Weischlitz ist eine Gemeinde im Vogtlandkreis in Sachsen.

Geographie Geographische Lage Das Gebiet der Gemeinde Weischlitz befindet sich im Westen des Vogtlandkreises, im sächsischen Teil des historischen Vogtlands sowie in Randlage zum Landschaftsschutzgebiet Burgsteinlandschaft. Geografisch liegt der Ort im Zentrum des Naturraums Vogtland, in einer bewaldeten Kuppenlandschaft mit Feldern und Wiesen, im äußeren Südwesten des Freistaates Sachsen, angrenzend an Bayern und Thüringen. Durch die Ortsteile Weischlitz und Kürbitz fließt nach dem Verlassen der Talsperre Pirk die Weiße Elster. Diese teilt den Hauptort Weischlitz in die Gemarkungen Unterweischlitz (westlich der Weißen Elster) und Oberweischlitz mit der Siedlung Rosenberg (östlich der Weißen Elster).

Gemeindegliederung Zur Gemeinde Weischlitz gehören die Ortsteile: Berglas Dehles Dröda Geilsdorf Grobau Großzöbern Gutenfürst Heinersgrün Kemnitz Kleinzöbern Kloschwitz Kobitzschwalde Krebes mit Schwarzenreuth Kröstau Kürbitz Mißlareuth Pirk mit Türbel Reinhardtswalde Reuth Rodersdorf Ruderitz Schönlind Schwand Steins Thossen Tobertitz Weischlitz Der für die Gemeinde namensgebende Ortsteil Weischlitz ist auch Sitz der Gemeindeverwaltung; er besteht aus Unterweischlitz und Oberweischlitz mit Rosenberg.

Infolge der DDR-Grenzsicherung wurden folgende Orte zerstört: Markusgrün, Schwarzenreuth und Stöckigt. Ramoldsreuth wurde im Zuge des Baus der Talsperre Dröda (1964–1971) zerstört.

Nachbargemeinden

Geschichte Weischlitz wurde im Jahre 1274 erstmals urkundlich als Wisols erwähnt. Um 1381 wurde im Ort ein Herrensitz erwähnt, der sich in den Händen der Familie von Feilitzsch befand. Schriftlich erwähnt wurde dieser in der Mitte des 15. Jahrhunderts. Seit 1583 ist in Weischlitz ein Rittergut nachweisbar. Im 17. Jahrhundert ist von einem Rittergut Weischlitz oberen und unteren Teils die Rede. Das Rittergut Weischlitz unteren Teils, welches sich in der Schwander Straße 1 in Unterweischlitz befand, kam durch die Heirat von Maria Dorothea von Posseck im Jahr 1622 an Wolf Heinrich von Gößnitz. Es blieb bis 1744 im Besitz dieser Familie. Anschließend besaß es Traugott Karl Erdmann Freiherr von Brandenstein, auf den Ernst August Freiherr von Seckendorff im Jahr 1812 und die Familie Kreller im Jahr 1859 folgten. Diese besaß das Rittergut Weischlitz unterer Teil bis 1945. Das Rittergut Weischlitz oberer Teil, welches sich Am Alten Gut 3 in Oberweischlitz befindet, wurde 1729 errichtet und war von 1739 bis 1945 im Besitz der Familie Kasten. Das zum Rittergut Weischlitz oberer Teil gehörige Gut Rosenberg wurde erstmals im Jahr 1642 erwähnt. Im Jahr 1791 ist es als Vorwerk genannt, später wurde es zum Rittergut erhoben. Es gehörte in der Mitte des 19. Jahrhunderts einem Herrn Herrmann. Nach einem Brand wurden im Jahre 1856 die baufälligen Rittergutsgebäude durch neue ersetzt.

Kirchlich ist Weischlitz seit jeher nach Kürbitz gepfarrt. Seit Ende des 18. Jahrhunderts bzw. Anfang des 19. Jahrhunderts war Weischlitz in die Landgemeinden Unterweischlitz und Oberweischlitz mit der Gutssiedlung Rosenberg unterteilt. Sie gehörten bis 1856 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Plauen.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 76 f. 1856 wurden Unter- und Oberweischlitz dem Gerichtsamt Plauen und 1875 der Amtshauptmannschaft Plauen angegliedert. Der Bahnhof Weischlitz wurde am 1. November 1874 zusammen mit der Bahnstrecke Plauen–Cheb eröffnet. Seit dem 20. September 1875 endet zusätzlich die Bahnstrecke Gera Süd–Weischlitz im Weischlitzer Bahnhof.

