Heideland ist eine Gemeinde im Nordosten des Saale-Holzland-Kreises in der Nähe von Eisenberg und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Heideland-Elstertal-Schkölen. In Heideland befindet sich eine Außenstelle der VG-Verwaltung.
Geografie Nachbargemeinden Angrenzende Gemeinden sind Walpernhain, Crossen an der Elster, Hartmannsdorf, Rauda, die Stadt Eisenberg, Gösen, Petersberg und Schkölen im Saale-Holzland-Kreis sowie Osterfeld, Droyßig und Wetterzeube im sachsen-anhaltischen Burgenlandkreis.
Gemeindegliederung Heideland besteht aus den Ortsteilen Buchheim, Etzdorf, Großhelmsdorf, Königshofen, Lindau/Rudelsdorf, Thiemendorf und Törpla. Die Gemeinde wurde im Zuge einer Gebietsreform am 9. April 1994 gebildet.
Geschichte Die Orte Buchheim (urkundliche Ersterwähnung: 1196), Etzdorf (1219), Thiemendorf (6. Mai 1296) und Törpla (27. November 1341) gehörten bis zur Gründung des Landes Thüringen 1920 dem Herzogtum Sachsen-Altenburg an, davon bis Mitte des 19. Jahrhunderts zum wettinischen Kreisamt Eisenberg.
Großhelmsdorf (11. September 1223), Lindau (13. September 1303) und Rudelsdorf (1350) gehörten wiederum zum Amt Weißenfels, welches im Lauf seines Bestehens zum Kurfürstentum Sachsen, zum Fürstentum Sachsen-Weißenfels und ab 1806 zum Königreich Sachsen gehörte. Durch den Wiener Kongress kamen sie 1815 zum Königreich Preußen und wurden der Provinz Sachsen angegliedert.
Königshofen (1256) war bis 1868 sowohl kursächsisches bzw. danach preußisches als auch altenburgisches Gebiet und kam erst dann komplett zu Sachsen-Altenburg, welches im Gegenzug seinen Anteil am Ort Willschütz (ca. 1145) an Preußen abgab.Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Verlag Rockstuhl, Bad-Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 44, 73, 285, 287, 102, 166, 241, 150 u. 315.
Die Bergzunge am nordöstlichen Dorfende von Thiemendorf zwischen Schindegraben und Seitenschlucht war mit der Burg „Timo“ bebaut. Sie stammte aus dem 12. Jahrhundert. Bei Sanierungsarbeiten 1972/73 legte man noch Keller frei und gestaltete das heutige Umfeld. Eine Straße im Ort erinnert an die Burgstelle.O.V. Archäologischer Wanderführer Thüringen. Heft 9: Saale-Holzland-Kreis, Ost. Kommissionsverlag Beier& Beran, 2007, S. 53.Burgstelle Timo
Von den 16 Grabhügeln „Am Nassen Wald“ in der Gemarkung von Etzdorf wurden 1924 und 1956 jeweils drei geöffnet und dokumentiert. Sie besaßen unterschiedlich gut erhaltene Grabeinbauten und Steinsetzungen – wie ein Totenhaus. Man fand Amphoren, Becher, Feuersteinmesser und Pfeilspitzen.O.V. Archäologischer Wanderführer Thüringen. Heft 9: Saale-Holzland-Kreis, Ost. Weimar 2007, ISBN 978-3-937517-51-3, S. 54.
Am südwestlichen Ortsrand von Königshofen an der Straße Richtung Gösen steht in einem Garten neben einer markanten Eiche ein gut sichtbares Steinkreuz. Der ursprüngliche Standort ist nicht überliefert. Der Stein wurde wahrscheinlich beim Bau der Autobahn umgesetzt.O.V.: Archäologischer Wanderführer Thüringen. Heft 9: Saale-Holzland-Kreis, Ost. Weimar 2007, ISBN 978-3-937517-51-3, S. 50.
Das 1,5 km südöstlich des Dorfes Königshofen in Richtung Eisenberg in einem eingezäunten Gelände des Wasserversorgungs-Zweckverbandes stehende Steinkreuz hat eine bewegte Geschichte. Es wurde mehrfach umgesetzt und beschädigt. Der ursprüngliche Standort soll die Anhöhe, die auch Wasserscheide ist, gewesen sein. Bei einem Unwetter sollen an dieser Stelle Mönche vom Blitz erschlagen worden sein. Später versuchte man an diesem Ort durch Gesang und Kanonenschüsse Unwetter zu vertreiben. Dies führte zu der Nennung „Wetterkreuz“. 1945 wurde es zerstört. 1959 baut man es fachgerecht wieder zusammen und stellte es an dem jetzigen Standort auf.O.V.: Archäologischer Wanderführer Thüringen. Heft 9: Saale-Holzland-Kreis, Ost. 2007, ISBN 978-3-937517-51-3, S. 51–52.
Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1994 – 2.314 1995 – 2.292 1996 – 2.306 1997 – 2.312 1998 – 2.285 1999 – 2.238 2000 – 2.222 2001 – 2.205 2002 – 2.184 2003 – 2.166 2004 – 2.139 2005 – 2.146 2006 – 2.100 2007 – 2.051 2008 – 2.024 2009 – 1.988 2010 – 1.942 2011 – 1.898 2012 – 1.893 2013 – 1.843 2014 – 1.839 2015 – 1.816 2016 – 1.811 2017 – 1.767 2018 – 1.783 2019 – 1.776 2020 – 1.777 2021 – 1.742 2022 – 1.761 2023 – 1.756 2024 – 1.738 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Politik Gemeinderat Nach der Gemeinderatswahl am 26. Mai 2024 verteilen sich die zwölf Sitze des Gemeinderates folgendermaßen:Thüringer Landesamt für Statistik: Gemeinderatswahl 2024 in Thüringen – endgültiges Ergebnis für Heideland Partei / Liste Stimmenanteil Sitze Ergebnis 2019 Christlich-Demokratische Union (CDU) 34,7 % 4 37,9 %, 5 Sitze Die Linke – offene Liste 7,6 % 1 16,4 %, 2 Sitze FDP / BI Zukunft Heideland 5,1 % 1 8,6 %, 1 Sitz Feuerwehr 29,0 % 3 25,6 %, 3 Sitze Bürgerinitiative Königshofen 23,7 % 3 11,5 %, 1 Sitz Wahlbeteiligung 71,9 % 66,8 %
Bürgermeister Zum ehrenamtlichen Bürgermeister wurde am 12. Juni 2022 Hans-Rüdiger Pöhl (CDU) gewählt. Zuvor war seit 2010 Heiko Baumann (CDU) im Amt.
Persönlichkeiten August Friedrich von Etzdorff (1739–1792), geboren in Etzdorf, preußischer Generalmajor
Weblinks
Gemeinde Heideland bei der Verwaltungsgemeinschaft Heideland-Elstertal-Schkölen
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1196 Kategorie:Gemeindegründung 1994