25. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung von Uwe Corsepius, Generalsekretär des EU-Ministerrats, Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung, Torsten Werner (Schutzgemeinschaft Deutscher Wald), Werner Erhardt (Ideengeber) und weiteren am 3. Oktober ein Baumdenkmal für die Deutsche Einheit in Bergfelde gepflanzt.(red.): Einheitsdenkmal am Berliner Mauerweg gepflanzt in: „Die Nordbahnnachrichten“ (nbn), 22. November 2014, S. 3Heike Weißapfel: Ein Denkmal, das wächst und gedeiht in: „Oranienburgher Generalanzeiger“, 10. November 2014

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1624 76 1718 ≈ 60 1800 113 1847 170 1875 214 1890 338 Jahr Einwohner 1910 2.752 1925 5.308 1933 6.832 1939 9.976 1946 9.353 1950 10.061 Jahr Einwohner 1964 9.675 1971 9.566 1981 9.059 1985 8.927 1990 8.281 1995 14.146 Jahr Einwohner 2000 18.922 2005 22.617 2010 24.384 2015 25.519 2020 26.380 Jahr Einwohner 2021 26.658 2022 26.717 2023 26.719 2024 26.857 2025 26.819

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember). Ab 2011 auf Basis des Zensus 2011. Ab 2022 auf Basis Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022

Politik Stadtverordnetenversammlung Die Stadtverordnetenversammlung von Hohen Neuendorf besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Stadt aus 32 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Bei der Wahl im Jahr 2014 waren es bei geringerer Einwohnerzahl der Stadt noch 28 Mandate. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 72,3 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2014Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 Sitze2014 Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 28,6 % 8 21,0 % 7 24,5 % 8 AfD – – 12,0 % 4 16,2 % 5 SPD 21,4 % 6 14,8 % 5 14,6 % 5 Bündnis 90/Die Grünen 10,7 % 3 17,9 % 6 14,1 % 4 Einzelbewerber Michael Gerlach – – – – 8,8 % 1 Die Linke 17,9 % 5 13,8 % 4 6,1 % 2 Stadtverein Hohen Neuendorf 10,7 % 3 8,3 % 3 5,8 % 2 FDP 3,6 % 1 6,0 % 2 4,2 % 1 Tierschutzpartei – – 4,6 % 1 3,3 % 1 Bündnis Frieden, Vernunft und Gerechtigkeit – – – – 2,4 % 1 BVB/Freie Wähler 3,6 % 1 – – – – Einzelbewerber Norbert Matthes 3,6 % 1 1,6 % – – – Insgesamt 100 % 28 100 % 32 100 % 30

Der Stimmenanteil des Einzelbewerbers Michael Gerlach im Jahr 2024 entspricht drei Sitzen. Daher bleiben zwei Sitze in der Stadtverordnetenversammlung unbesetzt.

Bürgermeister mini|Rathaus-Ensemble von Hohen Neuendorf 1902–1920: Gustav Wildberg 1933–1945: Paul Jacob (NSDAP) 1945–1946: Ernst Nowacki (KPD, SED) 1946–1946: Karl Tessen (SPD, SED) 1947–1951: Walter Pott (LDPD) 1990–1992: Günter Siebert (SPD) 1992–2008: Monika Mittelstädt (CDU) 2008–2016: Klaus-Dieter Hartung (Die Linke) In: Märkische Allgemeine, 26. Februar 2016 seit 2016: Steffen Apelt (CDU)

Apelt setzte sich bei der Stichwahl am 29. November 2015 gegen den Amtsinhaber Klaus-Dieter Hartung mit 51,5 % der gültigen Stimmen durch.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 29. November 2015 Er wurde in der Bürgermeisterwahl am 5. November 2023 mit 51,1 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 29. November 2015 Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74

Wappen

Flagge „Die Flagge der Stadt Hohen Neuendorf zeigt das Stadtwappen auf weißem Grund.“

Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Wappen der Stadt mit der Umschrift .

Städtepartnerschaften mini|Altes Schild der Partnerstädte am Eingang von Hohen Neuendorf

Hohen Neuendorf unterhält Partnerschaften mit folgenden Orten: Info-Seite der Stadtverwaltung. Fürstenau, Deutschland (seit 1991, frühere Partnerstadt von Borgsdorf) Müllheim im Markgräflerland, Deutschland (seit 1992)