Die Gemeinde Unterweischlitz wurde im Jahr 1925 in Weischlitz umbenannt. Am 3. Juni 1938 erfolgte die Eröffnung der Anschlussstelle Pirk der heutigen Bundesautobahn 72. Im Zuge der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone ab 1945 wurden die Besitzer der drei Weischlitzer Rittergüter Weischlitz unterer Teil (Emil Kreller), Weischlitz oberer Teil (Heinrich Ludolf Kasten) und Rosenberg enteignet. Während die Gebäude des Ritterguts Weischlitz oberer Teil in der Folgezeit baulich verändert wurden, erfolgte auf dem Gelände des Ritterguts Weischlitz unterer Teil der Abbruch verschiedener Gebäudeteile und der Um- bzw. Neubau der übrigen Gebäudesubstanz. Das Herrenhaus des Ritterguts Rosenberg wurde in den Jahren 1948/1949 abgerissen, so dass von dem Gebäude lediglich das Torhaus übrig blieb. Am 1. Juli 1950 erfolgte die Eingemeindung von Oberweischlitz mit Rosenberg nach Weischlitz. Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Weischlitz im Jahr 1952 zum Kreis Plauen-Land im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt). Am 1. Januar 1974 wurde Kröstau nach Weischlitz eingemeindet.

Die Gemeinde Weischlitz gehörte seit 1990 zum sächsischen Landkreis Plauen, der 1996 im Vogtlandkreis aufging. Das Herrenhaus des Ritterguts Weischlitz oberer Teil wurde Sitz der Gemeindeverwaltung. Auf dem Areal des Ritterguts Weischlitz unterer Teil entstand nach Abriss aller Gebäude im Jahr 2005 ein Supermarkt. In den 1990er Jahren wurden die Orte Rodersdorf (1. Januar 1994), Kloschwitz, Kürbitz (beide am 1. Januar 1999) und Kobitzschwalde (1. April 1999 Umgliederung von Plauen) eingemeindet. Zur Großgemeinde wurde Weischlitz durch Eingliederung der Nachbargemeinden Burgstein mit 15 Ortsteilen am 1. Januar 2011 und Reuth mit sechs Ortsteilen am 1. Januar 2017.

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): Jahr 1998 2000 2002 2004 2007 2008 2012 2013 2021 Einwohner 3.477 3.613 3.583 3.592 3.511 3.467 5.147 5.061 5707

Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung BerglasDas Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943 01.04.1939 Eingemeindung nach Großzöbern BurgsteinStatistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen 01.01.2011 Dehles 01.01.1994 Eingemeindung nach Reuth Dröda 01.01.1999 Eingemeindung nach Burgstein Geilsdorf 01.01.1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein Grobau 04.07.1963 Eingemeindung nach Kemnitz Großzöbern 01.01.1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein Gutenfürst 01.01.1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein Heinersgrün (mit Markusgrün) 01.01.1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein Kemnitz 01.01.1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein Kleinzöbern 01.04.1939 Eingemeindung nach Großzöbern Krebes (mit Schwarzenreuth) 01.01.1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein Kloschwitz 01.01.1999 Kobitzschwalde 01.01.199401.04.1999 Eingemeindung nach Neundorf,Umgliederung nach Weischlitz Kröstau 01.01.1974 Kürbitz 01.01.1999 Mißlareuth 01.03.1994 Eingemeindung nach Reuth OberweischlitzGemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches BundesamtVerzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen 01.07.1950 Pirk (mit Türbel) 01.01.1957 Eingemeindung nach Großzöbern Ramoldsreuth 01.09.1968  Eingemeindung nach Großzöbern,zugleich Abbruch des Dorfes durch Bau der Feilebachtalsperre Reinhardtswalde 01.01.1957 Eingemeindung nach Dehles ReuthSächsisches Amtsblatt Nr. 48/2016 01.01.2017 Rodersdorf 01.01.1994 Rosenberg vor 1875 Eingemeindung nach Oberweischlitz Ruderitz 16.05.1968 Eingemeindung nach Krebes Schönlind 01.01.1972 Eingemeindung nach Reuth Schwand 01.01.1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein Spielmes (*) 01.04.1928 Teileingliederung nach Reinhardtswalde Steins 01.07.1950 Eingemeindung nach Schwand Thossen 01.01.1974 Eingemeindung nach Reuth Tobertitz 01.01.1974 Eingemeindung nach Reuth

Politik

Gemeinderat Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 18 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen: Freie Wähler Weischlitz (FWW): 14 Sitze Kürbitzer Wähler (KW): 2 Sitze Wählervereinigung „Reuther Linde“ (Wv RL): 2 Sitz +letzte GemeinderatswahlenWahlvorschlag202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Freie Wähler Weischlitz1478,11577,91676,2Wählervereinigung Reuther Linde211,218,3––Kürbitzer Wähler210,729,8212,4Linke–––2,9––SPD–––1,1–4,3CDU–––––2,0FDP–––––1,2Wahlbeteiligung73,9 %71,6 %61,1 %

Bürgermeister Bürgermeister der Gemeinde Weischlitz ist Steffen Raab (Freie Wähler). Er wurde am 31. Januar 2016 als einziger Kandidat mit 98,0 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 43,7 %. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2023Steffen RaabFWW99,0201698,0200858,92001Uwe Müller74,6

Wappen

Infrastruktur Bildung Allgemeinbildende Schulen In Weischlitz befinden sich eine Grundschule und eine Oberschule. Eine weitere Grundschule befindet sich im Ortsteil Krebes.

Kinderbetreuungseinrichtungen Kindergärten gibt es in Weischlitz sowie in den Ortsteilen Kürbitz und Rodersdorf, im Ortsteil Großzöbern gibt es eine Kindertagesstätte.

Verkehr mini|Bahnhof Weischlitz um 1910 Der 1874 eröffnete Bahnhof Weischlitz liegt an der Bahnstrecke Plauen–Cheb, zudem endet hier die Bahnstrecke aus Gera Süd (auch als Elstertalbahn bezeichnet). In Gutenfürst gibt es den Bahnhof, welcher als Grenzstation an der Strecke Leipzig–Hof von Bedeutung war. Im Südosten hat Weischlitz eine direkte Anbindung zur Bundesautobahn 72.

Weischlitz wird im vertakteten ÖPNV des Verkehrsverbunds Vogtland von folgenden RufBus-Linien bedient:

Stand: 13. Februar 2022 Linie Endpunkte Verlauf Verkehrsunternehmen47 Weischlitz ↔ Plauen-Neundorf Thossen – Mißlareuth – Reuth – Kloschwitz Plauener Omnibusbetrieb48 Weischlitz ↔ Plauen-Neundorf Kürbitz – Kloschwitz – Possig Plauener Omnibusbetrieb52 Weischlitz ↔ Gutenfürst Pirk – Großzöbern – Heinersgrün Plauener Omnibusbetrieb

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswert ist das unter Denkmalschutz stehende Alte Gut von Weischlitz, ein im Vogtland wohl einmaliges Ensemble von Herrenhaus und zwei Fachwerkscheunen. Der Gebäudekomplex wurde in den Jahren 1995–1997 rekonstruiert. Im ehemaligen Herrenhaus des Ritterguts Weischlitz oberer Teil hat die Gemeindeverwaltung ihren Sitz. Eine Scheune wird von der Gemeinde als Bürgerhaus und eine andere von einem Geldinstitut, der Sparkasse Vogtland, genutzt. Der touristisch zertifizierte Ortsteil Kürbitz wird durch seine Sehenswürdigkeiten und kulturellen Veranstaltungen überregional wahrgenommen.Anonymus: Kürbitz - Ein Sagenhaftes Dorf. auf www.sachsensdoerfer.de Die Claraquelle, geweiht am 26. September 1928, am Talhang der Weißen Elster gelegen, zählt zu den Ausflugszielen. Zudem gibt es unterhalb des Ortsteils Geilsdorf die Thermalquelle Neumühle. Die Wallfahrtskapelle Santa ClaraErnst Schäfer: Das Erzgebirge und sein Handwerk. Verlag der Nation, 3. Aufl. (o. J.), S. 24 in Heinersgrün liegt 540 Meter hoch. Ihre Errichtung geht auf Klarissen aus Hof zurück.Internetseite der Kirchgemeinde Bobenneukirchen Die Burg Türbel diente als Wehranlage zum Schutz des wichtigen historischen Handelsstraßenabschnitts zwischen Plauen und Hof. Die Burgstein-Ruinen auf dem gleichnamigen Burgstein sind zwei Kirchenruinen aus dem 14. Jahrhundert. Der Wanderweg Butterweg bildet einen Teilabschnitt einer mittelalterlichen Fernstraße.

Naturschutz

Persönlichkeiten Emil Kreller (1811–1882), Rittergutsbesitzer in Unterweischlitz und Politiker, MdL (Königreich Sachsen) Heinrich Theodor Koch (1822–1898), Reichstags- und Landtagsabgeordneter, geboren in Kürbitz Hermann Vogel (1854–1921), Maler, gelebt und gestorben in Krebes Paul Hartwig (1915–2014), Marineoffizier, zuletzt Vizeadmiral der Bundesmarine und Befehlshaber der Flotte wurde am 14. September 1915 in Steins, heute Ortsteil von Weischlitz, geboren